Annette Heinisch / 30.03.2019 / 12:00 / Foto: Oxfordian Kissuth / 26 / Seite ausdrucken

Von Propaganda zur Polit-PR

Im ersten Teil dieser Beitrags-Folge stellte ich Le Bons Grundlagenwerk zur Sozialpsychologie „Psychologie der Massen“ vor. Danach ist eine Masse nicht die Summe der Individuen, sondern bildet eine eigenständige Einheit, die nur durch Emotionen, niemals aber durch Vernunft zu lenken sei. Die Gefühle entsprängen den unbewussten Triebkräften der Masse, über die man wenig wisse und die je nach Volk unterschiedlich seien. Die Masse kann als Gesamtheit besser oder schlechter sein als der Einzelne, auch Hochkulturen könnten als organisierte Masse zu primitiven Barbaren werden.

Sigmund Freud hat das Werk gelesen und es sehr positiv aufgenommen. In seinem 1921 erschienen Werk „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ zitiert er Le Bon ausdrücklich. Auch er sah die Masse als eine eigenständige Einheit, bei der sich die Mitglieder oft wie Herdentiere benehmen. Zur Erklärung rekurrierte er auf seine früheren Forschungen zu Hypnose und Suggestion, den Rest (wie so vieles andere auch) erklärte er über den Libidobegriff. Zum Herdentrieb führte er aus:

„Wir dürfen uns sagen, die ausgiebigen affektiven Bindungen, die wir in der Masse erkennen, reichen voll aus, um einen ihrer Charaktere zu erklären, den Mangel an Selbständigkeit und Initiative beim Einzelnen, die Gleichartigkeit seiner Reaktion mit der aller anderen, sein Herabsinken zum Massenindividuum sozusagen. Aber die Masse zeigt, wenn wir sie als Ganzes ins Auge fassen, mehr; die Züge von Schwächung der intellektuellen Leistung, von Ungehemmtheit der Affektivität, die Unfähigkeit zur Mäßigung und zum Aufschub, die Neigung zur Überschreitung aller Schranken in der Gefühlsäußerung und zur vollen Abfuhr derselben in Handlung, dies und alles Ähnliche, was wir bei Le Bon so eindrucksvoll geschildert finden, ergibt ein unverkennbares Bild von Regression der seelischen Tätigkeit auf eine frühere Stufe, wie wir sie bei Wilden oder bei Kindern zu finden nicht erstaunt sind. Eine solche Regression gehört insbesondere zum Wesen der gemeinen Massen, während sie, wie wir gehört haben, bei hochorganisierten, künstlichen weitgehend hintangehalten werden kann.“ 

Beherrsche die Masse ohne ihr Wissen

Zwei Beispiele für hochorganisierte, künstliche Massen, bei denen ein Abstieg zur primitiven Horde begrenzt werden konnte, sind nach Freud die Kirche und die Armee. Bei Kindern zeige sich zunächst kein Herdeninstinkt. Er bilde sich erst in einer mehrzähligen Kinderschar und erfahre dann in der Schule seine weitere Entwicklung:

„Die erste Forderung dieser Reaktionsbildung ist die nach Gerechtigkeit, gleicher Behandlung für alle. Es ist bekannt, wie laut und unbestechlich sich dieser Anspruch in der Schule äußert. Wenn man schon selbst nicht der Bevorzugte sein kann, so soll doch wenigstens keiner von allen bevorzugt werden. Man könnte diese Umwandlung und Ersetzung der Eifersucht durch ein Massengefühl in Kinderstube und Schulzimmer für unwahrscheinlich halten, wenn man nicht den gleichen Vorgang später unter anderen Verhältnissen neuerlich beobachten würde … Was man dann später in der Gesellschaft als Gemeingeist, esprit de corps usw. wirksam findet, verleugnet nicht seine Abkunft vom ursprünglichen Neid. Keiner soll sich hervortun wollen, jeder das gleiche sein und haben. Soziale Gerechtigkeit will bedeuten, daß man sich selbst vieles versagt, damit auch die anderen darauf verzichten müssen, oder was dasselbe ist, es nicht fordern können.“

Ging es bis zu diesem Zeitpunkt vor allem um eine wissenschaftliche Betrachtungsweise der Psychologie der Massen, erfolgte danach die Konzentration auf die praktische Anwendung der Erkenntnisse.

