
Im Nordosten sollte es wieder ein Land Preußen geben, wieso wurde das eigentlich aufgelöst? Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Meck-Pomm zusammenlegen, am besten noch mit der Odergrenze, die es ja angeblich gibt. Also mit Stettin, Pölitz und Swinemünde.
Die Bevölkerung schrumpft, nicht jedoch die Säle und Bühnen: Sachsen-Anhalt besitzt nach wie vor eine der dichtesten Theaterlandschaften der Bundesrepublik. Beinahe jede mittelgroße Stadt leistet sich ein riesiges Mehrspartentheater. Jedes davon ist hochsubventioniert. Höchstens 15 % der Kosten werden durch Kartenverkäufe erwirtschaftet. Die Regierung (CDU + SPD) versucht zaghaft einige Streichungen und Straffungen durchzusetzen, und erntet erwartungsgemäß den lauten Protest der staatskneteverwöhnten Künstler, die nicht einmal davor zurückschrecken, Schulkinder für ihre Menschenketten zu organisieren. Die Theaterlandschaft als Spiegelbild unserer Gesellschaft: Solange reichere Länder für die Hobbies der ärmeren zahlen, solange die Akteure Regietheater vor leeren Rängen aufführen können, weil für den Gehaltscheck der ungefragte Steuerzahler aufkommt, treibt niemand ernsthaft den überfälligen Konzentrationsprozeß voran.
Viel wichtiger als die Zusammenlegung einzelner Bundesländer - immerhin gibt es auch gewachsene regionale und kulturelle Besonderheiten - fände ich die Verkleinerung der Landesparlamente und Schrumpfung der Ministerien. Der Länderfinanzausgleich ist noch einmal ein gesondertes Kapitel.
Ja sogar ein opulentes Förderprogramm mit dem Ziel, bunte Biomöhren zu züchten, gibt es. Möhren aus Sachsen-Anhalt soll es künftig – kein Spaß - in weiß, gelb, rot und violett geben. Gibt es schon seit VIELEN JAHREN in diversen Katalogen zu bestellen!Wird jeder Hobbygärtner schon mal gesehen haben.Da sieht man mal wieder wieviel Sachverstand diese Herren haben. Einfach mal bunte möhren bei google eingeben und auf Bilder klicken.
100 % Zustimmung, aber nicht nur Sachsen-Anhalt, sondern noch mindestens zwei, drei mehr bis zum Ende der Legislatur, zumal ich darauf hoch gewettet habe ;-)
Nur als Hinweis an allzu Eifrige: die Gestaltung der Bundesländer wird direkt vom Volk entschieden.
In Bezug auf Sachsen-Anhalt hat der Autor sicherlich Recht. Man könnte auch Saarland und die drei Stadtstaaten nennen. Allerdings habe ich etwas gegen den Größenwahn, der sämtliche Identitäten ignoriert. Gutes Beispiel ist das Projekt “Mitteldeutschland” (neben Sachsen-Anhalt Sachsen und Thüringen), dessen Name allein schon die Ignoranz gegenüber der Sehnsucht nach einem Mindestmaß historischer Kontinuität und Regionalbewusstsein zeigt. So verliert Föderalismus seinen Sinn. Also ganz abschaffen? In der benachbarten Schweiz funktioniert der Föderalismus hervorragend. Dort übrigens kommt kaum jemand auf die Idee, die teils winzigen Kantone zusammenzulegen. In den USA auch nicht (einige Mini-Staaten im Nordosten vs. Kalifornien). Der Föderalismus hatte nicht nur früher seinen Sinn (weite Teile des bürgerliche Widerstand wollten nicht ohne Grund Deutschland stark föderalistisch aufbauen), er hat ihn auch heute noch. Also Föderalismus funktionsfähiger machen. Aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten durch Megalomanie.
“...die Kleinstaaterei bremst die Wirtschaft…” Das muss überhaupt nicht sein, wie die Schweiz beweist. Der mit Abstand grösste Kanton Zürich bringt es gerade mal auf knapp 1,4 Mio Einwohner, der kleinste, Appenzell Innerhoden auf nicht mal 16000! In erster Linie gilt es Bürokratie abzubauen. In der Schweiz kann man online ein Unternehmen gründen und im Handelsregister eintragen lassen. Eine Sache von maximal drei Arbeitstagen. Die Kantone haben grosse Freiheit bezüglich des Steuersystems, was den Standortwettbewerb fördert. Etwas, was die EU furchtbar stört. Ferner wird bei uns das Subsidiaritätsprinzip hochgehalten, was dazu führt, dass sich der Bürger viel stärker mit dem Gemeinwesen identifiziert. Nicht zu unterschätzen ist die Möglichkeit des Volkes zu praktisch allen Fragen per Abstimmung Stellung zu nehmen. Das hindert u.A. die Politik daran, zu utopische und kostspielige Visionen zu entwickeln und schafft (meistens) bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Natürlich steht auch in der Schweiz nicht alles zum Besten. Aber das Wissen, dass ich als Bürger letztlich alles absegnen muss, macht doch recht gelassen.
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