Gunnar Heinsohn / 11.08.2020 / 12:00 / 12 / Seite ausdrucken

Massaker beim Giraffen-Reservat

Die Hoffnung, dass ihnen die hoch gewachsenen Tiere weitere Freunde der Fotosafari ins Visier bringen, mag die Todesschützen am 9. August bewogen haben, die Giraffen in Malis Kouré Reserve zu verschonen und sich mit sieben französischen Besuchern nebst ihrem nigrischen Begleiter zu begnügen. Die Franzosen gehörten zur NGO ACTED, die Humanität und Solidarität im Subsahara-Raum befördern will. Sie hatten sich gefreut, aus den Hotels in Niamey endlich mal herauszukommen.

Da die vermutlichen Dschihadisten von Motorrädern operieren, bleibt immerhin der teure und nun schwer beschädigte Geländewagen der Opfer am Tatort zurück. Ein anonym bleibender Analytiker zeigt sich überrascht: „Wir dachten, die Zeit der Angriffe sei vorbei. Jetzt trifft es ein Gebiet, das nicht als gefährdet galt. Es zeigt, dass die Dschihadisten immer noch sehr aktiv sind."

Oh ja! Was haben einheimische und auswärtige Experten nicht auf dem Radar, um so überrumpelt zu werden? Beispielsweise, dass Nigers Bevölkerung zwischen 1950 und 2020 um den Faktor 10 auf 25 Millionen Einwohner anwächst. Das Land kämpft heute mit einem Kriegsindex von 6, wobei auf 1.000 Alte zwischen 55 und 59 Jahren 6.000 Jünglinge zwischen 15 und 19 Jahren folgen. In einem Vierteljahrhundert – bei dann 57 Millionen Einwohnern wird der Kriegsindex immer noch 6 erreichen. Dann jedoch werden nicht – wie heute – nur 1,3 Millionen Jünglinge den Lebenskampf aufnehmen. 2045 werden es 3,2 Millionen sein. Noch aussichtsloser wird die Konkurrenz um – nicht mitwachsende – Ländereien. Von Kompetenzen für den Aufbau von Industrien zum Absorbieren von Arbeitskräften ist nichts bekannt.

Längst steckt Niger auch jenseits des Massakers am Giraffenhain in nicht endenden Protesten und Empörungen. Die Rebellen töten dabei ungleich mehr einheimische Soldaten als europäische Idealisten. Sie können aber darauf vertrauen, dass steigende Verluste unter Touristen für das Erlangen von Aufmerksamkeit mehr leisten als selbst lautstärkste Appelle an die Gottheit. Man darf allerdings darauf rechnen, dass solche Gelegenheiten für Publicity rarer werden, während es beim gegenseitigen Auslöschen vor Ort noch auf Jahrzehnte hinaus aufwärts gehen kann.

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Markus Viktor / 11.08.2020

„Während es beim gegenseitigen Auslöschen vor Ort noch auf Jahrzehnte hinaus aufwärts gehen kann“: Black Lives Matter. Afrika scheint der ideale Ort für BLM-Aktivisten zu sein, sollten sie am effektiven Schutz des Lebens von Schwarzen interessiert sein. Im Übrigen hat niemand soviel für das Überleben von Schwarzen getan wie Weiße, durch Senkung der Sterblichkeit von Müttern und Kindern. Ich schätze grob, dass vier von fünf Schwarzen ihr Leben der Medizin der Weißen verdanken.

Wolfgang Kaufmann / 11.08.2020

Die Linken pflegen einen Kult der Selbstopferung. Wer keine Religion hat, macht sich eine. Nur um einer abstrakten Idee zu huldigen, nicht einer irgend gearteten Gottheit. Nihilismus.

giesemann gerhard / 11.08.2020

Ja, weder Niger noch die Erde wachsen mit, Martin Neuffer (1924 - 2004), SPD, zu finden unter “Die Reichen werden Todeszäune ziehen” im “Spiegel” 16/1982, gucksdu ww-net. Gegen Neuffer ist Sarrazin ein Waisenknabe, was dessen Analysen betrifft.

PALLA, Manfred / 11.08.2020

“In jeder Sekunde drei Menschen mehr” so die Titelzeile in DER SPIEGEL 10/1993; heute sind es wohl noch 2,6 pro Sekunde - in vier bis fünf TAGEN eine MILLIONEN-STADT wie KÖLN - gemeint sind Geburten und Längeres Leben - aufgefallen war mir o.g. THEMA 1994, als ich das SPIEGEL-SonderHeft “Die B-Bombe” in einem Schaufenster entdeckte - gleich gekauft, weil ich kannte ja NEUTRONEN-Bomben etc., aber dann die Lektüre des explosiven BevölkerungsWachstums - hat mir den Urlaub “versaut” - nach 25 Jahren dann, also 2018, erinnerte ich mich an dieses Thema und dieses Heft - mittlerweile herrscht bei mir nur noch UNFASSBARES ENTSETZEN, wenn ich DLF-Reporter aus Afrika über PROBLEME “labern” höre, ohne die wahren URSACHEN auch nur “ansatzweise” zu erwähnen - JEDWEDE BevölkerungsZahlen sind einfach TABU - ALLEIN mir kocht schon wieder das BLUT :-(

Marcel Seiler / 11.08.2020

Tut mir leid, Herr Heinsohn: Das Bevölkerungswachstum und ihre enormen Opfer sind leider komplett TABU. Gutmenschen in Deutschland, der EU, der UNO und überall halten sich fest die Augen zu. Nichts gegen Millionen Tote zu tun ist in jedem Fall besser, als RASSIST genannt zu werden.

