Mahavishnu Orchestra: 50 Jahre „The Inner Mounting Flame“

Das Mahavishnu Orchestra gilt als eine der bedeutendsten Jazzrock-/Fusion-Bands der 1970er Jahre. Hier steht, warum.

Das erste Album des Mahavishnu Orchestras, „The Inner Mounting Flame“, das Mitte August 1971 erschien, ist wahrlich starker Tobak und bestimmt keine Musik für alle Tage. Für mich zumindest nicht. Aber gelegentlich brauche ich dieses Überdrehte, Heißlaufende, das zuweilen ins Dissonante und Chaotische ausufert, um mir ordentlich die Ohren durchzupusten und den Hörnerv wieder neu zu kalibrieren. Zum Glück kommen auf dem Album aber auch immer wieder ruhigere, melodisch-epische Passagen zum Tragen, die entspannend wirken und den perfekten Ausgleich herstellen. Yin und Yang. Die Mischung macht's. Das Mahavishnu Orchestra wurde von dem britischen Jazz-Gitarristen John McLaughlin gegründet, der von keinem Geringeren als Jeff Beck einst als der beste lebende Gitarrist bezeichnet wurde und der sich selbst erst kurz vor der Bandgründung auf den Namen Mahavishnu umbenannt hatte.

Die Namensänderung ging auf seine spirituelle Hinwendung zum Hinduismus zurück, im Zuge derer er sich dem indischen Guru Sri Chimnoy angeschlossen hatte. Und wie es bei Konvertiten nicht selten der Fall ist, war er ein besonders gelehriger und überaus eifriger Schüler, der seinen Bandkollegen damit ziemlich schnell, ziemlich arg auf den Geist ging, sodass sich die internationale Erstbesetzung des Mahavishnu Orchestras schon nach zwei Jahren wieder trennte. Zu dieser gehörten so wohlklingende Namen wie der panamaische Schlagzeuger Billy Cobham und der tschechische Keyboarder Jan Hammer sowie der neuseeländische Bassist Rick Laird und der US-amerikanische Violinist Jerry Goodman. Ihr Debut-Album mauserte sich rasch zu einem Meilenstein einer neuen Spielart des Jazz, die aus einer Verschmelzung von jazzigen und rockigen Stilelementen hervorging und schon bald auf den Namen „Fusion“ getauft wurde.

McLaughlin hatte bereits bei Miles Davis' wegweisenden Alben „Bitches Brew“ von 1970 und „In A Silent Way“ von 1969 mitgewirkt, die zusammen mit dem ebenfalls 1969 erschienenen Album „Hot Rats“ von Frank Zappa zu den Klassikern des Fusion gezählt werden. Der Begriff Fusion wird oft synonym zu Jazz-Rock verwendet und steht für eine Musikrichtung, die Anfang der 60er Jahre parallel in den USA und in Europa entstand. Technische Voraussetzung für ihre Entwicklung war die Elektrifzierung vormals traditionell akustischer Instrumente wie Klavier und Kontrabass, welche nun durch elektrische Gitarren, Bässe und Keyboards ersetzt wurden. In musikalischer Hinsicht wurde die Virtuosität und Finesse des Jazz mit der Intensität und Rauheit des Rhythm & Blues kombiniert.

Jazzorgie und Blues-Power, kombiniert mit indischer Rhythmik

Als eine der ersten Gruppen in dieser Richtung gelten Jeremy & The Satyrs, die sich 1962 in New York gegründet hatten. In Europa gehörte The Graham Bond Organization aus England zu den Pionieren, bei der auch schon John McLaughlin mit von der Partie war, wie auch zwei Herren, Jack Bruce und Ginger Baker geheißen, die ein paar Jahre später zusammen mit Eric Clapton die Supergroup Cream gründen sollten. McLaughlin verdingte sich zudem als Begleitmusiker von Wilson Pickett und den Four Tops bei deren Europa-Tourneen und spielte in verschiedenen R&B- und Jazz-Gruppierungen. Um das Jahr 1967 folgte er der Einladung seines Landsmannes und Jazz-Bassisten Dave Holland nach New York, wo er in das Musikerkollektiv um Miles Davis aufgenommen wurde, dem seinerzeit spätere Jazz-Legenden wie Joe Zawinul, Ron Carter, Wayne Shorter, Herbie Hancock, Chick Corea, Tony Williams, Larry Young, Lenny White und Billy Cobham angehörten und aus dem, neben dem Mahavishnu Orchestra, solche namhaften Fusion-Formationen wie Weather Report und Return To Forever hervorgingen.

Schon während seiner Zeit bei Miles Davis, der McLaughlin voller Hochachtung als „The One, The Killer“ bezeichnete, wirkte er bei verschiedenen Alben anderer Künstler mit und verfolgte eine ganze Reihe eigener Projekte. Mit keinem sollte er jedoch so erfolgreich sein, wie mit seinem Mahavishnu Orchestra. Diese energiegeladene Mischung aus wilder Jazzorgie und roher Blues- und Rock-Power, mit den atemberaubend schnell gespielten Unisono-Melodieläufen, garniert mit einer Prise indisch inspirierter Rhythmik und Harmonik, war etwas völlig Neues. So manchem Liebhaber des Genres gilt „The Inner Mounting Flame“, das kompositorisch komplett auf McLaughlins Konto geht, nicht nur als das beste Album des Mahavishnu Orchestras, sondern als das beste Fusion-Album schlechthin.

