Horst Seehofer pocht ultimativ auf eine Obergrenze. Soweit ist das alles nichts Neues. Aber warum tut er das? Das Thema wird sich doch ohnehin erledigen, weil es ein in Aussicht stehendes Rotrotgrünes-Bündnis ohnehin schaffen wird, dass niemand mehr nach Deutschland will. Einen weltweiten Attraktivitätverlust der Bundesrepublik kriegen die locker hin.
Der Horst aus Bayern kann sich eigentlich ganz bequem zurück lehnen: Mit der Power-Restauration der SED/MfS-Bourbonen auf lauten Sohlen in Thüringen 2014, in Berlin 2016 sowie dem schimmligen SudelRotRotGrün-Ziel 2017 für den Bund wird die Seehofer'sche Obergrenze in den Orkus feuilletonistischer Debatten abschmieren.
Ich rate Horst Seehofer, sich solche Sätze wie hier bei n-tv „Mit oder gegen Merkel" am 9.12.2016 aufmerksam anzuschauen:
„....Strategisch ist das auch deshalb günstig, weil dadurch zwangsläufig eine andere Option an Kontur gewinnt: ein mögliches Linksbündnis im Bund. ..."
Sicher, die n-tv-Leute hätten in dem Artikel eigentlich auch gleich die Möglichkeit hoffnungsfroh thematisieren können, dass sich mit Linkaußenkoalitionen auf Bundesebene die leidige Obergrenzendiskussion wie von selbst erledigen könnte. Der gute Horst müßte nur sein Wasser einmal halten können und die Linksaußenprätorianer ordentlich gewähren lassen.
Zwar wird damit auch ein Teil der bundesdeutsche Bevölkerung stiften gehen, doch was sind diese Kollateralschäden schon im Hinblick auf den verblassenden Wunsch Afrikas und Asiens, nach Deutschland zu kommen? Ich habe mir die Mühe gemacht und den aus dem Saarland stammenden bekannten Dachdecker E.H die Sache mit den Zuwanderern durch den Betonkopf gehen lassen. Hier seine scharflinken Tipps:
Flüchtlingsbewegung umkehren: Sozialismus II. Sofort!
Vor 27 Jahren ist unser schöner Sozialismus leider vorerst gescheitert. Die Druckmaschinen waren kaputt und wir hatten kein Westgeld für die Ersatzteile. An unserer Bereitschaft, das „Kapital“ von Karl Murx immer und immer wieder zu drucken, lag es wirklich nicht. Diese blöden, real fehlenden Ersatzteile hatten uns flachgelegt.
Doch WIR haben aus unserer Niederlage gelernt. Es hatte doch eigentlich alles funktioniert, wie von unseren Klassikern genial erdacht: Die Armut hatten wir auf alle Bürger gleich verteilt, das an Zahl kleine Führungspersonal dabei wohlberechtigt ausgenommen. Im Schnitt waren alle gleich, wir hier oben etwas gleicher und in den Knast hätten wir alle bringen können. Ohne Ausnahme. Auch der Mielke mich oder ich den Mielke. Ha, ha, ha! Wir waren mit unserer guten Idee nach innen und außen perfekt abschreckend. Niemand liebte uns, wir liebten alle. Sozialistenherz, was wollten wir mehr?!
Nur einen einzigen Fehler hatten wir gemacht: Hätten wir die schöne DDR bereits nach 20 Jahren Vollverschleiß in die kapitalistische Sanierung gegeben, wir hätten sie schon nach 10 Jahren von diesen naiven Demokraten vollsaniert zurückbekommen. Nach wiederum 20 Jahren, oder vielleicht auch nach 15, nach 10, nach... hätten wir sie halt wieder für 10 Jahre in die Sanierung gegeben. Was wäre da schlimm daran gewesen? Die Sieger der Geschichte wären immer WIR gewesen.
