Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achse-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder auch Scheu, sich öffentlich zu äußern. Um so mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.
Und damit die entsprechend gewürdigt werden, veröffentlichen wir an dieser Stelle jetzt regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“. Diesmal kommt er von Sven Hoffmann zum Beitrag „Sächsische Schweiz: Bilder der Verwüstung“ von Stefan Klinkigt. Er lautet:
Herr Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbandes, im Interview vom 1.05.2023 (Kontrafunk) sinngemäß zum aktuellen Zustand des deutschen Waldes: „Die Hauptbaumarten in Deutschland, die Fichten und die Buchen haben wegen der Hitze und der langanhaltenden Dürre in den letzten Jahren wirklich Schaden genommen… Und das wird noch jahrelang anhalten.“
Buchen sind ja eindeutig Laubbäume und als solche ein zentraler Bestandteil der von vielen Leserbriefschreibern als segensreiche Lösung erlebten Regeneration der abgestorbenen ehemaligen Fichtenwaldmonokulturen. Momentan können also die auferstandenen Laub-/Mischwälder den Leuten nur etwas vorgaukeln. Auf längere Sicht ist der Trockenstress natürlich auch für Laubbäume tödlich. Holz und besonders das Holz der Fichte ist ein idealer konstruktiver Baustoff und deshalb massiv angepflanzt worden. Das war für die Forstleute auch gar kein Problem, da die klimatischen und Bodenverhältnisse in unseren Breiten für die Fichte ideal waren, wie man vor allem an der Größe der toten Bäume sehr gut sehen kann.
Diese Bäume wurden durchweg wenigstens 30 Jahre alt und haben all die Jahre erfolgreich den Naturunbilden, durchaus auch heißen Sommern und dem Borkenkäfer widerstehen können. Manche natürlich sogar deutlich länger. Auch Fichten können heiße Sommer problemlos überstehen, wenn, ja wenn genügend Niederschläge fallen. Früher war das auch so, aber die aufeinander folgenden letzten 5 Jahre, die von in der Summe viel zu wenig Niederschlägen geprägt waren, ließen die Fichten absterben und besonders die Buchen anfällig für Pilzkrankheiten werden. Ist der Pilz erst einmal drin, verschwindet er auch nicht wieder, und es bedarf nur einiger Jahre und auch die Laubbäume sterben ab.
Die panisch postulierte globale Erwärmung allein kann jedoch erdgeschichtlich betrachtet überhaupt kein Problem sein bzw. für die Zukunft darstellen. Grönland heißt so, weil es dort mal grün war. Und es dort offenbar ausreichend geregnet haben muss. Es war also recht warm da. Und feucht. Bei uns war es natürlich noch etwas wärmer damals, und deshalb entstand bei uns die berühmte germanische Wüste. Lang ist’s her. Was heutzutage wirklich neu ist und fälschlicherweise mit dem Klimawandel (und der wiederum ausgelöst durch zu viel CO2) begründet wird, ist die weltweit zu beobachtende zunehmende, über Jahre anhaltende Trockenheit. Das halten selbst die besten Mischwälder nicht allzu lange aus.
Das Jahr 2023 zeigt sich bis jetzt zum Glück ausgesprochen kühl und nass. Diese wenigen Monate verführen aber erstaunlicherweise viele zu dem trügerischen Schluss, dass klimamäßig (wieder) alles in Butter wäre und die Weltuntergangspropheten das gefälligst mal zur Kenntnis nehmen sollten. „Dürre? Welche Dürre? Schwankungen gibt es immer wieder! Also keine Panik!“ Das dachte ich 2021 auch noch. 2021 war in Deutschland niederschlagsmäßig wie eine Erlösung nach den vorangegangenen drei Dürrejahren. OK, die drei Dürrejahre waren wohl doch eine Ausnahme, sagte ich mir. Jetzt geht es weiter wie in alten Zeiten. Prima! Dann kam blöderweise das überaus trockene (und heiße) Jahr 2022 und meine Zuversicht war dahin.
