Zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 gab es in der Schweiz (und auch in Deutschland/ Anm. der Redaktion) anfangs eine Strategie. Sie hieß „Flatten the Curve“ und beruhte auf einem teilweisen Lockdown. Allerdings verringerten sich die Ansteckungen schon vor diesem Lockdown, und die Kurve wurde nicht einfach flach, sondern näherte sich rasch dem Nullpunkt. Seither gibt es keine erkennbare Strategie mehr.
Kritik bleibt trotzdem aus. Die Medien unterstützen die Politik großmehrheitlich, und die Task Force ist so zusammengesetzt, dass kein Wissenschaftler es wagt, eine skeptische Haltung gegenüber den Behörden einzunehmen. Immer noch sitzt der Nationalfonds-Präsident in diesem Gremium. Wer riskiert schon gern seine Forschungsgelder?
Das Volk macht brav mit und erduldet jede Schikane. Was tut der schweizer Bundesrat in dieser Situation? Er wäscht sich die Hände in Unschuld und überlässt die Entscheidung für weitere Dummheiten den Kantonsregierungen. Diese tappen prompt in die Falle: Die Maskenpflicht in den Läden wird nun auch in der Deutschschweiz reihenweise eingeführt.
Maskentragen fast religiöses Symbol
Selbstverständlich nützen Masken in dem Sinn, dass sie Tröpfchen von der Innen- und der Außenseite resorbieren können. Das ist vor allem unter standardisierten Bedingungen der Fall, das heißt unter Bedingungen, wie man sie anwendet, um eine wissenschaftliche Arbeit zu veröffentlichen. Eine solche Übungsanlage ist aber kein Feldversuch.
Ein Quasi-Feldversuch, um die Wirksamkeit der Maskenpflicht zu untersuchen, läuft in Argentinien. Das Land steckt seit fünf Monaten im Lockdown, länger als jeder andere Staat, und hat eine Maskenpflicht. Trotzdem steigen die Todeszahlen in Argentinien immer noch. Im Moment liegt dieser Wert dort bei 300 Toten täglich.
Mir ist kein Land bekannt, wo die Einführung der Maskenpflicht zu einer Reduktion der Covid-19-bedingten Hospitalisierungen oder Todesfälle geführt hätte. Trotzdem ist das Maskentragen für viele Menschen zu einem fast religiösen Symbol geworden. Für diese Neugläubigen gäbe es einen weiteren Feldversuch, den ich aber niemandem empfehlen will: „Seid ihr bereit, mit einer Hygienemaske einen geschlossenen Raum zu betreten, um dort einem Ebola-Patienten das Bett zu machen und sein Häfeli zu entsorgen?“ Falls ja, wäre die Konsequenz ein darwinistisches Selektionsprinzip, das jede Diskussion erübrigen würde.
Begleitmusik zur Maskenpflicht
Derzeit wird massiv mehr getestet, als ob man Begleitmusik für die Einführung der Maskenpflicht durch die Kantone machen müsste. Allerdings haben inzwischen sogar Laien gemerkt, dass es am Wochenende weniger positive Testergebnisse gibt, weil die Laboranten auch freie Wochenenden haben möchten. Wer sich also allein an diesen Zahlen orientiert, macht es sich zu einfach.
Es ist auch fraglich, was der PCR-Test, mit dem man keine akute Infektion nachweisen kann, für einen Nutzen haben soll, um SARS-CoV-2 zu bekämpfen. Für das Contact Tracing ist er eigentlich unbrauchbar, weil es zu lange dauert, bis Resultate vorliegen. Hinzu kommt, dass eine junge Person mit intaktem Immunsystem, die positiv getestet wird, nicht an Covid-19 erkrankt. Trotzdem nennt das schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) diese Fälle seit einiger Zeit „laborbestätigte Infektionen“ und widerspricht damit eigenen Richtlinien.
