Gepflegte Parkanlagen und prächtige Schlösser, charmant restaurierte Altstädte, Flaneure an der Ostsee, lächelnde Restaurantbesucher, saubere U-Bahnhöfe, die funkelnde Warschauer Skyline – unter dem Hashtag #Polandmaxxing fluten Nutzer derzeit die Sozialen Medien mit Bildern von allem, was in Polen schön ist und gut läuft. Ihre persönlichen Motive mögen unterschiedlich sein, von Fotografie-Begeisterten und beeindruckten Urlaubern bis patriotischen Bürgern oder Ultranationalisten mit einer klaren ideologischen Agenda. Der Trend ist, wie die meisten viralen Social-Media-Phänomene, nicht zentral gesteuert. Insgesamt wirken die Bilder und Filme jedoch wie eine Kampagne, die, wie Philipp Fritz – Warschau-Korrespondent der „Welt“ – bemerkt, das Land zu einer eigenständigen Marke macht, die mit seinen Worten für „Wohlstand, Wachstum, Sicherheit, Kreativität, Kultur und Zugehörigkeit“ steht.
Statistiken untermauern das neue Selbstbewusstsein der Polen und ihrer Fans: 3,5 Prozent prognostiziertes Wirtschaftswachstum 2026, derweil Deutschland wohl Mühe haben wird, die 0,6 Prozent zu erreichen. Die drittniedrigste Arbeitslosigkeit in der EU. Ein 38-Millionen-Einwohner-Land, in dem vor allem dank der harten Linie gegen irreguläre und Asylmigration weniger Straftaten begangen werden als in der Bundeshauptstadt Berlin, obwohl diese nur rund ein Zehntel der Bevölkerung Polens hat. Keine erfolgreich ausgeführten islamistischen Anschläge in der gesamten Geschichte des Landes, das man – im Gegensatz zu Westeuropa – noch als eine Hochvertrauensgesellschaft beschreiben kann.
Parallel dazu ein weiterer Social-Media-Trend: Frustrierte deutsche Kleinunternehmer nehmen Videos auf, in denen sie erklären, warum sie ihre Geschäftstätigkeit nach Polen verlegt haben. Es sind nicht nur die nach wie vor etwas niedrigeren Personalkosten im Nachbarland, die sie aus dem besten Deutschland aller Zeiten treiben, sondern auch Faktoren wie niedrigere Energiepreise und weniger Bürokratie bei einer weitestgehend digitalisierten Verwaltung. Die Unternehmer haben gewissermaßen die Scheidung von ihrem eigenen Land eingereicht. Von Deutschland scheiden sich auch immer mehr polnische Auswanderer. 2025 wanderten erstmals mehr Menschen von Deutschland nach Polen aus als umgekehrt.
Die räumliche Separierung als einzige praktikabe Lösung
Eine solche freiwillige Selbstsortierung ist zu begrüßen, ja, wahrscheinlich ist sie für das langfristige Überleben dessen, was wir die westliche Zivilisation nennen, sogar unabdingbar. Denn die aktuellen politischen Debatten sind keine Auseinandersetzungen um Steuersätze, Gesamtschulen oder die Privatisierung einer Staatsbahn, wie sie reife westliche Demokratien jahrzehntelang prägten. Solche Debatten setzen voraus, dass alle Seiten dem Gemeinwohl grundsätzlich verpflichtet sind und lediglich darüber streiten, wie – um es mit den Worten des deutschen Amtseids zu sagen – das Wohl des Staatsvolks gefördert und Schaden von ihm abgewendet werden kann.
Spätestens als weite Teile der Linken damit begannen, die westliche Kultur und ihre Errungenschaften radikal abzuwerten, den gesunden Menschenverstand zu verdammen, jegliche Unterscheidung zwischen Bürgern und Nichtbürgern aufzuheben und sich rundweg zu weigern, die Folgen einer Einwanderungspolitik zu diskutieren, die Europa unter anderem Rape Gangs in England, Bandenkriege in Schweden, „verlorene Territorien“ in Frankreich, 13-jährige Auftragskiller in den Niederlanden, „Juden ins Gas“-Demos in Deutschland sowie wiederholte Terroranschläge mit teils hunderten von Opfern beschert hat und seitdem einflussreiche Teile der Linken sogar tödliche Gewalt gegen Andersdenkende verharmlosen und begünstigen – wie die jüngsten Schüsse auf konservative Persönlichkeiten wie Charlie Kirk und Donald Trump und der Umgang damit zeigen –, wurde ein Rubikon überschritten, jenseits dessen politische Auseinandersetzungen nicht mehr innerhalb des herkömmlichen Rahmens einer liberalen Demokratie geführt werden können.
