Anabel Schunke / 26.10.2019 / 15:00 / Foto: Achgut.com / 100 / Seite ausdrucken

Limburg: Warum die Herkunft des Täters relevant ist 

Im hessischen Limburg soll am Freitag ein 34-Jähriger Deutscher mit tunesischen Wurzeln seine Ehefrau in der Nähe des Busbahnhofs zunächst mit dem Auto angefahren und dann mit einer Art Axt getötet haben. Mehrere Zeugen beobachteten die Tat. Im Netz kursiert ein Video. Der Mann wurde festgenommen und macht bis jetzt von seinem Schweigerecht Gebrauch. 

Viele Meldungen zur Tat von Limburg verzichteten auf die Nennung des Migrationshintergrundes des Täters. Erfahrungsgemäß führt das erst recht zu Spekulationen im Netz über die Herkunft, da, sofern es es sich beim Täter um einen Deutschen ohne Migrationshintergrund handelt, in der Regel davon auszugehen ist, dass Ross und Reiter klar benannt werden. Darüber hinaus wächst der Anteil der Menschen innerhalb der Bevölkerung, der mittlerweile in der Lage ist, die spezifischen „kulturellen“ Merkmale einer Tat herauszulesen. Öffentliche Hinrichtungen wie diese kommen unter westlich geprägten „Biodeutschen“ eher selten vor. 

Der Pressekodex sieht vor, dass die Herkunft des Täters nur genannt wird, wenn "für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht". Dieser Passus wurde vor mehr als zwei Jahren ergänzt. Seitdem ist "bei der Berichterstattung über Straftaten darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse.“

Beides, der begründbare Sachbezug als auch das begründete öffentliche Interesse, kann man bei der Tat von Limburg als gegeben ansehen. Dennoch verzichteten viele Medien auf die Nennung der tunesischen Wurzeln des Mannes, der hier zwar geboren und aufgewachsen, aber anscheinend nie in der deutschen Gesellschaft angekommen ist. 

Im kulturellen und religiösen Mittelalter leben

Auch die Polizei Westhessen mokiert in einem Tweet die vermehrten Nachfragen von Bürgern bezüglich der Herkunft des Täters. Dabei sollte man mittlerweile wissen, dass diese Diskussion nicht mehr abebben wird. Natürlich ist es eine traurige Entwicklung, dass die Herkunft von Straftätern mittlerweile eine solche gesellschaftliche Relevanz bekommen hat, aber sie ist unmittelbare Folge einer unkontrollierten Migration und Einbürgerung, die von einer wachsenden Anzahl der Bürger nicht gewünscht war und ist und die deshalb einer einfachen Vergesellschaftung solcher Taten als „deutsches“ Problem auch nicht zustimmen.

Denn ja, es existieren Taten, für die es durchaus relevant ist, ob der Täter einen Migrationshintergrund hat, oder nicht. Die Tatsache, dass er einen deutschen Pass besitzt, relativiert das nicht. Im Gegenteil, es macht es noch schlimmer, weil sich anhand solcher Vorkommnisse zeigt, dass bei der Vergabe der deutschen Staatsbürgerschaft auf nichts geachtet wird. Dass man im kulturellen und religiösen Mittelalter leben, unintegriert bis zum geht nicht mehr sein und trotzdem Deutscher werden kann.

Wer natürlich ständig jeden „normalen“ Mord und jede Vergewaltigung hervorhebt, nur weil der Täter über einen Migrationshintergrund verfügt und gleichzeitig ausblendet, dass Deutsche dieselben Taten begehen, agiert in der Tat im Bestfall bigott, im schlimmsten Fall aus rassistischen Beweggründen. Es ist eine Binsenweisheit, dass es in jeder Nation Arschlöcher gibt und auch Deutsche Straftaten begehen. 

Bei einer solchen Tat wie in Limburg stellt sich der Sachverhalt jedoch anders dar. Wenn hier ein besonderes Interesse an der Herkunft oder den Wurzeln des Täters begründet wird, dann nicht aus rassistischen Gründen, um die nächste "Sensationsmeldung" zu haben, die ins eigene ideologische Bild passt, oder um alle "Ausländer" zu diskreditieren, sondern weil man anhand gewisser Taten auf die kulturellen und/oder religiösen Beweggründe des Täters schließen kann, die, speziell in Bezug auf sogenannte "Ehrenmorde", in dieser besonders öffentlichen und brutalen Form beim europäischen Mann in der Regel nicht vorkommen.

