Katharina Szabo / 21.05.2018 / 17:00 / Foto: J.M.Garg / 6 / Seite ausdrucken

Männer und Jungs zuerst

Wandert man in ein anderes Land aus, in der Absicht, sein Leben fortan dort zu verbringen, ist es vernünftig, sich mit den Gepflogenheiten der neuen Heimat vertraut zu machen und sich an sie anzupassen. Im eigenen Interesse. Nimmt ein aus Deutschland stammender Arbeitnehmer etwa eine Stelle in einem Unternehmen in Tokio an, so sollte er wissen, dass es üblich ist, abends nicht vor dem Chef das Büro zu verlassen, Urlaubstage nur teilweise in Anspruch zu nehmen und immer den Rangniedrigsten den Aufzugknopf betätigen zu lassen.

Eine permanente Verletzung dieser Regeln würde zu Spannungen und Konflikten im Büro führen und schlussendlich in einer Kündigung münden. Unter allen Umständen sollte es der deutsche Kollege aber unterlassen, zum Chef zu gehen und zu fordern, dieser möge die japanischen Mitarbeiter unverzüglich anweisen, sich künftig gemäß deutschen Gepflogenheiten zu verhalten, da man es als Deutscher nun mal so gewohnt sei. Dies würde sicherlich zurecht als bodenlose Arroganz und unverschämte Anmaßung gewertet werden und eine entsprechende Reaktion provozieren. Jedes Land hat also seine eigenen Sitten und Gebräuche, auf die man sich als Einwanderer einstellen sollte.

In China darf man bei Tisch getrost rülpsen und schmatzen, als äußerst unfein gilt es hingegen, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu schnäuzen. In Indien haben heilige Kühe im Straßenverkehr immer Vorfahrt, in Spanien verlässt man zwischen 14:00 Uhr und 17:00 Uhr das Büro, um sich zur Siesta nach Hause zu begeben.

Noch niemals kam es vor, dass Einwanderer sich an die Regierungen und Verwaltungen ihres Aufnahmelandes wandten und diese aufforderten, heilige Kühe mit Stöcken von der Straße zu prügeln, die Siesta gesetzlich abzuschaffen oder das öffentliche Putzen der Nase unter Strafe zu stellen. Einfach aus dem Grund, da man die ortsüblichen Sitten aus seinem Herkunftsland nicht kenne und daher auch in der neuen Heimat nicht dulde. Und keine Regierung oder Verwaltung irgendeines Landes käme auf die Idee, einem derartigen Ansinnen nachzukommen, zumindest keine, die sich aus intelligenten, vernunftbegabten Menschen rekrutiert. In Deutschland ist das anders.

Frauen müssen draußen bleiben!

Am 15. April 2018 war allen Einwohnerinnen des nordrhein-westfälischen Städtchens Beckum zum ersten Mal der Besuch des städtischen Hallenbades ab 17:00 Uhr untersagt. Auch mussten weibliche Angestellte des öffentlichen Hallenbades zu dieser Uhrzeit die Schwimmanlage verlassen. Männer durften das Bad hingegen bis 20:00 Uhr weiter nutzen. 

Die Ursache der Frauenverbannung aus diesem Teil des öffentlichen Raumes Beckums war die Durchsetzung eines Antrages des Arabisch-Deutschen Vereines Beckum durch die Stadt Beckum. Der Antrag beinhaltete die Forderung, an ausgewählten Tagen den Zutritt zur Schwimmhalle stundenweise nur Männern zu gestatten und wurde vom Antragsteller, Mustafa Shalabi vom Arabisch-Deutschen Verein Beckum, so begründet: „Für unsere Neulinge, die gerade aus dem arabischen Raum gekommen sind, in unserer Kultur, da schwimmen Frauen und Männer nicht zusammen, da schwimmen die getrennt.“ Unverzüglich setzte die Stadt Beckum also sein kulturelles Anliegen um. 