Die Fronten sind derart verhärtet, die Positionen und Prioritäten von Linksgrün-Progressiven auf der einen und des bürgerlichen, liberal-konservativen und rechtspopulistischen Lagers auf der anderen Seite derart unvereinbar, dass als einzig praktikable Lösung inzwischen die räumliche Separierung erscheint. Wer in einer funktionierenden, aufstrebenden Version des Westens leben will, so wie ihn etwa Polen verkörpert, muss dahin ziehen, wo die meisten Menschen dies auch so sehen, und die Progressiven mit ihrer selbstverschuldeten Dysfunktion alleine lassen.
„Realo-Europa“ und „Links-Westen“
Ansonsten stehen wir vor Jahrzehnten gegenseitiger Blockade und Zermürbung, Verbitterung und Radikalisierung auf beiden Seiten und letztlich dem Zusammenbruch der Demokratie – ein Zusammenbruch, der sich in der Zunahme politisch-motivierter Gewalt, dem Ausschluss zumeist rechtskonservativer Kandidaten von Wahlen und – speziell in Deutschland – der Diskussion über ein AfD-Verbot, bereits abzeichnet.
Wie Mark Feldon und ich in unserem Buch „Interregnum: Was kommt nach der liberalen Demokratie?“ darlegen, gibt es in Europa einige Gebiete, in denen sich aus verschiedenen Gründen traditionelle, konservative Einflüsse erhalten haben, die die Tendenz liberaler Gesellschaften eindämmen, in einen utopischen Liberalismus ohne Grenzen abzugleiten, der unweigerlich das zersetzt, was Patrick Deneen die präliberalen Quellen „moralischer Substanz“ nennt und schließlich an sich selbst scheitert. Zu diesen Gebieten, die sich als recht resilient gegenüber woker Dekonstruktion, Relativismus und Entgrenzung erwiesen haben, zählen wir Osteuropa (aus historischen Gründen wohl der Teil des Westens mit dem ausgeprägtesten Bewusstsein für die Bedingungen von Freiheit), Italien, den Alpenraum einschließlich Bayerns sowie (mit Abstrichen) Skandinavien.
Durch die Förderung von Föderalismus, Regionalismus, direkter Demokratie (auch auf kommunaler Ebene, wie in der Schweiz), der Einstellung von Mechanismen wie dem Länderfinanzausgleich und seinen Pendants in anderen Ländern, die gescheiterte linke Politikansätze künstlich am Leben erhalten, und – im Extremfall – durch regionale Unabhängigkeitsreferenden (wie für diesen Herbst in der konservativen kanadischen Provinz Alberta geplant), ließe sich die Spaltung des Westens in einen „Realo-Westen“, wie er in diesen Gebieten existiert, und einen „Linkswesten“ noch beschleunigen. Mögen beide nach ihrer Fasson glücklich werden!
Allerdings dürfte es sich – besonders im EU-Kontext – als schwierig erweisen, den links dominierten supranationalen Institutionen, vor allem den Gerichten, ihre Macht zu entziehen. Diese zwängen Realo-Europa unter Berufung vor allem auf ein ständig wachsendes Menschenrechtsgefüge in ein enges Korsett, aus dem sich die demokratisch gewählten konservativen Regierungen bislang kaum befreien konnten – siehe etwa das Ringen Georgia Melonis mit dem Europäischen Gerichtshof im vergangenen Jahr um ihre Pläne, Asylverfahren und die Unterbringung von irregulären Migranten in Drittstaaten wie Albanien auszulagern. Der jüngste öffentlichkeitswirksame Schulterschluss zwischen Italiens rechtspopulistischer und Dänemarks sozialdemokratischer Regierung, die in einer gemeinsamen Erklärung zur Migrationspolitik die harte Linie ihrer jeweiligen Länder verteidigten, zeigt jedoch, dass Realo-Europa zunehmend selbstbewusster auftritt und sich über politische Lagergrenzen hinweg vernetzt.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Novo-Argumente.
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Berlin ein bißchen vergrößern und alle da rein samt ihren geliebten Gästen. Da können sie nach Herzenslust einen auf Bunt machen.
Deutschland sehe ich allerdings auf lange, lange Zeit nicht in dem „Realo-Westen“ vertreten. Bis vor einigen Jahren konnte man zwar Bayern noch zu dem von Vernunft regiertem Landesteil rechnen, aber auch hier gehen die Uhren längst im Gleichtakt mit denen der von grün-links beglückten westlichen Landesteilen. Lediglich der Osten Deutschlands zeigt Anstrengungen, sich aus der erdrückenden Zwangsjacke der in ihrer Blase der „UnsereDemokratie“ verharrenden Politik zu befreien!
Wenn jemand gedankenlos „Linksgrün-Progressive“ schreibt, braucht man normalerweise nicht weiterzulesen. Aber das Thema ist wichtig.
