News-Redaktion / 11.01.2019 / 17:00 / 3 / Seite ausdrucken

Lohnwachstum so schwach wie seit zehn Jahren nicht mehr

Das globale inflationsbereinigte Lohnwachstum war 2017 mit 1,8 Prozent so gering, wie seit dem Krisenjahr 2008 nicht mehr. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), eine UN-Sonderorganisation, an der Arbeitgeber und Gewerkschaften mitwirken. Nimmt man das boomende, bevölkerungsreiche China heraus, sind es sogar nur 1,1 Prozent, nach 1,8 Prozent im Vorjahr und 1,4 Prozent im Jahr 2015.

Betrachtet man nur die neun Industrieländer, die Teil der G20 sind, sieht es noch magerer aus. Südkorea, Deutschland, Australien, Frankreich, die USA, Kanada, Japan, Italien und Großbritannien kamen 2017 auf ein durchschnittliches Lohnwachstum von 0,4 Prozent. 2016 waren es noch 0,9 Prozent und 2015 1,7 Prozent. In Deutschland wuchsen die Reallöhne 2017 um 0,9 Prozent, nach 2,1 Prozent im Vorjahr und 2,6 Prozent im Jahr 2015. Dass die Löhne trotz kräftigen Wirtschaftswachstums und sinkender Arbeitslosigkeit in vielen Staaten nahezu stagnieren, führt die ILO auf Faktoren wie das niedrige Produktivitätswachstum, die Verschärfung des globalen Wettbewerbs und die Schwächung der Verhandlungsposition der Arbeitnehmer zurück.

Erstmals hat die ILO auch einen Lohnindex für eine größere Anzahl der wichtigeren afrikanischen Länder berechnet. Hier schätzt die Organisation für 2017 einen Reallohnrückgang von 3 Prozent, getrieben von sehr negativen Entwicklungen in den bevölkerungsreichen Ländern Nigeria und Ägypten. Für westliche Politiker, die die Fluchtursachen in Afrika bekämpfen wollen, sollte das ein Alarmzeichen sein.

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Leserpost

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Wolfgang Kaufmann / 11.01.2019

Wir leben von der Substanz und von der Reputation. Wofür sollen wir Löhne bekommen, wenn wir immer weniger leisten? Wenn wir Milliarden in unproduktive Sozialleistungen stecken (Finanzierung der Untätigkeit) und nicht mal mehr einen Flughafen oder einen Bahnhof gebacken kriegen, ein Kernkraftwerk oder einen Hochgeschwindigkeitszug, geschweige denn einen Panzer oder ein brauchbares Kampfflugzeug… – Marine Le Pen meinte ja am „Tag danach“, am 6.9.2015, Deutschland wolle nur billige Arbeitssklaven importieren. Das Gegenteil ist wahr!

Lothar Kempf / 11.01.2019

Sehr interessantes Papier. Bis auf wenige Ausnahmen glänzt Germany durch Abwesenheit. Entweder war man zu dumm oder unwillig, Zahlen für den weltweiten Vergleich zu liefern. Hingegen zeigten sich alle anderen Länder transparent. Ausgerechnet Deutschland, das das Gendering bis zum Abwinken und Erbrechen ausschlachtet, liefert zum essentiellen Datenvergleich von Mann und Frau für Fach-, Führungs- und Topmanagement-Positionen keinerlei Daten. Dabei echauffieren sich gerade deutsche Politikerinnen, es “müsse dringend eine Quote für weibliche Vorstände bei”. Vielleicht blicken diese Klugen Köpfe erst einmal auf die Zahlen lernwilliger Länder.

Wilfried Cremer / 11.01.2019

Das führt dazu, dass die Altvölker noch weniger Kinder in die Welt setzen und die Neubürger um mehr. .

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