Aufgrund eingehender Proteste wurde das stundenweise Zugangsverbot zur Schwimmhalle für die Frauen Beckums jedoch vorerst wieder auf Eis gelegt, Frauen und Mädchen dürfen wieder wie vor dem Verbotstag und ebenso wie die Männer und Jungen an allen Tagen und zu allen Öffnungszeiten das Hallenbad betreten. Ob sich der Arabisch-Deutsche Verein diese Demütigung aber bieten lassen wird, ob man es dulden wird, dass neu angekommenen Männern aus dem arabischen Raum erneut zugemutet wird, das Bad im Beisein weiblicher Einwohner der Stadt Beckum nutzen zu müssen und ob das Frauen- und Mädchenschwimmverbot wieder eingeführt wird, ist derzeit nicht geklärt. In der Rubrik „Zusammenleben“ weist das Portal „Beckum.de“ noch auf die eingeschränkte Nutzungserlaubnis für Frauen im Hallenbad hin. 

Macht doch was anderes!

Tolerante Zeitgenossen werden jetzt vielleicht sagen, ist doch nicht so schlimm, wenn es die neu angekommenen Männer aus dem arabischen Raum aus ihrer Heimat nun mal nicht kennen, dass Frauen einfach so, wie und wann es ihnen gerade passt,  wie die Männer auch schwimmen dürfen, könnten sich die weiblichen Einwohner Beckums vielleicht ein bisschen anpassen. Sie könnten sich an den Frauenverbotstagen nach Feierabend etwa einer anderen Freizeitbeschäftigung widmen, muss man denn so stur auf einem Hallenbadbesuch beharren?

Wenn die arabischen, muslimisch sozialisierten Männer doch nun mal damit fremdeln, dass es in Deutschland keine speziellen Verbote für Frauen gibt? Warum auf Artikel 3 des Grundgesetzes herumreiten, der eine Benachteiligung aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit ebenso verbietet, wie eine Bevorzugung aufgrund religiöser Überzeugung? Ist das notwendig? Könnte man in dieser Angelegenheit nicht fünfe gerade sein lassen? Vielleicht erst mal an einem Tag der Woche? Oder an zwei bis drei Tagen?

Könnte man. Da Männer aus dem arabischen Raum aber so einiges nicht gewohnt sind, was für Frauen und Mädchen in Deutschland selbstverständlich ist, stellt sich die Frage, ab welchem Punkt mit der Rücksichtnahme Schluss sein soll? Was, wenn sich der Arabisch-Deutsche Verein an den Bürgermeister der Stadt, Karl-Uwe Strothmann, CDU, wenden würde, diesmal mit dem Antrag, Frauen und Mädchen den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln, anfänglich erst mal  ab 17:00 Uhr, nicht mehr zu gestatten und dies so begründete: „Für unsere Neulinge, die gerade aus dem arabischen Raum gekommen sind, in unserer Kultur, da fahren Frauen und Männer nicht zusammen Bus, da fahren die getrennt.“

Sollte man dieser Forderung dann ebenfalls nachkommen?

Siehe auch: Aufruhr in Manching. Hier ab Min. 13:35

 

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Sabine Schönfelder / 21.05.2018

Appeasement hat in unserem Lande auch schon Tradition und so begegnen sich bei den Stadtvätern Beckums Traditionalisten untereinander! Das Grundgesetz kann man zugunsten unserer muslimischen Einwanderer mit einer großen Koalition schnell modifizieren, da sehe ich keine Probleme. Die arabische Weiblichkeit verursacht in Schwimmeinrichtungen ähnliches Theater. Sie möchten gerne in ihren schwarzen Verhüllungen ins Wasser steigen und zeigen kein Interesse an deutschen Hygienemaßnahmen. Emanzipation war gestern. Heute steht die gesellschaftliche Transformation im Vordergrund und morgen kommt die Unterwerfung!

