Gemeinhin wird der Song „My Way“ mit Frank Sinatra in Verbindung gebracht. Zurecht! Denn seine Version ist die bekannteste. Neben „New York, New York“ gehört „My Way“ zu Sinatras berühmten Erkennungsmelodien. Tatsächlich ist das Original aber ein französischer Chanson, der 1967 von Claude François zusammen mit dem Komponisten Jacques Revaux und dem Trompeter Gilles Thibaut geschrieben wurde.
Das Lied mit dem Titel „Comme d'habitude“, was sich als „wie gewöhnlich“ oder „wie immer“ übersetzen ließe, handelt von einem ins Alter gekommenen Ehepaar, dessen Leben sich in Alltagsroutinen erschöpft hat. Nicht gerade der Burner vom Thema her. Und so war es auch gar nicht so einfach, einen passenden Interpreten für den Chanson zu finden. Gilbert Bécaud und Michel Sardou lehnten jedenfalls beide ab.
Der seinerzeit erfolgreiche Chansonnier Hervé Vilard akzeptierte den Song zwar, wollte ihn aber nur für eine Single-B-Seite verwenden. Also nahm Claude François die Sache selbst in die Hand und veröffentlichte noch im Jahr 1967 eine eigene Version. Diese hörte der kanadische Sänger und Komponist Paul Anka während eines Aufenthalts in Frankreich und beschloss sogleich, einen englischen Text dazu zu verfassen.
Von „Comme d'habitude“ zu „My Way“
Inspiriert von einem persönlichen Plausch mit Sinatra, bei dem der mit Mafia-Vorwürfen überzogene Entertainer darüber nachdachte, sich aus dem Showbusiness zurückzuziehen, textete Anka eine Art Epilog, in dem ein todgeweihter Mann sein erfülltes Leben rekapituliert und selbstzufrieden erklärt, die Dinge stets auf seine Weise („My Way“) erledigt zu haben. Dabei ließ er auch etwas von der derben Ausdrucksweise einfließen, die Sinatra im privaten Kreis pflegte.
Bezeichnenderweise zeigte sich Frankie Boy von dem Lied auch nicht besonders angetan, nahm es aber trotzdem auf. Die Single von „My Way“ erschien im Frühjahr 1969 und erreichte in den US-amerikanischen Charts lediglich Platz 27. Auf der anderen Seite des großen Teichs schlug der Song jedoch voll ein. Im Vereinigten Königreich kletterte er bis auf den fünften Platz und konnte sich rekordverdächtige einhundertzweiundzwanzig Wochen in der britischen Hitliste halten.
Mit der Zeit avancierte „My Way“ zu einem von Sinatras beliebtesten Stücken. Obgleich er den Text als hochtrabend empfand und es Zeiten gab, in denen er den Song am liebsten wieder losgeworden wäre, sang ihn Sinatra bis zu seinem Lebensende. Auch viele andere sangen das Lied nach. Die Liste der Interpreten reicht von Tom Jones, Sammy Davis Jr. und Engelbert über Shirley Bassey, Nina Simone und Aretha Franklin bis hin zu Cliff Richard und den Drei Tenören.
Die ultimative Version
Sogar Punk-Ikone Sid Vicious von den Sex Pistols hat eine Version von „My Way“ hingerotzt, bei der er am Ende des dazugehörigen Videos einen Revolver zieht und wahllos ins Publikum feuert. Darüber hinaus gab es auch deutsche Übersetzungen, die mitunter von Mary Roos, Mireille Mathieu, Harald Juhnke oder Fettes Brot gesungen wurden. Aber keine dieser Interpretationen hat mich je wirklich berührt. Bis ich eine hörte, die mich seither nicht mehr losgelassen hat.
Und zwar eine Live-Aufnahme des späten Elvis. Bereits seit den frühen Siebzigerjahren gehörte „My Way“ zu seinem Repertoire. Aber es sind die späten Versionen, die er am Ende seines Lebens gesungen hat – aufgeschwemmt und ausgelaugt, aber dennoch bei voller Stimme –, in denen sich die ganze Tragik dieses größten Popstars aller Zeiten widerspiegelt, der einst zum König des Rock'n'Roll gekrönt wurde und als bedauernswertes Opfer des Showbusiness endete.
Die hier verlinkte Aufnahme von „My Way“, entstand am 21. Juni 1977 in Rapid City, South Dakota, bei einem von Elvis' letzten Konzerten. Obgleich ihm bei der Ansage der Titel entfällt und er den Text anfangs noch ablesen muss, singt er den Song so, als ob es darin um sein Persönlichstes ginge. Einfach nur zum Niederknien! Auf den Tag genau acht Wochen später, war Elvis tot.

Ansonsten : Brian Setzer , „Americano“ . Für die nächste Gartenparty , gegen die Trübsal und FALLS flotte Feger dabei sind .
Dauem hoch für den King und Mittelfinger senkrecht für den Mafia boy (ich mag den Kerl einfach nicht) – vermutlich wird der derzeitige Möchtegern King der USA uns nach Ablauf seiner Amtszeit mit einem Cover von /I did it) My Way in den Ohren liegen. Im Übrigen unterstütze ich die Petition von Bernhard Piosczyk, aber bitte nur die unpolitischen Lieder von Herrn Moebius nach dessen Zeit bei TSS.
Hallo Herr Scheuerlein,
besten Dank für diese gelegentlichen Hinweise!
VG
WOW!
Was für ein Musiker, was für ein Sänger!
Herr Scheuerlein, bitte einen Beitrag über den deutschen Rock Poeten Rio Reiser (Ton Steine Scherben) bringen. Meine Meinung, Rio Reiser ist das Beste was die deutsche Pop/Rock Musik hervorgebracht hat. Seine Solo Karriere ist einzigartig. Solche Lieder wie : „Der Junge am Fluss“, „Träume“, etc. sind grandios.
WOW!
Was für ein Musiker, was für ein Sänger!
Votiere trotzdem für die Variante von Sid.