Kultur-Kompass: Intelligenz in der Minderheit

Wer die Mechanismen der „Diskriminierung“ von Intelligenz besser verstehen möchte, sollte zu einem Klassiker der Soziologie greifen. Das Werk erschien zwar bereits 1949, aber es hat kaum an Aktualität verloren.

Die Intelligenz hat es schwer. Im Wissenschaftsbetrieb, in der Medienbranche und im Kulturbetrieb. Statt möglichst objektiv zu beschreiben und zu erklären, wird sich politisch engagiert: Die grün-linke Politisierung verdrängt die Logik des Geistes zum Vorteil der Logik der Macht. Die Intelligenz, sie ist dort in der Minderheit. Um es politisch korrekt zu formulieren: Die Intelligenz wird „diskriminiert“ (gibt es hierfür politisch Förderprogramme?).

Wer eben diese Mechanismen der „Diskriminierung“ von Intelligenz besser verstehen möchte, sollte zu einem Klassiker der Soziologie greifen. Das Werk erschien zwar bereits 1949, aber es hat kaum an Aktualität zur Beschreibung und Erklärung dieser Diskriminierungs-Mechanismen verloren. Denn der deutsch-dänische Soziologe Theodor Geiger besticht in „Aufgaben und Stellung der Intelligenz in der Gesellschaft“ nicht nur mit seiner modern-präzisen wissenschaftlichen Sprache, die fernab von schnörkelig-abgehobener Fachsprache auch für den Laien verständlich ist. Er punktet zudem mit seiner scharf-analytischen, unideologischen und nach Möglichkeit mehrperspektivischen Analyse. Der Aufbau des Buches verdeutlicht dies.

Im ersten Kapitel widmet sich Geiger einer kultursoziologischen Analyse. Konkret geht er der Frage nach, welche Schichten es in den europäischen Gesellschaften der Neuzeiten gegeben habe und gegenwärtig gebe. Hierbei identifiziert er drei Schichten. 1. Akademiker, 2. Gebildete und 3. die sogenannte Intelligenz. Während erstere die „Realisierung geistiger Schöpfungen“ verantworten würden, nehmen die Gebildeten aktiv und unmittelbar an Kulturerzeugnissen teil, indem sie diese konsumierten. Während sie ehemals zur „Kultur-Elite“ zählten, seien sie keiner „spezifischen Schicht“ mehr zuzuordnen. Denn: „Mit Ausbreitung über breitere Schichten, die nur in karger Freizeit mit den Voraussetzungen begrenzter Schulung geistige Interessen pflegen können, muß das Niveau der Bildung sinken, ihr Inhalt flacher, ihre Substanz dünner werden.“

Diesen Prozess treibe zudem eine „Vulgarisierung geistiger Werte“ an; auch die Zunahme von Wissen und Erkenntnissen führe dazu, dass vieles nur noch oberflächlich behandelt werden könne; und die gesellschaftliche Förderung des Spezialistentums – im Gegensatz zur allgemeinen Bildung – unterstütze dies. Nun aber zur Intelligenz. Ihr komme eine kulturschöpferische Leistung ohne jegliche Wertung zu. Der Intellektuelle nehme hierbei eine besondere Position ein. Ihn kennzeichne eine „grundsätzlich-skeptische“ Haltung. Er fordere gerade den Meinungskonflikt. Nicht wie heute, wo unliebsame Positionen durch Etikettierung als „rechts“ oder „populistisch“ ins Diskussions-Abseits geschossen werden.

„Rationalisierung des Lebens“

Nachdem Geiger sich im zweiten Kapitel einer kurzen Geschichte der Intelligenz widmet, vom Zeitalter des Rinascimento über den deutschen Humanismus bis hin zur Epoche des Barock, untersucht er anschließend die gesellschaftliche Aufgabe der Intelligenz. Angelehnt an den Soziologen Karl Mannheim sei es, seiner Ansicht nach, die „Vergeistigung des Dasein“. Kurzer Einschub: Von „Vergeistigung“ kann heutzutage kaum die Rede sein. Statt einer Abstraktion beobachten wir eher eine Konkretisierung des „Daseins“, ja eine Biologisierung durch Gendersprache, und eine Konkretisierung durch Identitätspolitik.

