Redaktion / 27.01.2024 / 13:00 / 3 / Seite ausdrucken

Leserkommentar der Woche: Inszenierung von Demokratie

Besonders erfreulich sind Leserkommentare, die eigentlich selbst eigene kleine Texte sind. Und damit sie nicht alle in der Menge untergehen, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“.

Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achgut-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder haben Scheu, sich öffentlich zu äußern. Umso mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.

Und damit diese entsprechend gewürdigt werden, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig „Leserkommentare der Woche“. Diesmal ist es ein Kommentar zu Wolfgang Röhls Beitrag „Der 'Putin-Schleimer' und andere lupenreine Experten“:

A. Nölle schreibt:

Ich habe den Eindruck, dass die professionalisierte und vom Steuerzahler hochsubventionierte Politik ihre eigene Inszenierung von Demokratie dem realen Ausdrucksverhalten der Menschen in diesem Land vorzieht. Das wurde für mich gestern auch sichtbar, als bei Maybrit Illner Christian Lindner von Frau Schwesig mit genau den gleichen Argumenten konfrontiert wurde, die ihm ja schon die Bauern vor dem Brandenburger Tor nicht ganz so feinsinnig entgegengeschleudert hatten: Wenn Menschen Angst um ihre Existenz haben, dann schreien sie manchmal… Aus meiner Sicht lag darin die erzieherische Absicht, dem Volk zu zeigen: Schaut her, so funktioniert Politik, so sind wir bereit, Argumente zur Kenntnis zu nehmen, ganz abgesehen davon: wir kriegen ja mit, was euch bewegt. Eine ähnliche demokratiepädagogische Linie ist mir aufgefallen, als der Kanzler auf die wütende Einlassung eines Rentners, der sich um seine aus eigenem Nettoeinkommen, das ja bereits einmal versteuert war, finanzierte private Altersabsicherung, die nun ein zweites Mal als Teil der Rente besteuert werden soll, verständlicherweise betrogen fühlt, antwortete, es sei ja wohl einzusehen, und jeder, der ein politisches Amt bekleide, wisse das, dass einmal getroffene Entscheidungen nicht mehr oder nur sehr schwer rückabwickelbar seien. Dazu denke ich folgendes: Wenn der demokratische Diskurs in diesem Land maßgeblich von der intellektuellen Schwerfälligkeit des Bundeskanzlers bestimmt wird, dann gute Nacht! Vielleicht sollte der Herr Bundeskanzler auch in Betracht ziehen, dass jeder Versuch, auf Augenhöhe mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, an eine Bedingung geknüpft ist: Dass er bereit ist, die Prioritätensetzung seiner GESAMTEN Haushaltsplanung, die ja vor allem immer wieder die Wut und Fassungslosigkeit des Volkes verursacht, zum Gegenstand des öffentlichen Diskurses zu machen. Das würde aber bedeuten, dass er seine pädagogischen Bemühungen stärker auf sein schwer erziehbares Kabinett richten müsste.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost

netiquette:

Karsten Dörre / 27.01.2024

“Vielleicht sollte der Herr Bundeskanzler auch in Betracht ziehen, dass jeder Versuch, auf Augenhöhe mit den Menschen ins Gespräch zu kommen…” Nein. Ein Bundeskanzler muss sich nicht Einzelne anhören. Er muss in seiner Regierungszeit alles einordnen und das Gespür dafür haben, rechtzeitig so die Politik händeln, dass es nicht zu Tumulten, Aufständen und dergleichen kommt. Es sei denn, Tumulte und Aufstände sind Teil seiner weitreichenderen Politik. Die Corona-Zeit war ein Startschuss, wie man Gesellschaft autoritär gut gängeln kann. Genügend Dummköpfe gibt es immer in allen politischen Strömungen, die als Kalfaktoren unterwegs sind und so richtig aufblühen.

Thomin Weller / 27.01.2024

So ist es, sie sind schwer erziehbare dumme Kinder und gehören jahrelang ins Bootcamp. Schon vor Jahren als Scholz in Hamburg eine Rede vorm Besinbinderhof (Gewerkschaftshaus) halten wollte, wurde er so heftig ausgebuht, dass er pflugs das Weite suchte. Nun wurde er, nachdem Hamburg fast zerstört und ein riesen Shithole ist, nach Berlin entsorgt um den Rest zu erledigen. Irgenwann wird die SPD verstehen das ihre gesamte DNA nur Zerstörung bringt. Diese Erkentnis wird nicht von innen kommen.  Und jetzt zeigt sich das die ebenso widerliche Bertelsmann Stiftung mit der SPD Alc Tante in der Öffentlichkeit—>“Das #ForumGegenFakes der @BertelsmannSt ist gestartet! Gesucht: Ideen zum Umgang mit manipulierten Informationen. Die Empfehlungen des #Bürgerrat​s wollen wir in die neue Strategie der Bundesregierung zum Umgang mit #Desinformation einfließen lassen.” Das diese Reichsregierung der weltgrößte Fakeproduzent ist, liegt in der Natur der Regierungsfaschisten und Verfassungsfeinden.

Angela Seegers / 27.01.2024

Das ist eine gute Wahl achgut. Herzlichen Dank Herr Nölle.

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