Dirk Maxeiner / 13.05.2021 / 06:00 / Foto: Achgut.com / 87 / Seite ausdrucken

Making of „Der Staatsvirus“

Im Ranking des Sozialprestiges spielen die Ärzte stabil ganz vorne mit. Kaum ein Beruf genießt in der Bevölkerung höheres Ansehen. Kein Wunder also, dass auch die Politik die enorme Glaubwürdigkeit des Arztberufes für sich urbar machen will. Aktuell hat es einer von ihnen sogar zum Chef des Bundeskanzleramtes gebracht. Andere reüssieren als „Ärzte zur Verhinderung des Atomkrieges“ oder Ärzte zur Rettung des Klimas. Eine ganz besondere Verlockung stellt naturgemäß die Instrumentalisierung des Arztberufes für die herrschende Corona-Politik dar. 

Dabei fallen zwei sehr unterschiedliche Typen von Medizinern auf. Am einen Ende der Skala sind zunächst einmal jene, die schon immer eine ausgeprägte politische Agenda hatten – und den Arztberuf eher als ein Vehikel zum Erreichen politischer Ziele betrachten. Und auf der anderen Seite jene, die sich viele Jahre voll auf ihre medizinischen Aufgaben konzentrierten – und dann erst von den Umständen politisiert wurden (viele liegen natürlich auch irgendwo dazwischen).

Wer sein medizinisches Handwerk beherrscht, macht im Verlauf seiner Arztkarriere sehr schnell die Erfahrung, dass medizinisches Können und Wollen nicht ausreicht, wenn politische Rahmenbedingungen dem entgegenlaufen. Es gibt kaum einen Politikbereich, der von Interessen-, Standes- und Lobbypolitik so durchflochten ist wie die Gesundheitspolitik. Es geht dabei nicht zuletzt um unheimlich viel Geld. Aktuell geht es sogar um unheimlich viel Macht, denn der Staat begehrt auch die Hoheit über den Körper des Bürgers und dessen Unterwerfung unter staatliche Maßgaben. Die Grundrechte klingen wie ein fernes Echo aus der Zeit vor 2020. Auch Ärzte befinden sich mit der Corona-Entwicklung auf einem anderen Planeten.

Jeder Arzt, der in Deutschland seine Approbation erhält, wird zwar nicht mehr auf den Eid des Hippokrates verpflichtet, aber immerhin auf die Berufsordnung der Ärztekammer. Diese enthält unter anderem das „Genfer Gelöbnis“, eine modernisierte Form des alten Schwurs. Diese ausdrückliche Verpflichtung zu ethischem ärztlichen Handeln wird von einigen Hochschulen in zentralen Feierstunden besonders herausgestellt (bislang zumindest). Dennoch enthält der hippokratische Eid einige moralische und ethische Aspekte, die heute noch modern sind. Dazu gehört beispielsweise das Gebot, den Kranken nicht zu schaden und Medikamente nur zum Patientennutzen zu verschreiben. Auch die ärztliche Schweigepflicht, heute noch eine wichtige Säule im Arzt-Patienten-Verhältnis, findet ihren Ursprung in dem Text. 

Tatsachen gelten inzwischen als Abwehrkraftzersetzung

Und damit sind wir bei Dr. Gunter Frank, einem „unserer“ Ärzte auf Achgut.com, die auf dieser Seite als Autoren in der hippokratischen Tradition berichten (wie beispielsweise auch Dr. Jesko Matthes und Dr. Jochen Ziegler, um nur zwei weitere zu nennen). Die hippokratische Ethik ist übrigens gar nicht so weit von einer journalistischen Ethik entfernt, so man als Autor oder Redakteur noch mit solchen Grundsätzen aufgewachsen ist. Und deshalb verstehen wir uns hier auf Achgut.com mit unseren Ärzten so gut. 

