Marx - antisemitisch, rassistisch und herzlos

Deutschland würdigt seinen größten Ideologen. Karl Marx, geboren vor 200 Jahren am 5. Mai 1818 in Trier, wird von Rechten verteufelt und von Linken wie ein Idol gefeiert. Unzählige Symposien, Bücher, Leitartikel, Sondersendungen beschäftigen dieser Tage die Nation. In Trier wird sogar ein Riesendenkmal aus Bronze enthüllt – von der Volksrepublik China geschenkt, was vor Ort zu heftigen Debatten führt. Macht die Bischofsstadt sich damit zum Wallfahrtsort chinesischer KP-Funktionäre? Ist eine Kolossal-Statue von der größten Diktatur der Welt nicht peinlich für eine liberale Demokratie?

Hubertus Knabe, Leiter der Gedenkstätte Hohenschönhausen, hält sie sogar für einen Skandal: „Für viele Opfer des Kommunismus ist es schwer erträglich, dass nun in einer westdeutschen Stadt wieder ein solches Denkmal errichtet wird.” Die Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte protestiert gegen die Aufstellung eines „Marx-Götzen”. Das Neue Deutschland hingegen leitartikelt: „Danke, China” und „Karlelujah”.

Der Kulturkampf um Marx ist jedenfalls entbrannt. Die politische Linke lobpreist ihn nach wie vor als Propheten, Revolutionär und Entlarver des Kapitalismus, als geistigen Vater der Arbeiterbefreiung. Die Rechte verweist zum 200. Geburtstag auf 100 Millionen Tote als Opfer des Kommunismus, auf einen geistigen Brandstifter des Totalitarismus.

Die bürgerliche Mitte blickt zum Jubeljahr reichlich entspannt auf Marx, sie hält zwar von seinem radikalen Klassenkampf-Dogmatismus wenig. Doch weithin wird die intellektuelle Strahlkraft seiner Werke gewürdigt. Selbst der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, findet Respekt vor der „heilsgeschichtlich-idealistischen Perspektive”, die moderne Sozialstaaten bis heute motiviere.

Aggressiver Schmarotzer auf Kosten von Familie und Freunden

Jenseits der politischen Debatte ist nun aber auch der Privatmensch Karl Marx näher ausrecherchiert worden. Das Bild, das dabei zutage kommt, ist freilich denkbar düster. Denn die Forschung zeigt, dass Marx nicht nur ein Mann mit chronischen Geldproblemen war, der sich als aggressiver Schmarotzer auf Kosten von Familie und Freunden undankbar durchs Leben schlug und selbst seiner armen Mutter rücksichtslos das letzte Witwengeld entriss.

Verwandte, die aus seiner Sicht zu alt wurden, beschimpfte er als „Erbschaftsverhinderer”. Über die schwere Krankheit eines Onkels schrieb er an seinen Freund Engels: „Stirbt der Hund jetzt, bin ich aus der Patsche heraus.” Als dessen Tod dann drei Jahre später eintrat, rühmte Marx das als „a very happy event”.

Auch seiner Frau und seinen Kindern gegenüber war Marx von einer irritierenden Brutalität. So schildert Uwe Wittstock in seiner brillanten Biografie „Karl Marx beim Barbier” minutiös die Alltagstragödien der Familie Marx. So die Affäre, die Marx mit dem eigenen Dienst- und Kindermädchen Helena Demuth hatte. 1851 wurde aus diesem Ehebruch ein Kind namens Henry Frederick geboren. Marx zwang die Mutter daraufhin, das Kind weg zu geben und Pflegeeltern zu überlassen. Er kümmerte sich nicht um das Schicksal des Sohnes, der bestenfalls gelegentlich seine Mutter besuchen durfte, dabei aber wie ein Hund nur durch die Hintertür und bis in die Küche hereingelassen wurde.