Um das zu erklären, muss man ein bisschen ausholen. Am 5. Mai veröffentlichte das BAG mit Swissmedic ein Merkblatt zur aktuellen Covid-19-Testung in der Schweiz. Dort heißt es fachsprachlich: „Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist eine NAT-Methode (Nucleic Acid Amplification Technology) der modernen Molekularbiologie, um in einer Probe vorhandene Nukleinsäure (RNA oder DNA) in vitro zu vervielfältigen und danach mit geeigneten Detektionssystemen nachzuweisen. Der Nachweis der Nukleinsäure gibt jedoch keinen Rückschluss auf das Vorhandensein eines infektiösen Erregers. Dies kann nur mittels eines Virusnachweises und einer Vermehrung in der Zellkultur erfolgen.“
Diese Aussage ist hundertprozentig korrekt. Es gibt weltweit keinen Wissenschaftler mit Kenntnissen auf diesem Gebiet, der etwas anderes behaupten würde. Die Frage ist nun: Welcher Kommunikationskünstler beim BAG hat die Verdrehung von „positivem Fall“ zu „laborbestätigte Infektion“ angeordnet? Falls unsere Task Force aus Mitgliedern besteht, die wissen, was ein wissenschaftlicher Ehrenkodex ist, wäre es an der Zeit, das BAG in die Schranken zu weisen. Man darf nicht zusammen mit Swissmedic ein vernünftiges Merkblatt herausgeben und danach jeden Tag diesem Merkblatt widersprechen.
Lottogewinn wahrscheinlicher als Corona-Tod
Es gibt noch ein Ärgernis. Das Virus wird weltweit, also auch bei uns, ständig sequenziert, was vernünftig ist. Man weiß daher, dass die ursprünglichen, gefährlicheren Virusstämme hierzulande praktisch keine Rolle mehr spielen. In fast ganz Europa ist ein neuer Stamm unterwegs, der leichter von Menschen zu Menschen springt, aber weniger krankmachend ist. Auch in Indonesien ist ein mutiertes Virus D614G aufgetaucht, das leichter ansteckt, aber weniger gefährlich ist. Diese Information findet man allerdings auf keiner Bundesplattform, obwohl sie sehr wichtig ist. Sie könnte zu einer allgemeinen Beruhigung beitragen.
Auch die Todesfallzahlen dürfen uns positiv stimmen. Die Schweiz hat 8,5 Millionen Einwohner. Gegenwärtig sterben hierzulande täglich zwischen null und zwei Personen an Covid-19. Das Glück, im Schweizer Zahlenlotto einen Sechser ohne Zusatzzahl zu erzielen, liegt bei 1 zu 6.294.943. Also selbst, wenn Sie über 80 sind, ist die Chance, bei täglicher Ziehung einen Sechser im Lotto zu holen, derzeit größer, als an Covid-19 zu sterben.
Zweite Welle ist unwahrscheinlich
Trotzdem dominieren noch immer die Schreckensszenarien. Das Coronavirus OC43 soll die Russische Grippe von 1890 verursacht haben, an der über eine Million Menschen gestorben sind. Das ist zwar in den Details umstritten, wird jetzt aber wieder erwähnt, um etwas Stimmung zu machen. Dabei kann man die Geschichte auch anders erzählen: Das OC43-Virus ist längst mutiert und gehört heute zu den normalen Erkältungsviren. Auch SARS-CoV-2 wird weiter mutieren und harmloser werden. Das macht eine zweite Welle so unwahrscheinlich.
Bei Influenzaviren kann es zweite Wellen geben, weil die Mutationen einen anderen Charakter haben. Es werden, vereinfacht gesagt, ganze Genom-Kassetten ausgetauscht, wodurch ein neues Influenzavirus entsteht, gegen das kaum jemand immun ist. Coronaviren kennen keine derartigen Mutationen.
Machen wir ein Beispiel: Wenn das Spike-Protein mutiert, kann sich das Virus deswegen besser oder schlechter an die Zellen binden. Die Mutation wird aber relativ geringfügig sein, so dass ein Teil der bestehenden Antikörper sich immer noch daran wird heften können. Mit Sicherheit werden die T-Zellen das mutierte Spike-Protein weiterhin erkennen. Was bedeutet das im Alltag? Im Winter 2020/21, wenn wir uns vermehrt drinnen und näher beieinander aufhalten werden, wird das Virus nochmals eine Chance bekommen. Sofern wir die Risikopatienten schützen, wird es aber keine zweite Welle geben.
