Henryk M. Broder / 19.10.2014 / 20:56 / 14 / Seite ausdrucken

Lesen!

Wer immer es war, der unter dem Namen Maxim Biller den Text “Antisemiten sind mir egal” geschrieben hat, er hat ein Meisterstück verfasst. Ich habe seit Februar 1981 zu diesem Thema nichts Besseres gelesen. Argumentativ grandios und in einem Deutsch, das nur ein Prager Jude schreiben kann.

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Burkhart Berthold / 20.10.2014

Wirklich so gut? Wie immer hat Biller mit manchem recht, mit anderem unrecht, im übrigen schreibt er vor allem über sich selbst: Da wird er etwas redundant. Es stimmt schon, dass Antisemitismus im Ernstfall nicht von Gutmenschen verhindert wird, sondern von der israelischen Luftwaffe, ziemlich mühsam ist aber seine Formulierung, die Deutschen hätten aus der Tschechoslowakei “gehen müssen”, damit sie dort “nie wieder Ärger machen”. Schenkt dem Maxim doch mal ein Buch! Vor allem aber hat das antisemitische Geschrei, das im Sommer auch in Deutschland zu hören war, mit Deutschland wenig zu tun. Zwar haben die braven Bundesbürger über den Feldzug gegen die Hamas den Kopf geschüttelt, aber das liegt nicht so sehr an ihren Gefühlen gegenüber den Juden, als vielmehr an ihrem brav erlernten pazifistischen (Miss)-Verständnis von Politik. Michael Wolffsohn hat das verschiedentlich sehr genau beschrieben. NB: auch stilistisch ist der Text von Herrn Biller m.E. noch unfertig: Viel zu viele Adjektive, zu lange Sätze, Häufungen von Superlativen. Kann er besser. Herzlich, Burkhart Berthold

Rüdiger Braun / 20.10.2014

Einen der schwächeren Texte die ich zu diesem Thema gelesen habe, Sorry Herr Broder ihre Einschätzung kann ich nicht teilen. Noch mehr Klischee geht gar nicht, wenn das Referenz sein soll kann man sich den Rest sparen.

Frances Johnson / 20.10.2014

Mir sind die nicht ganz schnuppe. Ich habe auch schon welche mit sympathischen Grundzuegen angetroffen. Mir sind die ein Enigma. Ich habe schlicht keinen Schimmer, was die wollen. Man muss davon ausgehen, dass sie Israel opfern wollen, um sich bei Arabern einzuschleimen. Also etwa in dieser Art: Israel steht fuer Joh Taeufer, Araber fuer Herodes, und diese wonnigen Witzfiguren, die Biller dort erklaert, fuer Salome.

Matthias Pflipsen / 19.10.2014

Wunderbarer Artikel. Noch wunderbarer, ihn in der “Zeit” zu lesen. Und nochmals doppelt so wunderbar sind die Kommentare darunter. Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Antisemiten.

Andreas Dreyer / 19.10.2014

Exakt Ihrer Meinung, Broder. So gehen Texte, das ist ein Referenztext, hinter den man nicht mehr zurückfallen darf. Gut, dass wir noch solche Intellektuellen in diesem Lande haben.

Albert Schubert / 19.10.2014

Herr Biller fordert ein “so gigantisches und kluges Wirtschaftsaufbauprogramm für Gaza zu entwickeln, dass einem der Marshallplan wie der Mittagessenszuschuss in der Berliner TU-Mensa vorkommen wird.” Der Westen investiert gerade 5 Milliarden Dollar für den “Gaza-Wiederaufbau”, worüber sich die Achse zu Recht lustig macht, siehe achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/5_milliarden_dollar_fuer_gaza_wiederaufbau* Das geht so seit Jahrzehnten, wüsste nicht, was es jetzt noch helfen sollte - als ob Antisemitismus die Folge von Armut sei. * Kurzadressen zu jedem Artikel wir achgut.com/d4f6h3 wären praktisch, Facebook oder Twitter bieten das auch

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