Rainer Mohr, Gastautor / 11.12.2020 / 17:00 / Foto: Pixabay / 14 / Seite ausdrucken

Lieber Bach lauter als Lauterbach

Von Rainer Mohr.

Vor einigen Tagen stand an dieser Stelle ein Artikel, der Ihnen einen Zugang zur Country Music anbieten wollte. Es sollte der Versuch sein, neue Impulse zum Abwettern der tristen Lockdown-Tage aufzuzeigen. Vielleicht hatten Sie Freude daran, den vorgeschlagenen Songs zu lauschen. Wenn das so war, dann dürfen Sie sich zukünftig auf unzählige neue Eindrücke freuen, die Ihnen die Country Music bieten kann und wird, wenn Sie nur suchen.

Dank an den Foristen, der auf Mary Chapin Carpenter hinwies. Schon älter, aber eine wunderbare Beschreibung des Ehealltags: „He think´s he´ll keep her“. Dieses Stück ist uralt, aber immer noch eine Warnung gegen die schleichende Verrohung in der Beziehung, zeitlos = klassisch.

Da die Szene der Country-Live-Music in den letzten Jahren ohnehin erheblich geschrumpft ist und die bestehenden Bands derzeit nicht auftreten können, wird man wohl zukünftig deutlich weniger Open-Air-Konzerte (Tossens, Beilrode, Emsland) erleben dürfen. Das ist schade für alle.

„Alte toxische weiße Freunde der autochtönenden Volksmusik“

Um Ihnen eine weitere musikalische Anregung für die langweiligen Abende zu Hause zu geben, soll mit diesem Artikel auf Musicals eingegangen werden. Während Vati vielleicht zum Country neigt, hat Mutti gern mal was Schmusigeres (und da steht dem Männchen regelmäßig sein abweichender Chromosomensatz im Wege). Daher zur Versöhnung der unterschiedlichen Neigungen hier ein Alternativangebot.

Möglicherweise löst das Stichwort „Musical“ zunächst einen Abwehrreflex in Ihnen aus. Denn anders als die in Deutschland selten gespielte Countrymusik kennt man Musicals schon mal eher aus Sendungen wie „Alte toxische weiße Freunde der autochtönenden Volksmusik“ oder ähnlich titulierten Blockbustern, in denen heutzutage noch Stars wie Roberto Blanco oder Jürgen Drews als Hauptacts vermarktet werden. (Warnhinweis für die Zuhörer: Verwechseln sie nicht die indigene Musik der Bio-Kartoffeln mit der ähnlich klingenden Musikrichtung ‚Indie‘, ganz böser Fehler.)

Und – anders als bei Country mit seinen üblichen Längen um die drei Minuten pro Titel – kann man Musicalmelodien überwiegend nur dann vollständig wertschätzen, wenn man der gesamten Vorstellung zuhört und diese auch sieht, beobachtet. Durch die Wahrnehmung über Bildschirm überlassen Sie dem Cutter die Entscheidung, was bemerkenswert ist; bevorzugen Sie live. Nehmen Sie daher die hier genannten Beispiele lediglich als Trailer, welche dazu verlocken möchten, Sie in eine „echte“ Vorstellung zu ziehen. Mit echten Musikern mit richtigen Instrumenten, bei denen alle Ober- und Untertöne unhörbar hörbar werden; erst sie geben der Kunst einen eigenen vollständigen Charakter und Zauber.

Ob in Bremerhaven (Sunset Boulevard, Chicago) oder Fulda (Der Medicus, Die Päpstin), ob in den Freilichtbühnen von Tecklenburg (Osnabrück) oder Meppen: Oft verfügen auch kleinere Bühnen über hervorragend besetzte Rollen, die den Vergleich mit den eigens gebauten riesigen Musicaltheatern der großen Städte keineswegs zu scheuen brauchen.

Als Geschenk zu Weihnachten bietet sich für ältere Verwandte vielleicht eine entsprechende DVD an. Leider gibt es dafür nicht ganz so viele Angebote, fürchte ich.