Dass das Virus harmloser wird, ist nur eine Erklärung, weshalb weniger Hospitalisierungen und Todesfälle auftreten. Eine andere, ergänzende lautet: Die Ärzte haben gelernt, wie man Covid-19-Patienten behandelt. Offenbar hat das falsche Intubieren sein Ende gefunden. Auch setzte man gewisse immunsuppressive Medikamente zu früh ein. Bei Covid-Patienten mit einer T-Zellen-Immunität kann so was tödlich enden, wie man inzwischen weiß.
Weitverbreitete Immunität
All diese guten Nachrichten sind in den Medien kaum zu finden. Am meisten ärgert mich aber, dass die weitverbreitete Immunität praktisch unerwähnt bleibt. Es gibt starke Verwandtschaften zwischen den Beta-Corona-Viren. Bis zu 25 Prozent der Erkältungsviren sind Coronaviren. Daher haben wir alle eine gewisse Immunität dagegen.
Auch die Wissenschaft unterschätzte diese Immunität zunächst. Die meisten Arbeiten betrachteten nur die T-Zellen-Immunität, wobei die Quote der Menschen mit einer solchen Immunität, die nie Kontakt mit SARS-CoV-2 hatten, durchwegs zu niedrig angegeben wurde. Das ist ein technischer Fehler, weil die T-Zellen nur mit ein paar wenigen synthetischen Viruspeptiden und nicht ganzen Viren stimuliert wurden. Die T-Zellen-Immunität kann man bei einer Infektion zudem nicht von der B-Zellen-Immunität, sprich Antikörpern, trennen.
Ohnehin sind die Antikörpertests in einem viel desolateren Zustand als anfänglich die PCR-Tests. Es wird noch eine Weile dauern, bis man die Frage der Rest-, Kreuz- oder Grundimmunität verlässlich abklären kann. Derzeit lässt sich nicht einmal ein Immunschutz mit Sicherheit feststellen. Nur eines steht fest: Die vorbestehende Immunantwort kann nicht mehr wegdiskutiert werden. Sie wäre der Schlüssel gewesen für eine andere Strategie. Solange die Nicht-Immunologen behauptet haben, es gäbe keine Immunität und das Virus sei neu, war eine vernünftige Strategie allerdings nicht möglich.
Meiner Meinung nach ist die einzig vernünftige Strategie seit den ersten Corona-Fällen in der Schweiz dieselbe geblieben: Risikopersonen schützen, alle anderen in Ruhe lassen. Das wäre eine edle Aufgabe für unsere Task Force gewesen, aber schwieriger zu vermitteln als Hiobsbotschaften, die von den Medien noch so gern weiterverbreitet werden. Wer jetzt ständig mit einer zweiten Welle droht, tut dies wahrscheinlich, weil er keine Strategie hat, um die Risikopersonen zu schützen.
Kein Grippeimpfstoff, der bei Risikopatienten wirkt
Derzeit sieht es so aus, als ob das Warten auf einen Impfstoff die neueste Strategie sei. Auch das könnte misslingen. Ich bin ja als Impfpapst verschrien und würde mich über einen Impfstoff freuen, zweifle aber, ob das in diesem Fall möglich ist. Da die meisten Menschen bereits immun sind, würde man damit nur ihre spezifische Immunität anheben.
Sollte es wahr sein, dass Menschen ohne Symptome andere anstecken können, was ich stark bezweifle, müssten wir trotzdem weiterhin mit Maske herumstolzieren, weil die Einzigen, die bislang an Covid-19 gestorben sind, immunkompromittiert waren. Der Impfstoff müsste also derart stark und speziell sein, dass er sogar bei Menschen funktioniert, die praktisch kein funktionierendes Immunsystem haben. Ich sage nicht, dass das unmöglich ist, aber beobachtet habe ich so was noch nie.
Seit Jahren lästere ich gegen das BAG, weil das Amt jeweils empfahl, dass sich vor allem die Risikogruppe impfen soll, was erwiesenermaßen nur schlecht funktioniert hat. Es gibt keinen Grippeimpfstoff, der bei den Risikopatienten gleich gut wirkt wie bei Jungen. Bei den kommenden SARS-CoV-2-Impfstoffen muss man leider von der gleichen Annahme ausgehen.