Form der öffentlichen Hinrichtung

Das heißt nicht, dass der europäische Mann nicht mordet und vergewaltigt. Es heißt lediglich, dass der europäische Mann seine Exfrau/Frau/Freundin in der Regel nicht auf öffentlicher Straße hinrichtet. Diese Form der öffentlichen Hinrichtung, des Ehrenmordes ohne jegliches Schuldbewusstsein, ist ein reines Phänomen von Kulturkreisen bzw. bestimmten Herkunftsländern, in denen die Frau qua Gesetz unter dem Mann steht. In denen ihr kaum bis wenig individuelle Freiheit zugebilligt und die gewalttätige Bestrafung für Ungehorsam bis zum Mord mitunter als legitimes Mittel des Mannes angesehen wird, seine "Ehre" wiederherzustellen.

Ein Täter, der einen Mord/eine Vergewaltigung am helllichten Tag mitten auf der Straße mit brachialen Methoden ohne die geringste emotionale Barriere begeht, verrät viel über sein eigenes Rechtsbewusstsein. Ein Mord hinter vier Wänden, ein Familienvater, der z.B. sich und seine Familie vergiftet oder erschießt, ist hiermit nicht zu vergleichen. Auch nicht der Mörder, der heimlich mordet und versucht, die Leiche verschwinden zu lassen. Den Mord macht das nicht besser, aber es ist psychologisch und in seiner politisch/gesellschaftlichen Dimension ein Unterschied, ob ein psychisch kranker Familienvater seine Familie hinter vier Wänden auslöscht, ein soziopathischer Killer Menschen heimlich tötet und ihre Leichen verscharrt oder ob jemand eine öffentliche Hinrichtung an seiner Ehefrau begeht, weil sie sich getrennt/ihn betrogen oder was auch immer hat und er dadurch seine "Ehre" wiederherstellt.

Der psychisch kranke Familienvater kann die Dimension seiner Tat nicht mehr erfassen. Der soziopathische Killer will weiter morden und unentdeckt bleiben, um nicht bestraft zu werden. Ihm ist bewusst, dass er etwas tut, was gesellschaftlich nicht akzeptiert ist und rechtlich geahndet wird.

Der Ehrenmörder mit Migrationshintergrund fühlt sich im Recht. Alles an der Art und Weise seiner Tat sagt aus, dass es sein Recht ist, so zu agieren. Er ist kein psychisch Kranker, der an Depressionen leidet und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Er ist in der Regel zu hundert Prozent Herr seiner Sinne. Er weiß genau, was er tut, und die Konsequenzen interessieren ihn nicht.

Das ist eine Form der Gewalt gegen Frauen, die nur in einem kulturellen Umfeld gedeiht, in dem Männer mit einem Verständnis von Ehre, Frau und Mann etc. aufwachsen, das in fundamentalem Gegensatz zu unseren westlichen Wertevorstellungen steht. Dass diese kulturelle Sozialisation ohne Probleme ohne jegliche westliche Einflüsse auch bei einem Menschen stattfinden kann, der hier geboren, aufgewachsen und deutscher Staatsbürger ist, relativiert hierbei nichts. Es macht es nur noch schlimmer und zeigt auf, dass man in Deutschland ohne Probleme ein Leben in einer völligen kulturellen Parallelwelt leben kann. Und das hat dann tatsächlich eine politisch/gesellschaftliche Dimension, über die geredet werden muss.

Foto: Achgut.com

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M.R.W. Peters / 26.10.2019

Blöd nur, dass in unseren Medien bei gewissen Straftaten Täter als “deutsch” genannt werden obwohl manche von ihnen andere “Wurzeln” haben bzw. anderswurzlige Eltern haben. Das soll dem letzten verblödeten Deutschen TV-Gucker suggerieren, dass der / die Täter nicht von anderswo stammen, sondern von hier. Wie blöd wird man gehalten?

Werner Arning / 26.10.2019

Ein Limburger Bürger tötet öffentlich seine Frau. Wirft diese Tat nicht ein schlechtes Licht auf alle Limburger? Ist denn die Tatsache, dass es sich bei dem Täter um einen Limburger handelte überhaupt von gesellschaftlicher Relevanz. Sollte man nicht, zum Schutze des guten Rufes der Limburger, diese Tatsache lieber verschweigen. Wem nützt es denn, zu wissen, dass es sich um einen Limburger handelte? Verstärkt diese Information nicht alle Vorurteile gegenüber Limburgern? Werden nicht alle Limburger unter Generalverdacht gestellt? Handelt es sich bei der Nennung der Herkunft des Täters nicht um eine mehr oder weniger bewusste Diskriminierung der Limburger? Auch Limburger haben ein Anrecht auf Menschenwürde. Solidarität für Limburger.

