Kultur-Kompass: „Frau ohne Welt“

Die Welt ist zu einem Kriegsschauplatz geworden. „Make War, Not Love“, lautet offensichtlich das Motto unserer Zeit. Was früher der Russe war, sind heute Weiße, Ältere und Männer. Oder zusammengefasst, weiße ältere Männer. Mit diesem Kriegsschauplatz beschäftigt sich Bernhard Lassahn in seinem Werk „Frau ohne Welt. Trilogie zur Rettung der Liebe“. Nüchtern, geradezu trocken, dafür aber nie langweilig.

Seine These: Die Welt befinde sich im Krieg. Drei Schauplätze macht Lassahn hierbei aus, die er in drei Werke unterteilt. „Teil I. Krieg gegen den Mann“, „Teil II. Krieg gegen das Kind“ und „Teil III. Krieg gegen die Zukunft“. Weil der mediale Chor die Waffe zückt, „die Alten berauben die Jungen“, soll im Weiteren nur auf den letzten Teil der Trilogie eingegangen werden, nämlich „Krieg gegen die Zukunft“. Fast 300 Seiten umfasst alleine dieser Part.

Indem Lassahn, bekannt für seine Käpt'n-Blaubär-Geschichten, frei assoziativ konkrete Fälle aus der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt für seine These zusammenbringt, bereitet er dem Leser ein leserliches Friedensangebot, ja ein Lesevergnügen. „So wie es für die Frau von heute heißt: raus aus der Abhängigkeit vom ehemals geliebten Ehemann, rein in die Abhängigkeit zum sowieso nicht geliebten Staat. Raus aus den Zwängen des Rollenbilds des Patriarchats, rein in die Zwänge der Rollenbilder des Gender-Mainstream.“

Die Welt soll in Regenbogen und Gendersternen erstrahlen

In dieser Melodie rüstet er seine Lektüre mit weiteren scharfen Waffen. Einmal wirft er eine zeitdiagnostische Bombe, wie etwa „Am Badischen Staatstheater sorgte die neue Schauspieldirektorin dafür, dass Männer in der Spielzeit 2017 keine Stücke mehr inszenieren konnten“. So viel zum vorherrschenden Patriarchat.

Ein anderes Mal zückt Lassahn, treffend und pointiert, eine soziologische Granate über Feministen, Genderisten und Sexisten: „Es sind nicht etwa Frauen, die Sex suchen, sondern Frauen, die Gender entdeckt haben. Sie wollen keine Liebe, sie wollen Macht“. Wissenschaftlicher könnte es kein Soziologe formulieren.

Der Inhalt leidet unter diesem direkten und klaren Ton keineswegs, die Kriegsbereitschaft vieler Aktivisten vermutlich noch weniger. Nahezu als Provokation müssten sie Lassahns Lektüre empfinden, ja, als Kriegserklärung. Dabei zielt Lassahn mit seiner Waffe, seiner scharfen Beobachtungsgabe, nur sicher und exakt auf Phänomene der sozialen Wirklichkeit.

Er lässt tief in die verque(e)rte Welt der selbsternannten Gerechtigkeits- und Freiheitskämpfer blicken. Nach ihrer Logik ist gerecht, was sie für gerecht halten: Die Welt soll in Regenbogen und Gendersternen erstrahlen. Frei sein bedeutet „anything goes“, lauter Rechte, aber keinerlei Pflichten. Schon das Ungeborene im Mutterleib soll wählen dürfen.

Ebendiese dystopisch anmutende Welt begreift Lassahn als Gefahr. Eben deswegen wehrt er sich so hingebungsvoll dagegen. Und kämpft für Mann und Kind, Zukunft und Frau. Er weiß: Eine Frau ohne Welt ist eine Welt ohne Liebe. Daher ist sein Buch ein stürmisches Plädoyer eines Liebenden. Für die Liebe. Und für eine Welt in Frieden.

„Frau ohne Welt. Trilogie zur Rettung der Liebe. Teil III. Krieg gegen die Zukunft“ von Bernhard Lassahn (2019), Lüdinghausen/Berlin: Edition Sonderwege bei Manuscriptum. Hier bestellbar.