Hier stimmt etwas grundsätzlich nicht! Wieso ist es schon wieder viel zu trocken? Wieso gibt es schon wieder keine Wärmegewitter mit den typischen wolkenbruchartigen massiven Niederschlägen in den früher am niederschlagsreichsten Hochsommermonaten? Wieso melden die Wetterberichte Sommergewitter, die sich dann jedoch immer wieder ohne einen gefallenen Tropfen einfach in Luft auflösen? Die Luftmassen scheinen wie gelähmt zu sein.
Das eine, relativ normale Jahr 2021 reicht natürlich überhaupt nicht für eine weitgehende Erholung der trockengestressten Laub-, Nadel- und Mischwälder (besonders drastisch: der Harz und jetzt das Sauerland). Und auch ein, angenommen, komplett regenreiches 2023 würde keine solide Entspannung bringen. Was verursacht diese nie gekannte mehrjährige Trockenperiode, zu beobachten in allen Teilen der Welt? Offenbar entwickelt sich hier doch ein unheilvoller Trend. Bloß, das menschengemachte CO2, siehe eben auch Grönland vor 10.000 Jahren, kann es nicht sein. Wir erleben gerade zwei längerfristige Phänomene, die nur auf den ersten Blick plausibel zusammen gehören: steigende Temperaturen und Trockenheit. Wenn das stimmen würde, hätte es Grünland nie geben können.
Man fahre z.B. mal die A38 entlang. Immer wieder Windkraftanlagen in beeindruckender Zahl sind zu sehen. Und tote Fichten. Kahle Berghänge. In großer Zahl. Viel mehr jedenfalls, als wenn ich etwa auf badischen und schwäbischen Autobahnen unterwegs bin und Windräder (noch) eine Rarität darstellen. Größere zusammenhängende Nadelwaldgebiete gibt es aber in diesen Gegenden schon. Die sehen, zumindest von Weitem, gut aus und es sind keine Kiefern.
Kann es sein, dass die Windkraftanlagen weit mehr tun, als nur Strom zu erzeugen? Dass sie ohne irgendwelche Nebenwirkungen und ohne eine Rechnung zu stellen die Menschheit einfach so beglücken könnten, glauben sowieso nur noch die aktuell Regierenden gemeinsam mit der letzten Generation. Zweifel an diesen scheinbar unendlichen Energiefüllhörnern müssten aber auch bei diesen Herrschaften langsam mal entstehen. Denn alles auf dieser Welt hat seine Grenzen und eines ist klar: Der weitere Ausbau von Windkraftanlagen an Land und den Küstengebieten im Meer wird die Lähmung der globalen Luftströmungen weiter verstärken. Oder etwa nicht? Und das hat Folgen. Dabei sind katastrophenartige Starkregenereignisse oder mal ein normales, regenreiches Jahr überhaupt kein Widerspruch. Auch die recht kühlen Monate in diesem Jahr lassen sich gut mit den Strömungshindernissen erklären. Egal welche Großwetterlagen sich gerade herausbilden, sie sind schwerfälliger geworden und bleiben länger bestehen.
Aber man hat ja einen Plan, und den setzt man rigoros um, und dann wird man schon bald die Früchte ernten können. Die CO2-Belastung geht in den nächsten Jahren also massiv zurück und es wird nicht mehr so heiß sein. Sehr schön wäre es da, wenn dann auch die langjährigen Niederschlagsmengen denen vor tausenden oder Millionen Jahren wieder entsprechen würden.
Nennenswerte Niederschläge an Land kann es allerdings nur geben, wenn wärmere regenschwere Wolken und kühle Luftmassen, horizontal und vertikal strömend, sich im Landesinneren relativ regelmäßig begegnen können. Dem steht entgegen, dass Wolken, je kühler es auf der Erde ist, einfach nicht so regenschwer sein können, dass überhaupt weniger Wolken sich bilden können. Dazu kommen die massiven Behinderungen der Luftströmungen in allen Teilen der Welt. Diese Behinderungen sind jetzt schon so stark, dass besonders die Zentren der Kontinente verstärkt leer ausgehen werden. Es ist eine Tragödie.
Ja, sie haben keinen Plan, was diese Windräder für Nebenwirkungen haben, weder noch.
Und deshalb machen sie weiter mit ihrem Klima – drangsal, es ist das Grauen.
Und – was noch viel schlimmer ist – wir fallen drauf rein!