Die Leitung eines Konzentrationslagers, in dem Menschen gequält, gefoltert und ermordet wurden, einzig und allein, weil sie Juden waren, wird nicht nur dazu aufgefordert, sich kritisch zu dem einzigen jüdischen Staat der Welt zu verhalten, nein, es wird sogar verlangt, dass diese Kritik eine gewisse Größe haben muss. Die Erinnerung an tote Juden soll jetzt gefälligst dazu herhalten, lebendige Juden zu kritisieren, vor allem wenn sie es wagen, sich in einem souveränen Land zu befinden, in dem sie sich verteidigen, wenn sie angegriffen werden. Ganz nach dem Motto: „Die Juden in Deutschland haben sich wenigstens abschlachten lassen. Was fällt den Juden von heute in Israel eigentlich ein, sich zu verteidigen? Dafür wurden die Konzentrationslager in Deutschland nun wirklich nicht gebaut!“
Aufgerufen zu den Protesten hat ein breites Bündnis von Gruppen, die stolz darauf sind, antizionistisch zu sein. Unter ihnen befinden sich die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) sowie die Linksjugend [’solid], die offizielle Jugendorganisation der Partei Die Linke. Der Anlass für den Protest ist ein Vorfall aus dem vergangenen Jahr, bei dem einer Aktivistin der Zutritt verweigert wurde, weil sie mit einer Kufiya, also mit einem sogenannten Palästinensertuch, auf dem Gelände gegen Israel demonstrieren wollte. Ein Gericht bestätigte die Entscheidung der Gedenkstätte.
Antizionistische Gruppen zerren ihre Kritik an Israel in ein ehemaliges Konzentrationslager und missbrauchen so den Massenmord an Juden als Kulisse ihres Protests. Sie eignen sich in widerwärtigster Form das Leid von Juden an und nutzen es für ihre Kritik an Juden. Ich muss da an die immer wieder auftauchenden Bilder denken, auf denen Anne Frank mit einer Kufiya dargestellt wird. Als wäre ihr Schicksal vergleichbar mit den Vorgehensweisen Israels gegen all jene Mächte, die heute das jüdische Volk am liebsten so vernichten möchten, wie jener schrecklichen Taten, denen Anne Frank zum Opfer fiel.
Es ist schon besonders perfide, das ermordete jüdische Kind zur Ikone einer aktuellen Agenda umzufunktionieren, vor allem wenn es in Verbindung mit dem größten Massenmord an Juden seit dem Holocaust passiert. Am 7. Oktober 2023 wurden von palästinensischen Terroristen und auch Zivilisten so viele Juden an einem einzigen Tag ermordet wie seit dem Holocaust nicht mehr. Überwiegend durchgeführt von Bewohnern des Gazastreifens, wo die Hamas herrscht und in ihrer Gründungscharta von 1988 erklärt, dass Frieden erst kommen könne, wenn das gesamte jüdische Volk weltweit vernichtet worden sei. Die Vernichtung des jüdischen Volkes gehört zum erklärten Programm der Hamas.
Man muss sich die Abgründigkeit dieses Gedankens klarmachen
„Nie wieder“, so lautet die Formel der Erinnerung an den Holocaust. Es gibt jedoch zwei Arten des Nicht-Vergessens. Es gibt Menschen, die nicht vergessen können, weil der Horror des Holocaust Teil ihrer Familiengeschichte ist, weil am Pessach-Tisch die Urgroßmutter sagt: „Als ich fünf war, saßen hier über fünfzig Menschen. Heute sind wir acht.“ Diese Menschen können nicht vergessen, weil ganze Familiengeschichten ausgelöscht wurden. Für diese Menschen ist der Holocaust keine moralische Ressource. Er ist eine Wunde.
Und dann gibt es jene, die nicht vergessen wollen, die aus der Geschichte Lehren ziehen möchten. Die aus Auschwitz moralische Prinzipien ableiten. Die sagen: Wir haben gelernt. Mein guter Freund Henryk Broder erzählte einmal, wie er nach 2015 gefragt habe, warum Deutschland als einziges Land in Europa keine Obergrenze in der Flüchtlingsfrage definieren wolle. Eine öffentlich-rechtliche Journalistin habe daraufhin geantwortet, Deutschland habe halt aufgrund der Vergangenheit höhere Standards. Als Henryk das hörte, drehte er sich nur noch wortlos um und ging. Ich kann Henryk verstehen. Mich hätte diese Aussage auch sprachlos gemacht, denn was anderes bedeutet dieser Satz als: Auschwitz hat uns besser gemacht?