„Die Kunst der Public Relations“

1928 erschien das Buch „Propaganda“ mit dem Untertitel „Die Kunst der Public Relations“ von Edward Bernays, einem Neffen Freuds. Darin wies Bernays den Weg zu einer gezielten Manipulation der Massen. Nach seiner Ansicht müsse die Masse in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, alleine würde sie Chaos anrichten. Anders als Le Bon war es sein Ziel, die Masse zu beherrschen, um mittels der gezielten Steuerung die Ordnung der Gesellschaft zu erhalten, wobei dies möglichst ohne deren Wissen geschehen sollte:

„Wenn wir die Mechanismen und Motive des Massenbewusstseins verstehen, wäre es möglich, die Massen nach unserem Willen zu kontrollieren und zu reagieren, ohne dass sie es erkennen, denn bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in einer demokratischen Gesellschaft.“

Das Werk beginnt unter der Überschrift „Die Ordnung des Chaos“ mit folgenden Ausführungen:

„Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land. Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken. Doch das ist nicht überraschend, dieser Zustand ist nur eine logische Folge der Struktur unserer Demokratie: Wenn viele Menschen möglichst reibungslos in einer Gesellschaft zusammenleben sollen, sind Steuerungsprozesse dieser Art unumgänglich. Die unsichtbaren Herrscher kennen sich auch untereinander meist nicht mit Namen … 

Theoretisch bildet sich jeder freie Bürger seine eigene Meinung zu Fragen des öffentlichen Lebens wie zu seinem eigenen Verhalten. In der Praxis ist es jedoch kaum möglich, sich mit jedem komplexen ökonomischen, politischen und ethischen Zusammenhang auseinanderzusetzen oder gar eine eigene Position dazu zu beziehen. Vermutlich käme man nicht in einem einzigen Fall zu einem befriedigenden Ergebnis. Weil dem so ist, haben wir uns freiwillig darauf geeinigt, dass unsichtbare Gremien sämtliche Daten filtern, uns nur noch die wesentlichen Themen präsentieren und damit die Wahlmöglichkeiten auf ein verdauliches Maß reduzieren. 

Von den Meinungsführern und den Medien, über die sie sich an die Öffentlichkeit wenden, übernehmen wir die Beweisführung und die diversen Positionen zu den Themen, die gerade diskutiert werden; und vom ethischen Führungspersonal, seien es Priester, berühmte Schriftsteller oder einfach prominente Vertreter der vorherrschenden Meinung, übernehmen wir die Normen für unser Verhalten in der Gesellschaft – an die wir uns in der Regel gebunden fühlen.“

„Der grandiose Erfolg der Propaganda im Krieg“

Nach Bernays ist Propaganda nur dann unmoralisch, wenn der Urheber bewusst und gezielt Informationen verbreitet, die er selbst als Lüge erkennt oder wenn er bewusst auf Wirkungen abzielt, die für die Öffentlichkeit nachteilig sind.

„Die Praxis, bestimmte Assoziationen und Bilder in den Köpfen der Massen zu erzeugen, ist sehr weit verbreitet. Praktisch kein wichtiges Vorhaben wird heute mehr ohne diese Technik ausgeführt, ob man eine Kathedrale bauen, einer Universität Geld stiften, einen Film vermarkten, eine Anleihe ausgeben oder zum Präsidenten gewählt werden will … Die Zahl der Manipulierbaren ist groß. Aber mitunter reagieren sie störrisch auf Beeinflussungsversuche und lassen sich selbst durch die vereinten Kräfte von Gesetzgeber, Medien und Bildungssystem nicht umstimmen ... Dann bleibt von der Macht der Meinungsführer im öffentlichen Diskurs nichts mehr übrig.“

Dumm gelaufen, möchte man meinen. Aber das scheinen nur Einzelfälle zu sein, die nicht entmutigen sollten, Bernays führt weiter aus:

„Propaganda existiert überall um uns herum, und sie ändert das Bild, das wir uns von der Welt machen. Man mag dies für eine übertrieben pessimistische Einschätzung halten – wobei noch zu beantworten wäre, was so negativ daran ist. Aber es ist eine Tatsache. In dem Maße, wie erkannt wird, in welchem Maße sich durch Propaganda öffentliche Unterstützung erreichen lässt, wird ihr Gebrauch zunehmen. Bereits heute ist es so, dass jeder, der über genügend Einfluss verfügt, in der Lage ist, Teile der Öffentlichkeit zumindest eine Zeitlang und für einen bestimmten Zweck zu führen.

