Redaktion / 13.01.2024 / 12:00 / 7 / Seite ausdrucken

Leserkommentar der Woche: Die Natur findet immer einen Weg

Besonders erfreulich sind Leserkommentare, die eigentlich selbst eigene kleine Texte sind. Und damit sie nicht alle in der Menge untergehen, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den „Leserkommentar der Woche“.

Leserkommentare dienen nicht nur dem Gedankenaustausch, sondern ergänzen mitunter die dazugehörigen Texte um neue Aspekte und geben ein Bild der Stimmungslage. Leserkommentare sind dabei nicht repräsentativ für die Leserschaft, viele Achgut-Leser stehen beispielsweise im Berufsleben und haben gar keine Zeit oder haben Scheu, sich öffentlich zu äußern. Umso mehr freuen uns sachliche und im Ton konziliante Zuschriften, die entsprechend unserer Netiquette ruhig kritisch sein können, aber nicht verletzend sind. Die Redaktion freut sich dabei ganz besonders über Kommentare, die eigentlich selbst eigene, kleine Texte sind.

Und damit diese entsprechend gewürdigt werden, veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig „Leserkommentare der Woche“. Diesmal ist es ein Kommentar zu Johannes Eislebens Beitrag „Die Bauern, die Großkonzerne und die Gentechnik“:

Emil Meins schreibt:

Guter Artikel, der die Probleme recht klar beschreibt. Man sollte bei der Anwendung der Gentechnik immer den Satz aus dem Film „Jurassic Park“ im Hinterkopf haben: „Die Natur findet immer einen Weg!“ Natürlich besteht bei Forschern immer der Wunsch, ein wenig „Gott zu spielen“, und die dahinter stehenden Konzerne versuchen durch Verschweigen von Gefahren, Beschönigung und aggressives Marketing, ihre Produkte in den Markt zu drücken. Eine perfide Methode ist die Behauptung, angeblich alle Probleme der Welt lösen zu können, und nur das Beste für Mensch und Umwelt zu wollen, während in Wahrheit nackte Gier nach Profit und Macht dahinter steht. Leider lassen sich allzu viele Menschen von solcher Propaganda blenden, zumal wenn sie keine tiefergehenden Kenntnisse der dahinter stehenden Technologien und ihrer Gefahren haben. Allzu leicht glauben sie blind den Heilsversprechungen der Konzerne, beispielsweise beim sogenannten „Goldenen Reis“, der als angebliches Non Profit-Projekt entwickelt wurde, und den in einigen Ländern auftretenden Vitamin-A-Mangel beseitigen soll. Dabei ist es ein Leichtes, durch bestimmte Nahrungsmittel (Karotten oder in den Tropen andere Gemüsearten mit viel Vitamin A) ohne jedes Problem genügend Vitamin A aufzunehmen, ganz ohne GVO. Aber der Reis soll eher das Vehikel sein, die Akzeptanz für GVO-Einsatz in diesen Ländern zu erhöhen, und so Zugang zu den dortigen Märkten zu finden. Man muss genau unterscheiden, ob die Risiken der Nutzung von GVO beherrschbar und kontrollierbar sind, oder nicht, wie das bei freigesetzten Organismen der Fall ist. Dagegen kann die Anwendung zum Beispiel von Hefen und anderen Mikroorganismen zur Produktion bestimmter Stoffe durchaus akzeptabel sein, da die Prozesse in industriellen Kreisläufen eher beherrschbar sind. Ich hatte zum Beispiel kein Problem, mir solchen Hepatitis-B-Impfstoff spritzen zu lassen, als aus Blut gewonnenes, eventuell mit HIV belastetes Serum die Alternative war.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost

netiquette:

W. Renner / 13.01.2024

Die Natur selbst ist ein einziges Gentech Labor und gehorcht weder menschgemachten Gesetzen noch Richtlinien. Vor der Gentechnik wurden bisweilen schon Pflanzen radioaktiv bestrahlt, oder nach Zufallsversuchen gekreuzt. Dies wurde auch nicht im Vorfeld auf alle denkbaren Risiken erforscht und nicht mal die grünsten Grünen, haben sich darüber aufgeregt, ja wissen es zum grossen Teil vermutlich nicht einmal. Was soll nun bitte besonders gefährlich daran sein, wenn dies gezielt, unter wissenschaftlicher Kontrolle geschieht? Ist vielleicht schon mal jemandem ein Ringelschwanz gewachsen, weil er Schweinefleisch gegessen hat, oder ein Bart aus grünen Nadeln gewachsen, weil er Tannenhonig Gen gegessen hat? Die hysterische Verteufelung der Gentechnik, gleicht derer der Kernkraft.