Zurück zu Geiger: Die von Geiger konstatierte Verkümmerung von Wissenschaft aufgrund von Kommerzialisierung und Politisierung sehen wir hingegen noch heute. Geiger spricht von einer „Rationalisierung des Lebens“. Zusätzlich verkomme die politische Diskussion zum „Zungenkampf konträrer Ideologien“. Die Presse wirke als „Agitationsorgan“. Angelehnt an Mannheim beobachtet Geiger einen Anspruch der Intelligenz auf politische Führung. Jedoch: „Die standortbedingte Ideologie enthält Wahrheit, aber Wahrheit in perspektivistischer Verzerrung.“ Deswegen sei eine Diskussion zwischen Ideologen unmöglich.

Das sehen wir auch heute. Im Diskurs mit Klimaschutz-Aktivisten, Gender-Aktivisten und „Woken“. Ihre einseitige Perspektive verhindert eine Diskussion, die auf Argumenten und Fakten beruht, eine Diskussion, die sachlich, möglichst objektiv und lösungsorientiert ist. Hier sollte die Intelligenz eingreifen. Einerseits mache sich, nach Geiger, Intelligenz nicht mit einer Ideologie gemein („Das Wesen des Geistigens fordert Unabhängigkeit von den äußeren Mächten, […]“.) Andererseits sei es ihre Aufgabe, in Übereinstimmung mit Mannheim, die „relativen Wahrheiten konkurrierender Klassenideologien“ zu verbinden.

Die Intelligenz ist nicht massentauglich

Kläglicherweise ließe sich die Intelligenz aber auch von Macht verführen. Das zeige ihr unterschiedliches Verhältnis zur Macht. So könne die Intelligenz, wie es sich für sie gehörte, unabhängig von Macht bleiben. Jedoch sehe man häufiger, dass sie 1. sich der Macht beuge und so zum „ideologischen Überbau der sozialen Verhältnisse“ werde, 2. sie als Berater der Macht in rein wissenschaftlicher, nicht aktivistischer Form, fungiere oder 3. sie die Machthabenden kritisiere, was auch die eigentliche Aufgabe der Intelligenz im Verhältnis zur Macht sei. Grundsätzlich bestehe ihre Aufgabe in einer „machtdestruktiven Rolle“ und ihre Positionierung gegen jegliche Ideologie. „Der Handlungsspielraum der Machthaber würde eingeengt, die Machtverhältnisse wären labiler, der Einfluß der Machtfaktoren auf den gesamten gesellschaftlichen Entwicklungsverlauf würde diese Diffusion vermindern.“

Nach diesem Geiger‘schen Verständnis von Intelligenz (resistent gegen Macht und allgemein Macht-skeptisch), gilt heute als Intelligenz, wer dem Klimaschutz-Aktivismus, der Gendersprache und der „Wokeness“ kritisch gegenübersteht. War die Intelligenz früher politisch links, so ist sie heute im konservativ-liberalen Spektrum zu verorten. Wieso? Sie kritisiert die herrschende Kultur. Um Karl Marx zu zitieren: „Die herrschende Kultur einer Gesellschaft ist die Kultur der herrschenden Klasse.“ Diese ist heute links-grün.

Zurück zu Geigers Werk: In Kapitel vier versucht Geiger, die Intelligenz sozial zu verorten. Sein Befund? Die Intelligenz lasse sich nicht verorten, sie sei „frei schwebend“. Der Handwerker könne ebenso gut Intelligenz sein wie der Wissenschaftler. Andersherum könne der Wissenschaftler ebenfalls, wie der Handwerker, nicht zur Intelligenz gehören. Ausschlaggebend sei hierfür die bereits erwähnte Demokratisierung der Bildung. Infolgedessen fungiere die Intelligenz auch nicht mehr als Vorbild für die breite Öffentlichkeit. Die Intelligenz sei nicht massentauglich.