Möglicherweise wiederholt sich die Geschichte. Bei den letzten angeblichen Pandemien, der Vogel- und Schweinegrippe hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass dies normale Grippejahre waren. Wenn sich das BAG vor allem vor einer solchen Blamage fürchtet, schlage ich vor, es begibt sich möglichst rasch in die Rolle des Winkelrieds und wirft sich in die Debatte. Lieber ein Amt mit Speeren in der Brust als ein Volk mit Lümpchen vor Mund und Nase bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Es reicht jetzt endgültig mit der Angstmacherei.
Beda M. Stadler ist emeritierter Professor für Immunologie der Universität Bern. Dieser Beitrag erschien auch in der Schweizer Weltwoche.

Ein großes Problem liegt in der Betriebsblindheit der Experten. Offenbar schenken sie ihren computergenerierten Modellrechnungen mehr Glauben als der summarischen Betrachtungsweise. – Wir wissen nicht, wie viele Menschen AN Corona gestorben sind. Wir wissen nicht, ob und wie das Virus mutiert hat. Wir wissen nicht, wer tatsächlich infiziert und wer andere ansteckt. Aber wir haben die europäischen Sterbeziffern und können summarisch feststellen, dass es sich um ein Ereignis im Größenbereich der üblichen Grippewellen handelt. – Der Faktor 5 zwischen Schweden und Deutschland ist innerhalb der statistischen Schwankungsbreite, weil die Vorjahre sich auf die Gegenwart auswirken. Es handelt sich um quasi-chaotische Systeme. Die Grippe 2017/18 hat in Deutschland mehr Opfer gekostet als anderswo, hat aber auch unser Immunsystem gestärkt. Die Untersterblichkeit der Vorjahre in Schweden hat zu ungewöhnlich vielen hoch gefährdeten Alten geführt. Dazu kommen nationale Unwägbarkeiten wie prekäre Hygienebedingungen, behördliche Vorgaben oder das Abgreifen von Forschungsgeldern. – Doch für den Michel und die Micheline ist es allemal bequemer, an die Wirksamkeit der eigenen maskierten Obrigkeitshörigkeit zu glauben.
Wie jeder Kollege weiß ist die Diagnositik einer jeden Infektionskrankheit bei einem einzelnen Patienten ein eigenes, heikles Unterfangen. Bei Erkältungskerkrankungen belassen wir es bei der klinischen Diagnose und beobachten wies so läuft. Bei schlimmeren bakteriellen Infekten müssen wir drauf los behandeln, vielleicht kriegen wir in der Zwischenzeit den Erreger angezüchtet, vielleicht nicht. Bei Hepatits, HIV und co setzen wir auf ein ganzes Arsenal unterschiedlicher Labormethoden um das Krankheitsgeschehen zu beurteilen. Im Falle von Corona wäre derzeit (nierige Prävalenz) mE auf Bevölkerungsebene ein Vorgehen zu bevorzugen: die genaue Analyse von Stichproben (wie zB aus den Sentinelpraxen) mit Virusnachweis, Viruslast und zellkulturellem Nachweis der Infektiosität. So ließe sich ein genaueres Bild entwerfen. In der allgemeinen Praxis würde ein Testen schwererer symptomathischer Fälle ausreichen (um diese ggf frühzeitig beobachten und behandeln zu können). Nachgewiesene Ausbrüche hingegen sind das Einsatzgebiet der breiteren PCR-Testung.
"Angst ist kein guter Ratgeber." Angela Merkel 2015. Aber nur bei Migration. Sonst lässt sich damit trefflich regieren.