Emil.Meins / 13.01.2024

@Marcel Seiler: Falls Sie außer Polemik auch etwas Substanzielles zur Diskussion beizutragen haben, dürfen Sie es gerne hier einbringen. Auf jeden Fall finden Sie im Netz zahlreiche Artikel zum Thema, und diese weisen auf das eigentliche Problem hin: Armut und Fehlernährung in den betroffenen Ländern, wenn Reis als Hauptnahrungsmittel dient, und eine einseitige Ernährung vorliegt. Und natürlich werden “Kinder” hier wieder als Hebel benutzt, um beim Empfänger der Botschaft über Emotionen Zustimmung zu erreichen, genau wie die Hamas aktuell Bilder von Kindern benutzt, um Mitleid zu erregen. Und zudem sind die Probleme mit dem Anbau des Goldenen Reis nicht gelöst. Wird er längere Zeit gelagert, baut sich das ß-Carotin ab, wie man am folgenden Zitat (auf transgen.de) ablesen kann: “Auch in Bangladesch wird schon seit Jahren eine speziell für dieses Land entwickelte Sorte (GR2E BRRI dhan29) im Freiland getestet: Sogar zwei Monate nach der Ernte enthalten die Reiskörner noch so viel ß-Carotin, dass mehr als 60 Prozent des täglichen Vitamin-A-Bedarfs bei Kindern mit den Reis-Mahlzeiten gedeckt werden kann.” ==> Bereits nach 2 Monaten nur noch zwei Drittel der nötigen Menge. zudem muß die Nahrung genügend Fett enthalten, um das Vitamin überhaupt verwerten zu können. Und auch sonstige Auswirkungen des Genreis sowohl durch Verzehr, wie auch auf die Natur, durch Kreuzung mit anderen Sorten, sind nicht ausreichend erforscht. Im Übrigen sind die betroffenen Länder nicht dumm und bedürfen meiner “Weisheiten” wohl kaum, teilweise werden dort bereits Vitaminpräparate mit Erfolg verabreicht, ohne Umweg über Reis und Gentechnik. Schönen Sonntag!

Lutz Herrmann / 13.01.2024

Der Artikel war armselig. Immer wenn er wirtschaftliche Fakten untermauern müsste, kommt eine Gruselgeschichte aus der Gentechnik. Warum werden die Bauern hierzulande weniger und die verbliebenen Betriebe wachsen an Hektar? Das erfahren die Stadtkinder nicht. Als Landei kann ich nur den Kopf schütteln, wenn der darauffolgende Absatz immer noch keine Zahlen präsentiert und stattdessen in die Gentechnik verzweigt.

Karsten Dörre / 13.01.2024

“Eine perfide Methode ist die Behauptung, angeblich alle Probleme der Welt lösen zu können, und nur das Beste für Mensch und Umwelt zu wollen…” - Perfide ist das grundsätzlich nicht. Es geht immer um Gewinn. Ob es nun persönlicher, gesellschaftlicher Gewinn oder beides ist. Eine Erfindung, eine Entwicklung fordert irgendwann nach einer Weiterentwicklung (siehe Stromerzeugung im 19./20.Jahrhundert mit Gleichspannung und Inselbetrieb). Nur die Vermarktung ist unterschiedlicher Natur. Man kann diese glauben oder nicht. Glauben viele an Wechselspannung und dessen Vorteile, dann setzt sich Wechselspannung durch.

Marcel Seiler / 13.01.2024

Gegen den Goldenen Reis bei Achgut? Echt jetzt? Demnächst auch gegen Chemtrails? Hier der Tipp aus dem Kommentar: “Dabei ist es ein Leichtes, durch bestimmte Nahrungsmittel (Karotten oder in den Tropen andere Gemüsearten mit viel Vitamin A) ohne jedes Problem genügend Vitamin A aufzunehmen, ganz ohne GVO.” Toll! Warum schreibt der Kommentator dies nicht einfach mal den Regierungen von Indien und den Philippinen. Oder schickt ihnen einfach mal ein paar Karotten. Die sind da bestimmt noch nicht selbst darauf gekommen.

Thomas Taterka / 13.01.2024

Man kann den Körper eines Menschen lesen wie ein Buch . Im alten China z.B.  ging man regelmäßig zum Arzt , um Krankheiten vorzubeugen , nicht um sie zu therapieren .  D.h. der Arzt schaut sich die Pupillen , die Zunge ( Zungendiagnostik ) des Patienten an , die Beschaffenheit der Haut , der Fingernägel vor allem , des Haars an, Zähne und Zahnfleisch , prüft die Bewegungsmöglichkeiten , läßt sich Beschwerden detalliert beschreiben , auch Kummer und Bedrückungen und gibt dann Empfehlungen zur Ernährung aus der APOTHEKE DER NAHRUNGSMITTEL , die dazu beitragen können , Störungen im Körper und in der Seele wieder auszubalancieren . Er ist so etwas wie ein Berater zur Erhaltung der physischen und psychischen Lebensenergie . Hat allerdings nichts von einem Quacksalber oder Medizinmann oder Voodoo - Priester . Eher einem Krisenberater , bevor die Krise in Erscheinung tritt . - Wenn man nach einem Buch sucht , das überaus nützlich und leicht zu handhaben , die Apotheke der Nahrungsmittel im Detail ausführlich beschreibt : Ingeborg Münzing - Ruef , Kursbuch gesunde Ernährung- Die Küche als Apotheke der Natur , letztes Jahr neu aufgelegt . Benutze ich seit mehr als 30 Jahren . Die Rezepte sind nicht so meine Sache , die Erklärungen der Nahrungsmittel allerdings schon . ” Ingeborg ” sollte Ehrenmitglied der Familie sein .

A.Schröder / 13.01.2024

“Die Natur findet immer einen Weg”. Welch Binsenweisheit! Der Weg ist die Natur.

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