
Empfehle an dieser Stelle , sich mit dem Philosophen George Soros zu beschäftigen, der die Theorie seines einstigen Lehrers Karl Poppers, wonach ALLE wissenschaftlichen Theorien nur widerlegt, aber niemals bewiesen werden können, inzwischen hinterfragt. Soros meint, dass bei sozialwissenschaftlichen Theorien das Phänomen der REFLEXIVITÄT beachtet werden sollte, welches im Kern darauf beruht, dass Menschen sich von Tieren dadurch unterscheiden, dass sie falsch oder auch richtig DENKEN können und dass in menschlichen Gesellschaften folglich Vorurteile ( VOREINGENOMMENHEITEN ) nicht quasi automatisch - Charles Darwins Konzept des »Survival of the Fittest«- verschwinden sondern nur durch neue Vorurteile ersetzt werden: Allerdings schrieb Soros noch im Jahre 2008: >>Mich stört die scharfe Trennlinie, die ich selber (in Alchemie der Finanzen) zwischen menschlichen Belangen und natürlichen Abläufen gezogen habe. Derart scharfe Trennungen sind in der Natur eigentlich nicht zu finden, allerdings sind sie charakteristisch für das menschliche Bestreben, eine unendlich komplizierte Realität zu erklären. Das steht auch im Einklang mit meinem Postulat der radikalen Fehlbarkeit. Trotzdem möchte ich die Verbindung zwischen der Theorie evolutionärer Systeme und der Reflexivitätstheorie unbedingt besser verstehen.<<
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