Besonders erfreulich sind Leserkommentare, die eigentlich selbst eigene kleine Texte sind. Und damit sie nicht alle in der Menge untergehen, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“.
Diesmal ist es ein Kommentar zu "Maja und Marla" von Thilo Spahl:
Dr. Dieter Brenner schreibt:
"Ich bin Jahrgang ’58, habe drei Kinder großgezogen und arbeite seit Jahrzehnten im öffentlichen Dienst. Als jemand, der über 30 Jahre lang junge Menschen unterrichtet hat – viele von ihnen sensibel, suchend, oft klüger als wir es ihnen zugetraut haben –, beobachte ich die gegenwärtige gesellschaftliche Diskussion mit wachsender Besorgnis. Es ist ein Unterschied, ob wir für Toleranz werben oder ob wir eine Weltanschauung pädagogisch kanonisieren. Heute scheint mir der Diskurs zunehmend von Aktivismus geprägt zu sein, nicht von Aufklärung. Wenn Grundschüler Begriffe wie ‚nicht-binär‘ oder ‚cis‘ aufsagen sollen, bevor sie den Unterschied zwischen Stadt und Land verstehen, ist etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Ich plädiere nicht für Rückschritt, sondern für Maß und Verantwortung. Die Welt ist komplex – aber sie wird nicht gerechter, wenn wir unsere Kinder mit Kategorien überfrachten, die selbst Erwachsene kaum einordnen können. Kinder sollen erst einmal ein stabiles Selbst entwickeln, bevor man sie mit gesellschaftlichen Identitätsdiskursen konfrontiert. Für mich ist das keine ‘Angst vor dem Anderen’, sondern ein Plädoyer für Maß und Mitte – etwas, das meiner Generation eigentlich immer wichtig war."
Zum Hintergrund: Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achgut-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder haben Scheu, sich öffentlich zu äußern. Umso mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.
Danke für den Kommentar. Ich würde sogar noch weiter gehen: warum sollten Schüler überhaupt irgendwann lernen, was das Kunstwort „cis“ bedeutet? Damit validiert man eine esoterische Vorstellung von wandernden Seelen, die aus Versehen im falschen Körper landen. Das ist unwissenschaftlich. Warum sollten sich Männer plötzlich nicht mehr als Männer, sondern stets als „cis Mann“ bezeichnen, nur damit transidente Frauen, die sich „Transmann“ nennen, sich wohler fühlen in ihrer selbstgeschaffenen neuen Identität? Warum sollten 99,4 Prozent der Bevölkerung ihre Sprechweise und ihre Vorstellung von Realität verändern, und damit den Forderungen einer winzigen Minderheit nachkommen? Und wenn jemand sich als „non-binär“ bezeichnen möchte, kann er das m.M. nach gerne machen, aber wieso sollte der Rest der Bevölkerung gezwungen werden, diese Vorstellung zu teilen, und dementsprechend neuerfundene Pronomen wie „they“, „ens“ oder „xier“ verwenden müssen, wenn über diese Menschen gesprochen wird? Dann sind wir tatsächlich nur einen winzigen Schritt davon entfernt, diejenigen, die sich als „catgender“ identifizieren, „miau“ zu nennen, weil sie es sich wünschen. An dieser Stelle sei wieder einmal Orwell zitiert: „Die Partei hat dir gesagt, du sollst die Erkenntnis deiner Augen und Ohren zurückweisen. Das war ihr letzter und wichtigster Befehl.“
Die Idee, im ´Diskurs´ mit Sozio- und Psychopathen ´Maß und Mitte´ aushandeln zu wollen, ist Teil eines sehr spezifisch deutschen Problems. Verbindliche Normen für zentrale Lebensbereiche sowie die Sanktionierung und Diskriminierung von Psychopathen bis zum Ausschluß sind kein ´Rückschritt´ oder, wovon der Deutsche ja auch immer träumt, ´Faschismus´, sie gehören zum Fundament einer funktionierenden Gesellschaft. Man schaue sich an, wie die Trump-Admin den Wahnsinn von Männern im Frauensport erledigt hat. So macht man das.
Freue mich dass meine Empfehlung zum Kommentar der Woche angenommen wurde!
Herr Brenner, das Problem wollen Sie einfach nicht erkennen. Sie als Boomer haben abgewirtschaftet. Sie sind am Straßenrand, Panne. Ihre Konzepte haben sich nicht bewährt. Jetzt geht es eben andersrum und Sie und ich und die anderen BOOMER können gar nichts machen. Jetzt haben die übernommen, denen Ihre Vorstellungen und Ideale völlig suspekt sind. Sie sind offensichtlich „umstritten“. Man wird Sie schon noch zum Schweigen bringen! Erstmal rüsten wir auf, dann machen wir einen Krieg und dann wird alles neu ausgerichtet. Nach den Plänen derer, die das Alte zerstören wollen, ja MÜSSEN, weil es deren Selbstverwirklichung behindert. Die sind so und irgendwer muss das verursacht haben! Denken Sie mal nach, wer hat denn immer die Schuld? Das ist doch längst geklärt. Sie wollen es nur nicht verstehen. Wie kommen Sie auf die Idee, sie hätten da mitzureden, ob Cis wichtig ist, oder der umgekehrte Regenbogen oder etwa Maß und Mitte? Wer hat denn angefangen mit der Toleranz und dem Verständnis für die Dummen, die es nicht besser wissen? Wer kam denn auf die Idee, dass jeder nur dann einen Wert hat, wenn er nicht ganz Normgerecht ist. Die erklären Ihnen jetzt, was die Norm ist und sie können nichts entgegen setzen, außer der Hoffnung auf Einsicht. Hoffen Sie darauf? Sie reden doch nur immer das nach, was Ihnen Leute beigebracht haben, die längst gestorben sind, Die können doch gar nichts mehr machen. Nur das Kräfteverhältnis zählt im Faustrecht. Wir müssen das tägliche Miteinander nun täglich neu aushandeln. Und Andere sehen das alles anders, als Sie. Sie sind isoliert! Also Kräfte messen! Kein Übermut bitte, und keine falsche Bescheidenheit. Wenn das Wasser steigt muss man schwimmen können. Und es steigt unaufhörlich. Gut, das war jetzt nicht das, was Sie sich vorgestellt hatten. Wie beim Zauberlehrling. Der hatte sich das auch anders gedacht.
Ein sehr kluger Kommentar. Alle Daumen hoch.