Foto: William Tung CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

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Wolfgang A. Gogolin / 31.10.2021

Was Lassahn in “Frau ohne Welt” beschreibt, ist tatsächlich eine Art von Krieg. Einer allerdings, bei dem nach Ansicht der Genderfeministinnen und ihrer Anhängerschaft Frauen nur gewinnen können. Dabei verlieren sie alles, selbst wenn sie ihn tatsächlich gewinnen sollten; ein Pyrrhussieg mit Schaden für beide Geschlechter. Die Trilogie ist sehr lesenswert, streckenweise in unbeschwert-augenzwinkerndem Tonfall gehalten, allerdings nicht übertrieben optimistisch.

Markus Viktor / 31.10.2021

Die Interessen homosexueller Frauen sind nicht stets oder noch nicht mal meistens die Interessen heterosexueller Frauen. Was ich verstehen kann. Aber wenn es wo schon Frauenquoten gibt, sollte es auch Quotenbeschränkungen für homosexuelle Frauen geben, also es sollten die Frauenquoten im Verhältnis heterosexueller und homosexueller Frauen aufgeteilt werden. PS: Die Bezeichnung „Lesbierinnen“ diskriminiert heterosexuelle Frauen von der Insel Lesbos, und alles was dort sonst noch queer ist, insbesondere schwarze behinderte Transgenderinxe oder wie das heißt.

giesemann gerhard / 31.10.2021

Der Moslem weiß das schon lange, Stichwort Kinderehen. Da ist die Kleene ganz klein mit Kindchen. Aber auch Thomas v. Aquin, der mit dem Hexenhammer - und ganz gewiss Paul Julius Möbius, 1900. Was dem einen “naturaliter” erscheint, erkennt der andere als “physiologisch”. Nur so lässt sich die machtlüsterne Weiblichkeit zähmen, oder? Und Claire Waldoff sang: Mein Gott, was sin’ de Männer dumm. Und ganz zum Schluss: Mein Gott, was sind wir Weiber dumm. Schade, es könnte so vergnüglich sein ... . Aber der Schwachsinn feiert Urständ.

Jochen Lindt / 31.10.2021

Die einzige mir bekannte Frau, die ein “Feinbild Mann” pflegt, ist eine Lesbe. Ich vermute mal in den sog. Genderwissenschaften wird man so um die 90% Lesben oder Schwule finden. Also völlig egal.  Mit unserer Gesellschaft, geschweige denn mit unserer Kultur, hat das alles überhaupt nichts zu tun. Reine Bauchnabelschau.

Christian Feider / 31.10.2021

der Hass auf den “weissen Mann” kann man auch aus den unverarbeiteten Minderwertigkeitskomplexen der kreischenden Gegenüber von sexuellen Minderheiten bis hin zu ethnisch anders gelagerten Mitmenschen begründen. Gerade in ehemaligen Kolonien ist das ab und an geradezu absurd zu beobachten,wenn einerseits von einem gelernt werden will,andererseits geradezu manisch auf die offensichtlich !nicht! vorhandene “Bessere” Kultur/Gesellschaft hingewiesen wird. Die Marxisten kamen nahezu alle aus Grossbürgerlichen Familien,die dennoch ein Minderwertigkeitsgefühl Ihrer Umgebung entgegen brachten…und deshalb gerade die Intelligenzia ausrotten wollten. Es gibt also nichts wirklich Neues unter der Sonne,der Angriff auf die Familie und Zukunft ist nur der mieseste bisher. Der tief verwurzelte deutsche “Selbsthass”,zumal gefördert durch “Re-Education” und gegenseitige Denunziation nach dem Krieg, befördert das natürlich aufs Schärfste im europäischen Vergleich