Ideales Christmas-Gift

Die alten Werke von Andrew Lloyd Webber (Hair, Joseph, Evita, Cats; oft entstanden in Zusammenarbeit mit Tim Rice) dürften ohnehin dem aktuellen Zeitgeschmack entglitten sein. Die Hollywood-Verfilmung von „Phantom der Oper“ aus dem Jahr 2005 gibt es auf DVD auch in deutscher Synchronisation. (By the way: lauschen Sie der erstaunlichen Sarah Brightman, der seinerzeit die Rolle der Christine Daaé auf den Leib geschrieben wurde; sie war Webbers Ehefrau. Ihre CD „Wintersymphonie“ beispielsweise ist kein Musical, aber ideal für entschleunigte Winterabende).

Falls Ihre Schwiegereltern auf das Phantom stehen, dieses aber schon hundertmal gedudelt haben, kann man als Christmas-Gift („gift“ notfalls googeln) auf das Folge-Musical „Love never dies“ zurückgreifen. Dieses ist aber wohl lediglich auf CD verfügbar, und ob derzeit eine Version auf Deutsch gesungen wird, weiß ich nicht.

Für das Musical „Les Misérables“, das unbestreitbar ganz oben im Ranking stehen muss, gibt es eine DVD-Verfilmung mit der Originalmusik (aufgepasst: es bestehen zwei gleichnamige Musicals, und zur Qualität des einen möchte ich mich hier nicht äußern). Die Verfilmung ist aufwändig gemacht, aber hat die Einschränkung, dass die Schauspieler selber singen (was nicht primär deren Metier ist), und das auch nur auf Englisch. Ähnliche Darbietungen, in denen die Schauspieler singen, haben Sie möglicherweise schon bei „Mamma Mia“ erlebt, der in Bilder gegossenen Schnulze zur ABBA-Musik. Wobei der verlinkte Song „Slipping through my fingers“ zeitlos ist.

Sehenswert ist auch die DVD-Verfilmung von „Chicago“. Doch auch da muss man für die Lieder dieses Werkes schon recht textfest sein, wenn man die Englisch gesungenen Titel verstehen will, was für das Verständnis der Handlung bedeutsam ist.

„Nicht ‚Hakuna Matata‘, sondern ‚Schattenland‘“

Einige wenige DVDs mit deutschen Texten gibt es jedoch, beispielsweise mit „Friedrich“ oder „Kolpings Traum“. Deutlich umfangreicher ist natürlich das Angebot an verfilmten Opern oder Operetten.

Die Variante, altbekannte Songs aus gewöhnlichen Samplern in eine merkwürdig drumzugestrickte Handlung aufzupumpen und mit neuem Namen als „Musical“ zu verkaufen, scheint mir nicht empfehlenswert zu sein, wenn man tatsächlich eigenständige Musik hören möchte (dies wurde wie bei Mamma Mia auch mit den Hits von Petry, Lindenberg oder Jürgens so gemacht). Das ist aber natürlich Geschmackssache und mag mit guter Show Laune machen. Auf DVD/CD jedoch, naja, das liegt im Auge des Betrachters. Bevorzugen würde ich dann eine DVD mit der Aufzeichnung eines Livekonzerts.

Bei CDs (und natürlich elektronisch verfügbar) gibt es eine große Anzahl wunderbarer Storys.

Auf den König der Löwen muss man nicht hinweisen, der ist ein Klassiker. Allein die Autorenschaft von Elton John und Tim Rice garantiert Musik auf höchstem Niveau. Angesichts der heutigen Situation empfehle ich Ihnen nicht „Hakuna Matata“, sondern „Schattenland“.