Einer unserer ersten Beiträge zum Thema Corona hieß Anfang Februar 2020: „Ist das Corona-Virus ein schwarzer Schwan?“ Auch ein Christian Drosten gab darin noch sachdienliche Hinweise jenseits der nun herrschenden Polit-Agenda: „Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden so viele Reserven aus dem Gesundheitssystem herausgespart, die uns jetzt fehlen werden in einer Pandemie“. Solche Tatsachen gelten inzwischen als Abwehrkraftzersetzung.

Gunter Frank, den wir Anfang 2020 baten, die Entwicklung der Corona-Pandemie für uns journalistisch zu begleiten, sagt in der Retroperspektive: „Ich hatte so manche schlaflose Nacht, weil man natürlich ins Grübeln gerät, wenn auf breiter Front so viel Panik geschürt wird". Sicherheit und Halt gaben ihm (und uns) dabei seine zahlreichen Kontakte. Frank kennt viele der führenden Experten aus den jeweiligen Bereichen, mit denen er seine Berichte immer wieder abgeglichen hat: „In unsicheren Situationen muss man einfach wissen, wo die guten und unbestechlichen Leute sitzen. Ich wusste, ich kann mich auf die verlassen“. Und wir wussten, dass wir uns auf Gunter Frank verlassen konnten.

Achgut.com wurde so ganz nebenbei zu einem Cluster für viele neue Verbindungen und viel neues Wissen in Sachen Corona, es entstand ein Netzwerk aus Wissenschaft, Medizin und Medium, das sich gegenseitig mit Rat und Tat unterstützte. Wir erfuhren viele Dinge, die man andernorts unter den Tisch fallen ließ, erlebten die Nöte und Zweifel vieler der in der Pandemie handelnden Fachleute, die sich ob der schieren Unvernunft und der zunehmenden Repression die Haare rauften.

Der Staatsschutz ermittelte

Gunter Frank hat das alles jetzt für uns und für die Öffentlichkeit aufgeschrieben und dokumentiert. Der Chronist und Arzt berichtet gewissermaßen aus dem Herzen des Geschehens und hat damit ein Stück Zeitgeschichte festgehalten, das man so nirgendwo anders lesen kann. Ich möchte seinem Buch nicht inhaltlich vorgreifen, sondern nur drei Beispiele nennen, die wir im vergangenen Jahr in der ersten Reihe miterlebten.

So berichtete Achgut.com dank Gunter Frank im März 2020 als eines der weltweit ersten Medien überhaupt darüber, dass die Beatmungshysterie viele ältere Patienten das Leben kostete. Viele tausend ältere Erkrankte überlebten die rabiate und unsachgemäße Zwangsbeatmung nicht, die Kur war in diesen Fällen eindeutig schlimmer als die Krankheit. Inzwischen ist dieses traurige Kapitel der Corona-Behandlung von Fachleuten weitgehend anerkannt. Selbst ARD-"Faktenchecker" Georg Restle ist ein Jahr danach, am 11.03.2021, auf dem Stand der Dinge:

„72.810 Menschen sind bisher in Deutschland mit Bezug zu COVID-19 gestorben. Viele davon einsam und mit einem Schlauch im Hals, isoliert auf einer Intensivstation. Und genau das ist das Problem. Eine nicht unerhebliche Zahl dieser schwer Erkrankten hätte vermutlich gerettet werden können, wenn ihnen genau diese Tortur erspart geblieben wäre.“ 

Man hätte es bereits im März 2020 besser wissen können. Ein großer medizinischer Skandal mit abertausenden von Toten harrt hier der Aufarbeitung.

Ähnlich rabiate Methoden zeigten sich aber auch auf einem anderen Gebiet, nämlich der Stigmatisierung Andersdenkender. Als Beispiel mag hier Beate Bahner dienen, eine Heidelberger Fachanwältin für Medizinrecht (und Bekannte von Gunter Frank), die schon im April 2020 juristisch mit einer Verfassungsklage gegen die Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg vorging.

