
Das freie, westliche System kommt an seine Grenzen und löst sich kontinuierlich auf, siehe insbesondere USA. Das Hypermoralisieren ist eines der Methoden, die schleichend und unabwendbar dazu gehören. Freiheit sieht die Natur nicht vor. Menschheit sehnt sich nach Führung und Fremdverantwortung. Viele Gesellschaften und Staaten gehen freiwillig per Wahl den Weg in die Unfreiheit. In der Tierwelt gibt es keine Freiheit. Es gibt Kämpfe, um Führung und Nahrung. Die Höherentwicklung des Menschen ist eine eigene Vorstellung. Mensch glaubt dadurch, andere Arten zu schützen und zu retten, die Entwicklung zu stoppen, wie Klima, Natur oder Gesellschaft. Langfristig wird dies nicht aufzuhalten sein. Natur ist mit Verstand und Vernunft weder erklärbar, geschweige zu verteidigen. Weiteres Merkmal dieser Entwicklung ist jedwede Globalisierung, wirtschaftlich, monetär und sozial. Dieser Weg wird nie eintreten, denn eine Gleichberechtigung kann nie über den Höchststand nivelliert werden. Die solidarische Globalisierung kann sich nur an niedrigerem Niveau orientieren und umgesetzt werden (siehe hier z.B. Kommunismus oder grüne Ideologie). Der Blick in die Geschichte der Menschheit mit all seinen Kriegen, Kämpfen und Streitigkeiten seit Menschengedenken sind keine Makel, sondern lediglich Bestandteil der Natur, des Lebens. Derzeit sind die modernen, zunehmenden juristischen Streitigkeiten Zeichen, dass Widerstand und Kampf zum Leben gehören, egal wieviel Verstand und Vernunft wir beschwören. Volkswillen per Mehrheitsdemokratie sei die beste gesellschaftliche Variante ist eine Utopie, die einige Jahrzehnte gepflegt wurde. Dies widerlegen die “freiheitsliebenden und demokratieverteidigenden” linken und rechten Wähler, die Wahlen verlieren und gegen Wahlergebnisse und Regierungen demonstrieren bzw. gewalttätig werden.
In dem Artikel fehlt in der Reihe der historischen Moralismus-Kritiker der Soziologe Max Weber. Weber hat 1919 den wichtigen Unterschied zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik aufgezeigt. Bei Gesinnungsethik spielen die Folgen des gesinnungsethischen Handelns keine Rolle. Bei Verantwortungsethik müssen die Folgen des Handelns mitbedacht werden. Der Text von Weber mit dem Titel „Politik als Beruf“ war ursprünglich ein Vortrag und wurde dann auch gedruckt veröffentlicht und ist im Internet auffindbar. Ein Abschnitt des Textes heißt: »Gesinnungsethik« versus »Verantwortungsethik«.
Die Autorin wird wissen, dass die Instrumentalisierung der ” Moral” und die ” Empfaenglichkeit” dafuer vor allem psychologisch begruendet werden muss. Rational duerfte da wenig zu machen sein, solange die eigentlichen Ursachen dieser Anfaelligkeit, die bekannt sein duerften, nicht behoben werden.
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