Dirk Maxeiner / 10.02.2018 / 06:10 / Foto: Pixabay / 8 / Seite ausdrucken

Malariatote halbiert, Klimapropaganda blamiert

Erinnern Sie sich an diese Schlagzeilen?

Spiegel-Online: Klimawandel heizt Malaria-Ausbreitung an

DIE WELT: Klimawandel beschleunigt Verbreitung von Malaria

WWF: Klimawandel!!! – Schuld an Krankheiten wie Malaria und FSME

Klimaretter.info: Mehr Malaria durch Erderwärmung

Fakt ist: In den letzten 15 Jahren ist die Zahl der Malaria-Todesfälle stark zurück gegangen, sie hat sich womöglich halbiert. Max Roser und Hannah Ritchie von Our World in Data haben die Zahlen mit vielen anschaulichen Grafiken aufgearbeitet.

Malaria ist eine Krankheit, die von Mensch zu Mensch durch infizierte Moskitos übertragen wird. Malaria kann tödlich sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass im Jahr 2015 etwa 438.000 Menschen an Malaria gestorben sind; das Institute of Health Metrics and Evaluation (IHME), Global Burden of Disease (GBD), beziffert diese Schätzung auf 720.000.

Die meisten Opfer sind Kinder. 72 Prozent der Malaria-Todesfälle sind Kinder unter 5 Jahren. Es ist eine der Hauptursachen für Kindersterblichkeit. Jedes zehnte Kind, das 2016 starb, starb an Malaria.

Seit Beginn der Jahrtausendwende veröffentlicht die WHO globale Schätzungen über die Zahl der Menschen, die an Malaria sterben. In dieser Zeit hat sich die weltweite Zahl der Todesopfer fast halbiert: von 839.000 im Jahr 2000 auf 438.000 im Jahr 2015.

Afrika ist die Weltregion, die am stärksten von Malaria betroffen ist: Im Jahr 2015 wurden auf dem afrikanischen Kontinent 9 von 10 Malaria-Opfern gezählt. Afrika ist aber auch die Weltregion mit den größten Fortschritten: Von 2000 bis 2015 wurden die afrikanischen Todesfälle durch Malaria von 764.000 auf 395.000 reduziert.

Das Institute of Health Metrics and Evaluation (IHME) schätzt die Zahl der Malaria-Todesfälle ab dem Jahr 1990. In diesem Zeitraum ist ein deutlicher Trend zu beobachten, der sich von rund 746.000 Todesfällen im Jahr 1990 zunächst auf über 990.000 im Jahr 2003 erhöhte und dann auf rund 720.000 im Jahr 2016 (wenn auch mit unterschiedlichen Raten) verringert. Diese Schätzungen sind deutlich höher als die der WHO (siehe Datenqualität und Definitionen für weitere Einzelheiten).

Die Malaria galt übrigens in vielen Ländern schon in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts als ausgerottet. Doch dann zeigte sich die grüne Bewegung von ihrer dunkelsten Seite. Durch das faktische Verbot des Insektizids DDT, das ein besonders wirksames Mittel gegen die Anopheles-Mücke darstellt, explodierten die Zahlen weltweit wieder. Die Achse berichtete darüber unter anderem hier. Inzwischen setzten rund ein Dutzend Staaten, darunter Südafrika, DDT wieder in der Malariabekämpfung ein (es wird dabei meist in für den Menschen unbedenklichen Mengen im Wohnbereich auf die Wände aufgebracht).

Bei einer Untersuchung des Rückgangs der Malariafälle in Afrika zwischen 2000 und 2015 wurde festgestellt, dass der wichtigste Faktor für den Rückgang mit Insektiziden behandelte Moskitonetze waren. Der zweitgrößte Faktor war eine Kombinationstherapie auf Artemisinin-Basis. Und der drittgrößte Faktor war das Versprühen von Insektiziden in den Häusern und Hütten (Indoor Residual Spraying IRS). Inwieweit und ob sich entwickelnde Resistenzen diese Erfolge gefährden, wird die Zukunft zeigen.

Die geschürten Ängste vor einer Ausbreitung der Malaria in Folge einer Klimaerwärmung verschleiern in jedem Fall die tatsächlichen Ursachen – und erschweren so eine effektive Bekämpfung. Die Ausbreitung von Malaria hat nach Ansicht vieler Fachleute mit den herrschenden Temperaturen wenig zu tun. Malaria breitet sich vor allem dort aus, wo die Menschen zu arm sind, um sich wirksam schützen zu können.

