Redaktion / 17.02.2024 / 13:00 / 6 / Seite ausdrucken

Leserkommentar der Woche: Karussellpferde und Kunstreiter

Besonders erfreulich sind Leserkommentare, die eigentlich selbst eigene kleine Texte sind. Und damit sie nicht alle in der Menge untergehen, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“.

Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achgut-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder haben Scheu, sich öffentlich zu äußern. Umso mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.

Und damit diese entsprechend gewürdigt werden, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig „Leserkommentare der Woche“. Diesmal ist es ein Kommentar zu Christoph Lövenichs Beitrag „Ausgestoßene der Woche: Karussellpferde, Eismohr, Richterin“:

Thomas Schöffel schreibt:

In „Asterix und die Goten“ gibt es eine wunderschöne Szene. Asterix und Obelix haben sich als Römer verkleidet und die fangen nun an, ihre Kameraden zu verdächtigen und zu verfolgen. Man sieht einen Zenturio in seinem Zelt weinend jammern: „Sie sind alle so dumm und ich bin ihr Chef.“ An diese Szene fühle ich mich erinnert, wenn ich lese, was hierzulande so passiert. Der Denkfehler bei der Kritik an Eismohr, Zigeunerschnitzel & Co. besteht darin, dass die Namen für all´ diese Köstlichkeiten doch als Lob gemeint sind. Ja, glauben denn die Dummen dieser Welt, dass das Zigeunerschnitzel so heißt, weil es so schlecht schmeckt? Logischerweise müssten wir dann ja auch den Hamburger, die Frankfurter und Nürnberger etc. ja auch alle umbenennen. Derselbe Denkfehler bei den Verkleidungen. Wenn Kinder sich als Cowboy oder Indiander verkleiden wollen, dann doch deshalb, weil sie so sein wollen, wie sie. Kann es ein größeres Lob geben? Und das Kinderlob soll dann auch noch Aneignung, also eine Art Diebstahl sein? Sorry, liebe Linken, aber wie blöd kann man sein? Ihr wollt Toleranz zeigen, indem ihr sie nicht zulasst? Ihr wollt für Meinungsfreiheit sein, indem ihr sie beschneidet. Sorry, aber wie blöd kann man sein? Ihr verwechselt ständig das Missbrauchte mit dem Missbraucher. Und wer nun Holzpferde auf Kinderkarussels verbieten will, der muss ja wohl dermaßen Schwierigkeiten mit dem Denken haben, der muss sich nun nicht wundern, wenn man ihn wirklich nicht mehr ernstnehmen, sondern lieber einweisen will. Liebe Linke, nicht jede eingebildete Benachteiligung ist auch wirklich eine. Und: Ich habe früher Kunstreiten gemacht und es hat dem Pferd genauso viel Spaß gemacht wie mir.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost

netiquette:

Wilfried Cremer / 17.02.2024

Die Kirche hatte mal was gegen Steckenpferde. Man bedenke deren Ähnlichkeit mit Hexenbesen. Es ist wieder da.

Sam Lowry / 17.02.2024

Noch ein Oxymoron zum Abschluss: Fährt meine einzige Freundin am Samstag zu IKEA. - Ruft danach an und meint, es würde ihr jetzt schlecht gehen und sie könnte nicht kommen. Wäre ich mitgefahren, läge ich sicher jetzt bereits aufgebahrt in der Leichenhalle oder säße wegen Amoklauf in der Klapse. Die Freundin meines Vermieters hat nach einen geraumen halben Stunde jemanden gefunden, der das schwere DHL-Paket aus der Truhe hebt. Ich weigere mich jetzt strikt wegen Bandscheibenvorfall und habe das bereits mehrfach vorher mündlich und schriftlich mitgeteilt. So sind die Deutschen. Stur und unverbesserlich. Und genau so werden sie auch wieder bis zum “Endsieg” ihren dicken Kopf durchsetzen wollen. Sie wollen UND können sich nicht ändern. Immer bis zum Untergang, IMMER! Vorwärts immer…

Sam Lowry / 17.02.2024

Ich muss dabei wieder an die Karikatur mit Merkel und Söder denken: “Wir könnten ihnen das Singen verbieten!” - “Und das Ficken!”

Thomas Szabó / 17.02.2024

Danke an Herrn Schöffel für seinen entlarvenden & unterhaltsamen Beitrag. Der Kulturkampf-Kaiser ist nackt! Die zahlreichen Familienwappen mit Mohr waren der Stolz der Familie. Die Stadtwappen mit Mohr wurden auch nicht kreiert, um die Mohren rassistisch zu diskriminieren. Der Rassismus ist überhaupt ein sehr neuzeitliches Phänomen. Die Wappen sind viel älter als der Rassismusbegriff. Bei der Tabuisierung handelt es sich nicht nur um Dummheit, Unwissen, Unbildung. Es handelt sich um einen Kulturkampf gegen die westliche Zivilisation. Die links-rassistischen Kulturkämpfer diffamieren systematisch westliches, europäisches Kulturgut. Der Kulturkrieg ist stets der Vorbote des Vernichtungskrieges. Es geht dabei nicht um Antidiskriminierung, sondern um Diskriminierung.

Karsten Dörre / 17.02.2024

Es wird noch blöder kommen. Stichwort: “sie”. Es bedeutet einerseits allgemein Plural und andererseits Plural/Singular weiblich. Nachfolgende Generationen sollen dieses Wirrwarr babylonisch-deutscher Sprache nicht mehr Kopfzerbrechen bereiten dürfen. Die Messer sind angesetzt.

Thomas Taterka / 17.02.2024

Holzpferde auf Kinderkarussels verbieten zu wollen , ist so kreuzdämlich , daß mir dazu nichts mehr eingefallen ist . Insofern muß man Herrn Schöffel dankbar sein , daß er sich ” freiwillig geopfert ” hat .  Viel Spaß , auch den Pferden , weiterhin beim Reiten . Und den Anderen den persönlichen Rat :” Begrabt Euer Hirn an der Biegung des Flusses . “

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