Den unten stehenden offenen Brief schrieb ich an die jungen Menschen meiner Heimatstadt, die am letzten Freitag in Aschaffenburg für die Umwelt demonstrierten, anstatt zur Schule zu gehen. Ich veröffentlichte ihn zunächst am 9. Februar auf Facebook. Er sorgte bei den örtlichen Grünen für erhebliche Entrüstung.
Liebe Jugendliche, junge Menschen und Bürger von Aschaffenburg,
zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu Eurer Demo am 8.2.2019. Ihr habt damit von einem gesetzlich verbrieften Grundrecht Gebrauch gemacht, nämlich Euch frei und friedlich und ohne Waffen zu versammeln. Ich meine damit explizit die, die sich tatsächlich aus Sorge auf dem Aschaffenburger Stiftsplatz eingefunden haben – nicht die, für die da alles nur ein Riesen-Happening und ein guter Grund war, sich vor ein paar Schulstunden zu drücken – auch, wenn dies natürlich ebenfalls legitim ist. Wer freut sich nicht über ein paar schulfreie Stunden? Ich als alter weißer Mann, also als einer, der Euch „die Suppe“ durch sein Verhalten „eingebrockt“ hat, stimme allerdings nicht in die Jubelchöre des „gut gemacht, weiter so“ ein, die Euch allenthalben um die Ohren schallen – übrigens von Leuten, die „im Namen des Umweltschutzes“ auch schon gerne einmal mit 125.000 Flugmeilen zur „Senator Class“ der Lufthansa gehören. Natürlich sind die dabei für das Klima unterwegs. Und in den Urlaub.
Nein, mir geht es um etwas Anderes. Eben weil ich Euch ernst nehme. Zuerst einmal möchte ich Euch die Angst nehmen, die Euch überhaupt auf den Stiftsplatz gebracht hat. „Ich will, dass Ihr alle die gleiche Panik empfindet, die ich jeden Tag habe“, sagt Greta Thunberg, eine Eurer Ikonen.
Nein, liebe junge Menschen: für Panik besteht wahrlich kein Anlass – zumal die Welt seit 70 Jahren bereits untergeht. Wir sind immer noch hier. Trotz angeblich einem komplett abgestorbenen Wald, verschwundenen und ausgebeuteten Ressourcen, Ozonloch, Atomstrahlung, kosmischer Strahlung, abtauenden Polkappen und was weiß ich nicht noch, welchen düsteren Prognosen und Gefahren, die die Auguren seit 1950 vorausgesagt haben. Wir werden älter als jemals zuvor. Und dies nicht nur dank verbesserter Medizin, sondern weil die Menschheit immer in der Lage sein wird, Alternativen zu finden und Wachstum zu generieren. Ich glaube an die Menschheit – und an Euch. Ich habe ein positives Menschenbild.
Ihr habt es in der Hand!
Ihr seid in eine Gesellschaft hineingeboren worden, der es noch nie so gut ging wie heute. Ihr habt Freiheiten, die keine Jugend vor Euch hatte und die gefühlt 90 Prozent der Menschheit immer noch nicht haben und auch gerne hätten. Mit diesen 90 Prozent werdet Ihr übrigens verhandeln müssen. Die wollen die gleichen Freiheiten und Rechte wie Ihr sie habt. Ihr mögt einwenden, dass dieser Wohlstand ja von irgendjemandem bezahlt werden muss und auch auf Kosten von irgendjemandem geht – vielleicht sogar auf Kosten Eurer Zukunft. Und damit habt Ihr – Überraschung – Recht. Wenn meine Generation das komplette Erdöl verbraucht, werden sich Eure Generation und die Eurer Kinder nach Alternativen umsehen müssen. Aber ich glaube an Euch. Ich glaube, dass Ihr den Fusionsantrieb entdecken werdet und ich glaube, dass Ihr Eure Transportmittel damit werdet betreiben können. Ich glaube, dass Ihr Technologien erfinden werdet, von denen wir heute nicht einmal den Hauch einer Ahnung haben. Und ich bin sicher, dass Euch die gleichen Leute, die Euch heute „in Panik versetzen“, dann ebenfalls erklären werden, warum auch das schlecht und schädlich und auf keinen Fall ethisch vertretbar ist.
