René Zeyer, Gastautor / 17.06.2020 / 14:00 / Foto: Pixabay / 24 / Seite ausdrucken

Kuba: Die Nahrung für Unbelehrbare

Früher gab es die Sandalistas, die Revolutionstouristen, die mal bei Dani in Nicaragua internationale Solidarität zeigten, indem sie versuchten, in der Landwirtschaft Hand anzulegen. Aber Nicaragua hat als Landeplatz für linke Träume ausgedient. Man muss schon ein in der Wolle gefärbter Realitätsverweigerer sein, wenn man den verfetteten, korrupten und unter Einfluss seiner Frau religiös gewordenen Daniel Ortega noch als Guerillero ansehen will. Das gleiche Problem stellt sich auch bei Evo Morales, Nicolás Maduro oder Luíz Lula.

Also konzentrieren sich alle immer noch vorhandenen Hoffnungen auf eine bessere Welt, zumindest eine bessere Dritte Welt, auf Kuba. Da wird der Kanon von kostenlosem Gesundheitssystem, guter Ausbildung und sozialem Frieden gesungen. Das sei mal dahingestellt, aber es gibt leider ein Gebiet, das alle Fragen überflüssig macht, ob die 60 Jahre Revolution, Castro-Diktatur und Sozialismus der Insel geschadet oder genutzt haben: die Landwirtschaft.

Landreform, das war einer der Schlachtrufe, mit dem Fidel Castro und seine Guerilleros den Diktator Batista stürzten. Denn die Landwirtschaft war in der Hand von Großgrundbesitzern, beinahe in Monokultur wurde Zuckerrohr angebaut, weil sich die kubanische Erde als so fruchtbar erwiesen hatte, dass sie dieses auslaugende Gewächs über Jahrhunderte ertrug. Da es nur einmal im Jahr ein eher enges Zeitfenster gibt, in dem die Zafra, die Zuckerrohrernte, stattfinden sollte, gab es viele Saisonarbeiter, die in der mörderischen Tätigkeit des Zuckerrohrschlagens ihr einziges Einkommen fanden und den Rest des Jahres irgendwie überleben mussten.

Deshalb war die Landreform, die Fidel Castro, selber Sohn eines aus Galizien eingewanderten Latifundista, eines Großgrundbesitzers, hoch willkommen. Mit ihr wurden in zwei Schritten diese Latifundistas enteignet; auch Vater Castro. Vielen dieser Tagelöhner wurden in berührenden Zeremonien Besitztitel über ein Stück Land ausgehändigt. Eine intelligente Alphabetisierungskampagne sorgte dafür, dass sie ihn auch lesen konnten. Und die weitgehende Elektrifizierung bewirkte, dass sie ihn auch nachts im Schein einer Lampe lesen konnten.

Neu war auch, dass die Kinder der Bauern nun nicht mehr bei der Ernte oder sonstwie helfen mussten, sobald sie laufen konnten, sondern in die Schule gingen. Alles wunderbar, und wäre es so geblieben, lebten die Kubaner, wenn sie nicht gestorben sind, bis heute satt und glücklich. Denn neben Millionen Tonnen Zucker exportierte die fruchtbare Insel bis 1959 so ziemlich alles, was auf den Speisezettel eines Kubaners gehört. Sie war also Nettoexporteur von Nahrungsmitteln.

Der Traum von zehn Millionen Tonnen Zuckerrohr

Das änderte die Revolution allerdings. Denn kaum hatten die frischgebackenen Landbesitzer die Urkunde rahmen lassen und an die Wand genagelt, erklärte ihnen Fidel Castro, dass es mit Geschenken so eine Sache sei. Besitz verpflichtet sozusagen, auf Kubanisch. Denn im Sozialismus sei natürlich nicht nur der Grossgrundbesitzer überflüssig, der neue Bauer könne sich erst dann richtig entfalten, wenn er sich einer Kooperative, einer Kolchose, einer Sowchose anschliesse. Das habe ja schon in der UdSSR super geklappt.

Und da der Bauer vom Staat nicht nur seinen Besitztitel bekommen habe, sondern auch noch schwere Maschinerie zur Verfügung gestellt bekomme, Düngemittel, Traktoren, Saatgut und vieles mehr, das aus dem sozialistischen Lager importiert wurde, sei es natürlich nur gerecht, dass der Bauer seine Ernte nicht etwa selber auf dem freien Markt verkaufen dürfe, sondern zu festen Preisen an den Staat abzuliefern habe.

