Eine Woche nach “Jom ha Azma´ut”, dem israelischen Unabhängigkeitstag, kommt jetzt auch in der ehemaligen Heldenstadt Leipzig endlich Leben in die Sülze. So haben die “Deutsch-Israelische Gesellschaft” und die “Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft” Leipzig gemeinsam mit “I like Israel” zu einem sog. “ISRAELTAG” am 7. Mai im Evangelischen Schulzentrum Leipzig aufgerufen.
Das Motto lautet, wie auf einem entsprechenden Veranstaltungsplakat sowie entsprechenden Flyern im Vorfeld der Veranstaltung zu lesen ist:
“Ein tolles Land hat Geburtstag! Feiern Sie mit uns den 61. Geburtstag von Israel. Eingeladen sind alle, die für Demokratie, gegen Terror, für Gleichberechtigung der Frauen, für religiöse Toleranz, mit einem Wort für Israel sind!”
Neben einem Konzert mit Elia Avital wird es vermutlich Humus und Falafel, Musik und Tanz von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Leipzig bzw. von israelischen Studenten der Leipziger Musikhochschule sowie einige Grußworte seitens der DIG, der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig sowie der Stadt Leipzig geben.
Ein derart geballtes Veranstaltungsprogramm der “jüdischen Weltverschwörung” oder auch der “Weisen von Zion” war denn offenbar doch eine unerhörte Zumutung für einige “Aktionskünstler”, die in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai sämtliche am Schulgrundstück des Evangelischen Schulzentrums befestigten Veranstaltungsplakate mit roter Farbe übermalten: “Ein faschistisches (!) Land hat Geburtstag! Feiern Sie mit uns den 61. Geburtstag von Vertreibung (!) und Mord (!)!”
Kurz gesagt: Israel= Faschismus, Vertreibung und Mord!?
Natürlich handelt es sich bei den “leichten Korrekturen” des ursprünglichen Veranstaltungsmottos in den Augen unserer äußerst couragierten nächtlichen “Aktionskünstler” aus ihrer eigenen Sicht womöglich nur um durchaus legitime “Israelkritik”, die wohl noch dazu nicht aus der rechten, sondern eher aus der linken bzw. aus der muslimischen Ecke des politischen Spektrums stammen dürfte, wenngleich selbst manche aufrechte Christenmenschen hierzulande bekannterweise ebenfalls nicht unbedingt mit der Sache des jüdischen Staates sympathisieren, sondern stattdessen lieber eine möglichst gerechte Lösung der Nahostfrage anmahnen, bei der es am Ende zu der hierzulande vielbeschworenen “Zweistaatenlösung” kommt.
Sei´s drum!
“Ein Antisemit ist jemand, der Juden nur ein bißchen weniger mag, als es an sich schon üblich ist!”
Allein der äußerst “kreativen Phantasie” der nächtlichen “Aktionskünstler” aus Leipzig haben wir es zu verdanken, daß spätestens seit heute Morgen für alle Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Schulzentrums Leipzig klar ist, wer die Täter und wer die Opfer im Nahostkonflikt sind, nämlich auf der einen Seite die “bösen” Juden bzw. Israelis, die aus der ihnen einst verordneten “moralischen Besserungsanstalt” namens Auschwitz offenbar bis heute nichts gelernt haben, sondern die stattdessen die Palästinenser heute so behandeln, wie sie selbst einst von den Nazis behandelt wurden sowie auf der anderen Seite die Palästinenser, die als “Opfer der Opfer” sozusagen die “Juden” von heute sind, die sich umgeben von einer angeblich “islamophoben” Mehrheitsgesellschaft nicht anders zu helfen wissen, als mit verzweifelten Kassam-Spielzeugraketen auf Sderot sowie mit Hilfe von Selbstmordattentaten in Israel Aufmerksamkeit für den “gerechten Befreiungskampf” ihres eigenen Volkes zu wecken.
Wer da meint, bei den dezenten Anmerkungen der nächtlichen “Aktionskünstler” am Evangelischen Schulzentrum handele es sich womöglich lediglich um eine durchaus legitime Form des “Antizionismus”, nicht jedoch um eine heutzutage in unseren Breiten sehr beliebte Form eines “Antisemitismus” ohne Antisemiten, der sich gegen Israel als den “kollektiven Juden” dieser Welt richtet, dem sei ein berühmtes Zitat des amerikanischen Bürgerrechtlers und Christenmenschen Martin Luther King zur freundlichen Kenntnisnahme anheimgestellt:
“Antisemitismus, der Haß auf das jüdische Volk, war und bleibt, so Martin Luther King, ein Schandfleck auf der Seele der Menschheit… Antizionismus ist inhärent antisemitisch, und wird es immer sein… Zionismus ist nichts anderes als der Traum und das Ideal des jüdischen Volkes, das zurückkehrt, um in seinem eigenen Land zu leben… Und was ist antizionistisch? Es ist gegenüber dem jüdischen Volk die Verweigerung des fundamentalen Rechts, das wir zu Recht einfordern für die Völker Afrikas und allen anderen Nationen des Globus frei gewähren. Das ist eine Diskriminierung der Juden, mein Freund, weil sie Juden sind. Kurz: Es ist Antisemitismus.”
In diesem Sinne:
“AM ISRAEL CHAI!”