Früher waren die Herrschenden diese Führer. Sie taten, was sie wollten, und definierten so den Lauf der Geschichte. Die Nachfolger der Herrschenden von einst können nicht mehr tun, was sie wollen, sondern sind auf die Zustimmung der freien Bürger angewiesen. In der Propaganda finden sie ein wirksames Instrument, um diese Zustimmung zu gewinnen. Und deshalb wird Propaganda nicht mehr verschwinden.

Der grandiose Erfolg der Propaganda im Krieg hat den Weitsichtigen die Augen geöffnet für die Möglichkeiten von Manipulation der Massenmeinung in allen Bereichen des Lebens.“

„Der grandiose Erfolg der Propaganda im Krieg“ – ja, wirklich super gelaufen. Allerdings bemerkt selbst Bernays einen klitzekleinen Haken:

„Im Ersten Weltkrieg war es unsere eigene Propaganda, die 'Propaganda' den negativen Beigeschmack verlieh. In die Nähe der Hunnen gerückt, konnte das Wort seine Unschuld nicht wiedergewinnen – nicht einmal dann, als die alliierte Propaganda in Friedenszeiten verkündete, der Hunne sei in letzter Zeit dank des Einflusses von Amerikanern und Briten nicht mehr so barbarisch wie früher. Als die Bürger mehr und mehr über die Lügen, Halbwahrheiten und Übertreibungen erfuhren, die ihnen die eigenen Regierungen aufgetischt hatten, betrachteten sie Propaganda als eine noch perfidere Waffe – denn erst jetzt verstanden sie, dass sie selbst das Ziel von Propaganda waren.“

„Raffinierte Drahtzieher hinter den Kulissen“

Aber für dieses Problem gibt es für den geübten Propagandisten eine naheliegende Lösung, nämlich die einfache Umbenennung des negativ konnotierten Begriffs in einen neutralen: der Public-Relations-Berater. Auch diesen Begriff steuert Bernays bei. Da es teuer ist, die „gesellschaftliche Maschine“ zu finanzieren, liege die unsichtbare Herrschaft durch die Kontrolle der Meinungen und Gewohnheiten der Massen tendenziell eher in den Händen weniger Leute, die solche PR-Berater bezahlen könnten.

Aufgrund des nachgewiesen „grandiosen Erfolges“ sei der Siegeszug der Propaganda nicht aufzuhalten. Um eine nachhaltige Wirksamkeit zu erzielen, müssten die „Eliten“ sich der Propaganda professionell, dauerhaft und systematisch bedienen. Auf diese Weise könnten selbst kleine Minderheiten dafür sorgen, dass ihr Standpunkt übernommen werde. Bernays erörtert dann die Funktionsweise der „Neuen Propaganda“ und ihre Protagonisten, die „raffinierten Drahtzieher hinter den Kulissen“, die nicht zwingend in der Politik sein müssten. Bernays erwähnt in diesem Zusammenhang Pariser Modezaren oder bekannte Künstlerinnen, die enormen Einfluss haben, also das, was man heute als Mutliplikator oder Influencer bezeichnet. 

Folgenden Aspekt betont er besonders:

„Noch etwas Wichtigeres wird weithin übersehen: das Ausmaß, in dem unsere eigenen Gedanken und Gewohnheiten von Autoritäten manipuliert werden.“

Auf der Grundlage der wissenschaftlichen Erkenntnisse – hier nimmt Bernays ausdrücklich Le Bon in Bezug – seien die Manipulationstechniken weiterentwickelt worden. Zunächst wird systematisch das angebotene „Produkt“ untersucht, dann die potenziellen Kunden. 

„Der moderne Propagandist studiert sein Forschungsobjekt objektiv und systematisch, wie im Labor. Wenn er eine landesweite Verkaufskampagne vorbereitet, analysiert er zunächst die Zeitungsberichterstattung, führt Befragungen durch oder setzt gleich gezielt beim neuralgischen Punkt der Kampagne an. Er untersucht zum Beispiel, welche Eigenschaften eines Produkts an Attraktivität verloren haben, und in welche Richtung sich der Publikumsgeschmack gerade wendet.“

Das ist die Beschreibung der Vorgehensweise der heutigen Parteien, speziell und sehr erfolgreich der CDU unter Merkel für das Produkt „Regieren“. 