Und als Belege dafür, dass man mit so einer sperrigen Musik in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durchaus Platten verkaufen konnte, können der 11. Platz der Billboard Jazz-Album-Charts und Platz 89 bei den – man höre und staune – Pop-Alben des Jahres 1972 angeführt werden. Also, mit Popmusik hat das hier beim besten Willen aber auch wirklich überhaupt gar nichts zu tun. Nichtsdestotrotz traf die Musik des Mahavishnu Orchestras offenbar einen – wie auch immer gearteten – Nerv, was dazu führte, dass das Nachfolge-Album „Birds of Fire“ von 1973 in USA und Großbritannien sogar in die Top 20 und in Deutschland immerhin noch unter die ersten 30 der regulären Album-Charts kam.

Inspiration für Vertreter anderer Musikrichtungen

Als die Urbesetzung dann 1973 schon wieder zerfallen war, nahm John McLaughlin mit Carlos Santana – ebenfalls ein Jünger Sri Chimnoys – die Platte „Love Devotion Surrender“ auf, die vor allem in den USA sehr guten Anklang fand. Zudem erschien mit „Between Nothingness & Eternity“ im selben Jahr noch ein Live-Album des Mahavishnu Orchestras in der alten Originalbesetzung. 1974 hatte McLaughlin dann neue Musiker gefunden, mit denen er noch drei weitere Alben einspielte, die jedoch allesamt nicht mehr an den Erfolg der frühen Phase anknüpfen konnten. Nebenher nahm der umtriebige Virtuose noch weitere Solo-Alben auf und spielte bei Aufnahmen anderer Kollegen und Kolleginnen mit, wie zum Beispiel bei Stanley Clarkes „School Days“ (1976) oder Joni Mitchells „Mingus“ (1979). Schon faszinierend, wie sich die Kreise doch immer wieder schließen.

In den Jahren 1979 und 1980 spielte John McLaughlin eine Reihe von – heute würde man sagen – Unplugged-Konzerten mit den beiden Gitarristen Paco de Lucia und Larry Coryell, der später durch Al Di Meola ersetzt wurde. Die Live-Aufnahme vom 8. Dezember 1980 in San Francisco wurde im Folgejahr unter dem Titel „Friday Night in San Francisco“ veröffentlicht und entwickelte sich mit weltweit über zwei Millionen Exemplaren zum Verkaufsschlager. Der Erfolg animierte McLaughlin nicht nur zur Fortführung des Projekts mit den beiden Meistergitarreros, sondern auch zu einer Wiederauflage seines Mahavishnu Orchestras in wiederum neuer Besetzung, mit der er in den 1980er Jahren zwei Alben herausbrachte. Zudem kam es zu einer neuerlichen Zusammenarbeit mit Miles Davis auf dessen „Aura“-Album von 1989. Bevor es nun aber endlos wird, machen wir hier mit der Aufzählung Schluss, deren Vervollständigung diesen kleinen Artikel aus allen Nähten platzen lassen würde. Es sei aber noch erwähnt, dass McLaughlin zwischen 1972 und 1995 neunmal zum Jazzgitarristen des Jahres gewählt wurde und vom Rolling Stone unter den 100 besten Gitarristen aller Zeiten geführt wird.

Neben Jazzern der verschiedensten Subgenres berufen sich auch Vertreter anderer Musikrichtungen von Hardcore Punk über Progressive Rock und Metal bis hin zu elektronischer Musik auf John McLaughlin und sein Mahavishnu Orchestra. So verwendeten etwa die Trip-Hopper von Massive Attack bei ihren beiden Stücken „Unfinished Sympathy“ und „One Love“ Samples von den Tracks „Planetary Citizen“ vom 1976er-Album „Inner Worlds“ und „You Know, You Know“ von „The Inner Mounting Flame“. Heute betreibt der rastlose Brite – wie soll es anders sein? – ein Bandprojekt mit dem Namen John McLaughlin & The 4th Dimension, mit dem er in regelmäßigen Abständen Alben veröffentlicht und durch Europa und die USA tourt. Erst 2018, mit 76 Jahren, wurde er mit einem Grammy für die beste Soloimprovisation ausgezeichnet. Jazz as Jazz can!

Hier mal was zum Aufwachen … YouTube-Link zum finalen Albumtrack „Awakening“

Als Kontrapunkt dazu: YouTube-Link zu einer Live-Aufnahme des episch-verträumten „A Lotus On Irish Streams“ im BBC von 1972

Und für alle Ex-, Neo- und Immer-noch-Hippies auf der Achse: der Albumopener „Meeting of the Spirits“ mit schönem bunten Kundalini-Video

Foto: Columbia Records via Wikimedia Commons

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Leserpost

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Rolf Menzen / 15.08.2021

Ehrlich gesagt konnte 7ich mich für diese “Wieviel Töne kann ich pro Minute spielen”-Musik nie so richtig erwärmen.