Wisst Ihr, ich bin fett. Wenn ich aber abnehmen möchte, dann muss ICH weniger essen. Nicht die anderen. Ich weiß, der Vergleich hinkt. Nur: so ist es bei Euch auch. Ihr habt es doch bereits jetzt schon in der Hand! Ihr wollt kein Plastik? Kauft keines! Nehmt keinen „Coffee to go“ mehr an, wenn da ein Plastikdeckel drauf ist. Ja, der wird dann schneller kalt – aber ein Opfer müsst Ihr eben bringen. Ihr wollt keine Orangen, die in Plastiknetzen verpackt sind? Dann kauft keine. Es gibt Orangen aber nur in Plastiknetzen oder, als Einzelexemplar, teurer als im Gros? Dann verzichtet ganz darauf. Es liegt ganz allein an Euch, worauf Ihr bereit seid, zu verzichten. Wenn sich nur genug zusammentun, dann werden Lebensmittelkonzerne sich Alternativen überlegen, wie sie künftig ihre Waren verpacken. Ihr findet Firma XY doof? Dann kauft denen ihre Waren nicht mehr ab, bis sie tun, was Ihr verlangt. Seid Euch nur immer auch der Konsequenzen bewusst, die auch eine Verweigerungshaltung oder ein Boykott hat: Irgendein Orangenanbauer in irgendeinem armen Land wird dann seine vielköpfige Familie nicht mehr ernähren können. Es sei denn, er schickt seine Kinder in die Lithium-Minen, in denen die Rohstoffe für die Akkus Eurer Handys und künftigen E-Mobile gewonnen werden. Das gefällt Euch nicht? Dann nutzt das gute alte Festnetztelefon und geht zu Fuß oder fahrt Fahrrad. Noch einmal: es liegt an Euch.
„Die Uhr“ steht seit Jahrzehnten „auf Fünf vor Zwölf“ und Ihr werdet immer auf Leute treffen, die Euch in Panik versetzen wollen. Mit Panik lässt sich gut Geschäfte machen, denn wer panische Angst hat, reagiert irrational und unüberlegt. Nicht umsonst sind ganze Windkraftparks riesige Geldvernichtungsanlagen. Da haben Eure Eltern ´rein investiert, mit gutem ökologischen Gewissen, und weil sie die Story mochten und aus lauter Angst „vor der Klimakatastrophe“ „irgendwas für die Umwelt“ tun wollten. Nicht nur Gier – auch Angst frisst Hirn. Die Emittenten der entsprechenden Anteilspapiere haben sich längst abgesetzt und den Schrott in der gar nicht mehr so freien Wildbahn stehen gelassen.
Seid nicht wie Greta Thunberg
Ihr, die Ihr auf dem Stiftsplatz gestanden habt: Ihr seid aufgerufen. Aufgerufen, Euren Worten auch Taten folgen zu lassen. Ihr wollt etwas ändern? Dann verzichtet. Fordert nicht andere zum Verzicht auf, sondern geht mit gutem Beispiel voran. Geht nicht mehr in Fast-Food-Restaurants, werft Euren Müll nicht auf die Straße, lasst Euch nicht mehr mit dem Auto zur Schule fahren. Und in der Schule: Lasst Euch nicht vereinnahmen oder manipulieren. Denkt selbst. Überlegt selbst. Wenn Ihr den Worten auf dem Stiftsplatz auch Taten folgen lasst – eigene Taten und eigenen Verzicht – dann werde ich Euch tatsächlich auch meine Hochachtung aussprechen und Euch nacheifern. Ich mag alt sein – lernfähig bin ich ja trotzdem. Aber solange das nicht passiert – dann bleiben die Demos auf dem Stiftsplatz eben ein „nice und schön, dass wir mal drüber geredet haben“.
Wir Alten treten langsam und der Reihe nach ab. Wir sind in spätestens 30 Jahren nur noch biologisch abbaubarer Kompost. Wir haben unser Bestes getan, Euch das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Das haben wir als Eure Eltern für unsere Pflicht gehalten. War das falsch? Vielleicht. Aber es war das, was wir für richtig und gut hielten. Es ist Eure Entscheidung, dies aufs Spiel zu setzen – oder weiter zu verbessern.
Seid nicht wie Greta Thunberg – seid Steve Jobs, seid Elon Musk. Habt keine Angst vor der Zukunft, sondern den Mut, diese aktiv zu gestalten und, ganz wichtig, habt Freude und Spaß daran. Verbessert das Leben Eurer Mitmenschen und das Schicksal Eurer Welt. Fangt damit an. Gleich. Bei Euch. Seid Hedonisten und freut Euch, dass Ihr da seid. Ich wünsche Euch, dass es Euch noch lange und in Wohlstand gibt.
Lesen Sie morgen: Warum die Grünen diesen offenen Brief gar nicht lustig fanden.