Wagenbartsch seid wachsam: Europas Demokraten wissen sich bei der Flüchtlingszuwanderung gerade nicht zu helfen. Dabei haben die doch uns - die vereinigten Sozialisten aller Länder! Wir können Europa retten. Bauen wir den Sozialismus wieder auf, dieses Mal in ganz Europa! Sofort! Wir sind doch Experten für Totalabschreckung. Wir wissen es doch leidvoll genau, dass damals kein vernünftiger Mensch schutzsuchend ins sozialistische Lager flüchtete (Ausnahmen mögen die Regel ja bestätigen. Meist dauerten solche Aufenthalte nicht zu lange). Das klappt auch heute wieder. Hier bin ich eins mit unseren Klassikern: In Verbindung mit der sofort einsetzenden Konsumgüterknappheit würden die Flüchtlinge augenblicklich auf ihren Hacken kehrt machen. Die Österreicher müssten ihre Busse plötzlich nicht mehr leer von der deutschen Grenze zurückfahren lassen.
Rufen wir sofort das Sozialistische Europa aus! Wir werden gar nicht so schnell gucken können, wie sich die Millionen Füße im Gehen umdrehen werden. Im Sozialismus I wollte kein Aas in den Osten, im Sozialismus II wird niemand nach Europa wollen. Gleich arm dran ebenfalls im Kontrast zu ihrer emir- und scheichmäßigen Herrschaft sind die Leute da unten ja jetzt schon. Außerdem: Aus dem Sozialismus kommt niemand mehr raus - im Unterschied zu Seehofer‘s Transitzonen.
Deshalb, liebe Genossinnen und Genossen, liebe sozialistischen FriedensfreundInnen: Für Frieden und Sozialismus II: Seid bereit! Schrecken wir die Flüchtlinge mit unserem Sozialismus II ab.
Und zum Schluß nochmal im Ernst: Nur mit der Sozialen Marktwirtschaft unter den Bedingungen von Freiheit und Demokratie sind die Herausforderungen zu schultern und zu bestehen. Alle anderen Wirtschafts- und Systemversuche in Europa wären in der Flüchtlingseinwanderungsfrage schon längst kollabiert und verschwunden. Nie wieder Sozialismus, eine Forderung von 1989, besitzt auch heute noch Gültigkeit.
Gunter Weißgerber ist ehemaliger Bundestagsabgeordneter der SPD (1990 - 2009) und gehörte in der DDR zu den Leipziger Gründungsmitgliedern der Partei.
Beitragsbild: Chitrapa via Wikimedia Commons

Herr Weissgerber, mit Ihrer Post erhalten Sie ab sofort die Nominierung fuer den Pulitzer-Preis.
"... ein in Aussicht stehendes Rotrotgrünes-Bündnis ohnehin schaffen wird, dass niemand mehr nach Deutschland will. Einen weltweiten Attraktivitätverlust der Bundesrepublik kriegen die locker hin." Wovon reden Sie? Von Migranten oder von Einwanderern? Fluchtursache Nummer eins, sofern Deutschland davon betroffen ist, sind die ganz außergewöhnlich hohen Sozialleistungen im Verein mit der Aussicht auf Familienzusammenführung (daher u.a. der Zustrom junger Männer).
"Alle anderen Wirtschafts- und Systemversuche in Europa wären in der Flüchtlingseinwanderungsfrage schon längst kollabiert und verschwunden." In diesen von Ihnen genannten Systemen wäre höchstwahrscheinlich diese Frage gar nicht erst gestellt worden, weil es diese Flüchtlings-Tsunamis einfach nicht gegeben hätte, oder?
Sehr geehrter Herr Weißgerber, Dachdecker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf bzw. Handwerksberuf. Der Abschluss der Ausbildung findet in einer Gesellenprüfung statt. Ich bitte Sie, als Dachdeckerin, Herrn Honecker nicht als Dachdecker zu bezeichnen. Er hatte nachweislich seine Ausbildung nicht beendet. Ob er sich als "Helfer" in diesem Beruf verdienen könnte, wage ich als Fachfrau anzuzweifeln. Liebe Grüße Ihre Dachdeckerin
So schlimm muß es ja nicht kommen. In Polen bleibt kaum ein Money-Men und Jaruselski ist doch schon längst tot. Also woran liegt es nun wirklich?