Aus den Briefen und Artikeln geht auch hervor, dass Marx ein ausgeprägter Antisemit und Rassist war. An seinen politischen Freund Arnold Ruge schrieb er, wie „widerlich” ihm „der israelitische Glaube” sei. Sein Text „Zur Judenfrage” (1843) legt den geistigen Grundstein für blanken antisemitischen Hass: „Welches ist der weltliche Grund des Judenthums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.” Die Passagen von Marx über Juden lesen sich zuweilen wie Originaltexte von Nazis. Das Judentum sei „ein allgemeines gegenwärtiges antisociales Element. In der jüdischen Religion liege „die Verachtung der Theorie, der Kunst, der Geschichte, des Menschen als Selbstzweck”. Selbst „das Weib wird verschachert”.

Seine Briefe entlarven Marx auch als Rassisten. So wird Ferdinand Lassalle, der Gründer des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und politischer Konkurrent von Marx, wegen seiner jüdischen Herkunft erst als Jüdel Braun, Ephraim Gescheit und Itzig verunglimpft. Nachdem Lasalle ihn 1862 in London besucht hatte, beschimpft Marx ihn als „jüdischen Nigger Lasalle” und schreibt: „Es ist mir jetzt völlig klar, dass er, wie auch seiner Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen. Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.” Selbst seinen eigenen Schwiegersohn Paul Lafarge, dessen Mutter eine kubanische Kreolin war, erniedrigte er in einem Brief an seine Tochter Jenny als „Negrillo” und „Abkömmling eines Gorillas”.

Dieser Beitrag erschien zuerst in The European

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Dieter Kief / 03.05.2018

Der jüdische Selbsthass ist ein uraltes und daher lang erforschtes Phänomen. Karl Marx’ Vater ist vom Judentum zum evangelischen Glauben konvertiert… (Es wäre interessant herauszufinden, ob Marx der später von Max Weber entdeckte Zusammenhang zwischen Arbeitsethik, innerweltlicher Askese und wirtschaftlichem Erfolg mit Bezug auf den Protestantismus irgendwie schon ersichtlich ar. Immerhin ist sein wirtschaftlich sehr erfolgreicher Freund Friedrich Engels sozusagen aus der Pietistischen Zentralen Deutschlands - nämlich aus Wuppertal. Fragen über Fragen. Das chinesische Denkmal erfordert eine Gegengabe - ich plädiere aus Trierischer Sicht für Nikolaus Cusanus! - Das würde den auch Wolfram Weimer ja vorschwebenden Gedanken verbreiten helfen, dass die Extreme weniger verschieden sind, als es oft scheinen mag. PS Der Unternehmer Friedrich Engels Denker war sicher nicht weniger krass in seinem Denken als Marx.

Wulfrad Schmid / 03.05.2018

Marx ist offenbar einer der Erfinder des Bessermenschentums, weshalb ihn Linke, Linksgrüne und Brüder im Geiste auch gerne feiern. Ein Armutszeugnis, dass man diesem Mann nun noch Gedenken hinterherwirft und besonders bedauerlich, dass sich ein brillianter Schauspieler wie Adorf, offensichtlich bar jeder Kenntnis über Marx, in dieser Rolle gefällt. Auch an dieser Stelle der Hinweis, dass die Nazis sich National"Solialisten” nannten…

Rudi Knoth / 03.05.2018

Ich denke mal anders als bei Luther wird der Rassismus und Antisemitismus von Marx nicht besonders behandelt. Dann fragt man sich, ob dieser Mann in der Partei “Die Linke” aufgenommen würde. Da kann mann sicher sich eine kleine Satire einfallen lassen.