Man muss sich die Abgründigkeit dieses Gedankens klarmachen. Wenn man stolz darauf ist, welche moralischen Lehren man aus dem Holocaust gezogen hat, dann setzt man voraus, dass dieses Verbrechen einen Sinn gehabt haben könnte, wenigstens einen nachträglichen. Der Holocaust hatte aber keinen Sinn. Er darf keinen haben. Er ist keine Schule der Ethik. Keine Nachhilfestunde für moralisch Sitzengebliebene. Er ist keine Quelle höherer Einsicht. Er ist kein Fundament für politischen Stolz. Er ist ein Menschheitsverbrechen. Man kann nichts aus ihm lernen, was ihn rechtfertigen würde, nichts, was man nicht auch ohne ihn wissen kann. Man kann ihn nicht in aktuelle politische Konflikte einbauen, nicht als Maßstab, nicht als Vergleich, nicht als moralischen Verstärker. Und doch geschieht genau das immer wieder.
Der Holocaust wird herangezogen gegen Rassismus, gegen sogenannte Muslimfeindlichkeit, gegen Nationalismus und immer wieder gegen Israel. Ausgerechnet von Milieus, die sonst bei jeder Gelegenheit vor kultureller Aneignung warnen. Wenn es kulturelle Aneignung gibt, dann doch wohl hier: die Aneignung jüdischen Leids, jüdischer Geschichte, jüdischer Vernichtung – um gegen den jüdischen Staat zu agitieren. Ein Ort, an dem zwischen 1937 und 1945 Zehntausende ermordet wurden. Ein Ort, an dem Menschen zu Nummern wurden, sollen nun politische Vorträge stattfinden unter dem Motto „Kufiyas in Buchenwald“. Das ist moralischer Kolonialismus in Buchenwald. Es ist eine brutale Aneignung von Menschen, die aus dem Leid ihre Lehren basteln und politisches Kapital schlagen wollen, die es als moralische Waffe einsetzen und die es relativieren, indem sie es vergleichen.
Der Holocaust gehört nicht jenen, die nicht vergessen wollen, sondern ist eingeritzt in das Leben und in das Bewusstsein all derer, die nicht vergessen können.

Artikel 8 des Grundgesetzes gehört komplett abgeschafft. Hat sich nicht bewährt, wie die letzten Jahre gezeigt haben.
So kann man immerhin erkennen, welch faschistisches und antisemitisches Gedankengut die Linken in sich tragen!
Nicht zu vergessen, das gerade Buchenwald von den Sowjets weiterbetrieben wurde, will es gerade so praktisch eingerichtet war. Und und wer hat das gedeckt? Richtig die Mutterpartei der Linksjugend. Kannste dir nicht ausdenken.
„Die Leitung eines Konzentrationslagers, in dem Menschen gequält, gefoltert und ermordet wurden, einzig und allein….“
Wenn es um KZs geht, sollte man sorgfältiger mit seinen Formulierungen umgehen. Natürlich müßte es heißen: „Die Leitung einer KZ – Gedenkstätte….“
1937 von der SS errichtet diente es zunächst als Arbeitslager für Arbeitsscheue. Die brutale Judenverfolgung spielte auch in den 40er Jahren in Buchenwald nur eine untergeordnete Rolle; wahrscheinlich, wegen der unmittelbaren Nähe zu Weimar …
Unsäglich. Die DKP könnte man ja noch ignorieren, die interessiert eh niemanden, aber von der Linksjugend Solid werden einige vielleicht irgendwann im Bundestag oder in den Landesparlamenten sitzen. Vgl. dazu auch den WELT-Artikel „Wissen, wo ihre Zimmer sind“ – Linksjugend-Mitglieder beklagen Bedrohungen aus eigenen Reihen„ vom 04.11.2025 – es gab vorzeitige Abreisen vom letzten Bundeskongress, weil einige Delegierte durch andere Delegierte bedroht und angepöbel wurden, wegen ihrer Haltung zu Israel, die als “nicht kritisch genug„ gewertet wurde. Man fragt sich, was für ein Demokratieverständnis diese Leute haben.
Ach, Herr Buurmann, „das muss man sich mal vorstellen“… So schwer ist das doch gar nicht!
Israel- und Judenhass – zu „Antizionismus“ veredelt – ist Hass auf den dreieinen Gott der Bibel, und er ist nicht nur bei extremen Linksfaschisten zu Hause, sondern überall in der Welt.
Aber bei Extremfaschisten, die sich moralisch auf der einzig richtigen = guten Seite wähnen, ist er besonders ausgeprägt.
Dass eine Gedenkstätte an die Greuel der echten National-Sozialisten gegen Juden erinnert, passt den Faschisten nicht. Denn sie sehen die eigentlichen Faschisten in Israel und unter den Juden. (Ich nenne das „Projektion“; sie projizieren ihr eigenes Spiegelbild.) Deshalb muss bei Demos für Hamas und die „Palis“ sowie an Shoa-Gedenktagen und Denkmälern IMMER an die halluzinierten Greueltaten der Juden an den imaginierten „Palästinensern“ erinnert werden.
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Jesaja 5,18 >>Weh denen, die das Unrecht herbeiziehen mit Stricken der Lüge und die Sünde mit Wagenseilen.<<
Jesaja 5,20 >>Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!<<
hi, es sind Nihilisten, und das „gegen“ gegenüber Juden ist nun mal am stärksten aufgeladen. Daran obendrein vor Ort zu saugen, ist natürlich obergeil.