Deklariere Meinungen als alternativlos

Ein wichtiges Mittel, um gute Absatzzahlen (oder Wählerstimmen) zu erzielen, ist das Wecken von Emotionen und das Auslösen (beziehungsweise Nutzen) von Handlungsimpulsen. Außerdem muss ein Umfeld geschaffen werden, welches bestimmte Meinungen beziehungsweise Entscheidungen nahelegt. Dafür wird häufig das Bild eines Flussbettes genutzt, das dem Wasser den Weg vorgibt. Es ist also hilfreich, Bedingungen zu schaffen, die das gewollte Verhalten nahelegen, am besten als alternativlos erscheinen lassen. Das umfasst das Framing, geht darüber aber hinaus, in dem es Situationen oder mit der Zeit sogar verfestigte Gewohnheiten schaffen will, welche das gewünschte Verhalten unter Berücksichtigung des massenpsychologischen Konformitätsdrucks aufdrängt.

Bernays hat ein ganzes Kapitel über „Propaganda und Politische Führung“ verfasst:

„Selbstverständlich können die Methoden der Propaganda beim Wähler nur erfolgreich sein, wenn sie seine Gruppenvorurteile und Wünsche berücksichtigen. Wo spezifische Abhängigkeiten und Loyalitäten existieren, wie überall, wo ein Chef die Führungsrolle einnimmt, werden diese Loyalitäten dazu führen, dass der freie Wille des Wählers neutralisiert wird. In der engen Beziehung zwischen dem Chef und seinen Untergebenen liegt natürlich die politische Macht seiner Stellung.

Der politische Kandidat braucht sich von den Vorurteilen der Massen nicht zum Sklaven machen zu lassen, wenn er lernt, wie er seine eigenen Vorstellungen von der politischen Ordnung der Dinge so formuliert, dass sie sich mit den vorgefertigten Meinungen der Wähler verbinden lassen. Heute besteht die Herausforderung für einen Staatsmann nicht so sehr darin, die Wähler zufrieden zu stellen, sondern sie in seinem Sinne umzustimmen. Dieser erzieherische Prozess könnte theoretisch mithilfe von informativen Broschüren geschehen, die über anstehende politische Fragen detailliert und erschöpfend, aber trocken Auskunft geben. In der Praxis jedoch muss man Umstände schaffen, die entsprechende Gedankenketten auslösen, muss Persönlichkeiten auf »dramatische« Art hervorheben und Kontakt mit den Anführern herstellen, die innerhalb ihrer gesellschaftlichen Gruppen die Meinungsbildung steuern.

Im politischen Leben stellt der Wahlkampf nur ein vorübergehendes Ereignis dar. Regiert werden muss dagegen kontinuierlich. Weniger spannend, dafür aber viel wichtiger und sinnvoller als im Wahlkampf ist darum fachgerechte Propaganda als Unterstützung der politischen Alltagsarbeit in einer Demokratie.“

Kluft zwischen Intellektuellen und der Masse

Gut zu wissen, dass der freie Wille des Wählers neutralisiert werden soll und Wähler einem erzieherischen Prozess unterliegen. Alles das legt Bernays ganz offen, für jedermann nachlesbar, dar. Auch die Zusammenarbeit der Politiker mit der Presse thematisiert er. Die „Zeitungsmacher erwarten Informationen von ihm. Indem er Informationen herausgibt oder zurückhält, ist der Politiker effektiv in der Lage, die politischen Nachrichten zu zensieren. Weil sie Tag für Tag und Jahr für Jahr von ihren Nachrichtenlieferanten, den Politikern, abhängig sind, sind die Reporter gezwungen, harmonisch mit ihnen zusammenzuarbeiten.“

Bernays meint, dass die Lücke zwischen den Intellektuellen und der Masse in der komplexen modernen Gesellschaft von der Propaganda überbrückt wird. Er erwartet nicht, dass die Propaganda durch zunehmende Kenntnis der Öffentlichkeit über deren Instrumente wirkungslos würde. Die einzige Gefahr, die der Propaganda durch eine klügere Welt drohe, sei die unwahre Propaganda oder die dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufende. Für ihn stellt sich auch nicht die Frage, ob der Anführer die Propaganda macht oder die Propaganda den Anführer, er sieht darin wechselseitige Abhängigkeiten.

