Sanjey ist der gute Geist in unserer indischen Wohnung auf Zeit. Wir wissen nicht so recht, ob er auf das „Business-Appartement“ oder auf uns aufpassen soll, jedenfalls ist er zu unserer Überraschung immer da. Er spricht leider kein Englisch, so dass wir es auch nicht herausfinden können. Als wir bemerkten, dass er in der Küche auf dem Boden schläft, haben wir ihm erst einmal eine Matraze gegeben. Ansonsten haben wir eigentlich keine große Arbeit für ihn, weil wir ziemlich anspruchslos sind. Der Versuch Sanjeys, unsere Wäsche zu waschen, ging ziemlich daneben, weil die Waschmaschine kaputt ist. Jedenfalls hat das Resultat seiner Wäsche nicht mehr viel mit dem zu tun, was wir ihm überreicht haben. Macht nix, kaufen wir halt neue Unterhosen, die sind ohnehin billiger als Waschmittel. Ansonsten sitzt Sanjey den ganzen Tag regungslos auf seinem Schemel und hält innere Zwiesprache oder so was. Er erträgt das wesentlich besser als wir. Also haben wir ihn gestern mal gefordert: Er möge uns doch ein Abendessen zubereiten. Er kochte Daal (Linseneintopf) mit Reis und Sabji (Kartoffel/Gemüseeintopf) mit Masala (Gewürzsoße). Und es schmeckte wirklich hervorragend. Unser überschwängliches Lob hat Sanjey sichtlich verändert. Er sitzt zwar immer noch auf seinem Hocker, aber er lächelt dabei wie Mona Lisa.