Vom gleichen Autorenteam stammt auch „AIDA“, das weder mit der Oper von Verdi noch mit den Kreuzfahrtriesen aus Rostock (oder Papenburg) verwechselt werden darf. Der passende Titel für die stilbewusste Gattin ist „My strongest suit“ oder dessen Reprise. Allerdings möchte ich davor warnen, der stilbewussten Gattin statt eines aus tiefstem Herzen gewünschten Kleidungsstücks ausschließlich diese CD unter den Tannenbaum zu legen; als Ergänzung zum Textil („… bei dieser fetzigen Musik musste ich sofort an Dich und an Dein Talent für stilvolle Kleidung denken, Schatz…“) mag der Text jedoch durchaus Sinn machen.

„Goldman-Sachs“ und Konsorten getanzt

Da wir oben schon von einem Land im Schatten sprechen, dann kann ich nicht umhin, den „Tanz der Vampire“ anzupreisen. „Doch die wahre Macht, die uns regiert, ist die schändliche, unendliche, verzerrende, zerstörende und ewig unstillbare Gier“ ist ein Zitat aus einem der Titelsongs „Unstillbare Gier“. Denken auch Sie dabei an Firmenlenker, die Erfolgsprämien kassieren, während gleichzeitig der Staat deren Liquidität sichert und die Mitarbeiter in Kurzarbeit schuften?

Die Schlussszene ist (alleine sie schon wäre) ein Hammer.

Im verlinkten Video heißt es am Schluss ab 6:40: „Wir trinken Blut / wir haben Null Moral / was aus dieser Welt wird, ist uns scheißegal / we'll drink your blood and then we'll eat your soul / nothing´s gonna stop us / let the bad times roll”

Hören Sie sich die Wörter und Worte der Schlussszene genau an; diese hier wiederzugeben, ist erstens zu lang und zweitens lebt der Liedtext bestimmend vom dampfenden Rhythmus der Tänzer (und drittens lebt dieser Artikel zu großen Teilen von Ihrer Vorfreude). Tanz der Vampire: der Name „Goldman-Sachs“ und Konsorten getanzt, ähnlich wie im Waldorfkindergarten, leider nur nicht so harmlos.

(Hinweis: „Die riesengroße Gier“ wird am Beispiel Lehman Brothers genauso gut im deutschen Schlager beschrieben, in diesem Beispiel gesungen von Udo Jürgens. Zitat dort:

„Nur ein Gedanke macht mich krank / wär’ diese Erde eine Bank / ich hätte glatt gewettet / sie wäre längst gerettet“

Es gibt viele deutsche Schlager mit guten und kritischen Texten, aber diese werden leider so gut (gut?) wie nie im Radio gesendet. Aber das ist ein anderes Thema.)

Aus Begeisterung über die Vielfältigkeit schmissiger Lieder kann nicht umhin, Ihnen zusätzlich den dritten Titel dieses Musicals (das heißt „Tanz der Vampire“) vorzustellen. Dieser heißt „Knoblauch“. Welcher Besucher würde mit solch einem Text rechnen, „Knoblauch“? Daraus ein Lied zu machen, das ist ebenfalls eine Kunst, unerhört!

Das Vampir-Musical lehnt sich stark an Polanskis gleichnamigen Film an. Insofern ist es empfehlenswert, eine passende DVD dieses Spielfilms zu besorgen und beides nacheinander zu genießen, denn die Handlung ist direkt übertragbar. Lustig auch für Kinder.

Die wahre „Sisi“

Eine ähnliche Situation ergibt sich bei „Spamalot“. Viele Leser werden den alten Film (Monty Python, John Cleese) kennen: die „Ritter der Kokosnuss“. Das Musical dazu bietet spritzige Musik und kommt mit weniger Klamauk aus. Andererseits sind Musik und Handlung in der CD ohne Kenntnis des Films nur schwierig nachvollziehbar. Aber wenn Sie jemals Gelegenheit bekommen sollten, Karten für eine Live-Vorstellung dieses Musicals zu bekommen: Kämpfen Sie um jede Karte!

