Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten, man werde jedes Schiff angreifen und in Brand setzen, das trotz der Blockade die Meerenge von Hormuz passieren will. In den vergangenen Tagen kam es bereits zu Angriffen auf Tanker und andere Schiffe in der Region. Berichte sprechen von Drohnen- und Raketenangriffen auf Handelsschiffe sowie auf Energieanlagen in den Golfstaaten. Mehrere Frachter wurden beschädigt, und viele Reedereien haben ihre Fahrten durch die Meerenge eingestellt, weil das Risiko für Besatzungen und Ladung zu hoch ist.
Die Folge ist, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz fast zum Erliegen gekommen ist. Zahlreiche Tanker liegen vor der Meerenge vor Anker und warten ab, bis sich die Sicherheitslage verbessert. Die Raketen und Drohnen sind dabei nur ein Teil des Problems – der militärische, für den es vielleicht eine militärische Lösung geben kann. Der andere, weniger sichtbare Aspekt sind die Versicherungen.
Versicherungen ziehen ihren Schutz zurück
Lloyd’s of London ist ein traditionsreicher Versicherungsmarkt, auf dem zahlreiche internationale Versicherer Risiken wie Schifffahrt oder Kriegsgefahren absichern. Dort haben zahlreiche Versicherer ihre Kriegsrisiko-Deckungen für Fahrten durch die Region teilweise zurückgezogen oder neu bewertet. Für Reedereien bedeutet das, dass bestehende Policen kurzfristig gekündigt oder nur noch zu deutlich höheren Prämien verlängert werden können.
Kriegsrisiko-Versicherungen sind für die internationale Schifffahrt entscheidend. Sie decken Schäden durch militärische Angriffe, Raketen oder Minen ab. In Krisensituationen können Versicherer diese Policen innerhalb weniger Tage kündigen oder neu bewerten.
Genau das ist nun im Zuge der militärischen Eskalation im Persischen Golf geschehen. Fällt dieser Versicherungsschutz weg oder wird stark eingeschränkt, können viele Schiffe die Route praktisch nicht mehr nutzen. Ohne ausreichende Absicherung dürfen Reedereien ihre Tanker und Frachter häufig gar nicht mehr in Hochrisikogebiete schicken, weil Banken, Charterer und Hafenbehörden dies nicht akzeptieren. US-Präsident Donald Trump hat einen 20-Milliarden-Dollar-Fonds für Schiffsversicherungen angekündigt. Unklar ist, wie lange es dauern wird, bis eine solche Bürokratie tatsächlich aufgesetzt ist. Experten rechnen eher mit Monaten als mit Wochen.
Warum kommt ein so großer Teil der Stickstoffdünger aus Ländern wie Saudi-Arabien, Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten? Diese Staaten verfügen über große Erdgasvorkommen, die eine zentrale Rolle bei der Herstellung von Stickstoffdüngern spielen. Erdgas wird dabei vor allem zur Produktion von Ammoniak benötigt – dem wichtigsten Grundstoff für viele Stickstoffdünger wie Harnstoff oder Ammoniumnitrat. Dank günstiger Energiepreise können die Golfstaaten diese Produkte besonders kostengünstig herstellen und in großen Mengen exportieren. In den vergangenen Jahrzehnten haben sie deshalb massiv in chemische Industrieanlagen und Düngemittelfabriken investiert. Unternehmen aus der Region gehören inzwischen zu den größten Ammoniak- und Harnstoffproduzenten der Welt. Für viele Länder – auch in Europa – ist der Persische Golf deshalb ein wichtiger Lieferant von Stickstoffdüngern.
Auch andere Produzenten fallen aus
Die Abhängigkeit von Importen aus dieser Region hat in den letzten Jahren zugenommen, weil andere Produzenten teilweise ausgefallen sind. Ein Blick auf die Liste der größten Harnstoffproduzenten zeigt, wie brisant die Lage ist. China ist der mit Abstand größte Produzent weltweit. Das Problem: China hat seine Exporte von wichtigen Düngemitteln letztes Jahr stark eingeschränkt, um die heimische Landwirtschaft zu schützen.
Die Maßnahme ist kein formeller, gesetzlicher Exportstopp, sondern eine Kombination aus strengen Genehmigungsauflagen und faktischen Aussetzungen. Durch die Exportkontrollen will China sicherstellen, dass genügend Dünger für den Inlandsbedarf verfügbar bleibt und die Preise stabil bleiben. Marktbeobachter erwarten, dass diese Einschränkungen bis mindestens August 2026 bestehen bleiben.
