Bei einer Abstimmung stimmten über 55 Prozent der Bürger dafür, das Gesetz über den "Liechtensteinischen Rundfunk" abzuschaffen.
Das bedeutet, dass "Radio Liechtenstein" ab 2026 keine gesetzliche Grundlage und Finanzierung mehr haben wird, berichtet der Deutschlandfunk. Damit ist das Fürstentum Liechtenstein das erste Land in Europa, welches künftig kein sogenanntes öffentlich-rechtliches Medium mehr haben wird. Die Teilnahme an der Abstimmung lag bei 59 Prozent.
Der Sender wird hauptsächlich aus öffentlichen Mitteln finanziert. Obwohl keine gesonderter Rundfunkgebühr wie in Deutschland erhoben wird, kritisierten die Initiatoren der Volksabstimmung, dass der Sender mit knapp vier Millionen Franken im Jahr 70 Prozent der gesamten Medienförderungsgelder erhält und wiederholt mit Notkrediten gerettet werden musste. Weiterhin argumentierten sie, dass ein privater Radiosender diese Leistungen günstiger erbringen könnte. Vorbilder dafür gibt es im Nachbarland Schweiz.
Die Regierung Liechtensteins hatte davor gewarnt, dass eine wichtige Informationsquelle für die Meinungsbildung verloren gehen würde. Ausserdem heisst es von den Unterstützern des staatlichen Rundfunks, dass ein Radiosender in einem so kleinen Staat mit nur 40.000 Einwohnern nicht wirtschaftlich betrieben werden kann.