Ein echter Klassiker ist „Elisabeth“. Pure Faszination, zudem eine erkennbar (selbst-) kritischere Sissi als jene in der falsch betitelten (Elisabeth wurde „Sisi“ gerufen) jährlichen TV-Schmonzette und daher näher dran am wahren, eher schwierigen Charakter der Kaiserin. Auch über den unglücklichen Thronfolger „Rudolf“ gibt es ein Musical, allerdings mit weniger Nachfrage.

Ebenfalls super, aber weniger bekannt ist „Elisabeth, die Heilige“, also achten Sie genau auf den Titel, damit Sie das richtige Musical bestellen.

Weitere historische Personen beschreiben unter anderem die Musicals „Marie Antoinette“, „Mozart“, „Ludwig II“ oder „Bonifatius“ beziehungsweise (fiktiv, als Adaption des Romans) „Der Medicus“ oder „Tarzan“.

Unbedingt empfehlenswert sind die aktuellen Bühnenstücke „Die Päpstin“ (mit der grandiosen Sabrina Weckerlin) und „Doktor Schiwago“ mit dem ebenso authentischen Jan Amman.

Auch zu „Robin Hood“ gibt es seit Jahren eine sehr hörenswerte CD. Bruder Tuck wurde seinerzeit (live auf der Bühne, nicht auf der CD) von Günther Kaufmann gesungen, der Kardinal von Mathieu Carriére, falls ich mich recht erinnere. 2021 soll ein neues (gleichnamiges) Stück aufgeführt werden, bei dessen Produktion Chris de Burgh mitgewirkt hat. Dafür scheint es noch keine CD-Aufzeichnung zu geben. Geplant sind für 2021 auch „Besuch der alten Dame“ und „Sister Act“ sowie andere Produktionen, die hier nicht alle aufgezählt zu werden brauchen, weil deren Aufführungszeitpunkt von politischen Vorgaben abhängig sein wird.

„Starlight Express“ in gekühlter Halle

Auch insgesamt ist diese Auflistung natürlich nicht annähernd vollständig.

Schon, dass „Heiße Ecke“ darin bislang nicht enthalten ist, ist eine Schlechtleistung des Autors. Hoffentlich wird man es demnächst wieder sehen können auf der Reeperbahn; die Vorstellung wird von Zeit zu Zeit überarbeitet. Bevor Sie die sündige Meile aufsuchen, recherchieren Sie mal den Begriff „Koberer“ – das ist das Metier, welches hier gerade bei Ihnen versucht wird: Interesse zu wecken. Und verpassen Sie in Hamburg nicht, den Spuren der Beatles zu folgen.

Für Jugendliche – aber genauso für Erwachsene – bestens geeignet ist „Starlight Express“. Auch diese rasante Vorstellung wurde von Andrew Lloyd Webber komponiert. Läuft seit 30 Jahren, und zwar auf Rollschuhen in einem eigens dafür gebauten Theater. Wegen der Leistung der Künstler, die durchaus mit Hochleistungssport zu vergleichen ist, wird die Halle gekühlt. Nehmen Sie also eine etwas dickere Jacke mit. Und da ein Teil der Bühne durch die Zuschauerbänke verläuft, ist hier mal der Sitzplatz in der ersten Reihe nicht unbedingt der beste.

Es gibt auch Musicals für den Geschmack von Kindern, bei denen die Texte und Melodien etwas einfacher gehalten sind. „Die Schatzinsel“ etwa oder „In 80 Tagen um die Welt“. Oder der „Zauberer von Oz“ mit dem Text (dort gerichtet an die Erwachsenen):

„Warum hört ihr nicht zu / habt ihr früher nie gespielt / war eure Welt denn immer grau?“. Gute Frage.

Lieber Bach lauter als Lauterbach

In der aktuellen Situation, in der uns der Alltag grauer zu werden scheint, sollten wir gelegentlich eher auf Noten hören als auf so manchen TV-„Blickpunkt“, der aufgeregt jene Zahlen aufzählt, die morgen erneut in der Zeitung stehen werden. Die Fernbedienung des TV kann man auch gern mal vom Couchtisch entfernen. Musik ist vielfältiger, konstruktiver, kreativer, beruhigender. Merke: Lieber Bach lauter als Lauterbach.