Russland bleibt zwar Exporteur, aber Energie- und Düngemittelmärkte sind durch den Krieg und Sanktionen stark gestört. Zudem sind regionale Handels- und Logistikketten belastet. Diese Probleme wirken indirekt auch auf den Dünger- und Energiemarkt. Indien und Pakistan sind für die Produktion von Stickstoffdünger auf LNG-Importe vom Persischen Golf angewiesen. Andere große Produzenten sind Indonesien, die USA, Iran, Saudi-Arabien, Katar und Ägypten. Nun fällt der Iran als Exporteur weitgehend aus, und Katar und Saudi-Arabien können wegen der Hormuz-Blockade nicht exportieren. QatarEnergy hat seine Produktion von LNG und Düngemitteln bereits gestoppt. Auch Ägyptens Produktion ist unsicher, weil Israel seine Gasproduktion im Erdgasfeld Leviathan – das Ägypten versorgt – eingestellt hat, aus Sorge vor Raketenbeschuss.
Trotz eigener Produktion ist die EU stark auf Harnstoffimporte angewiesen – vor allem wegen der hohen Energiekosten in Europa. Für die Herstellung von Ammoniak, dem Ausgangsstoff für Harnstoff, wird sehr viel Erdgas benötigt. Da Gas in Europa deutlich teurer ist als in vielen anderen Regionen, können Produzenten etwa in Nordafrika, Russland oder den Golfstaaten Stickstoffdünger oft deutlich günstiger herstellen. Hinzu kommt, dass ein Teil der europäischen Anlagen in den vergangenen Jahren zeitweise gedrosselt oder stillgelegt wurde, besonders während der Energiekrise 2022, als die Gaspreise stark gestiegen sind. Dadurch sank das Angebot aus europäischer Produktion, während die Landwirtschaft weiterhin große Mengen Stickstoffdünger benötigt. Um die Nachfrage zu decken, importiert die EU daher erhebliche Mengen Harnstoff aus Drittstaaten. Die Abhängigkeit von Importen macht den europäischen Düngemittelmarkt allerdings anfällig.
Ungünstigster Zeitpunkt
Durch die Kombination aus Exportbeschränkungen aus China und der Blockade der Straße von Hormuz droht dem Weltmarkt so eine Verknappung des Düngerangebots – ausgerechnet zur Frühjahrsaussaat. Stickstoffdünger muss in der Landwirtschaft zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht werden, meist kurz vor oder während der Aussaat. Pflanzen benötigen Stickstoff besonders in der frühen Wachstumsphase, um Blätter und Triebe auszubilden. Fehlt der Nährstoff zu Beginn der Vegetation, kann sich das Wachstum deutlich verlangsamen und die Erträge sinken. Deshalb planen viele landwirtschaftliche Betriebe die Düngung sehr genau rund um die Aussaattermine. Kommt es in dieser Phase zu Lieferengpässen oder stark steigenden Preisen, kann das unmittelbare Auswirkungen auf die Ernte und damit auch auf die landwirtschaftliche Produktion haben.
Weniger Stickstoffdünger führt in der Regel zu geringeren Erträgen, vor allem bei stark stickstoffbedürftigen Kulturen wie Winterweizen, Mais oder Raps. Selbst geringfügige Reduzierungen des Stickstoffeinsatzes können zu unverhältnismäßig großen Ertragseinbußen führen. Dies könnte Millionen Tonnen Ernteverlust bedeuten. Die Folgen würden sich über globale Lieferketten bis hin zu Futtermittelmärkten, Viehzucht, Biokraftstoffen und letztlich auch zu den Lebensmittelpreisen im Einzelhandel auswirken.
Harnstoff wird übrigens nicht nur als Stickstoffdünger verwendet, sondern auch zur Herstellung von AdBlue für Dieselfahrzeuge. Moderne Diesel mit SCR-Abgasreinigung benötigen AdBlue, um Stickoxide im Abgas zu reduzieren. Fehlt die Flüssigkeit, können viele Fahrzeuge nicht normal betrieben werden: Das Motorsteuergerät begrenzt die Leistung oder verhindert nach einer gewissen Zeit sogar den Neustart, damit die Abgasgrenzwerte eingehalten werden. Eine Harnstoffknappheit könnte daher AdBlue verteuern oder verknappen, Transport- und Logistikunternehmen treffen und den Betrieb von Lkw, Bussen und modernen Diesel-Pkw erschweren. Besonders kritisch wäre das für den Güterverkehr, weil nahezu alle modernen Lkw auf AdBlue angewiesen sind.