Bernays mahnt eine hohe Ethik der Propagandisten an, es war ihm jedoch klar, dass diese nicht immer gewährleistet ist und dass Propaganda ebenso langanhaltende wie verheerende Folgen haben kann:

„Der anglo-amerikanische Hang, die ‚Hunnen‘ zu dämonisieren und den Krieg zu einem Wettstreit zwischen atlantischer Kultur und preußischer Barbarei zu überhöhen, hinterließ bei vielen einen derart starken Eindruck, dass sich die Welt der Politik und Wirtschaft auf immer veränderte.“

So ist es, diese Propaganda hat Nachwirkungen bis heute. Der „grandiose Erfolg“ der Propaganda im 1. Weltkrieg: 20 Millionen Tote, davon 10 Millionen Zivilisten, und 21 Millionen Verletzte. Der „Siegeszug“ ging weiter.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Gustave Le Bons "Psychologie der Massen"

Teil 1 finden Sie hier.

Teil 3 finden Sie hier.

Teil 4 finden Sie hier.

Teil 5 finden Sie hier.

Teil 6 finden Sie hier.

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Günter Schaumburg / 30.03.2019

Nach dem Lesen dieses informativen Beitrags müsste nun auch vielen Menschen end- lich klargeworden sein, warum das Netz staatlicher Kontrolle unterworfen wird mit der typischen Verschlimmerungstendenz. Leider aber lesen die Neunmalklugen dieser Zeit nicht kritische Bloggs, geschweige, dass sie sich schon mit Le Bon oder Bernay beschäftigt hätten. So genießen sie halt weiter die Führung durch die unsichtbaren Offiziere und wähnen sich mit stolz geschwellter Brust auf der richtigen Seite. “Sag’ mir, wo Du stehst”, sang einst der Propaganda-König vom Oktoberclub. Wäre doch gut zu covern, verehrte Rammsteins, Campinos und Gröhlemeyers und all die Jünger Bernays.

Werner Arning / 30.03.2019

Jedenfalls verfügt Angela Merkel über ausgezeichnete Berater in Bezug auf Massenführung und Durchsetzung von Zielen, auch von Zielen, die möglicherweise den Bedürfnissen der Masse entgegengesetzt sind. Das Herbeizuführen einer unanfechtbaren Machtposition, das Manipulieren des politischen Gegners, mit dem Ziel ihn nicht nur auszuschalten, sondern diesen für sich arbeiten zu lassen, verdient Respekt, wenn nicht Bewunderung. Das Ausnutzen einer vom politischen Gegner dominierten Presse im Sinne der Verfestigung der eigenen Machtposition kommt einer Meisterleistung gleich. Den politischen Gegner zu „knebeln“, indem man ihn zum Komplizen macht bei rechtlich zweifelhaften Entscheidungen und sich dadurch seine, über das eigentliche Ereignis hinausgehende Loyalität erzwingt und für die Zukunft absichert, ist genial. Den politischen Gegner zu spalten, sich ihn durch scheinbare Annäherung gefügig zu machen und ihm eine dauerhafte Teilhabe an der Macht in Aussicht zu stellen (Grüne), ist mehr als nur klug. Wir erleben ein Lehrbeispiel für unwiderstehliche Manipulation und politische Taktik. Die Masse (der Wähler) ist dabei das kleinste Problem. Seine Lenkbarkeit mithilfe der Medien durfte vorausgesetzt werden. Dass sich ein überschaubarer Teil der Bevölkerung als manipulationsresistent erweisen würde, war ebenfalls vorauszusehen. Diesen Teil der Bevölkerung von jeglicher Teilhabe an der Macht fernzuhalten, verursacht keine größeren Schwierigkeiten. Falls dazu derzeitige rechtsstaatliche Mittel nicht ausreichen sollten, geht es sicher auch anders (Antifa, Gesetzesänderungen, gesellschaftlicher Ausschuss, Berufsverbote etc.). Zu erwarten, dass der „normale“ Bürger sich all dem widersetzt und aufbegehrt, kann nicht ernsthaft erwartet werden. Es genügt, ihn glauben zu lassen, dieses geschehe alles zu seinem Wohl. Beispielsweise geschehe es zu seinem Wohle, wenn er sich den erarbeiteten „Reichtum“ mit Einwanderern, die selber nicht zur Mehrung des „Reichtums“ beitragen, teilt.

