Nun hat Deutschland eine „große Leiche“ (Storm, „Der Schimmelreiter“, zum Tod des alten Deichgrafen). Ob ein Humorist, auf den sich ungefähr 98,9 Prozent der Deutschen als Frohsinnmacher verständigen können, wirklich witschisch sein kann - darüber mag einer, der scherzbergwerkmäßig mit „pardon“, „titanic“ oder auch mit dem wunderbaren französischen Brachialhumormagazin „Harakiri“ sozialisiert wurde, mit sich selber hadern. Der Unterzeichnete schämt sich keinesfalls, viele Stunden seines Lebens über Loriot-Sketche gelacht zu haben. Umso schändlicher, was der NDR heute Abend geisteswirr aus der Konserve zog, aus alten Laudationes. Helmut Schmidt, die Bine Christiansen, ein Blondie namens Kim Fisher (?). Und dann auch noch die jungfernhaft giggernde Uta Ranke-Heinemann, spaßig wie Knäckebrot.
Zu ihrem Glück muss sich eine Leiche dieses Elend aber nicht mehr anschauen. Ruhe wohl, noble Nudel.