Caroline Neufert / 03.05.2018

Sie waren schon mal besser. Marx mag ambivalent sein, aber ist es nicht so, dass alle die Großes vollbracht haben, dies meistens auf dem “Rücken” von anderen, oftmals der Familie erreichten ? Nicht schön, aber leider normal. Ich glaube, Sie kennen selbst genügend Bsp. Uralte Zitate, die Lengsfeld schon vor Monaten hier brachte, machen den Text nicht besser. Marx war übrigens kein Antisemit; nicht das Semitische klagte er an bzw verachtete er, sondern die Religion, als “Opium fürs Volk” womit er wohl recht hat. Tja und political correctness in seiner heutigen Ausprägung gibt es erst, weil die Menschen sonst nichts zu tun haben.

Günther Feist / 03.05.2018

Dass ein Revolutionär aus dem 19. Jahrhundert sich nicht an die Sprachregelungen unserer Zeit hält, dürfte niemanden überraschen. Erst recht nicht in Privatbriefen! Gewiss lehnte Marx jegliche Religion ab, und so auch die Religion seiner Vorfahren, das Judentum. Die Zeitumstände waren völlig anders als heute: Angehörige des 4. Standes bzw. Arbeiterfamilien lebten im Elend.  1849 z.B. wurden Revolutionäre ohne viel Federlesens erschossen. Natürlich war man da viel radikaler und, wenn man so will, bösartiger. Revolutionär sein bedeutete damals nicht folgenloses Talkshow- und Uni-Geplauder a la Gysi und Butterwege oder öffentlich subventionierte Oppositionellen-Hatz a la Antifa (und schon gar nicht Berliner 1. Mai Party!), sondern harten Kampf und persönliches Risiko. Und klar ließ er sich aushalten, um seine Polemiken gegen Staat, Religion, Wirtchaftsordnung etc. verfassen zu können- staatlich finanzierte Soziologie- und Politikwissenschaftsseminare gab es damals noch nicht. Wenn aber hier auf der Achse dem Marx die Millionen Tote vorgeworfen werden, und er dann noch mit den Standard Kampfbegriffen wie “Antisemit” und “Rassist” belegt wird, ihm gar “Herzlosigkeit” vorgeworfen wird, (das könnte glatt von Merkel, Käsmann oder Roth stammen), dann macht sie genau dasselbe, was mich persönlich an vielen Linken so unendlich nervt: Moralisieren.

Stefan Zorn / 03.05.2018

“Radikalität als Hilfe zur Orientierung”; in der Sprache und im Geist. - muss nicht schlecht sein, wenn Vorsicht bei der Umsetzung waltet und auch die Möglichkeit des Irrtums einkalkuliert wird. - Im weltgeschichtlichen Rückblick müssen wir feststellen, dass sich die sprachliche Radikalität in der tätlichen Umsetzung durch Andere zu 100% wiedergefunden hat. - Erstaunlich!

Wilfried Mutschler / 03.05.2018

Der Marxist Bertolt Brecht hat es richtig erkannt: Nicht alles, was ein großer Mann tut (ergänzend: oder sagt oder schreibt), ist groß. Gilt auch für einen verbalmoralischen anderen Marx und andere heutige großmäulige MoralistInnen..

Jürgen Keil / 03.05.2018

Ich sehe das entspannt. Den Antisemitismus bei Marx mit der heutigen Elle zu messen, ist genauso müßig wie bei Luther. Das sollte man im historischen Zusammenhang sehen; das war auch Zeitgeist. Und sein Fremdgehen? Man ehrt Geistesgrößen ja nicht dafür, dass sie gute Familienmenschen waren. Wenn dies ein Kriterium wäre, dann müsste man viele historische Persönlichkeiten von der Verehrungsliste streichen. Er war ein bedeutender Analytiker der kapitalistischen Ökonomie, wenngleich die Schlussfolgerungen, die er für die Zukunft aus seinen Erkenntnissen zog, zwar menschlich, aber doch naiv waren. Für das, was seine Jünger später aus seinen Lehren machten, kann man ihn nur bedingt verantwortlich machen. Also sehen wir ihn historisch. Er war ein bedeutsamer Wissenschaftler! Ja, selbst Honecker sprang über seinen eigenen Schatten, als er irgend wann einmal erkannt, das Luther und sogar Friedrich der Große bedeutsame Deutsche waren.