Karla Kuhn / 26.10.2019

Danke Frau Grimm für den Hinweis, “politikversagen.net”  Wenn es nicht so entsetzlich traurig wäre könnte ich richtig lachen. Ich habe es gleich weitergeschickt, damit sich auch andere daran “erfreuen” können.  Je mehr vertuscht wird, um so größer wird die Ablehnung für die gesamte Kaste !!  Ein HOCH auf die Demokratie !! Morgen ist Wahl in Thüringen, da soll wahrscheinlich der Schein gewahrt werden bis 18 Uhr.

Sabine Heinrich / 26.10.2019

Ich las gerade in den Lübecker Nachrichten online, dass 2 Männer in einem Supermarkt in Lübeck mit Schlagring und Messer aufeinander losgegangen sind. Tja - haben sich Benjamin und Jonas mal wieder nicht in der Gewalt gehabt - peinlich, diese unbeherrschten Deutschen! Morgen bilde ich eine Lichterkette und färbe das nächstgelegene AfD-Büro bunt. Immer diese asozialen, brutalen, vor nichts zurückschreckende Deutschen! Puh - zum Fremdschämen!

M.R.W. Peters / 26.10.2019

Ein Staat, in dem seine ursprüngliche Bevölkerung öffentlich einsehbare Äußerungen von Anderswurzlern wie “Nuttenaugen”, “Kartoffeln” oder “Köterrasse” höchstens als Entgleisungen mit religiösem Hintergrund mehr oder weniger akzeptiert und eher nicht strafrechtlich verfolgt, hat sich selbst bereits abgeschafft. Ich stelle oft vor, wenn derartige Entgleisungen in anderen Staaten vorkommen, was dann dort los sein würde. Btw: Ich stelle mir auch immer bei ö-r Krimis (ARD & ZDF) vor, wie es wäre, wenn die Rollen (m/w) vertauscht wären und ein Kommissar (m) der Kollegin das Butterbrot wegnehmen würde und selbt aufessen würde. Wobei dies nur ein ganz winziges Beispiel ist, wie in den Machwerken dieser Sender Frauen auf Männer negativ einwirken bzw. sie runter und lächerlich machen. Wer dies nicht glaubt, gucke sich (fast)  jeden beliebigen “Krimi” an und denke sich m/w einfach mal in vertauschten Rollen. So eine hinterlistige Beeinflussung der TV guckenden Bevölkerung (also quasi fast alle) sollte man mal ausgiebig diskutieren!

Gunter Baumgärtner / 26.10.2019

Herr Decke, bei Ihnen weiss ich nie ob die Kommentare ernst oder ironisch gemeint sind. Seit der Thannhäuser-Nummer bin ich aber sicher, dass Sie Zugang zu sehr starken Kräutern haben und diese auch zu Joints verarbeiten können, deren Größe geradezu phallisch sein muss und die Sigmund Freud erfreut hätten. Da Sie hier eine einschlägige “Grundausbildung” in der Religion des Friedens bezweifeln, sei Ihnen die Lektüre der Qur’an ans Herz gelegt, im Zusammenhang mit dem bestialischen Mord in Limburg insbesondere Sure 4. Achso, und wenn Sie wissen wollen, wer hier “Zwietracht zwischen den Völkern” sät, erforschen Sie doch mal, was Mohammed zum Thema Freundschaft mit Ungläubigen gesagt hat.

Wolf-Dietrich Staebe / 26.10.2019

Nee, das war ein verkleideter AfD-ler. Die sind ja eh an Allem schuld!

Wolfgang Nirada / 26.10.2019

Es ist doch furchtbar einfach - hatte der Täter einen Migrations- oder Islamistenhintergrund dann wird das von der Relotiuspresse nonchalant unter den Teppich gekehrt. Wars ein Deutscher dann ist das Geschrei dafür um so größer. Der iranische Amokläufer Ali David Sonboly wurde ja jetzt auch zum deutschen Rechtsradikalen befördert. Mich wundert hier nix mehr…

Christine Hecht / 26.10.2019

Der beste und treffendste Beitrag, den ich hier zu Lande je gelesen habe. Danke für Ihre klaren ehrlichen Worte. Wir Frauen werden in beängstigender Weise diskriminiert. Ich beobachte diese Entwicklung seit Jahren. Es sind d in der Regel männliche Richter, die bei Vergewaltigung etc. oft milde nicht nachvollziehbare Strafen verhängen.

Wolfgang Nirada / 26.10.2019

Ich lebe ja jetzt schon eine ganze Weile hier. Sowas gab’s früher nicht. Das ist also die versprochene kulturelle Bereicherung… Irgendwie fand ich es früher besser…

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