Grotesker könnte das Timing von Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach kaum sein: Während der Weltklimarat (IPCC) freimütig eingesteht, dass sein pessimistisches Klimaszenario, das für 2100 eine Temperaturerhöhung von bis zu 5 Grad Celsius vorausgesagt hatte, leider ein Irrtum war, fordert Lauterbach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu auf, einen „gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite“ auszurufen. Wegen des Klimawandels! Zur Erinnerung: Die gesamte verfehlte EU-Politik der Dekarbonisierung und Deindustrialisierung mit solch zerstörerischen Auswüchsen wie Verbrennerverbot, Heizungsgesetz und CO2-Steuer basierte nicht zuletzt auf den Klimaberichten des IPCC. Auch das deutsche Bundesverfassungsgericht stützte sich bei seinem historischen Klima-Urteil von März 2021 darauf. Dadurch erlangte der Klimaschutz bekanntlich Verfassungsrang. Mit der Begründung, dass der Staat den CO₂-Ausstoß so begrenzen müsse, dass die Freiheit nachfolgender Generationen nicht gefährdet werde.
Und im selben Moment, in dem der IPCC zurückrudert, taucht nun Karl Lauterbach aus der Versenkung auf und verlangt allen Ernstes den Klimanotstand. Berufen fühlt er sich dazu, weil er Mitglied der elfköpfigen „Paneuropäischen Kommission Klima und Gesundheit“ (Pan-European Commission on Climate and Health, kurz: PECCH) ist, die von der WHO vergangenes Jahr mit Sitz in Island eingerichtet worden war (achgut berichtete). Dieses Gremium wünscht sich von der WHO unverzüglich die Ausrufung jener höchsten Alarmstufe, die zuletzt zu Beginn der Covid-Krise erklärt worden war. Rechtzeitig zur Weltgesundheitsversammlung, die vom 18. bis 23. Mai in Genf stattfindet, hat es seine Empfehlungen vorgelegt. Ganz wie geplant. Nur das IPPC-Eingeständnis kommt just jetzt eher ungelegen.
Der 54-seitige Bericht des Elferrats (wenigstens dem Rheinländer Lauterbach hätte auffallen müssen, das ein elfköpfiger Rat nicht unbedingt überall ernst genommen wird!) trägt den Titel „Call to Action“. Darin heißt es gleich zu Beginn, dass sich das Tempo des Klimawandels in den letzten zehn Jahren weltweit beschleunigt habe und Europa die sich am schnellsten erwärmende Region der Welt sei.Tatsächlich betrug der durchschnittliche Temperaturanstieg seit 1979 lediglich 0,16 Grad Celsius pro Jahrzehnt, wobei auch zwischenzeitliche Abkühlungsphasen zu verzeichnen sind. Die gegenwärtige leichte Erwärmungstendenz ist in erster Linie auf einen El Niño zurückzuführen, der sich als natürliche zyklische Erwärmung des tropischen Pazifiks alle drei bis fünf Jahre ereignet. Mit anderen Worten: Man könnte Lauterbach womöglich vorwerfen, Fake News zu verbreiten. Doch ausgerechnet dagegen will die Kommission, die übrigens von dem Corona-Hardliner Hans Henri P. Kluge einberufen wurde, gnadenlos vorgehen.
Willkürliche Behauptungen, die lediglich auf Schätzungen beruhen
So empfiehlt der Bericht die Einrichtung einer globalen Plattform, die Informationen in leicht zugängliche Factsheets umwandeln und dazu beitragen soll, „Desinformation“ zum Thema Klima zu bekämpfen. Dabei sollen auch zum Beispiel die Kampagne #ClimateFactsMatter der Europäischen Kommission sowie das EU DisinfoLab einbezogen werden. Kurz: Dem Gremium schwebt ganz wie der EU-Kommission eine große Gehirnwäsche der Bürger vor. Man könnte es auch Zensur nennen. Bei der „Umgestaltung der Gesundheitssysteme zum Wohle der Menschen und des Klimas“ sollen nach Vorstellung des Elferrates zudem sämtliche Lebensbereiche klimafreundlich reglementiert werden: vom Ernährungssystem über Gebäude und Verkehr in Städten (hier wird ausdrücklich das repressive Modell der C40-Städte genannt!) bis hin zum Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe.
Geradezu zynisch liest sich der Bericht, wenn es um Minderjährige geht. So wird behauptet, dass sich die „Klimarisiken“ insbesondere auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen negativ auswirken. Dass es eher die haltlose Panikmache bei gleichzeitiger Zerstörung der Energiesicherheit ist, die die junge Generation belasten wird, verdrängen die Verfasser. Insgesamt häufen sich in dem Bericht willkürliche Behauptungen, die lediglich auf Schätzungen beruhen. So sollen 2024 in der EU angeblich (schätzungsweise!) 63 000 Menschen an hitzebedingten Ursachen gestorben sein. Wer da schätzt und warum, bleibt unklar. Da muss man sich als Leser mit kryptischen Anmerkungen im Anhang zufrieden geben.