„Prestige der kultivierten Fassade“

Jedoch gäbe es unterschiedliche Formen von Intelligenz. Ihren verschiedenen Stellungen innerhalb der Gesellschaft widmet sich Geiger im fünften und zugleich letzten Kapitel. Besonders die „sozialwissenschaftliche Intelligenz“ sei gefährdet, sich von Politik einnehmen zu lassen. Wie wahr! Auch hier denkt man an den Klimawandel, Gendersprache und „Wokeness“. Doch Intelligenz sei, so Geiger, „aufrührerisch, revolutionär oder oppositionell“. Um sich dieser politischen Vereinnahmung zu entziehen, sei die Mehrzahl der Intelligenz apolitisch, und engagiere sich schon gar nicht (politisch-)aktivistisch. In den seltenen Fällen, wo sie jedoch aktivistisch oder politisch sei, dann nur als Gegengewicht gegen die herrschende politische Macht.

Intelligenz präferiere grundsätzlich „persönliche Freiheit“ und sei der „geborene Außenseiter“. Um es für unsere Zeiten, mit konkreten Beispielen, zu veranschaulichen: Intelligenz schaut skeptisch auf den aktivistischen und politischen Klimaschutz, stellt sich skeptisch gegen die Gendersprache und die übertriebene „Political Correctness“ und „Wokeness“ – trotz der gut gemeinten Intentionen der Aktivisten. Denn diese drei Felder sind gerade die Bereiche, die von staatlicher Seite massiv gefördert werden. In Kindergärten, Schulen und Universitäten, in Theater-, Opernhäusern und Museen, in Redaktionen von Hörfunk, Fernsehen und (Print-)Medien.

Eine besondere Form der Intelligenz stelle die Bohème dar. Sie sei sogar „hyperintelligent“. Denn sie lasse sich unter keinen Umständen vom Duft der Macht verführen, wolle sich unter keinen Umständen mit der Macht gemein machen. Hierfür nehme sie Einbußen finanzieller Natur und des eigenen sozialen Status in Kauf. Daher kennzeichne sie sich durch ein „kärgliches Einkommen“ und ein „einträchtiges, mustergültiges Familienleben“. Besonders bei größeren politisch-sozialen Umwälzungen käme ihr eine besondere Rolle zu, eben indem sie gegen eine neu-aufkommende ideologische Gesellschaft sei.

Doch das soziale Ansehen der Intelligenz habe inzwischen abgenommen. Stattdessen gelte aufgrund der „Demokratisierung von Bildung“ das „Prestige der kultivierten Fassade“. Und sogar das nicht mehr. Heute gilt eher das „Prestige der moralinsauren Fassade“ (Stichwort: „Wokeness“). Infolgedessen würde die „Kern-Intelligenz“ durch politischen Aktivismus und wirtschaftliches Denken sowie Popularisierung im Sinne von Vermassung karikiert. Daher sei die Intelligenz heimatlos und distanziere sich vom öffentlichen Leben.

Summa summarum: Obwohl sich Geiger bei seiner Analyse auf die Weimarer Republik bezieht, sind seine scharfen Beobachtungen und unideologischen Analysen, mit einigen zeitgemäßen Anpassungen, auf unsere heutige Zeit übertragbar. Das macht das fast 170 Seiten starke Buch so faszinierend. In unserem Zeitalter der Ideologien, oder konträr formuliert, der „Intelligenz-Diskriminierung“. Weil Geigers Analysen immer noch aktueller und stichhaltiger denn je sind.

„Aufgaben und Stellung der Intelligenz in der Gesellschaft“ von Theodor Geiger, 1949/1987, Stuttgart: Ferdinand Enke. Hier bestellbar.

