Die Straße, die direkt am Rathaus vorbei führt, heißt Judengasse – ein Hinweis auf das jüdische Viertel, das sich im Mittelalter an dieser Stelle befand. Wer heute über den Platz geht, sieht die Reste davon: die Mikwe – das jüdische Ritualbad – unter einer Glaspyramide und seit einiger Zeit die Grundmauern der Synagoge, geschützt von einem großen Zelt. 1424 hatte der Rat beschlossen, die Juden „auf alle Ewigkeit“ zu verbannen; die Synagoge wurde anschließend zu einer Kapelle umgebaut. Hier – am historischen Ort also – soll nun ein „Haus und Museum der jüdischen Kultur“ entstehen. Köln hat die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen – die Zeugnisse gehen zurück bis ins Jahr 321, zu der Zeit Kaiser Konstantins des Großen –, es verfügt über einzigartige jüdische Schätze und die größte Judaica Europas. Aber er hat bislang kein Jüdisches Museum, anders als etwa Frankfurt, München und Berlin. http://www.lizaswelt.net/2008/07/kollektive-amnesie-in-kln.html