In diesen Tagen, an denen uns der Winter – den es hochdotierten Klimaexperten zufolge längst nicht mehr geben dürfte – fest im Griff hat, kommt ein kleiner Vorgeschmack auf den Sommer doch ganz recht, oder? Unlängst hatten wir uns ja mit dem Debütalbum der Sunshine-Pop-Band The Mamas & the Papas und ihrem begnadeten Songwriter John Phillips beschäftigt.
Papa John zeichnete aber nicht nur für die großen Erfolge der ersten gemischtgeschlechtlichen Popgruppe mit Nummer-eins-Hit verantwortlich, sondern auch für den wundervollen Song „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“, mit dem der Sänger Scott McKenzie der Hippie-Bewegung und dem Summer of Love 1967 die passende Hymne geliefert hat.
Phillips und McKenzie, der bürgerlich Philip Wallach Blondheim hieß, kannten sich von ihrer gemeinsamen Folk-Band The Journeymen, aus der nach einigen Umbesetzungen die Mamas & Papas hervorgegangen waren. „San Francisco“, das Phillips in nur zwanzig Minuten geschrieben haben soll, war McKenzies einziger großer Hit als Solosänger, mit dem er im Frühsommer 1967 den vierten Platz der US-amerikanischen Single-Charts erreichte.
Die Horror-Hippies von Haight-Ashbury
In Großbritannien, Deutschland und Österreich kletterte „San Francisco“ sogar bis an die Spitze der Hitlisten. So mancher fühlte sich durch den Song, in dem die Hippie-Kultur verherrlicht und die Flower-Power-Bewegung als eine „gesamte Generation mit einer neuen Erklärung“ gepriesen wird, animiert, nach San Francisco zu reisen und sich den Blumenkindern anzuschließen.
So auch Beatle George Harrison, der im August 1967 nach San Francisco kam und sich mit ein paar Freunden das Hippie-Viertel Haight-Ashbury anschaute. Dabei musste er entsetzt feststellen, dass dort nicht die liebenswürdigen Menschen aus dem Song lebten, sondern völlig abgedrehte, verwahrloste und drogenverseuchte Nachwuchspenner, die keine Manieren hatten und latent aggressiv waren.
Als die Leute ihn als Beatle erkannt hatten, wurde er von allen Seiten begafft und bedrängt. Und als er es ablehnte, von jemandem Drogen anzunehmen, bildete sich ein Mob, der ihn und seine Freunde bis zu ihrem Auto verfolgte. Die Erfahrung mit den Horror-Hippies hatte für Harrison aber auch ein Gutes: Er schwor daraufhin den Drogen ab und erweiterte sein Bewusstsein fortan auf natürliche Weise durch Meditation.
„Never Trust a Hippy“
Weil offenbar auch andere ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, gerieten die Hippies zunehmend in Misskredit. Insbesondere in der Punk-Bewegung ab Mitte der 70er Jahre wurde der Slogan „Never Trust a Hippy“ zum geflügelten Wort. Das hatte sicher auch mit den vielen spinnerten Ideen der Blumenkinder zu tun, die sich schon bald als widerspruchsvolle und realitätsferne Illusionen herausstellten.
Aber nochmal zurück zu Scott McKenzie: Er konnte in der Folgezeit noch ein paar musikalische Erfolge als Sänger, vor allem aber als Songwriter für sich verbuchen. Etwa mit dem von ihm geschriebenen „What About Me“, das der Sängerin Anne Murray 1973 einen Nummer-eins-Hit bescherte. Oder als Co-Autor des Songs „Kokomo“, mit dem die Beach Boys 1988 erstmals nach zweiundzwanzig Jahren wieder die Spitze der US-Charts belegen konnten.
Als John Phillips Anfang der 80er Jahre ein Comeback mit The New Mamas & the Papas startete, gehörte McKenzie ab 1987 zu deren Stammbesetzung. Um 2010 stellte er seine musikalischen Aktivitäten ein und zog sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurück. Im Sommer 2012 kam dann die Todesnachricht: Scott McKenzie verstarb im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Nervenkrankheit.
Beitragsbild: Michael Holley en:User:Swtpc6800 - Own work, Public Domain, via Wikimedia Commons

Platters…. Peter, Paul & Mary …. Weavers …. Les Paul & Mary Ford … Honeycombs…
Was für eine unsägliche, eintönige. langweilige und nervtötende Folkschnulze ist dieser Song !
@ Hinz Einfach mal den Wikieintrag zu „we are only in it“ lesen. Das Cober persifliert Pepper, die Musik die Hippies.
PS : – „ Easy Rider – Jack Nicholson about freedom Dennis Hopper Peter Fonda“ , YouTube . – Hatte ich noch vergessen , einzufügen .
Aber die Blüte des Summer of Love fand doch erst 2015 statt. Und wurde als Autumn und Winter of Love verlängert – mit wunderschönen Begegnungen in der Kölner Silvesternacht 2015 am Hauptbahnhof K. und drumherum, auch untenrum.
Living in the Past (live 1976) – wäre der passende Song für die Generation. Dabei waren Jethro Tull mit den anspruchsvollen Texten und musikalischen Fähigkeiten gerade in den Anfangsjahren eine Klasse für sich. Ausser Jethro Tull ist da auch nicht viel, was sich aufzuheben lohnt? Ich neige nicht zur Melancholie und bin kein großer Fan von erinnerungsbehaftetem Liedgut. Wenn Vergangenheit, dann Mittelalter oder noch früher. Aber nicht die kurze.
Die Flegeljahre waren auch nur möglich, weil der Westen unglaublich liberal war. Dass man so nicht leben kann, sollte eigentlich jedem klar gewesen sein. Halb angetrunken, mit Drogen abgefüllt und in Räuberhöhlen zuhause, das hält keine Sau lange aus.
Die Freaks waren immer reaktionär und hatten anstößige Vorlieben. Das ging nur in der Masse unter.
Die Punker waren dann ja wohl total grottig? Komischerweise überlebt immer das Schlimmste?
George Harrisson hat „Time Bandits“ produziert. Zwischen dem Film und allen andern liegen Welten. Der Film hat die Qualität zum „Klassiker“.
Schon im „ Bilbao Song “ von Kurt Weill wurden sie besungen : die Leute aus „ Frisco mit dem Geldsack “. Sagenhafte Grundstücks- und Appartmentpreise . Mit 5- 10000 im Monat brauchst du da gar nicht antanzen , da weht zwar ein unglaublich schöner , aber eisiger Wind wie z.B. in London ,Mailand , Lissabon oder Paris . Obendrein ‚ne Menge Obdachlose , Junkies , Kriminalität . Typisch Westcoast -Boomtown . Es ist schon lange nicht mehr wie in „ den Straßen von San Francisco “ . Im Vergleich zu heute sind die ein … Märchen aus uralten Zeiten . Scott McKenzie klingt heute wie ein Trauerlied , am kurzen Sommer der Hippies , oder dem langen der Demokraten liegt’s wohl kaum . Und auch nicht an den Typen , die in „ Easy Rider “ die Helden der Ära von den Karren ballern . Falls man da mal genau hinschauen möchte . Falls doch nicht , ist es mir auch völlig wurscht . Wer wird sich denn aufdrängen wollen mit unangenehmen Schlußfolgerungen ? Mit Rechts wäre alles besser . Ende der Märchenstunde .