Gertraude Wenz / 21.05.2018

Ehrlich gesagt würde ich keiner einzigen Forderung der muslimischen Migranten nachkommen. Frau Szabo hat ja schöne Beispiele gebracht, wie absurd sich solche Ansinnen der Einwanderer anfühlen, wenn man sie mal aus anderem Blickwinkel sieht. Ich bin ganz klar der Meinung, wem unsere deutsche Kultur nicht passt, kann uns ja wieder verlassen. Wir haben die Migranten nicht bestellt und wir brauchen sie nicht. Dass die Deutschen sich nicht getrauen, so eine klare Kante zu zeigen, hat sicher mit ihrem immer noch bestehenden Schuldgefühl aus 12 Jahren Nazizeit zu tun, die irgendwie abgebüßt werden müssen. Die Deutschen - etwas pauschal gesagt - sind nicht selbstsicher und haben kein natürliches Nationalgefühl mehr. Das hat man ihnen gründlich abtrainiert. Ständig sind sie von einem schlechten Gewissen geplagt, weil es ihrem reichen Land so gut geht. Dazu kommt aber meiner Meinung nach vor allem noch, dass am Anfang der Flüchtlingskrise Kriegsflüchtlinge, politisch Verfolgte und auch Wirtschaftsmigranten alle in einen Topf geworfen wurden und man sie außerdem als Heilsbringer für unser kinderarmes Land sah, als die dringend benötigten Fachkräfte, als Verjüngung der alternden deutschen Bevölkerung und als unsere zukünftigen Rentenzahler. Somit war man ihrer dringend bedürftig, irgendwie auch von ihnen abhängig und auch deshalb zu mancher Anpassung und Schonung und Fürsorge bereit. Man erhoffte sich ja etwas von ihnen. Somit haben wir uns selbst in diese schwache Bittstellerposition gebracht. Ich habe in diesem Wirrwarr damals überhaupt keine gerade Linie sehen können: Wollten wir die Flüchtlinge vorübergehend aufnehmen, wollten wir sie einbürgern? Hätten die Willkommensjubler damals schon die heutigen Probleme und die wahrhaft düsteren Aussichten sehen können, wer weiß, ob ihnen nicht das Jubeln im Halse stecken geblieben wäre.

Jan Trammer / 21.05.2018

Das Beispiel zeigt gleich 2 Doppelstandards auf. 1. Macht man den Kotau vor den Arabern und 2. Wann wurde je ein Frauenbadetag wieder aufgehoben, weil sich Männer beschwerten, nicht ins Schwimmbad zu dürfen?

Sebastian Gumbach / 21.05.2018

Da hilft nur klare Kante - sonst gar nichts. Freundliche Zuvorkommenheit wird als Schwäche verstanden, also sollte man damit gar nicht erst anfangen. Und man sollte immer - immer! - daran denken: Wehret den Anfängen. Denn reicht man die Hand, dann ist sehr schnell der Arm ab.

Werner Arning / 21.05.2018

Wo kämen wir in unserer christlichen Wertegemeinschaft denn da hin, wenn sich jetzt Beckumer Frauen aussuchen dürften, wann sie schwimmen gehen? Und ist es mit dem christlichen Glauben noch vereinbar, den Schutzsuchenden Mehrbettzimmer zuzumuten? Und passt es zu unserem Demokratieverständnis die Flüchtenden wochen-oder monatelang auf eine ihnen zustehende Wohnung und die freie Wahl des Wohnortes warten zu lassen? Können wir es mit unserem christlichen Selbstverständnis vereinbaren, dass wir von Schutzsuchenden Anpassung an geltende Regel des Zusammenlebens erwarten? Entspringt nicht die Erwartungshaltung, dass Schutzsuchende etwa eines Tages ihren Lebensunterhalt selber verdienen müssen, typisch deutscher Knauserigkeit? Dürfen wir das Einhalten von Gesetzen wirklich verlangen? Würde diese Erwartung nicht das Vorurteil einer typisch deutschen Engstirnigkeit bestätigen? Sollten wir über falsche Angaben bei Asylanträgen nicht hinwegsehen? Bestätigte das genaue Hinsehen doch typisch deutsche Erbsenzählerei. Wo hat uns diese Genauigkeit nicht schon alles hingeführt? Wollen wir nicht lernen von den viel interessanteren Kulturen unserer Gäste? Uns ein Beispiel nehmen an ihrer Bescheidenheit, ihrer Anpassungsfähigkeit? Lasst uns mehr erfahren wollen von ihren religiösen Vorstellungen, von ihrer Toleranz, von ihrer Weltoffenheit. Öffnen wir Ihnen unser Herzen, sie werden uns mit einem Lächeln belohnen. So, ihr Beckumer Frauen, seht zu wo ihr die Nachmittage verbringt und geht uns nicht auf die Nerven. Wir haben Wichtigeres zu tun, nämlich Schuld zu tilgen und gut zu sein.

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