Beitragsbild: Pixabay

Kein Argument ist stichhaltiger als das eines schulfreien Freitags! Die skandierten Parolen ähneln zum Teil denen der stalinistischen "Antifa", weswegen klar sein sollte, woher der Wind hier weht. Selber ausgedacht haben die sich das nicht! - Allenfalls "geliked". Vermisse hier, wie oben bereits angedeutet, auch die üblichen Vorwürfe aus üblichen Quellen im Sinne von "Populismus" und "einfache Lösungen für komplizierte Probleme". Greta Thunberg wünscht allen Menschen an einer Angststörung wie der ihrigen zu erkranken, anstatt sich Heilung für sich selbst zu wünschen. Ein Vorbild? - Was für ein verbitterter, alter, weißer, Geist mag sich in diesem jungen Körper nur verstecken?
" Unsere Entsagung macht uns fast immer unglücklich, und den nicht glücklich, dem das Opfer gebracht wird. Entsagte man nicht, so käme am Ende nicht zwei Leiden, sondern ein Glück und ein Unglück zustande; und das wäre besser. ( Fanny Lewald )
Schon immer haben die dunkelsten Kerzen auf der Torte solange die Welt beglückt, bis das Geld der anderen alle war.
Kinderlexikon, statt Sekte könnte man Grüne.... ... eine Gruppe von Menschen, die Anhänger einer bestimmten Idee oder Lehre sind. Dabei glauben die Mitglieder an etwas, das sie vom Rest der Menschheit abschneidet. Oft handelt es sich um eine Art von Religion. Bei ... denkt man vor allem an eine Gruppe, die ganz anders sein will als alle anderen Menschen. Sie hält sich für auserwählt, dazu bestimmt, etwas besonderes zu erleben oder für die Menschheit zu tun. Die Mitglieder haben daher nichts mehr mit anderen zu tun, sie halten ihre ... für wichtiger als Familie und Freunde. Eine andere Meinung lassen sie gar nicht zu.
Ein Appell an die deutsche Jugend ist vergebene Liebesmüh. Die Zukunft findet hier nicht (mehr) statt, sondern anderswo. Unsere aufgestellten Regeln interessieren dort niemanden. Bei 7,6 Milliarden Menschen wissen viele davon noch nicht einmal, dass wir existieren (und umgekehrt), und falls doch, dann ist es denen auch egal. Die Globalisierung frisst eben ihre dummen Kinder. Ich halte es mit einem Zitat von Walter Sedlmayer, in seinen ausschließlich negativ gehaltenen Reisebericht über England: "Aber der Tee ist gut..."
Die Grünen. Manchmal habe ich das Gefühl , die haben zuviel Barny Geröllheimer + Fred Feuerstein geguckt und wollen zurück zu Dinomobil, als die Welt noch in Ordnung war . Nur nebenbei : Meine Nachbarn sind auch grün - fahren viel Fahrad !!! ( E-Fahrrad ) Ich trete noch in die Pedale und sie überholen mich oft, schmunzelnd - über meinen technischen Rückstand. Man kann sie nicht ernst nehmen.
@Joachim Lukas: Danke, Herr Lucas, ich unterschreibe jedes Ihrer Worte gleich dreimal. Einen noch kleinkarierteren Spießerverein als die Grünen hat es noch nie gegeben. Ich empfehle denen allen das Leben der Amish (die Amischen) in Pennsylvania. Die halten sich zumindest strikt an ihre Regeln, fahren nur mit der Kutsche, verballern keinen Strom, weil sie keinen Elektrizitätsanschlüsse haben, und fliegen nicht pausenlos rund um die Welt wie die Pharisäer mit der Sonnenblume im Wappen. Halt alles wie vor 300 Jahren. Was mich am meisten an den Annalenas, Claudias, Katrins, Roberts, Cems und wie sie alle heißen, stört, ist ihre ungeheure Verlogenheit und Selbstüberschätzung. Traurig genug, dass ihnen so viele von unseren realitätsfernen Wohlstandsspießern hinterher laufen und ihnen gar bei Wahlen ihre kostbare Stimme geben. Aber auch die werden bald aufwachen, sehr bald, denn dieses Land geht jeden Tag für alle sichtbar den Bach weiter runter. Ich danke Herrn Schneider für seinen tollen Artikel, der allerdings nur bei jenen auf fruchtbaren Boden fällt, die ohnehin im Hier und Jetzt und nicht im Wolkenkuckucksheim leben. Bei vielen der wohlstandsverwahrlosten Jugendlichen ist eh Hopfen und Malz verloren. Ich freue mich auf die Fortsetzung des Beitrags am morgigen Sonntag.