Wenn man hierzulande den Begriff „Menschenkette“ hört, denkt man wohl unweigerlich vor allem an die friedensbewegten Demonstrationen gegen den Nato-Doppelbeschluss und die Nachrüstung zu Beginn der achtziger Jahre. Das mit über 200.000 Teilnehmern größte Händchenhalten in Deutschland reichte dabei am 22. Oktober 1983 von Stuttgart bis Neu-Ulm. Andernorts gab es sogar noch höhere Zahlen, etwa 1989 im Baltikum oder 2004 in Taiwan. „Menschenketten“ gelten im Allgemeinen als Ausdruck, wo nicht als Inbegriff der Friedfertigkeit; schließlich kann nicht schlagen oder gar schießen, wer die Hände anderer in seinen eigenen hält. Zumindest nicht gleichzeitig.
Die Hamas weiß um den hohen Symbolgehalt, den diese Protestform vor allem in den westlichen Ländern und deren Medien hat; sie weiß also, welche Wirkung von einer „Menschenkette“ ausgeht und wie die Bilder von ihr aufgenommen werden. Und was könnte unschuldiger und Mitleid erregender daherkommen als Frauen und Kinder, die sich Hand in Hand an einem Grenzzaun – oder zumindest in dessen Nähe – aufreihen und auf selbst gebastelten Plakaten und Transparenten ihr Leid beklagen, das ihnen durch diese Absperrung entstehe, während in unmittelbarer Nähe Tausende von finster dreinschauenden gegnerischen Soldaten ihre Knarren einsatzbereit halten?
http://www.lizaswelt.net/2008/02/der-kette-der-hamas.html
Siehe auch:
http://www.welt.de/politik/article1722318/Die_Hamas_entdeckt_ihre_gefaehrlichste_Waffe.html