Erinnern Sie sich an Michael Endes „Momo“? Die grauen Männer dort wurden besiegt durch Entschleunigung.

Ich bin zuversichtlich, dass das eine oder andere hier genannte Musikstück Ihren Geschmack treffen wird. Und ich bin überzeugt, dass diese kleinen Anregungen in diesem Text dazu geeignet sind, Ihren Alltag zu verschönern, bunter werden zu lassen. Erinnern Sie sich an Clementine: Selbst ein richtig graues Grau kann mit dem geeigneten Mittel zum Verschwinden gebracht werden.

Vielleicht treffen die hier vorgestellten Titel nicht Ihren Geschmack, aber sie sollten zumindest eine neue Erfahrung bei Ihnen entstehen lassen und somit die Chance bieten, über die Feiertage hinweg zusätzlichen Gesprächsstoff zu finden. Stellen Sie Ihren Gästen Ihren persönlichen musikalischen Geschmack vor und bekritteln sie gerne den hier geschilderten Musikgeschmack. Dies sollte eine fruchtbare Aussprache ermöglichen, sofern nicht Bing Cosby mit 78 Umdrehungen auf Schellack oder der alte Kassettenrecorder mit „In der Weihnachtsbäckerei“ unverrückbare Tradition an Ihrem Festtagstisch ist, die nicht erweitert werden darf.

Klingt wie ein Trabbi am Auspuff

Falls Ihnen weder Country noch Musical gefallen, dann suchen Sie nach Ihrer eigenen Musikrichtung: das lohnt sich immer. „Ghost town“: die Stones im Lockdownmodus. Das macht Spaß. Oder hören Sie etwa Herbert Knebel, wenn er Elvis singt (und seine Begegnung mit „The Pelvis“ schildert). Oder etwas gänzlich anderes: Der Weg ist das Ziel!

Es gibt sogar Musik, die ist so klasse, dass man sie Klassik nennt. Wer die Werte des Abendlandes und des Humanismus hochzuhalten meint, der wird an der Auseinandersetzung mit solchen Werken nicht vorbei kommen.

Schließlich: Notfalls gibt es auch Musik ohne wahrnehmbare Harmonien. Eine Stunde Zwölf-Ton-Musik verhilft zu neuen Erkenntnissen im Musikgenuss. Man vergleiche Dodekaphonie und Kakophonie; vielleicht gibt es da einen Unterschied.

Oder diese moderne Musikrichtung, bei der man einen eintönig gerotzten Schmuddeltext vorgesetzt bekommt, der sich anhört wie ein Trabbi am Auspuff, wenn man diesen im Permafrost der Tundra zum Warmlaufen im Leerlauf püttern lässt. „Rap“ heißt das, glaube ich. R.I.P., „Rap“. Da möchte ich nichts verlinken: „Rap“ ist ein Nichts an sich und braucht nichts an Links, finde ich Neu-Kulturbanause.

Dürfen Sie aber gerne anders sehen. Es gibt die Kommentarfunktion.

Ansonsten: Anything goes.

Es gibt – noch – nicht-virtuelle Geschäfte

Ein vorletzter Wunsch, schließlich steht Weihnachten vor der Tür. Vielleicht möchten Sie noch kurzfristig Musikträger bestellen? Wie schön.

Ein Hinweis: Am Markt gibt es Verkäufer, die sich auf Initiative des Ober-Europäers Juncker in Luxemburg angesiedelt haben, damit dieses Land den Rest der Solidargemeinschaft mit zu niedrigen Steuern abledern kann. Da hat er wohl „America first“ falsch verstanden und sich von den Amis ein paar Millionen europäisch verwendbare Dukaten abluxen lassen, wodurch der reichste Mann der Welt zu recht behaupten kann, dass es nicht allein das kapitalistische System war, welches ihm den Wohlstand ermöglichte. Und wir dachten, die Selbstherrlichkeit der Junker sei mit Ende des Zweiten Weltkriegs beendet worden.