Wolfgang Schüler / 14.08.2021

Starker Artikel! Ein Grund mehr für die Achse. Vielen Dank. PS: es ist wirklich interessant, wie sich in der Branche immer wieder “Kreise” schließen. Andererseits aber auch logisch, dass Spitzenleute immer die Nähe anderer Spitzenleute suchen, um auch wirklich auf ihrem Extrem - Niveau spielen zu können und dabei neue Grenzgebiete oder sogar Neuland erschließen können. Und so endlos viele gab es und gibt es halt nicht. Aus meiner Sicht einer größten Virtuosen den es je gab und der eine ganz eigene Musikwelt auf unvorstellbar hohem Niveau erschuf und der aber trotzdem immer noch relativ wenig bekannt ist, ist der vor kurzem leider verstorbene Gitarrist Alan Holdsworth.

Hartwig Dorner / 14.08.2021

In diesem Zusammenhang vielleicht erwähnenswert - Jack Bruce 1968: Things We Like

Jochen Selig / 14.08.2021

Ja, da ging die Post so richtig ab. Ein echter Kracher.

Tom Krueger / 14.08.2021

Kann man einen Artikel über JohnMcLaughlin schreiben und Shakti und das Album My Goals Beyond vergessen?

B. Dietrich / 14.08.2021

Die wirklich sehr verdienstvolle Würdigung John McLaughlins betont sehr stark die amerikanisch geprägte Spielart der Fusion Musik – trotz des kurzen Verweises auf europäische, sprich britische Vertreter wie The Graham Bond Organization. Gerade diese Gruppe ist aber der Keim einer Reihe von europäischen Jazzrock Musikern, deren eigenständiges Licht m.E. zu Unrecht fast ständig unterschlagen wird. Deshalb hier mein alternatives Plädoyer für eine Jahrzehnte aktive Gruppe, die aus der legendären Truppe “Colosseum” des vor 3 Jahren leider viel zu früh verstorbenen Ausnahmeschlagzeugers Jon Hiseman hervorgegangen ist: “Barbara Thompson’s Paraphernalia”. Angeführt von der Ehefrau Hisemans, der Komponistin und Saxophonistin Barbara Thompson, hat Paraphernalia über fast fünf Jahrzehnte den Jazzrock um einen stark an europäische Klassik angelehnten Jazzrock bereichert. England hat den wundervollen musikalischen Output Barbara Thompsons mit dem ‘Member of British Empire’ geadelt und auch den deutschen Freunden dieser Musik sei das Werk dieser Künstlerin sehr ans Ohr gelegt. Beide, Jon Hiseman und Barbara Thompson waren zudem lange Jahre unersetzliche Mitglieder des “United Jazz & Rock Ensemble” und Barbara Thompson hat später trotz ihrer fortschreitenden Parkinson Erkrankung noch den Part des verstorbenen Saxophonisten Dick Heckstall-Smith in der “Colosseum Reunion Band” übernommen. +++ Man verzeihe mir diese Abschweifung hier – aber diese weit unterschätzten Musiker verdienen echt mal ‘ne extra Würdigung!

Günter Fuchs / 14.08.2021

Tut mir Leid Herr Scheuerlein, nicht meine Musik, zu wenig “Seele”! Muss der Zeitraum der Rezension immer 50-Jahre sein ? Oder können es auch mal 40-, 60- oder 70-Jahre sein? Ich hätte da was anzubieten: 60-Jahre Dave Brubeck “Time Further Out”! Ein phantastisches Album mit zeitlos schöner Musik! Bei einigen Stücken auf dem Album (Bluette, Far More Blue und Blue Shadows In The Street) ist die Nähe zur klassischen Musik (Jazz meets Classic) nicht zu überhören!

Harald Unger / 14.08.2021

Vielen Dank, Hans Scheuerlein, für diese musikalischen Erinnerungen an die modernen Fusion Zeiten vor 50 Jahren. Damals lebte ich in der Vorstellung, die Dynamik der Modernität würde sich immer weiter fortsetzen. Welch ein naiver Irrtum. In der echten Popmusik, herrscht seit 20 Jahren das sog. “Auto-Tuning” der Gesangsstimmen, die Quetschmusik. Als passende Begleitsoße zur Masseninfantilisierung der Westlichen Bürgergesellschaft. - - - Vor ein paar Jahren hatte ich mal das Glück, John McLaughlin live zu erleben, ein feingewirkter britischer Gentleman, der vom Publikum, zurecht, abgefeiert wurde. - - - Wer mal ein Ohr in den heutigen Stand der Dinge wagen will, öffne die Tube: Zildjian LIVE! - Thomas Pridgen ... .

Thomas Taterka / 14.08.2021

Ganz besonders liebe ich den “stillen” McLaughlin ( ” My foolish heart ” ) und die ” Carte Blanche” , die er mit Andre Ceccarelli gemacht hat . Die ” Tones for Elvin ” aus dieser Produktion waren lange Zeit mein Hit zum ” Abkühlen “.

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