Bernd Sauer / 03.05.2018

Dann passt doch die Kolossal-Statue perfekt in das heutige Deutschland. Das Deutschland, in dem der importierte Wahnsinn die letzten am Holocaust Mitschuldigen vom Angesicht der Marxchen Ideologen bereitwillig tilgt. Da muss sich Herr Maas vor nichts und von niemandem Distanzieren. Es ist vermutlich ein Wahrzeichen für den Schulterschluß mit der Fatah. Aber in Berlin stehen schon Marx-Götzen, die Herr Bürgermeister Müller sicher bald wieder in Szene setzt. (vlt. sobald der BER Gewinn abwirft) Marx und Engels werden scheinbar wieder envouge. Wer weiß?

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Wolfram Weimer / 26.06.2020 / 06:00 / 80

Corona als Kanzlermacher

In der CDU knistert es. Die Kanzlerkandidatur-Frage legt sich wie eine Krimispannung über die Partei. Im Dreikampf und die Merkelnachfolge zwischen Markus Söder, Armin Laschet…/ mehr

Wolfram Weimer / 18.06.2020 / 06:29 / 104

Der Rassist Karl Marx

Die Rassismus-Debatte eskaliert zum Kulturkampf. In Amerika werden Kolumbus-Denkmäler geköpft oder niedergerissen, in England sind Kolonialisten-Statuen zerstört oder in Hafenbecken geworfen worden, in Antwerpen trifft…/ mehr

Wolfram Weimer / 12.06.2020 / 10:00 / 47

Nichts ist unmöglich: AKK als Bundespräsidentin?

„Das ist die größte Wunderheilung seit Lazarus“, frohlocken CDU-Bundestagsabgeordnete über das Comeback ihrer Partei. Die Union wankte zu Jahresbeginn dem Abgrund entgegen, immer tiefer sackten…/ mehr

Wolfram Weimer / 21.05.2020 / 12:00 / 23

Warren Buffet traut dem Braten nicht

Warren Buffetts Barreserven liegen jetzt bei sagenhaften 137 Milliarden Dollar. Das ist so viel wie das Bruttosozialprodukt der 50 ärmsten Staaten der Welt zusammengenommen –…/ mehr

Wolfram Weimer / 07.05.2020 / 06:29 / 105

Anders Tegnell: Der Stachel im Fleisch der Corona-Politik

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell spaltet die Gemüter. Er trägt weder Anzüge noch Medizinerkittel. Er vermeidet jedes Pathos und Wissenschaftlergehabe. Im Strickpullover erklärt er mit lässiger…/ mehr

Wolfram Weimer / 23.04.2020 / 06:10 / 183

Robert Habeck: Die grüne Sonne geht unter

Am 7. März erreichten die Grünen im RTL/n-tv-Trendbarometer noch Zustimmungswerte von 24 Prozent. Monatelang waren sie konstant die zweitstärkste Partei in Deutschland, satte 8 Prozentpunkte betrug der…/ mehr

Wolfram Weimer / 17.04.2020 / 06:17 / 90

China blockiert Recherchen zur Virus-Herkunft

Wie kam das Coronavirus von der Fledermaus auf die Menschen? Der Tiermarkt in Wuhan war es wohl doch nicht. Ein Virus-Forschungslabor nebenan spielt offenbar eine…/ mehr

Wolfram Weimer / 03.04.2020 / 06:25 / 100

Die liberale Corona-Bekämpfung

Die Bewältigung der Corona-Krise ist nicht alternativlos. Während viele Länder Europas – auch Deutschland – auf radikale Massen-Quarantänen mit wochenlangen Ausgangssperren und Kontaktverboten setzen, vertrauen…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com