Die Überlegenheit der sozialistischen, kollektivierten Landwirtschaft zeige sich im Übrigen auch darin, dass der Bauer nun nicht mehr vom Ertrag abhängig sei, Missernten nicht mehr zu befürchten habe. Denn er bekommt nun ein festes Einkommen, unabhängig von seiner Anbauleistung.

Da betrachteten die Bauern die Besitzurkunde nachdenklich, nahmen sie vom Ehrenplatz herunter und nagelten sie ins Klo. Sie mussten gar nicht gross alphabetisiert werden, um zu verstehen: In Wirklichkeit hatte die Revolution die rund 150 großen Latifundistas durch einen einzigen ersetzt: den revolutionären Staat. Und wenn es keinen Unterschied machte, ob man im Schweiße des Angesichts unter karibischer Sonne sich einen abrackerte, oder ob man den unfähigen Parteifunktionären folgte, die an die Spitze der Kooperativen gesetzt worden waren, und keine einzige Frucht, keine Zwiebel, kein Korn Reis, kein Boniato, keine Yuka, keine Bohnen erntete, es war egal.

Aber es kam noch schlimmer. Che Guevara widmete sich dem erfolgreichen Versuch, die kubanische Industrieproduktion herunterzufahren. Fidel Castro verfolgte starrsinnig seinen Plan, die Landwirtschaft zu ruinieren. Nachdem auch hier die Produktivität ins Bodenlose fiel, wurden drakonische Strafen ausgesprochen, wenn einem Bauern beispielsweise eine Kuh gestohlen wurde, wenn die Ernte auf dem Feld geklaut wurde. Den Todesstoß versetzte Fidel dann sowohl der Industrie wie der Landwirtschaft mit dem absurden Projekt, 10 Millionen Tonnen Zuckerrohr zu ernten.

89 Prozent Nahrungsmittelimporte

Warum 10 Millionen? Einfach so, weil das eine runde Zahl ist, weil noch nie so viel geerntet worden war, weil 1970 die Revolution ihren 10. Jahrestag beging. Dass diese Zahl schlichtweg nicht zu erreichen war, weder logistisch noch mit allen Arbeitskräften Kubas, was kümmerte das einen Revolutionär, der mit einer Handvoll Getreuen einen Diktator mitsamt gut ausgerüstetem Militär von der Macht vertrieben hatte?

Also kam es, wie es kommen musste, 10 Millionen wurden nicht erreicht, obwohl sich die Städte leerten und alles, was eine Machete in der Hand halten konnte, zum Ernteeinsatz getrieben wurde. Sogar nachts, mit Funzeln auf der Stirne, kämpften sich die Arbeiter durch die Zuckerrohrfelder. Es wurde zwar die grösste Ernte aller Zeiten, aber zu gewaltigen Kosten. Symbolisch geradezu, dass Kuba nach 50 Jahren Sozialismus in der Ernte von 2009/2010 mit 1,1 Millionen Tonnen die niedrigste Menge seit Menschengedenken einfuhr.

Solange bulgarische Büchsenpaprika, russischer Kohl und andere milde Gaben des Ostblocks das eigene Versagen kaschierten, konnte Fidel Castro weiterhin an der Reorganisation der Landwirtschaft üben. Die Namen der Produktionseinheiten änderten sich, komplizierte Organigramme wurde erstellt und verworfen, aber ab 1989 wurde es ernst. Der Ostblock löste sich auf, Kuba musste nun versuchen, wenigstens bei den Nahrungsmitteln auf eigene Beine zu kommen.

Da erfand Fidel Castro den «plan alimentario», den Ernährungsplan. Wie immer waren seine Projekte gigantisch. Um die Städte herum sollten Gürtel von landwirtschaftlicher Nutzfläche angelegt werden, das sparte Benzin und Transportkosten. Bananenplantagen mit Mikrodüsenbewässerung, Champignonzucht in Luftschutzinstallationen, die Welt werde zudem mit kubanischem Kaffee und Käse überschwemmt werden, den Kubanern in kurzer Zeit die Bananen aus den Ohren heraushängen.