Es gibt kaum einen Wert, der niedriger ist als der gezockte Steuersatz zur Begünstigung jener Anbieter (der Leitzins der EZB allerdings ist noch niedriger, deshalb das „kaum“). Was noch niedriger ist als der Steuersatz der Firma A* des Besitzers B* in L*, ist die Beratungsleistung dieses Anbieters zugunsten seiner Kunden und damit entsprechend die Anzahl der Arbeitsplätze vor Ort in *..... (hier bitte den Namen Ihrer Gemeinde einsetzen). Denken Sie bitte daran, bevor sie das Verkaufslokal Ihres Vertrauens in *..... aus- und aufsuchen.

Egal, ob Sie Musical oder Country oder meinethalben auch Rap verschenken wollen. Oder was sonst auch immer. Bücher, Spielzeug oder das teure elegante Kleid, das Sie Ihrer Frau kaufen, weil es so gut zu dem Lied aus AIDA passt und zu dem Talent Ihres Schatzes für stilvolle Kleidung. Es gibt – noch – nicht-virtuelle Geschäfte, in denen mit-Menschen (Schreibweise ist gewollt) ihr Einkommen erkämpfen müssen.

Auch zugunsten des Fachhandels vor Ort in *..... gilt: das Ziel sei der Weg dorthin. Ein schönes Geschenk gehört eingepackt in Weihnachts-, nicht DHL-Packpapier: Selbst sei der Weihnachts-Mann, edel und gut.

 

Rainer Mohr, geb. 1957, Diplom-Verwaltungswirt, arbeitete 30 Jahre lang in der niedersächsischen Kommunalverwaltung, unter anderem als stellvertretender Behördenleiter. Aktuell ist er als selbstständige Aushilfskraft im Öffentlichen Dienst tätig.

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Leserpost

netiquette:

Karl-Heinz Vonderstein / 12.12.2020

Ich liebe Wagner Musik, ich bin süchtig danach.Finde sowieso, dass die erhabendste Musik meistens von deutschsprachigen klassischen Komponisten geschrieben wurde (Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Schubert, Wagner, Brahms etc.).

Lutz Serwuschok / 11.12.2020

Kann man, muss man aber nicht. Lyrik wäre mir lieber. Meine Meinung - hat auf der Achse untergeordneten Rang. Anders : wenn ich Populärkultur möchte, kauf ich oder Schlag da nach. M. a. W. dumm dideldum.

Maria Dreiling / 11.12.2020

Fehlende Live-Musik? Hatte heute das Bedürfnis, Lloyd Webbers REQUIEM zu hören.  D I E S   I R A E -  im Dezember 1984 aufgenommen…

Hans-Heinrich Vagts / 11.12.2020

The Greatest Showman.  Tolle Schauspieler, tolle Musik.  Absolute Empfehlung auf DVD.

Christa Ludwig / 11.12.2020

Klasse finde ich den Rundgang durch Musikgeschichte und -kultur, die Herrn Mohr als ausgesprochenen Liebhaber ausweist, der sich nicht auf ein bestimmtes Genre festlegt, sondern im Sinne von ” wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen” auch den Musikgeschmack anspricht, der oftmals als verpönt gilt. Toll war es, im Straßenkreuzer lautstark Country zu hören. Und neulich war ich doch zu einer Beerdigung, bei der die Hauptperson sich den Abschied mit den Rolling Stones erbeten hatte - bei dieser ungewöhnlichen Lautstärke fand ich auch die Grabstätte schneller. Wie leicht ist es somit darzustellen, daß wir Menschen verschieden sind -  und wie falsch ist unsere Gleichmacherei-Politik. Es lebe wie immer der Unterschied!

