Ulrich Ladurner legte hinsichtlich des iranischen Staatsterrors allerdings schon in früheren Artikeln ein erstaunliches Maß an Nonchalance an den Tag.
So schrieb er über das Jahr 1988: „Nach acht Jahren Krieg ohne Sieger war das Land [Iran] zwar restlos erschöpft, aber im Inneren stabilisiert.“[15] Mit Sicherheit weiß auch er, dass seit dem Juli 1988 Tausende politische Gefangene, Männer wie Frauen, hinter Gefängnismauern erhängt wurden, was seiner anerkennenden Bezeichnung „stabilisiert“ eine besondere Färbung gibt. Über die Zerschlagung der „grünen Bewegung“ anlässlich der Präsidentschaftswahl 2009 äußerte sich Ladurner wie folgt: „So groß auch die Proteste der vergangenen Wochen waren, die Revolution von 1979 wankt, aber sie fällt nicht.“ Ist hier so etwas wie Bewunderung herauszuhören? Die Islamische Republik, heißt es in diesem Artikel weiter, „hat sich bis heute als eine in Maßen ,lernende Maschine‘ erwiesen, das zeigt sich an der ebenso brutalen wie effektiven Niederschlagung der Proteste durch die Polizei, es zeigt sich daran, wie es ihr gelingt, ihr Innerstes zu schützen.“[
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