Besonders erfreulich sind Leserkommentare, die eigentlich selbst eigene kleine Texte sind. Und damit sie nicht alle in der Menge untergehen, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“.
Diesmal sind es zwei Kommentare zu „Der Sonntagsfahrer: Die Letzten ihrer Art“ von Dirk Maxeiner:
Uwe Heinz schreibt: Der Sonntagsfahrer: Die Letzten ihrer Art
Vorletzte Woche habe ich meinen Volvo V50 D5, der mir 15 Jahre lang treu gedient hat, mit 500.000 km auf der Uhr verkauft. Möge er dem neuen Eigentümer ein genauso treuer und zuverlässiger Freund werden. Ich hätte ihn gern weitergefahren, aber vor allem der jährliche Steuersatz erhöht die Betriebskosten exorbitant, wenn man nicht wenigstens 25.000 - 30.000 km pro Jahr auf der Straße unterwegs ist. Der Neue wird wegen der wenigen Kilometer, die ich zukünftig fahren muss, wohl ein Elektrischer werden, obwohl ich das beruhigende Brummen des Verbrenners vermissen werde. Nachtrag: Der verkaufte V50 ist jetzt 18 Jahre alt – ich befürchte, dass mich das Elektroauto nicht so lange und nachhaltig begleiten wird.
George Samsonis ergänzt:
Sicherlich baut Mercedes-Benz technisch wohl gute Autos. Ich frage mich aber, warum Mercedes-Benz immer noch meint, eine „Luxusmarke“ zu sein? Mit der Formsprache von deren Produkten verwechselt Mercedes seit längerer Zeit „Styling“ mit echtem Design (Formgebung). Das „Styling“ entspricht dem „Geschmack“ insbesondere dreier Bevölkerungsgruppen, die hier besser ungenannt bleiben sollen, insbesondere in Verbindung mit zu großen Motoren. Das Ganze ist mittlerweile eher Kitsch in Form von „Schwulst“ als Stil. Nun hat die Technik des Automobilbaus sehr große Fortschritte gemacht und die modernen Autos orientieren sich daran. Aber es geht bei großen Limousinen oder auch den sog. „SUVs“auch chicer und vor allem dezenter. DAS ist dann Luxus! Mercedes hat im oberen Segment mit den Baureihen W126 und R107 echte Ikonen des Automobilbaus geschaffen. Davon ist Mercedes jetzt sehr weit entfernt. Aber echte Ikonen gibt es auch bei anderen „Automarken“nicht mehr. Dafür hat die Technik und die Zeit das Design der Automobilen überholt. Sehr schade ...
Zum Hintergrund: Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achgut-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder haben Scheu, sich öffentlich zu äußern. Umso mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.
Der wohl treffendste Kommentar zum Thema stammt von Youtube-Autotester Daniel Hohmeyer aus seinem Bericht über den Statusverlust der S-Klasse: „Und wir bekommen ja als eine Art Statusersatz den EQS. Dumm nur, daß ihm diese Eleganz fehlt und er aussieht wie eine Computermaus.“ – Sehr sehenswerter Test unter Youtube nL6JNGLs254 .
Die Armaturenbretter aus dem Hause Daimler strahlen zumindestens eine barocke Form aus. Gelsenkirchener Barock.
Ein Elektroauto hat man doch so lange wie ein Smartphone.
Ist schließlich die gleiche Technologie – vom Motor mal abgesehen.