Bauernpräsident: Landwirte brauchen höhere Erzeugerpreise
Die EU-Kommission hält trotz Kritik aus mehreren Mitgliedstaaten am CO2-Grenzausgleichssystem CBAM fest, das auch Düngemittelimporte erfasst. Klimakommissar Wopke Hoekstra betonte, der Mechanismus solle sicherstellen, dass europäische Hersteller im Wettbewerb mit Importen denselben CO2-Preis tragen wie Produzenten innerhalb der EU. CBAM gilt unter anderem für Wasserstoff, Strom, Zement, Stahl, Aluminium und Düngemittel und orientiert sich am europäischen Emissionshandelssystem.
Einige EU-Staaten hatten zuletzt gefordert, Düngemittel aus dem System herauszunehmen, weil sie steigende Kosten für Landwirte befürchten. Gleichzeitig warnten Vertreter der Wasserstoff- und Ammoniakindustrie davor, die Regelung auszusetzen: Das würde Investitionen in klimafreundliche Produktionsanlagen gefährden, etwa solche, die mit blauem oder grünem Wasserstoff arbeiten.
Hoekstra stellte klar, dass eine Aussetzung von CBAM für die Branche zusätzliche Unsicherheit schaffen würde und die Abhängigkeit von Importen – etwa aus Russland – verlängern könnte. Zugleich räumte er ein, dass das Instrument kurzfristig Preisdruck erzeugen kann. Um Landwirte zu entlasten, schlägt die Kommission deshalb vor, Zölle auf bestimmte Düngemittel vorübergehend auszusetzen, darunter Ammoniak und Harnstoff. Diese Maßnahme soll einen Teil der zusätzlichen Kosten durch CBAM abfedern.
Achgut bat Bauernpräsident Joachim Rukwied um eine Einschätzung der aktuellen Situation. „Auf der einen Seite steigen unsere Kosten für Betriebsmittel oder Energie deutlich an, auf der anderen Seite haben wir bei den meisten landwirtschaftlichen Produkten Tiefstpreise“, teilte er per E-Mail mit. Das passe nicht zusammen. „Um auch zukünftig Lebensmittel erzeugen zu können, brauchen wir einen deutlichen Anstieg bei den Erzeugerpreisen. Gerade jetzt für die Frühjahrsbestellung sind die sprunghaften Preissteigerungen beim Diesel besonders schmerzhaft, auch die Preise für Dünger schießen nach oben.“ Diese Kostensteigerungen könnten von der Landwirtschaft schlichtweg nicht getragen werden. „Wir brauchen zwingend höhere Preise für unsere Produkte. Der Anstieg der Preise bei Lebensmitteln kommt bei den Bauern überhaupt nicht an und hat seine Ursache in der, der Landwirtschaft nachgelagerten Lebensmittelkette.“
Analyst: Schlimmer könnte es kaum kommen
Wie geht es mit den Düngemitteln weiter? Sollten die Schiffe in wenigen Tagen wieder fahren und die Düngemittelproduzenten ihre Anlagen rasch hochfahren, könnten die Folgen begrenzt bleiben. Zieht sich die Krise jedoch über Wochen hin – bis in den April hinein –, lässt sich kaum abschätzen, wie schwer die Landwirtschaft weltweit getroffen würde.
Zu den direkten Folgen des Ausbleibens von 45 Prozent des Stickstoffdüngers vom Golf und den indirekten durch steigende Gaspreise in anderen Teilen der Welt – oder Stillstand der Produktion bei Ausbleiben des LNG – kommt ein schwer abzuschätzender politischer Dominoeffekt. Eine mögliche Folge einer weltweiten Mangellage auf dem Düngemittelmarkt wären politische Eingriffe in den Handel. Staaten könnten Exportverbote für Dünger oder wichtige Vorprodukte verhängen, um die Versorgung im eigenen Land zu sichern. Was immer China derzeit noch exportiert, könnte ganz zum Erliegen kommen. Wenn große Produzenten ihre Ausfuhren einschränken, schrumpft das globale Handelsvolumen erheblich. Länder, die stark auf Importe angewiesen sind, könnten dadurch plötzlich kaum noch Zugang zu Düngemitteln haben oder müssten extrem hohe Preise zahlen. Dadurch würden sich die Versorgungsprobleme international weiter ausbreiten.
„Wäre dies ein singuläres Ereignis, nur im Nahen Osten, wäre das schon schlecht“, sagt Josh Linville, Düngemittelmarkt-Analyst beim amerikanischen Rohstoff- und Finanzdienstleister StoneX. „Aber wir sprechen über Europa, über China, über all das, was bereits passiert ist. Und nun kommt das noch zu einer ohnehin angespannten Lage hinzu. Ein schlechteres Szenario kann ich mir kaum vorstellen.“

Harnstoff ist schon wichtig. :-) Aber ich frage mich gerade, ob wir nicht bereits genug davon hier auf Halde haben.