Schon im März wurde auf Youtube ein Video gesperrt, welches eindeutig und unwiderlegbar die Tatsachen um die Corona-Massenhysterie belegt hat. Unter der anderen wurde der PCR-Test beleuchtet und die Aussagekraft in Frage gestellt. Ebenso wurde thematisiert, die nachgewiesene Überreaktion der Ärzteschaft in solchen Lagen. Eine Massenhysterie ist eine Erscheinung, bei der Leute glauben, an der gleichen Krankheit oder bestimmten Beschwerden zu leiden. Das wird zuweilen als psychogene Massenerkrankung oder eine epidemische Hysterie bezeichnet. Dabei handelt es sich um spezifische Formen des kollektiven Wahns. Die Tatsache, dass entsprechende Informationen frühzeitig herausgefiltert wurden bzw. es sogar eine sehr frühzeitige Allianz der großen Internetkonzern gabe, Derartiges wegen Corona zu tun, zeigt an, dass dieser Wahn vorbereitet, angeheizt und orchestriert wurde. Es macht einen gehörigen Unterschied, ob man bei Gewitter zufällig vom Blitz getroffen wird, oder ob jemand den Blitz absichtlich auf einen lenkt. In der Politik gibt es keine Zufälle, so sagt man. Es ist müßig sich über die Erscheinungen dieses Phänomens zu erregen. Man muß das Ganze als Kampange sehen. Wer das nicht tut, ist unwissentliche oder wissentlich Teil der Kampange. Wer heute behauptet, z. B. in Argentinien sterben Leute im Übermaß und konkret an Corona, ist Teil der Kampange. Es ist gut möglich und für die Vergangenheit nachgewiesen, das unter Hysteriebedingungen eine Übersterblichkeit durch Tunnelblick, Behandlungsfehler und anderen Nebeneffekten auftreten. Jede Aussage über Coronatote innerhalb einer Wahnsystems, ist demnach in Zweifel zu ziehen.
Klasse. Danke. Zwei Sachen (1) Besteht die Möglichkeit, die Zahlen anderer Länder einzuordnen (Spanien oder bspw Argentinien)? (2) Und ehrlich gesagt, mir ist noch immer nicht klar, was der Nat-Test dann anzeigt - es gibt Bestandteile eines Virus, aber dieser ist nicht zwingend infektiös. War er es dann mal? Bzw hatte er den Virus, diesen aber ohne Krankheit erfolgreich bekämpft? Ggf auch ohne dabei infektiös zu sein? Oder zeigt er nur an, dass eine Säure nachgewiesen wurde, die auch beim Virus vorkommt, aber auch bspw in Ananas und weitere Aussagen sind nicht ohne Virus-Test möglich?
>> "Aber er hat ja nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn es schien ihm, sie hätten Recht; aber er dachte bei sich: "Nun muß ich die Prozession aushalten." Und die Kammerherren gingen noch straffer und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.
Wohl aufgrund der Winzigkeit der Viren wissen die Experten, die sich Virologen nennen, bis heute nicht, wie hoch die Konzentration von Viren in einem Kubikzentimeter Luft in Korrelation mit einer Expositionszeit sein muss, um eine Infektion garantieren zu können. Sie kennen auch nicht die Physik der Viren in der freien Natur. Bei "Quarks" wurde am 30. März diskutiert: "Führt Luftverschmutzung (Feinstaub) zu mehr Todesfällen beim Coronavirus?" "Der Internist" druckte im letzten November den Satz: "Auch eine aerogene Übertragung durch sehr kleine Tröpfchen, die länger in der Luft schweben oder über weitere Strecken transportiert werden können, wird diskutiert." SARS-CoV-2 zum Anlass nehmend, zogen nun Virologen, 140 Jahre nachdem Robert Koch loszog und Bakterien vor Ort untersuchte, endlich auch los und untersuchten Türklinken und Schlüssellöcher. Nun wurden Viren deutlich später als Bakterien entdeckt, die Frage bleibt aber doch bestehen, warum die Zeit und die Umstände des Viruslebens außerhalb eines Mehrzellers bislang so wenig Beachtung fanden. Aufgrund des katastrophalen Nichtwissens über das, was Viren eigentlich außerhalb eines befallenen Körpers treiben, musste es zwangsläufig zur Sperrung von Stränden kommen. Erste Ansätze zur Kenntnisverbesserung bietet die Veröffentlichung: "Simulated Sunlight Rapidly Inactivates SARS-CoV-2 on Surfaces" im Journal of Infectious Diseases. Hier ging es um die RNA-Zerschlagung durch UV-Licht. Aber bevor das passiert, ist doch die Oberfläche und die "Viruskapsel" demoliert, auch durch das bodennahe Ozon in der Atmosphäre. Zugegebenermaßen wird man dies durch Experimente nicht beweisen können. Technisch ist es einfach nicht möglich. Aber die Orte, wo Infektionen stattfinden, weisen einfach darauf hin, dass auch die Viren "behütete" Plätze benötigen, um von einem zum anderen zu gelangen.