In der Folge wurde ihre Webseite abgeschaltet und der Staatsschutz ermittelte gegen die Frau. Gunter Frank, der ebenfalls aus Heidelberg stammt, wurde so Zeuge einer geradezu unglaublichen Kampagne gegen die Anwältin, die in des Wortes wahrem Sinn beinahe in den Wahnsinn getrieben wurde. Die völlig verängstigte Frau wurde von offenbar nicht ganz zufällig in der Nähe befindlichen Polizisten aufgegriffen und verwirrt in die Heidelberger Psychiatrie eingeliefert.

Keine grünen Männchen, sondern Mitarbeiter des Staatsschutzes

Frau Bahner sah aber keine grünen Männchen, sondern tatsächlich Mitarbeiter des Staatsschutzes, die sie beschatteten. Die Herrschaften machten sogar Aufnahmen von Osterhasen, die zum Fest von dankbaren Menschen vor ihrem Haus abgelegt worden waren. Ein Nachbar nahm ein Video der Staatsschutz-Truppe auf, das Achgut.com vorlag. Aus Angst vor Repressionen zog er das Video jedoch zurück. Frau Bahner geht es inzwischen wieder gut, aus Rücksicht auf ihren Zustand berichteten wir seinerzeit nur sehr zurückhaltend.

Zu einem veritablen Skandal sollte sich auch eine unscheinbare Mail ausweiten, die Gunter Frank im April vergangenen Jahres von einem gewissen Stephan Kohn erreichte. Der Mann war durch die Lektüre von Achgut.com auf Frank gestoßen und machte sich als verdienter Mitarbeiter im Innenministerium von Horst Seehofer Gedanken um das  "Krisenmanagment", mit dem seine Abbteilung betraut war. Zu diesem Zweck war er für eine entsprechende Ausarbeitung an Kontakten zu Wissenschaftlern und Experten interessiert, die ihn bei einem Papier zu den möglichen unbeabsichtigten und schädlichen Folgen der Corona-Politik unterstützen könnten.

Gunter Frank stellte die entsprechenden Kontakte her und ein Entwurf des Papiers entstand (am Anfang konnten wir gar nicht glauben, wer da unseren Rat suchte). Der Rest ist bekannt: Das Innenministerium lehnte es ab, seine Expertise zu lesen, Kohns leitete sein Papier an einen großen dienstlichen Verteiler weiter und Teile wurden schließlich in die Öffentlichkeit durchgestochen, was für ein mittleres Medienbeben sorgte. Stephan Kohn wurde aus dem Dienst entfernt und kämpft immer noch um seinen Job. Zu einem Zeitpunkt, in dem es Stephan Kohn nicht mehr schaden konnte, hat Achgut.com sein Papier dann für das öffentliche Interesse komplett ins Netz gestellt

Was Kohn nicht wissen konnte, sich aber inzwischen herausstellte: Er war mit seinem Papier unerwünscht, weil das Innenministerium bereits ein Papier mit einer völlig anderen Zielrichtung bestellt hatte. Aus einem mehr als 200 Seiten starken internen Schriftverkehr zwischen der Führungsebene des Innenministeriums und verschiedenen Forschern geht laut Welt am Sonntag hervor, dass der Staatssekretär im Innenministerium, Markus Kerber, Anfang April des vergangenen Jahres willfährige Wissenschaftler bat, ein panikschürendes „Modell“ zu erarbeiten, auf dessen Basis unter anderem „Maßnahmen präventiver und repressiver Natur“ geplant werden könnten.

Dies sind nur drei Schlaglichter auf turbulente Ereignisse, deren Zeuge Gunter Frank und Achgut.com-Mitarbeiter in den letzten eineinhalb Jahren wurden und die nun mit dem „Staatsvirus“ kondensiert als Buch vorliegen. 