Außerdem beruft sich der Elferrat auf die Internationalen Gesundheitsvorschriften, deren „Schwellenkriterien“ durch die vom Klimawandel ausgehenden Risiken überschritten worden seien, sodass eine „koordinierte internationale Reaktion“ erforderlich sei. Deswegen soll das WHO-Regionalbüro für Europa alle zwei Jahre einen Bericht über die Fortschritte im Bereich Klima und Gesundheit veröffentlichen, in dem zum Beispiel der Stand von Subventionen für fossile Brennstoffe sowie die Umverteilung der Einnahmen zugunsten von Maßnahmen zur Klimaanpassung dokumentiert werden sollen. Und hier schimmert dann durch, worum es wirklich geht: Es sollen ausdrücklich Finanzmittel umgeschichtet werden. Nämlich in den Klimamarkt.
Damit outet sich die „Paneuropäische Kommission Klima und Gesundheit“ im Grunde als Lobbyistenverein: Es ließe sich schlichtweg für etliche Branchen trefflich daran verdienen, wenn die WHO einen Klima-Notstand ausrufen würde, der Investitionen in all den genannten Bereichen nach sich ziehen würde. Schade eben nur, dass ausgerechnet der IPCC gerade so kurz vor der Weltgesundheitsversammlung dazwischengefunkt hat. Dadurch ist der so mühsam erarbeitete „Call to Action“-Bericht von Lauterbachs Elferrat plötzlich sozusagen über Nacht veraltet. Doch die WHO wird vermutlich dennoch einfach weiter machen, als wäre nichts gewesen. Alaaf!
Beitragsbild: Raimond Spekking CC BY-SA 4.0, Link

Ich schliesse mich Lauterbachs Forderung zur Ausrufung des Klimanotstandes ausdrücklich an! Bei uns ist es so arschkalt, dass ich per amtlichen Klimaerlass von meiner Erwerbstätigkeit entbunden werden möchte (selbstverständlich begleitet von einem Finanzausgleich durch die Bundesregierung), damit ich auch tagsüber genug Zeit habe, meinen Ofen mit Holz zu füttern. Die Öl-Zentralheizung habe ich ausgeschaltet, weil ich mich nicht an der Gefährdung von Menschenleben in der Strasse von Hormus beteiligen will…Kohlebriketts verbieten sich aus Umweltschutzgründen.
Schade, dass seine Hitzeschutzräume noch nicht fertig sind. Sonst könnte man ihn dort einlagern.
Ach ja, Lauterbach ist ja ein Mitglied eines „Expertenrates,“ der der WHO gerade die Ausrufung des Gesundheitsnotstandes aufgrund Klimakatastrophe empfohlen hat. Wir haben uns im Studium in den Achtzigern darüber lustig gemacht. Eigentlich kann man man nur Adverbien steigern. Schnell, schneller, am schnellsten. Es gibt Ausnahmen, man kann auch Substantive steigern.; Idiot, Vollidiot, wahlweise großes Latinum oder Experte.
Ich habe einmal auf Hinweis ein Video mit Lauterbach gesehen. Sitzend auf einem Tisch, offensichtlich derangiert, philosophierte er über Essen, Sinngemäß: „ Ich esse gern Lachsfisch.“ Einschub: Ich kenne keinen weiteren Menschen, der Lachsfisch sagt. Alle anderen sagen Lachs. Noch irgendeinen Füllsatz, sinngemäß: „Ich mag Lachsfisch.“ Jetzt der Höhepunkt: „Und auch andere vegetarische Gerichte.“ Wenn das ein Deep Fake Video war, halte ich das für wesentlich schlimmer als die „virtuelle Vergewaltigung“ einer drittklassigen Schauspielerin. Aber vermutlich ist es wahr. Der Junge gehört in eine Anstalt. Vermutlich ist er eine Gefahr für sich selbst, aber auf jeden Fall für alle anderen.
Wie mauserte sich Lauterbach vom Corona zum Klimaexperten?
Ist er ein Universalgenie? Lauterbach da Vinci?
Er ist sicher auch Migrationsexperte und Experte für die nächste Sau die durch das globale Dorf gejagt wird.
Wissenschaftler legitimierten den roten, den braunen, den grünen, den regenbogenbunten Sozialismus.
Wissenschaftler sind ein selten opportunistischer Menschenschlag.
Das wäre doch ein soziologisches Forschungsfeld: Opportunistische Gesellschaftsklassen
Ich hege keine Wissenschaftsfeindlichkeit, ich hege einen Wissenschaftlerfeindlichkeit.
Breaking News: Deutschland wird in Zukunft seine Energie von der Rückseite des Mondes beziehen. Verträge dazu befinden sich bereits in der Umlaufbahn…
Ich frage mal ganz allgemein: Was soll man von Menschen halten, die hohe Posten bekleiden, obwohl sie nicht ansatzweise dafür geeignet sind? Die regelmäßig fast alles falsch beurteilen, fast immer daneben liegen. Die die Bevölkerung unnötig in Panik versetzt haben. -- Und was ist, wenn es nicht nur um Unfähigkeit, sondern um totalen Unsinn geht? Den man bei jedem anderen erkennen und stoppen würde, nur nicht bei dem hohen Würdenträger sehen will? Weil der in der Partei Karriere gemacht hat und alles darf? Wird dadurch das Vertrauen in „die da oben“ etwa gestärkt? Machen die einen guten Job? Ist das gut für die Demokratie? Ist das gut für eine Partei oder führende Institutionen, an einem Gescheiterten, aber von sich selbst Überzeugten immer weiter fest zu halten? Diese Fragen sollten sich Entscheidungsträger ruhig einmal stellen. Wäre auch nicht zum Schaden für die Bevölkerung auf der Welt, in Europa und in Deutschland.