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost

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Dirk Freyling / 05.02.2023

„Wir lesen nicht, wir schreiben selber“,…Ich stelle zunehmend fest, dass es erwachsenen Menschen schwer fällt bereits relativ einfache Texte zu dekodieren. Mittlerweile sind alle Kommentarbereiche davon betroffen. Insbesondere Autoren-Artikelaussagen über politische und gesellschaftliche Lebensbereiche – ob im Mainstream oder in alternativen Medien - wurden gemäß der Leser-Kommentare offensichtlich von vielen nur teilweise oder gar nicht mehr verstanden. Das Gros der Menschen des frühen 21.Jahrhunderts verfügt mittlerweile - konträr zum angewandten technischen Fortschritt – nur noch über eine einfache Lesefähigkeit (à la Twitter, WhatsApp, Mainstream-Artikel in einfacher Sprache, …) Das ist sehr gefährlich, da diese Unfähigkeit zu massiver Manipulation führt. Erst werden die Menschen mittels einfacher Feindbilder emotionalisiert und dann liest jeder nur noch das in einem Text, was seinem Gefühlszustand entspricht. Nicole Diekmann (Korrespondentin im ZDF Hauptstadtstudio) schreibt am 1. Januar 2019 um 12.54 Uhr auf Twitter auf die Frage, was ist den ein Nazi?: Jede/r, der/die nicht die Grünen wählt. Dass die Mainstream-Presse ihre Antwort als Ironie interpretierte, verwunderte nicht. Dass sie das im Nachhinein selbst so kundtat, na ja, was soll sie auch sonst „sagen“. Das Nicole Diekmann in einem »Medienhaus« beruflich aktiv ist, dass von deutschen Bürgern zwangsfinanziert wird und somit praktisch keinem wirtschaftlichen Wettbewerb ausgesetzt ist, erinnert an totalitäre Strukturen. Wiederkehrender Gedanke: Könnte es sein, dass mittlerweile, insbesondere in Deutschland, Journalisten und Politiker soweit links sind, dass sie rechts wieder rauskommen? Wie wollen Sie/sie dem begegnen? Mit Intelligenz und rationaler Aufklärung? Intelligenz ist nicht mehrheitsfähig! Dem rationalen Verstand ist zeitlebens die Irrationalität der Emotion im Weg. “Gute” Absichten und neues Denken mutieren sehr schnell zu neuen Dogmen. Wir erleben das nun im »Grünen Deutschen Reich«.

Boris Kotchoubey / 05.02.2023

Um Missverständnisse zu vermeiden: Unbildung ist keine Gefahr für die Gesellschaft. Gefährlich sind Halb-, Viertel-, Sechzehntel- oder Dreiundhalbprozent-Bildung. “Es ist leichter, einem einfachen Menschen einen komplizierten Prozess zu erklären, von dem er keine Ahnung hat, als einem gebildeten Menschen eine einfache Sache zu erklären, von der er sich bereits einen falschen Konzept aufgebaut hat.” (Lew Tolstoy). Über die richtigen und falschen Intellektuellen habe ich noch vor 15 Jahren einen Artikel veröffentlicht “Die Eigentümer des Intellekts”, findet man mit Googles Hilfe innerhalb 4 Sekunden.

Gerd Quallo / 05.02.2023

Kritik und Skeptik werden diskriminiert. Nicht Intelligenz. Viele Profiteure und Opportunisten des Systems haben doch auch den nötigen Grips. Allerdings wollen die Durchschnittsdenker eine Ausrede für ihre Mediokrität und per wokem Standpunkt eine Ersatzüberlegenheit.  Diese Lektüre kann man sich getrost schenken.

sybille eden / 05.02.2023

S.ANDERSSON, - ich glaube sie hätten es nötig mal ein Buch zu lesen !

R. Reiger / 05.02.2023

Mit der „Cancel Culture“ etabliert sich die „Dictatorship of Mediocrity“. Es gibt aber noch, als Antwort auf diese, eine andere „Cancel Culture“, wo nicht die einen die anderen „canceln“ sondern, wo sich die Betreffenden selbst „canceln“ und wogegen das Mittelmaß nichts dagegen machen kann … und das ist diese: > 11.12.2022: Immer mehr nutzen trotz finanzieller Einbußen die „Früh“rente - Bundeskanzler Olaf Scholz will der Frührente entgegensteuern, denn die deutsche Wirtschaft leidet unter einem Mangel an Arbeitskräften. > Und darüber hinaus 04.01.2023: Nur 174 von 300.000: Frührentner verschmähen Zuverdienstmöglichkeiten > Dazu auch 29.12.2022: DGB-Chefin Fahimi: Je tiefer die Schnitte in die Wertschöpfungskette werden, je mehr Unternehmen der Wertschöpfungskette Deutschland verlassen (!!!), desto dramatischer wird der Dominoeffekt sein. Und das ist keine Frage von zwei, drei Jahren. Das ist eine Frage von ein bis drei Quartalen in 2023. … Chja, immer mehr ziehen sich zurück und leben auf Sparflamme insofern das finanziell reicht. Sie „canceln“ sich selbst, das ist die andere „cancel culture“, sie sehen keinen ÖR mehr, lesen weniger Zeitungen und wollen nur mehr ihre Ruhe. … Dagegen ist nichts zu machen. So ist das, wenn die Leute einfach mal nicht mehr wollen …