Matthias Braun / 30.03.2019

„Wenn wir die Mechanismen und Motive des Massenbewusstseins verstehen, wäre es möglich, die Massen nach unserem Willen zu kontrollieren und zu reagieren, ohne dass sie es erkennen, denn bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in einer demokratischen Gesellschaft.“ Na ihr lieben “GRETA-WELTUNTERGANG-HÜPFER” ,habt ihr ganz frei entschieden, jeden Freitag die Schule zu schwänzen?

Rupert Reiger / 30.03.2019

Zu „… Was man dann später in der Gesellschaft als Gemeingeist, ... wirksam findet, verleugnet nicht seine Abkunft vom ursprünglichen Neid. Keiner soll sich hervortun wollen, jeder das gleiche sein und haben. Soziale Gerechtigkeit will bedeuten, daß man sich selbst vieles versagt, damit auch die anderen darauf verzichten müssen, oder was dasselbe ist, es nicht fordern können.“ -> Was den Menschen treibt, ist die Ungleichheit, besser zu sein als andere und mehr zu erreichen als andere. Das in der Summe ist die „Unsichtbare Hand“ des Adam Smith aus „Der Wohlstand der Nationen“. Aber Gespräch im Cafe, Nebentisch: „Wenn wir mal das sagen haben, dann fährst du keinen Mercedes mehr“,der andere: „Dann fährst du auch keinen Opel mehr sondern auch einen Trabant“, der eine wieder: „ja aber du fällst tiefer“.  Darüber hinaus: Maximal gipfelt gutmenschlicher Neid in Forderungen nicht für einen selbst, sondern in Forderungen für andere. Sowas ist auch erstaunlich stabil, wie wir in Venezuela sehen. Ob man nun in den zehn Geboten liest „Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. ... .. .“ wobei es nicht um ein Haus geht sondern um Neid, oder ob man die Geistesgifte des Buddhismus liest, als da wären „Verblendung/Dummheit, Hass und Gier“, wobei die Gier als Steigerung den Neid als Gier nach etwas, was einem anderen gehört, beinhaltet, stets wird also der Neid als eine wesentliche Ursache für das Schlechte in der Welt gesehen: Neid ist immer da! Man kann nun über Dinge, die in der Welt passieren, von Aktivisten, Journalisten und Politikern lesen oder sie im Fernsehen in beliebigen Talk-Sendungen diskutieren hören oder protestieren sehen, es werden immer gutmenschliche Argumente instrumentalisiert, der Neid ist nie ein Thema. Ist nun aber, neben dem Hass und der Dummheit, der Neid ein Hauptgrund für das Schlechte in der Welt, kommt aber als Grund nicht auf den Tisch sondern nur Ersatzargumente, dann kann keine Diskussion auf den Grund kommen, muss also ins Leere stoßen.

Rudi Knoth / 30.03.2019

@Gudrun Meyer Zitat: “Die antideutschen Linken glauben noch heute an den vor allem moralischen Gegensatz zwischen atlantischer Kultur und preußisch-“hunnischer” (also asiatischer; gemeint ist ein rassistisches Schema) Barbarei, und irgendwelche Fetzen des propagandistischen Angebots des ganzen 20.Jh`s haben vermutlich wir alle in den Köpfen.” Zu diesen Leuten gehören wohl auch Kabarettisten etwa von “Die Anstalt” vom ZDF. In einem Auftritt wurde die These aufgestellt, daß erst die Alliierten den Deutschen die Aufklärung brachten.

Helmut Driesel / 30.03.2019

  Völlig vergessen wird die Tatsache, dass der heutige moderne und gut ausgebildete Mensch in einer Intensität von Werbung umbrandet ist, dass auch die geschicktesten Versuche, ihn mit politischer Propaganda zu gewünschten Überzeugungen zu bringen, nie über die Drei-Weißmacher-Kategorie hinaus wirken. Der Mensch, auch der gewöhnliche Nichtintellektuelle weiß natürlich um die prinzipielle Belanglosigkeit aller dieser Texte und Versuche. Er weiß auch um den betrügerischen Hintersinn oder vermutet ihn sogar dort, wo er fehlen sollte. Deswegen ist Propaganda in unserer Zeit nutzlos oder sogar unberechenbar. Hat sie dennoch einen Effekt, dann keinen, den der Propagandist kontrollieren kann. Um Propaganda wieder effektiv zu machen und Mehrheiten mit Argumenten an die Wahlurnen zu locken, muss man die alltägliche Werbung verbieten. Das kann noch dauern. Eher steht die Scharia im Grundgesetz.