Die Seuche forderte in vergangenen Jahrhunderten von den Tropen bis nach Russland und zum Polarkreis ihre Opfer – und dies in kälteren Zeiten als heute. Die Niederlande wurden 1970 als letztes europäisches Land malariafrei.

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Leserpost (8)
Heinz Schultze / 10.02.2018

In der Darstellung im Text wird aber auch ein wichtiger Fakt unterschlagen: Im Zuge der DDT-Anwendung kam es zum Ende hin zu einer massiven Zunahme von Resistenzbildungen der Mücken gegen das Gift, so dass der DDT-Einsatz nicht unendlich weiterzubetreiben war. Wir müssen also feststellen, dass die Anwendung von DDT leider keine Dauerlösung darstellt, da die wirksame Dosis immer höher wurde und am Ende auch die Gesundheit der Menschen dort akut negativ beeinflusst hätte, wäre das Verbot nicht gekommen.

Ralph Feltens / 10.02.2018

In den verlinkten Artikeln wird lediglich nachgewiesen (wissenschaftlich unbestreitbar und hochrangig - im Journal Science - publiziert), dass durch die Klimaerwärmung vormals zu kühle Regionen nunmehr hinreichende Daseinsvorraussetzungen für Wirt und Parasit bieten. Somit kam und kommt es dann zu Malariaerkrankungen in Regionen, in denen dies vor dem Klimawandel nicht möglich war; das Verbreitungsgebiet nimmt also zu. An dieser Tatsache gibt es nichts zu rütteln. Wenn zeitgleich tatsächlich Erfolge bei der Bekämpfung der Anopheles-Mücke erzielt worden sein sollten (was die Daten des IHM ja nicht wirklich hergeben, vergleicht man die Zahlen von 1990 mit 2016), wäre dies mit Sicherheit zu begrüßen, kann aber nicht dazu genutzt werden, die Vorhersagen der Klimawandelforschung (oder gar die Realität der menschengemachten Klimaerwärmung an sich, wie im Artikel verschiedentlich insinuiert) in Mißkredit zu bringen oder in Zweifel zu ziehen.

Michael Lorenz / 10.02.2018

In dem jedem Chemiker wohlbekannten RÖMPP-Lexikon findet sich unter dem Stichwort “DDT” eine Tabelle, Auszug: “Malariaerkrankungen in Ceylon: 1946- 2,8 Mio. / 1963- 17 *) / 1968- 2,5 Mio.” *) zu beachten: nicht 17 Millionen - 17 EINZELfälle! Was war vor 1963 passiert? DDT-Einsatz. Und was vor 1968? DDT-Verbot! Kurz: “Umwelt"schutz ist oft (oder meist?) das genaue Gegenteil von Menschenschutz!

Dietmar Schmidt / 10.02.2018

Lieber Herr Maxeiner, der Klima- und Ökobande glaube ich schon seit einiger Zeit nichts mehr. Die behaupten Dinge die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben (das war nicht immer so). So langsam wächst bei mir die Überzeugung, dass es hier um viel Geld geht, der BDI hat ausgerechnet, dass die Erreichung der Klimaziele bis 2050, also ca. 30 Jahre, ca. 1,5 Billionen Euro kostet, d.h. pro Dekade 500 Milliarden. Umgerechnet auf die Haushalte werden sich die Kosten für die EGG-Umlage verdreifachen, also bei einem Haushalt der heute 150.- € bezahlt wird dann 450.- € pro Jahr bezahlen. Die Umlage heißt dann vielleicht anders aber es addiert sich auf jeden Fall, denn die 1,5 Billionen sind Zusatzkosten. Gruß Dietmar

Monique Brodka / 10.02.2018

Sehr geehrter Herr Maxeiner, Ihre Beiträge lese ich stets gern. Beim letzten Satz Ihres Artikels durchzuckte es mich wieder, dieses mal leider negativ! Sie meinen sicherlich 1970 wurden die Niederlanden malariafrei. Holland als Staat gibt es nicht. Es gibt Noord und Zuid Holland, zwei Provinzen. Ich bin in Maastricht, Provinz Limburg geboren. Limburg war wahrlich nie „Holländisch“. Die Bezeichnung „Holland“ bewirkt bei mir immer Zähneknirschen ! Kein Mensch würde z.B. Deutschland heutzutage noch als „Preußen“ bezeichnen.

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