Heiko Stadler / 31.10.2021

Bernhard Lassahn behauptet: “Die Welt befindet sich im Krieg”. So ist es! Das Feindbild ist der Mann, oder präziser, der Ingenieur der Gründerzeit, der den Grundstein zur modernen Industriegesellschaft gelegt hat. Man nimmt ihm alles weg, was er in den vergangenen 150 Jahren geleistet hat: Die Grundlage eines jeden Industriestaates, nämlich die systemrelevante Energieversorgung und außerdem das Rückgrat der deutschen Industrie, die Autoindustrie. Als Waffe und Totschlagargument dient das Klimanarrativ, höchst richterlich abgesegnet. Das “Klimaministerium” gibt der Industrie den Rest. Das Corona-Narrativ war nur die Vorhut. Die Klimareligion ist die Atombombe, die alles platt macht und anschließend klima-radioaktiv verseucht. Außerdem wird das männliche Geschlecht aus Ausschlusskriterium für höhere berufliche Positionen installiert. 50% Frauenquote ist nur der Anfang, 100% ist das Ziel. “Ziel nur knapp verfehlt” könnte man bei der Wahl der Bundestagspräsidenten-Weibsen sagen. Weiterhin soll dem Mann seine bessere Hälfte genommen werden. Die Frau von heute hat lesbisch, bitch oder sonst was zu sein, nur nicht hetero. Für die Frauen, die es absolut nicht sein lassen können, gibt den “Schutzsuchenden”. Millionenfache Auswahl wird seit 2015 garantiert. Hauptsache kein weißer Mann.

Rainer Niersberger / 31.10.2021

Zunaechst ist es schon mal positiv, dass der Autor mit Krieg den zutreffenden Begriff verwendet. Tatsaechlich wird seit geraumer Zeit Krieg geführt, mit vorheriger Kriegserklärung sogar. Leider wurde und wird weder die Erklärung, noch der Krieg wahrgenommen oder er wird wie hierzulande ueblich verdrängt nach dem bekannten Motto des “was nicht sein darf, ist auch nicht”. Aehnlich verdrängt werden ja auch die laufende Abschaffung der FDGO, der Krieg der Machthaber gegen die Buerger und die vorsaetzlichen Schadenszufuegungen der Verantwortlichen an Leib, Leben und Eigentum der Buerger, nichts anderes als schwere bis schwerste Straftaten, “gerechtfertigt” allein mit der “Rettung” von was oder wen auch immer. Aber natuerlich waere die Erkenntnis des Kriegstatbestandes, der kriminellen Handlungen der Polittaeter unweigerlich mit Gegenmaßnahmen verbunden, die niemand will, jedenfalls nicht hierzulande. Sich (gegen massives Unrecht) von oben wehren, sich gegen Despoten verteidigen oder Freiheit, Recht und Eigentum gegen Merkel und Konsorten schuetzen, ist des Deutschen Sache nicht und nie gewesen, von Einzelnen abgesehen. Er hat auch kein Problem damit, dass sich die “Eliten” auf seine Kosten fuerstlich alimentieren und maesten und sämtliche Privilegien erlauben, die er seinem Nachbarn nicht einmal ansatzweise durchgehen ließe.  Schon deshalb wuerde er nie auf die Idee kommen, dass hier tatsaechlich ein Krieg gegen ihn (und anderer Entitäten) geführt werden koennte, dass es hier nicht um Gleichberechtigung oder irgendeine Rettung, sondern um die totale Macht geht, die es zu verteilen gilt, und die exklusive Verteilung dessen, was noch erzeugt wird.  Die Frage nach der vermutlich zutreffenden Analyse bleibt, was muesste getan werden. Ersichtlich deutlich mehr, vermutlich auch etwas kategorial voellig anderes, als es heute der Fall ist. Wie behandelt man eigentlich Menschen, die einen bekriegen? Ausser, dass man darueber schreibt.

Wilfried Düring / 31.10.2021

‘... Schon das Ungeborene im Mutterleib soll wählen dürfen. ...’.  Na, na, na, jetzt übertreibt der Lassahn aber wirklich. Erstmal muß aus dem Ungeborenen ja ein geborenes Leben werden. Wenn ich den woken Zeitgeist richtig verstanden habe, gibt es doch angeblich ein ‘Recht’ auf Abtreibung, aber kein Recht auf Leben. Außerdem sind (weiße) Babies doch klimaschädlich; oder? Oder liegt der Irrtum jetzt doch bei mir? Der Sachverhalt ist sehr komplex - das muß uns von Experten nochmal genau erklärt werden. Ich freue mich auf eine Gast-Betrag-IN von Sarah-Lee Heynrich.

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