Gerhard Döring / 11.12.2020

Hallo Herr Mohr,ich liebe Country und bitte für folgende Zeilen um Nachsicht. Vor Jahren konnte ich den TV Sender CMT über Intelsat empfangen und er lief zu Hause immer,ich fühlte mich beinahe wie ein Amerikaner.Dann wurde die Zuführung über Intelsat nach England leider eingestellt und nichts ist seitdem in unserem eingemauerten Deutschland mit der großen Vielfalt.Jeder Meint er kenne sich bestens aus,er kenne Jonny Cash.Wir verblöden.Der AFN Berlin brachte Country und später fuhr ich am Wochenende mit dem Wohnwagen oft nach Bremerhaven um dort den Country Coundown auf AFN Bremerhaven mit Bob Kingsly zu hören.Wurde vor Jahren auch Sonntags vom britischen Soldatensender BFBS übertragen(Country Coundown später mit Keks Brooks von Brooks und Don) Die Amis sind weg und als Ersatz empfehle ich allen das Internetradio.Darf für Neulinge aber nicht etwas sein was nur Tages Hits spielt,es überfordert. Versucht es bitte mit dem Sender “Shugar Country"und lasst es einwirken,ein super Mix ohne Werbung.

Karola Sunck / 11.12.2020

Ein altes Sprichwort sagt: ,,Wer die Musik bestellt, der bestimmt was sie spielt`` Das wird hier absurdum geführt! Die Bevölkerung hat die Musik bestellt und Merkel bestimmt was sie spielt! Es müsste anders sein: ,, Die Bevölkerung hat die Musik bestellt und bestimmt was Merkel damit spielt.``  Z.b. , den Willen des Volkes umsetzen und Volksabstimmungen zulassen, wie in der Schweiz. Das wäre Demokratie. Ich bekenne mich zu sozialer Marktwirtschaft, in einer freien demokratischen Gesellschaft. Dieses abzuschaffen, ist die Agenda von Merkel und ihre Helfer. Hat sie beim 60 jährigen Jubiläum der CDU 2006 verkündet! Bekam sie frenetischen Beifall dafür. Die Freiheit des Individuum ist ein kostbares Gut, sie sollte mit allen verfügbaren Mitteln verteidigt werden. Es wird höchste Zeit, dass in diesem Staate eine andere Musik gespielt und das gesamte Orchester und besonders die Dirigentin ausgetauscht wird!!

Otto Hold / 11.12.2020

Sehr geehrter Herr Mohr, wenn Sie wissen wollen, was man aus Andrew Lloyd-Webber machen kann, schauen Sie doch man in die Du-Röhre, wo es ein Duett zu finden gibt. Phantom der Oper, gesungen von Henk Poort, einem Opernsänger, der die Rolle des Phantoms jahrelang gegeben hat und Floor Jansen, der Sängerin von Nightwish. Eben diese finnische Band hatte das Lied selbst jahrelang im Repertoire, mit der “alten” Sängerin Tarja Turunen.

PALLA, Manfred / 11.12.2020

... SpielZeug oder das teure elegante Kleid, das Sie ihrer Frau kaufen ... ?!? - also genau nach meinem Motto: - “Lieber `ne CORINNA (Carina geht auch) in REIZ-Wäsche als nur C O R O N A mit REIZ-Husten” !?!  ;-)

Johannes Keil / 11.12.2020

In der Musical-Sparte fehlt ein Hinweis auf das Rock-Musical „rent“ von Jonathan Larson. Es wurde in verschiedenen Übersetzungen auch an deutschen Theatern gespielt. Ich empfehle den Wikipedia-Beitrag sowohl zum Musical als auch zum Autor (eine Geschichte von besonderer Tragik, denn er verstarb am Tag der Premiere und konnte den Erfolg nicht mehr erleben). Zum Einstimmen empfehle ich „Seasons of Love“. Danach will man das ganze Musical sehen und hören.

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