Macht es wie die KPÖ!

Die Linke, früher WASG und PDS, davor SED, ist am Sonntag bruchgelandet. 4,9 Prozent, nur eine Zufallsklausel im Parteiengesetz rettete die linken Reste in den Bundestag. Die Linke ist am Ende. 

Dazu folgende Richtigstellung: 

Es gibt eine Reihe von Gründen für den Untergang. Man hatte, wie auch die Union, den falschen Kandidaten. In diesem Fall zwei Frauen, nämlich Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow. Die Namen müssen Sie sich nicht merken, höchstens dann, wenn Sie herausfinden wollen, wer der Frauenbewegung in diesen Wochen am meisten geschadet hat. 

Man könnte feststellen: Der Kommunismus ist tot im deutschen Sprachraum. Worüber viele glücklich wären. Gäbe es da nicht zwei Gründe, die dagegen sprächen, leider. Der eine heißt Sahra Wagenknecht. Mit ihr als Spitzenkandidatin hätte die Linkspartei, angesichts der Schwächen der Konkurrenz, 12 Prozent erreicht. Und obendrein wäre das auch noch ein optischer Höhepunkt des Wahlabends gewesen, was jeder Couturier nur unterstreichen könnte. 

Der zweite Lichtblick für die Genossen strahlt aus der einstigen Ostmark, heute wieder Österreich genannt. In Graz, 300.000 Einwohner, hat die KPÖ – die Kommunistische Partei Österreichs, nicht die Klimapartei Österreichs – bei den Gemeinderatswahlen fast 30 Prozent erreicht und die ÖVP von Kanzler Kurz geschlagen.

Noch am Abend trat der ÖVP-Bürgermeister vom Amt zurück. Über die Gründe kann die Linkspartei sich bei den Grazer Kommunisten informieren. Die geben gern Auskunft. Die Chefin dort sagte: „Wir sind immer für die Bevölkerung da und legen den Fokus auf die Arbeitenden und deren Probleme“.

Das ist das Rezept. Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis. Das hat nicht Ernst Thälmann gesagt, sondern Schiller. 

Zuerst erschienen im Euro am Sonntag

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Leserpost

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Alex Micham / 04.10.2021

Politik für Steuerzahler statt für Steuerverbrater wäre ein ganz neues Politikverständnis.

Hermann Sommer / 04.10.2021

Genialer Artikel. Statements kurz und auf den Punkt, jedes absolut zutreffend. Ohne Gendergeschwurbel. Liest sich wie ein Artikel aus Zeiten, als Autoren noch schreiben konnten. Mehr davon!

Karsten Dörre / 04.10.2021

Sahra Wagenknecht ist viel zu intelligent für die derzeitige Linke.

A. Josef / 04.10.2021

Als größtenteils libertär denkender Grazer kann ich mit dem Ergebnis gut leben. Ich kann mit Kommunismus selbstredend nichts anfangen, doch genau die Elemente des Kommunismus, die ihn so unerträglich und verachtenswert machen, sind heute bei den Grünen und den Pseudokonservativen viel leichter zu finden, als beim Original. Und welchen Teil der Freiheit soll denn die KPÖ noch groß abschaffen? Was ist denn noch übrig, das der Rede wert wäre?

Heiko Stadler / 04.10.2021

Beim Lesen dieses Artikels musste ich an das World-Trad-Center im Jahr 2001 denken. Damals konnten die Menschen in den oberen Stockwerken frei wählen, ob sie in den Flammen verbrennen wollten (Klimareligionsparteien) oder aus dem Fenster (Kommunisten) in den Tod springen sollten. Ich persönlich würde den Sprung aus dem Fenster bevorzugen. Man hat dann noch einen kurzen Nervenkitzel, bevor es richtig kracht.