Der Name des Experten: Karl Lauterbach

Gunter Frank traf das alles nicht unvorbereitet (so wie viele andere Ärzte), er war sich bereits der Mechanismen von Politik und Meinungskampf bewusst. Nach seiner klinischen Ausbildung und der Tätigkeit als Notarzt hatte er als Mitarbeiter einer Fastenklinik für Naturheilkunde sein Erweckungserlebnis: Hautnah musste er zur Kenntnis nehmen, wie Patienten mit falschen und nur ideologisch begründbaren Ernährungs-Ratschlägen geschädigt und in die Irre geführt wurden. Er schrieb mehre Bestseller zu diesem Thema („Lizenz zum Essen“).  

2012 traf er in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ zum Thema „Vorsicht, Medizin: Wer gesund ist, wird krank gemacht!“ mit einem „Gesundheitsexperten der SPD“ zusammen. Als er diesen mit dessen Lobbytätigkeit für die Pharmaindustrie und herzschädigenden Folgen des von diesem mitbegutachteten Appetitzüglers Sibutramin konfrontierte, befielen sein Gegenüber heftige Gedächtnisschwächen. Der Name des Experten: Karl Lauterbach.

Es ist nicht immer leicht, den Platzhirschen auf der öffentlichen Lichtung zu widersprechen, ein solides Wissen und Handwerk helfen dabei ungemein. Auch für die Macher von Achgut.com war das vergangene Jahr nicht immer ganz einfach. Selbst eine Reihe treuer Achgut.com-Leser, die sich in Sachen wie Klimawandel, Kernenergie oder Gentechnik resistent gegen Alarmismus und Weltuntergangsbeschwörungen erwiesen hatten, bekamen es ganz persönlich mit der Angst zu tun. Die alarmistische Dauersirene der großen Medien übertönte alles und trieb das Land mehr und mehr in eine irrationale Politik hinein. Die Vernunft blieb auf der Strecke.

Wie bei anderen Themen auch, so begleitete Achgut.com Corona von Anfang an mit der gebotenen Skepsis, Unabhängigkeit und Staatsferne. Und mit einem gesunden Misstrauen gegen Panikmache und Weltuntergangsszenarien. Es war nicht immer leicht, diese Linie zu halten, es hat sich aber bewährt, und die Entwicklung und der heutige Informationsstand geben uns recht, wie so oft. Gunter Franks regelmäßige „Berichte zur Coronalage“ wurden auch von vielen Arzt-Kollegen als das Beste empfunden, was man in dieser Zeit lesen konnte. Das gleiche gilt für den „Staatsvirus“.

Redaktioneller Hinweis 1: Hören Sie zum gleichen Thema unseren aktuellen Podcast Indubio mit Prof. Dr. Sucharit Bhakdi und Dr. Gunter Frank.

Redaktioneller Hinweis 2: In einigen Leserzuschriften wird die Frage thematisiert, ob der Buchtitel nun "Der Staatsvirus" oder "Das Staatsvirus" heißen sollte. Dazu eine Anmerkung: Der Titel "Der Staatsvirus" wurde absichtlich gewählt, um die Bedrohung der Gesellschaft durch pandemische Inkompetenz, staatliche Übergriffigkeit und zunehmend autoritäres Gebaren kenntlich zu machen, analog dem Computervirus. Das medizinische Virus wird im Buch selbstverständlich durchgängig sächlich bezeichnet. Zitat aus dem Buch zur Erklärung: "Denn das Corona-Virus scheint im pandemischen Gang durch die Institutionen eine Mutation erfahren zu haben. Es ist von einem biologischen zu einem systemischen Problem geworden, das weit größer ist als sein Ursprung. Der so entstandene Staatsvirus verbreitet exponentiell Angst und Chaos und lässt kaum noch Raum für Vernunft und Verantwortungsgefühl."

 

„Der Staatsvirus – Ein Arzt erklärt, wie die Vernunft im Lockdown starb" ist hier im Achgut.com-Shop sofort bestellbar und wird ab kommendem Montag ausgeliefert. Der Ton und die Ansprache sind so gewählt, dass es für jedermann verständlich ist und auch von jenen, die in Sachen Corona vielleicht anderer Meinung sind, als Einladung empfunden wird, die eigene Position klug zu überprüfen.