Tobias Kramer / 30.03.2019

Propaganda zieht nur, wenn es Leute gibt, die dafür empfänglich sind. Das können Leute sein, die des eigenständigen Denkens nicht mächtig sind oder die in politisch und sozial eng begrenzten Schichten aufgewachsen sind. Beispiel: Wer in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist, wusste um die Wahrheit der staatlichen Propaganda. Die meisten Leute waren Mitdenker und haben bereits am zweiten Satz im Text gemerkt, dass die Wahrheit ganz woanders steckt. Das ist das den “Ossis” angeborene “zwischen den Zeilen lesen können”. Dazu brauchte es kein Internet, es gab sowieso noch keines, es reichte der gesunde Menschenverstand und der Abgleich mit der Realität. Und dann gab es natürlich noch welche, die aus Familien stammten, wo der Sozialismus vererbt wurde. Die wollten nicht denken, für die gab es nur eine Wahrheit. Die hatten es nach 1989 sehr schwer, sich mit der Wirklichkeit vertraut zu machen. Und heute ist es ähnlich. Es gibt zuviele Nichtdenker und Realitätsleugner. Nur sind die Gründe heute eher vielschichtiger. Warum wird der Osten wohl stets als demokratiefeindlich oder gar Naziland diffamiert? Der Grund liegt in meinem Beispiel oben. Die alten weißen Männer und Frauen im Osten kennen noch zu gut die Methoden der Propaganda und sind weniger empfänglich dafür, als die Menschen in den alten Bundesländern. Das ständige Bashing gegen den Osten zeigt nur, wie wenig die Politik mit ihrer Propaganda dort ausrichten kann. Es soll nicht überheblich klingen, aber wenn es eine erneute politische Wende geben sollte, dann kann sie nur wieder vom Osten ausgehen.

Albert Pflüger / 30.03.2019

Endlich ist klargeworden, weshalb die sozialistisch/kommunistischen Regimes so oft scheitern können, wie sie entstehen, ohne daß der Wunsch versiegt, es wieder und wieder zu versuchen. Ich hatte bisher keine Erklärung für dieses Phänomen. Mit immer denselben dämlichen Sprüchen wird behauptet, auch diesmal sei es wieder nicht der “wahre Sozialismus” gewesen, was da gescheitert ist. Mit diesem Wunsch nach Gleichmacherei erklärt sich auch die Aufnahme von allerlei Migranten- man ist zugunsten der Gleichheit bereit, eigenen Wohlstand zu opfern. Ich werde Le Bon lesen. Gibt es kostenlos bei Google books.

Gerhard Hotz / 30.03.2019

“Die Vernunft ist die Sklavin der Leidenschaft”, hat auch schon David Hume gesagt. Natürlich wusste das auch Joseph Goebbels, denn er stellte seiner Dissertation ein Geleitwort aus den “Dämonen” von Dostojewskij voran: “Vernunft und Wissen haben im Leben der Völker stets nur eine zweitrangige, eine untergeordnete, eine dienende Rolle gespielt -  und das wird ewig so bleiben! Von einer ganz anderen Kraft werden die Völker gestaltet und auf ihrem Wege vorwärts getrieben, von einer befehlenden und zwingenden Kraft, deren Ursprung vielleicht unbekannt und unerklärlich bleibt, die aber nichtsdestoweniger vorhanden ist” (zitiert aus dem Nachwort des Romans “Die Dämonen” von Fjodor M. Dostojewskij, DTV 1977).  

Rudolf George / 30.03.2019

Ein Punkt kommt hier nicht zur Sprache: die Selbsttäuschung, die Propaganda bewirken kann. Der Propagandist kann sich nämlich auch an dem eigenen Werk berauschen, so weit, dass er die Propaganda mit der Wirklichkeit verwechselt.

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