Dirk Jäckel / 04.10.2021

Nun, es ist erfreulich, dass hinsichtlich Hennig-Wellsows die ganze Verlogenheit weiter Teile der SED offensichtlich geworden ist. Eine (auch im Vergleich mit der Trotzkistin) erschreckend ungebildete Personalie ohne Manieren, welche sich selbstgerecht aufzuplustern pflegt, während sie kein Problem hat mit drei Stasispitzeln in den eigenen Parlamentsreihen. Abstoßend.

Dr. Jäger / 04.10.2021

Die Linke mag formal Richtung Untergang marschieren. Die alten Kader und Seilschaften sterben langsam weg. Das Desaster in der BTW wurde erfolgreich abgewendet,man konnte die erforderlichen Direktmandate sichern, die Seilschaften in den Stasi- Bezirken von Berlin und Leipzig haben ganze Arbeit geleistet.Wahlwiederholung ausgeschlossen, da ruft keine Ex-FDJ-Funktionärin an, um Ordnung zu schaffen.  Gregor und Konsorten haben einen Grossteil des SED-Ko-Ko"Vermögens” beiseite geschafft.Wer deckt diese Machenschaften auf,sicher keine linken “Enthüllungsjournalisten”, die sind mit den “Panama..etc-Papers” des Klassenfeinds beschäftigt. Der Kommunismus ist als Sozialismus und Öko-Faschismus in viele Parteien,durch NGOs in fast alle Lebensbereiche eingedrungen. Nein, er ist nicht tot, er lebt unter anderem Namen weiter, und hat keine Geldprobleme dank SED-Erbschaft und staatlich verordneter Alimentierung durch Stiftungen, GEZ, und NGO-Subventionen. Wenn es, wie in Graz,zweitgrösster Stadt Ösilands,es zu einem Wahlsieg kommt, hat das eher mit den politischen Verhältnissen dort zu tun. Es war eine Protestwahl, wie in Sachsen und Thüringen für die AfD. Die “Spezlwirtschaft” , Abzockmentalität,der etablierten Parteien hat lange Tradition,irgendwann wirds den Leuten zu dumm. Ob es mit den “Genossen” besser läuft,abwarten.Der Griff in die Steuergeld-Schatulle ist zu verlockend, Roten geht immer schnell das Geld aus,da braucht es bald einen Finanztransfer vom Klassenfeind, wie in der BRDDR widerstandslos praktizert. 

Franck Royale / 04.10.2021

Vor einhundert Jahren nannte die KPÖ das noch offen „die revolutionäre Ausnutzung des bürgerlichen Parlamentarismus“ - Ziel war „eine straff, quasi militärisch, organisierte Weltpartei mit nationalen Sektionen“, welche die Macht ergreifen sollte (und bereiten mit ihrer Hetze gegen das Bürgertum letztlich den Weg für die Nationalsozialisten). Bei Erdogan klingt das bekanntlich so: „Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Moscheekuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Brüder im Geiste.

Volker Kleinophorst / 04.10.2021

Zur Zufallsklausel der SED. Die Wahl in Berlin war ungültig und zwar an so vielen Stellen. Die Meisten hier werden es eh wissen. Damit fehlen zwei der drei Direktmandate. Was kommt jetzt: Aber die hatte sich doch schon so gefreut. Das könne wir denen jetzt nicht wegnehmen. Kosten ja nur ca. 47 Mios im Jahr, denn 1,2 Mios kostet ein Abgeordneter pro Jahr. Diese Wagenknecht Obsession. Die Amerikaner haben dafür einen treffenden Ausdruck: Venus for BOFs. BOF steht für boring old fart, langweiliger alter Furz. Wagenknecht ist eine SED-Politikerin. Das sollte wichtiger sein.

Christian Müller / 04.10.2021

Eine völlig rückständige Herangehensweise…. Probleme der “Arbeitenden”. Pah….als wenn es die gäbe! Wie kommt die als Linke nur da drauf? Arbeit ist weiß, männlich und rechts! Hat die es immer noch nicht kapiert? Linke, die sich um “Arbeitende” kümmern? Für Henning-Welsow (oder wie es heißt) ist das mindestens AfD-naher “Sprech”!

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