Foto: Achgut.com

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Sandra Müller / 14.05.2021

Ich werde das Buch auf jeden Fall lesen und als Chronik für meine Kinder bewahren. Eine Sache nur zu Herrn Prof. Dr. Sucharit Bhakdi. Ich schätze ihn sehr und halte viel von ihm, jedoch hat er sich kürzlich unglaublich dilettantisch interviewen lassen, im Schneidersitz in mitten von Kuscheltieren auf der Couch sitzend. Manch einer mag das gut finden, ich hingegen habe das zerknirscht zur Kenntnis genommen, denn so macht er sich ohne Not unglaubwürdig, dabei sollte er doch gerade seine Kritiker überzeugen wollen… Sehr schade!

Heinz Gerhard Schäfer / 13.05.2021

Ich habe bei Dr. Frank unheimlich viel gelernt. Dafür meinen herzlichen Dank!

K. Nerweiß / 13.05.2021

Also, liebe Leute, Duden-Eintrag von 1983: ,,Virus, das, a u c h der, Pl. Viren (kleinster Krankheitserreger)”. Die Genuszuweisung des Deutschen für Wörter aus dem Lateinischen ist unregelmäßig: der Zirkus, der Turnus und der Modus und viele weitere auf -us, maskulin; dagegen das Korpus, das Genus usw., neutrum. Der Duden war 1983 noch normativ. An der doppelten Genuszuweisung für den Krankheitserreger hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn der Duden inzwischen nur deskriptiv ist. Medialer Begriffsschick und allgemeiner Sprachgebrauch unterscheiden sich eben. Es gibt da nichts hineinzugeheimnissen. Eindeutig ist d i e Venus. Zum Glück.

Christina S. Richter / 13.05.2021

@Petra Wilhelmi: Zwischenzeitlich sehe ich es genauso, alle Verschwörungstheorien wurden wahr und Gates & Konsorden haben das Ruder übernommen. Familien- und Bekanntenkreis überglücklich über die Spritze(n), unfassbar! Vorhin bei TV.Berlin sprach Hr. Steimle aus Ossi-Sicht die passenden Worte für diese Situation im Land. “Der Staatsvirus” - das Buch ist bestellt. Und erneut Danke an alle Achsianer - mein Leuchtturm in dieser kranken Zeit!

Charlotte Hofmann / 13.05.2021

Darf ich den werten Streitern die Sowohl - Als Auch - Variante des Duden anbieten: “Da Substantive auf -us meist männlich sind, wurde das Virus allmählich zu der Virus. Heute existieren in der Alltagssprache beide Formen nebeneinander und beide gelten als korrekt. In der Fachsprache dagegen blieb es bei der ursprünglichen sächlichen Form: das Virus.” Hierzulande geht man immer von einer einzig richtigen, wahren, wahrhaftigen Variante aus – die Suche danach kann ins Auge gehen.

Thomas Schmidt / 13.05.2021

Ärzte und Statistik, ein Trauerspiel. Es ist klar, dass wir Ende 2019 schon wieder kurz vor einer globalen Finanzkrise waren, und das Finanzsystem dringend die seit Clinton/Greenspan mit der Druckerpresse verhinderte schwere Rezession brauchte. Eine Pandemie kam da wie gerufen, fast wie bestellt gerade, den auf einmal wurde aus Tätern Retter, einen besseren Rollenwechsel können sich Politiker kaum vorstellen. Es ist aber auch klar dass Pandemie Management ein absoluter Drahtseilakt ist, ohne Netz. Nur Kinder und Greise glauben, dass Homo Sapiens irgendwie eine Garantie auf Pandemien mit geringer Sterblichkeit hat. Das eurasische Wildschwein hat parallel zu Corona ebenfalls mit einem (für sie) neuartigen Virus zu tun, aber mit Sterblichkeit 100%.  Auch so etwas hat die Natur in Petto. Ärzte betrachten immer nur die aktuellen Zahlen, aber beim Pandemie Management geht es um die gigantischen potentiellen Schäden, die eigentlich stets besondere Vorsicht rechtfertigen. Fat Tail Verteilungen eben, ...