Friedrich Neureich / 11.08.2020

Wer nach Niger geht, in ein Land mit einer Analphabetenrate von 90% und gesetzlicher Verankerung der Sklaverei, der weiß, worauf er sich einlässt. Mein Mitgefühl spare ich mir für die Opfer der kulturellen Bereicherung in Europa auf, nicht für Traumtänzer, die glauben, die Welt besser machen zu können. Afrika sollte unter Quarantäne gestellt werden, mit einem großen Zaun an der Grenze der Seegebiete, so dass niemand hinein oder hinaus kommt; in 100 Jahren sehen wir dann nach, was sich getan hat. Auch Europa konnte in vergangenen Jahrhunderten seine Probleme nur allein in den Griff bekommen; die moderne Welt begann, als Nordamerika nicht mehr für die Entsorgung des Abschaums zur Verfügung stand.

Hansgeorg Voigt / 11.08.2020

Das Bevölkerungswachstum in Afrika wird mittelfristig dazu führen, dass es stark ansteigende Verteilungskämpfe geben wird. Darauf muss man sich einrichten, wenn man als NGO nach Afrika geht, um zu “helfen”. Nach dem Ende der Kolonialzeit hat man Jahrzehnte damit verbracht, Afrika zu entwickeln. Das einzige Projekt, was nachhaltig erfolgreich war, war der Tourismus, der Geld und Arbeit in die Länder gebracht hat. Alle anderen NGO Maßnahmen scheinen verpufft zu sein. Afrika als Schrottplatz zu verwenden war ebenfalls nicht wirklich zielführend. Maßnahmen zur Begrenzung der Bevölkerungswachstum sind ebenfalls von zahlreichen Institutionen gefördert, von anderen in gleicher Weise sabotiert worden. Afrika kann sich nur selbst helfen, aber nur dann, wenn die arbeitsfähigen jungen und ausgebildeten Männer dort bleiben und nicht mit einem kolonialen Zuzug nach Europa vor Ort fehlen.

Wolfgang Kaufmann / 11.08.2020

Man muss nur ganz fest daran glauben, dass sie arm seien weil wir reich sind. Wenn das nicht hilft, kann man ja mit kompensatorischem Rassismus arbeiten, so wie eine Stuttgarterin vor wenigen Tagen auf Twitter ihre ganz persönliche Form der Gleichberechtigung postete: „Ich weiß, das ist unfair für junge Männer, aber sie tilgen damit die Diskriminierungsschuld ihrer Väter.“ Und: „(…) Jahrzehnte dauernde Diskriminierung von Frauen auszugleichen. Meiner Ansicht nach geht das nur über zeitlich begrenztes Unrecht, dass [sic!] man jungen Männern zufügt.“ – Die Abhilfe gegen vergangenes Unrecht ist also zukünftiges Unrecht. Wie knusper muss man sein, um in der FDP in ein Amt gewählt zu werden?

Rüdiger Barasch / 11.08.2020

Ich bitte den scharfsinnigen Analytiker Gunnar Heinsohn bei seinem demografieorientierten Ansatz ( der nur eine gewichtige Sicht wiedergibt) nicht dem menschenverachten Zynismus anheimzufallen! Menschliches Handeln in seinen Irrungen und Wirrungen wie in seinen erfolgeicheren Bemühungen ist komplexer als jede Statistik es uns vorgaukelt. Außerdem hat keiner die Zukunft in der Tasche! Auch viele Vergangenheiten, also“ geschichtlicheTatbestände „bleiben ungeklärt bzw. verschieden deutbar! Grüzzi Barasch

Harald Unger / 11.08.2020

Als die Despotin, nach intensiv geplanter, zehnjähriger Vorbereitungszeit, 9/15 die Grenzen des früheren Deutschland der islamisch /afrikanischen Invasion öffnete, wurde der Grundstein der kommenden, großen Massaker an der europäischen Zivilbevölkerung gelegt. Die im Anschluss an den Domino-Effekt der unvermeidlichen West-EU Staats Zusammenbrüche, unter der Last der Invasion, ausbrechen werden. Wenn sämtliche Polizeien und die Restbestände dessen, was einmal die Bundeswehr war, ausschließlich zum Schutz der ‘Eliten’, eingesetzt werden. Was sich dann in den bunten Gebietsnächten abspielen wird, davon gibt Gunnar Heinsohn ebenso Auskunft wie die sehenswerten Aufnahmen vergangene Nacht aus dem D.C. Nobelviertel Georgetown. Wie ein BLM Mob, frei von jeder polizeilichen Behinderung, durch die Straßen zieht und es klar wird, daß die Bewohner einzig der Gnade des Mobs ausgeliefert sind. Trotz der BLM Sticker an ihren Autos. Das frühere Deutschland wird zu Killing Fields eines islamisch-afrikanischen Syrienkriegs auf Steroiden. Aber es gibt auch gute Nachrichten, zum Aufatmen. Merkel wird zu diesem Zeitpunkt sicher sein. Die US Wahl am 3. November entscheidet, ob in Margots Appartement in Santiago oder am Ort ihres vom Ende her gedachten Plans, am East River in NYC.

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