Manche in Polen blicken auf Deutsche mittlerweile herab („arme Verwandte aus dem Westen“). Deutschland sei kaputt, verblödet und verdreckt. (stimmt so nicht, es gibt auch genug Schmuddelecken in Polen) Was aber stimmt, ist, dass eine ganz üble Beleidigung in Polen lautet: „Du bist dumm wie ein Deutscher“. Ich finde: Hochmut kommt vor dem Fall. Das hat Polen 09/1939 schmerzhaft erleben müssen, die wurden furchtbar vermöbelt. Damit wir uns verstehen: ich mag Polen, meine Frau kommt aus Łódź. Blond, tolle Figur, tolles Gesicht, geht auch mit 54 noch ab wie die Feuerwehr. Und noch etwas: ich war, bin und bleibe überzeugter Antifaschist.
Das ist ja sehr nett, irgendwie, aber auch aus der Zeit gefallen, wenn sie uns mit dem politischen Deutungsrahmen des Mainstreams die Welt erklären wollen.
Die Konflitkgesellschaft ist das Produkt dieses schiefen Deutungsrahmens.
Sie können vielleicht mit dem Hammer eine Schraube in die Wand hauen, aber eine Figur können sie damit nicht schnitzen.
Kingbeil macht viel Geld für die Beamten und Politiker locker, die BILD rechnet zwischen 1,x und 7 Milliarden Euro Schmiergeld als Geschenk getarnt. Das Prinzip dahinter wird ja auch gar nicht mehr verschleiert, der Hund beißt natürlich nicht die Hand, die die Kühlschranktür öffnet.
Die Umdeutung von Markradikalität zu Sozialismus erfordert natürlich ein gewisses Fingerspitzengefühl, aber es bleibt immer das Gefühl von Behelf.
Waren die Indianer eigentlich auch rechtspopulistisch? Die Provinz Xinjiang wird von China mit Ausländern (Han-Chinesen) überschwemmt. Da gibt es eine Menge Dokumentationen von Arte und den öffentlich-rechtlichen Sendern. China will die Provinz unter seine Kontrolle bringen. Mit den Ausländern soll der Widerstand der Uiguren gebrochen werden. China findet, die Uiguren sind Nazis. Arte und der ÖRR finden das nicht und unterstützen die Proteste der Uiguren. Das ist nett. Aber sie finden, daß wir Nazis sind.
Das braucht man gar nicht zu lesen, weil da nichts von stimmt.
Sommerloch. Schnapsidee. Jenseits von realer Politik! Auf so etwas kann man nur im zu warmen Berlin kommen. Ich war gerade dort, und habe mich von Neukölln und Kreuzberg ferngehalten. Aber das habe ich auch schon als Dahlem-Bewohner gemacht. Die räumliche Trennung nach Stadtteilen und -vierteln ist doch schon immer durch Eigentumsverhältnisse und Miethöhen gegeben. Und das ist, zusammen mit den Einkommensverhältnissen, die materielle Basis der sozialen Teilungen, auf denen die ideologischen Interpretationen und politischen Verhaltensweisen aufsitzen. „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“. Oder:„Wer mit 20 kein Sozialst/Kommunist ist, hat kein Herz“, „Wer mit 30 Kommunist ist, ist ein Idiot“. Das sich Bewohner von Villenvierteln oder die Kinder gut Betuchter zu der grünen Untergangssekte oder der stalinistischen Linken hin gezogen fühlen, ist nichts Neues. Adlige, deren Freunde unter der Guillotine landeten, landeten auch schon mal bei den Jakobinern. Wie sagte der Spotreporter so schön: „Sie ist kein Automat, sie ist ein Mensch!“ Zudem sind alle diese sozialen, kulturellen und politischen Dichotomien falsch. Die Mehrheit, weil Menschen, bewegt sich zwischen den denkbaren Polen. Nur die Biologie kennt das Zweierprinzip: männlich oder weiblich, weil die Natur sparsam, aber effektiv ist.
@Albert Martini : >>Kleine Hilfe zur Begriffsklärung: Es geht um Marxisten auf der einen und normale Bürger auf der anderen Seite.<<
Was soll diese falsche Begriffs(er)klärung. Sie werden die „Marxisten“ mit dem Klassenkampf nur in ihrer ideenlosen Position stärken. Dabei würde der alte Marx diese Leute zehn Meter unter den Boden rammen, wenn er noch leben würde. Diese Leute kann man nur entkräften, wenn denen SELBST klar wird, dass sie die radikalsten FEINDE das Marxismus sind, weil sie seine Ideen komplett verdrehen. Dabei ist es egal, ob sie es ohne oder mit Verstand tun. Marx war eben KEIN EUGENIKER, er war kein Feudalfaschist, kein OBRIGKEITSSKLAVE. er wollte NICHT die außerökonomischen Profite der globalistischen Pharmaindustrie maximieren. Wer den menschenverachtende globalen Menschenversuch schwerkrimineller Satanisten unterstützt hat, ja nur geduldet, ohne zu kämpfen, KANN KEIN MARXIST sein! NIMMER NICHT!