Boris Kotchoubey / 13.05.2021

Vor etwa 20 Jahren hatte ich ein Gespräch mit damaligen einem Studiendekan einer der größten medizinischen Fakultäten in D. Er hat seine Fakultät nicht anders als “Kadettenschule” bezeichnet. Was ein Arzt im Studium neben seinem Handwerk und dem hippokratischen Eid UNBEDINGT lernt: Der Chef hat immer Recht! Ein Assistenzarzt hat die Befehle eines Oberarztes ohne Bedenken auszuführen. Ein Oberarzt hat die Anordnungen des Chefarztes ohne Bedenken auszuführen. Usw. Die römisch-katholische Kirche ist ein Paradebeispiel der Demokratie im Vergleich mit den ärztlichen Hierarchien. Letztlich gibt es in der RKK nur einen Papst, in der Medizin viele.

H. Krautner / 13.05.2021

Oberfranken im Impfrausch. Sind sie jetzt total irre?      -      Das Impfzentrum Kronach bietet Termine für zwei Folgeimpfungen an, wenn mit Astrazeneca Erstgeimpfte einen anderen Impfstoff wünschen. Das berichtet der BR auf seiner Website. Das Landratsamt Kronach bietet Bürgern, die beim ersten Mal mit Astrazeneca geimpft wurden, aber Vorbehalte gegen eine zweite Impfung mit dem Vakzin haben, einen zweiten und einen dritten Termin für eine Impfung mit einem anderen Impfstoff an. Das Landratsamt verweist auf die Angaben der Impfstoff-Hersteller. Diese würden laut Hubertus Franz, dem Ärztlichen Leiter des Kronacher Impfzentrums, schreiben, dass der komplette Impfschutz nur dann erreicht werde, wenn zwei Mal mit dem gleichen Impfstoff geimpft werde. Es müssten also eine zweite und eine dritte Impfung erfolgen, wenn die Erstimpfung mit Astrazeneca durchgeführt wurde, der Geimpfte aber Astrazenca für die Folgeimpfung ablehne. Die Angaben der Impfstoffhersteller seien für ihn als Impfarzt bindend, so der Ärztliche Leiter des Kronacher Impfzentrums.

Dr. Jürgen Kunze / 13.05.2021

@ Sabine Schönfelder:  Liebe Frau Schönfelder, vielen Dank für Ihre überaus sachliche und sachzentrierte Argumentation. Sie ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie diskutiert werden sollte. Beeindruckend ist auch Ihre Textinterpretation. Da haben Sie wirklich einen wertvollen Beitrag geleistet! Ich sehe es wie Sie, dass dieser Eid natürlich nur eine Zusammenfassung der damals schon zeitlosen ethischen Vorstellungen war.

Jens Rickmeyer / 13.05.2021

@ dr. michael kubina : »Ich fürchte, das mit “der” Staatsvirus geht nach hinten los, da es erklärt werden muß.« Genau so sehe ich das auch. — @ Redaktion: Warum wurde mein früherer Kommentar nicht freigegeben? Also noch einmal: Ich muß hier Andreas Rühl etwas in Schutz nehmen: Mir ergeht es nämlich ähnlich, immer wenn ich den Titel »DER … Virus« in der Werbung erblicke. — Mich verwundert seit eh und je auch, daß z.B. »die Agenda« durchgehend als Femininum Singular durchgehen, obwohl es sich hier eindeutig um den Plural vom Neutrum »agendum« „was zu erledigen ist“ handelt, was allein schon der Ausdruck »ad acta« (und eben nicht »ad actas«) belegt, wenn also die »agenda« „erledigt“ (»acta«) sind.

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