Ber täglichen Schxxxs-HÖCHST-Produktion unserer Höchstqualifizierten Schlandschen Führer mache ich mir um den nötigen Dünger auch keine Sorgen mehr …
ALLES noch Vieeeel schlimmer sagt uns der Locus: „… Globale Klimaanlage … Die Arktis kippt – und der Rest der Welt spürt es …“
@Winston Smith: Die Vorteile der islamischen Rechtspflege in Sachen satirischer Kommentare ist überdeutlich. Kalifat wäre die Lösung auch hierzuschlande!
Das Chaos, das die geistigen Zwergeliten seit 35 Jahren anrichten, erzeugt Friktionen. Jeder Krieg erzeugt Friktionen, die die Kriege zum Erliegen bringen können und die empfindliche Wirtschaft langsam zerstören.
Wie oft haben die Amerikaner wirklich einen Krieg gewonnen? Die klammern sich an den 2. Weltkrieg, aber sonst war da nicht viel? Die Folgekosten alleine haben jeden Krieg unwirtschaftlich gemacht. Zerschossene Handelspartner, Völkerwanderungen, Hungersnöte, ganze Völker von einem Kontinent auf den anderen verschieben, globaler Handel und provinziales Denken, das bleibt nicht folgenlos.
Die Wirtschaft ist eine Mimose. Die Rechtssicherheit hat die BRD so erfolgreich gemacht. Rechtssicherheit bedeutet Planbarkeit. Wirtschaftlichkeit ist ein langfristiges Geschäft und bedarf gesellschaftlicher Stabilität und Ruhe. Wer jeden Tag mit launischen Idioten und unausgegorenen Gesetzen zu kämpfen hat, der lebt in einer Bananenrepublik. Der soll wohl im Siechtum landen.
Wie hoch sind eigentlich die Kosten für Sicherheit, Securitis, Polizei, Gefängnisse, Gerichtskosten, Anwaltskosten, technische Aufrüstung, Firewalls, Patentediebstahl, Üerwachungsindustrie?
Jaul, China zeigt dem Werte Westen die Krallen! Nachdem Trump die Chinesen mit Öl und Gas Importen aus Venezuela und Iran lahm legen wollte, um sie in den USA zurück zu drängen, bezahlt das strunzdumme Europa die Zeche. Wieder 3 Tanker die in Europa stranden sollten, umgedreht nach China, wo sie sich doch zur Steigerung des Bruttosozialproduktes sich zu helfen wissen und Katar einen besseren Preis bezahlen. Statt Erdgas direkt von Russland ohne Verflüssigung für den Transport zu beziehen, Trotz Uschi hat ja den Handel mit Russland verboten, wir dämlichen D. machen auch alles mit und anstatt unsere Pipeline Nordstream II zu reparieren, schenken wir dem ukrainischen Saboteur Selensky noch Milliarden für den Krieg. Nachdem wir vom Glück besoffen alle Kraftwerke gesprengt haben, kommt klein Uschi auf die Idee, Hurra wir brauchen Atomkraftwerke, nu ja, ne Umrüstung wäre schneller gegangen, aber D. braucht Jahrhundert Bauprojekte wie den Flughafen Willy Brandt.
Es ist so einfach: Die Russen graben endlich den Lenin ein zum Verfaulen, lassen ihre blödsinnige Westphobie sein, lassen die UA machen, was sie will, treten der NATO bei mit Hauptquartier Kaliningrad, die Iraner werden ihre Quälgeister los und die Anrainer dort merken, wer ihr schlimmster Feind ist: Der Islam. Und das alles unter dem woken Auge des kategorischen Imperativs. Und der Herr Zebaoth hockt mit Allah beim Mannasaufen, sie schauen gemütlich hinab zu den jeweils Ihren und sagen: Endlich haben sie was begriffen. Maria, die Jungfrau keift noch ein bisschen mit der Fatima, Pallas Athena, Aphrodite und Aurora wittern Morgenluft, greifen sich den Eros, den Neptun mit dem Dreizack, und sagen: Kommt mit, die Ober-Götter saufen, aber sie kriegen nicht alles. Am Horizont tauchen dreieinig Brahma, Vishnu und Shiwa auf, wollen auch mitmachen. Auch Brahma fuchtelt mit dem Dreizack. Und der TOLLPAZ? Der lässt sich Pizza liefern nach Mar- a-Lago. Belegt mit Charcutterie. Der kennt nix anderes. So wird alles gut und die göttliche Ordnung bricht an. Ist das so schwer zu verstehen?