Matthias Popp / 05.02.2023

Aus Mensa bin ich letztes Jahr nach Jahrzehnten ausgetreten. Während des Corona-Tyrannei-Wahns waren unter Mensanern die Schlafschafe genauso in der Mehrheit wie im Rest der Gesellschaft. Mit Urteilskraft korreliert Intelligenz jedenfalls nicht. Auch nicht mit einem sicheren inneren Kompaß, auch nicht mit Mitmenschlichkeit. Findet man auch in der Geschichte bestätigt.

Ralf Pöhling / 05.02.2023

Hochinteressante Artikel, in dem ich mich selbst wieder finde. Es gibt Dinge im Leben, die wichtiger sind, als gesellschaftliche Akzeptanz oder ein gutes Einkommen. Wenn die komplette Existenz der freien Welt auf dem Spiel steht, ist weder das erste noch das zweite von Relevanz. Intelligenz bedeutet nicht, nur zu wissen, dass 1+1=2 ist, sondern warum das so ist! Der Großteil der deutschen Bevölkerung weiß nicht mehr warum 1+1=2 ist, sondern quatscht einfach nach, was andere ihr mit ihren unlogischen Ausführungen vorbeten. Und wenn dann jemand plötzlich allen vorbetet, dass 1+1 eigentlich =3 ist, geht diese Fehlinfo in die “Wahrheit” über. So breitet sich der Nebel der Ignoranz mehr und mehr aus. Es ist zwingend nötig, Ausführungen anderer generell in Frage zu stellen! Denn wer die Ausführungen anderer einfach kritiklos nachplappert, ohne sie jemals in Frage zu stellen, der kommt nie in Versuchung, sie auch mal zu validieren. Und so können sich dann Propagandalügen, die die Menschen erst in die Irre und dann ins Unheil führen, sehr einfach ausbreiten. Also so, wie im Dritten Reich, der DDR oder wie im Deutschland von heute. Demokratie setzt ein Mindestmaß an Intelligenz bei allen Beteiligten voraus. Ist diese Intelligenz nicht oder nur noch in MInderzahl vorhanden, ist die Ignoranz automatisch in der Mehrheit. Und diese Ignoranz öffnet dann die Tür für jegliche Form der Propaganda, was wiederum die Tür von der Demokratie in die Diktatur öffnet. Wissen wird überschätzt. Logisches Denkvermögen ist viel wichtiger. Informationen können manipuliert werden und ins Wissen als Falschinformationen übergehen. Um diese Falschinformationen zu erkennen, braucht es zwingend logisches Denkvermögen. Logisches Denkvermögen kann man trainieren. Dafür braucht es aber einen gezielten Schulunterricht. Und daran mangelt es in Deutschland. Was letztlich dazu führt, dass immer mehr Menschen in Politik und Medien gelangen, die sich zwar für intelligent halten, es aber gar nicht sind.

Judith Elvira Elisabeth Siart / 05.02.2023

Wehe dem, der sich für weise hält, da hat es jeder Tor sehr viel besser. ++ Vergessen Sie das Buch. ++ Wenn Sie ernsthaft glauben, daß eine Gesellschaft, bei der sich ein Teil eben dieser Gesellschaft aktiv in den Schulen an den Kindern vergreift, gegen den ausdrücklichen Willen der Eltern (vgl. Grundgesetz), dann haben Sie leider immer noch nichts verstanden.

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