War auch wieder ein schöner Plan. Gigantisch. Unverwirklichbar, ein Flop. Seither besinnt sich Kuba darauf, dass ja auch anderswo Lebensmittel produziert werden. Warum also nicht das Naheliegende tun: statt selber anzubauen, einfach importieren. Wie immer, wenn es um große Pläne geht, übertreibt die Revolution allerdings auch hier.

Denn nach 60 Jahren Landreform und Sozialismus muss die fruchtbare tropische Insel ungelogen 89 Prozent aller Nahrungsmittel importieren. Gelegentlich sogar Zucker für den Eigengebrauch. Aber Kuba importiert nicht nur Lebensmittel, selbst Tierfutter kommt nicht aus einheimischer Produktion. So beklagte sich das Parteiorgan «Granma» vor Kurzem, dass dafür 500'000 Tonnen Mais importiert werden müssen, für 550 Millionen Dollar.

Widerwillige Wiederentdeckung

Schon vor Fidel Castros Tod, inzwischen aber mit Nachdruck fühlt sich das Politbüromitglied José Ramón Machado Ventura für aufmunternde Sprüche in Richtung Landwirtschaft zuständig. Der 90-Jährige ist einer der noch lebenden Comandantes, also unantastbar. Kürzlich kam er zur scharfsinnigen Lageanalyse, dass «unsere Landwirtschaft noch nicht ihre maximale Ertragskraft erreicht hat». Dass ihm ein solcher Schwachsinn nach 60 Jahren Sozialismus nicht um die Ohren geschlagen wurde, spricht für die stoische Ruhe der Kubaner.

Allerdings zeigt eine Produktionsform, wie es gehen könnte. Denn zähneknirschend, mit ideologisch motiviertem Widerwillen wurde eine Spezies von Bauern, nur der Not gehorchend, wieder zum Leben erweckt. Inzwischen 430'000 Privatbauern sorgen für 90 Prozent des gesamten landwirtschaftlichen Ertrags der Insel. Obwohl sie schikaniert und gegängelt werden, ihre Produkte zu staatlich fixierten Preisen anzubieten haben und weder exportieren noch importieren dürfen.

Für die restlichen 10 Prozent, also für praktisch nichts, stehen die immer noch existierenden riesigen Staatsfarmen. Das alles ist aber weder für Machado Ventura noch die anderen überlebenden Hardliner ein Grund, das Augenfällige, das Offensichtliche, das Unbestreitbare einzuräumen: Wir haben 60 Jahre lang auf Kosten der Kubaner geübt, aber es war wohl nix.

Selbst ein weiteres Symbol der angeblichen Überlegenheit von kollektivierter Landwirtschaft gerät immer mehr ins Wanken: dass der Sozialismus dafür sorgt, dass jedes kubanische Kind jeden Tag einen Liter Milch trinken kann. Schon länger wurde der Begriff Milch etwas strapaziert. Da es ja nicht Frischmilch heisst, wird dieses Versprechen natürlich auch mit Milchpulver erfüllt. Das lässt sich, richtig geraten, auch viel einfacher importieren.

Kostet aber auch ein Heidengeld. Und da die Platte, dass alle diese Einschränkungen in erster Linie der grausamen US-Handelsblockade zu verdanken seien, nun wirklich ausgeleiert ist, vor allem, seit dank Internet die meisten Kubaner wissen, dass die USA der grösste Exporteur von Lebensmitteln nach Kuba sind, musste natürlich etwas Neues her.

Jetzt ist das Virus schuld

Nochmal richtig, die Pandemie. Machado Ventura hat bereits warnend darauf hingewiesen, dass die Pandemie Lebensmittel auf den internationalen Märkten ungemein verteuere, darunter insbesondere und ausgerechnet Milchpulver. Nach dieser Seuche sei es «fast unmöglich, Lebensmittel zu importieren», warnt der nach Raúl Castro immer noch zweitmächtigste Greis Kubas.

Auch ohne Pandemie war auch schon der Begriff Milchpulver revolutionär gedehnt worden. Schließlich gibt es doch auch Sojamilch, und wenn man da noch Fruchtfleisch reinquirlt, entsteht ein bekömmliches Produkt, das man, nun ja, Milch nennt. Eingeschränkt wurde hingegen die Definition, was eigentlich ein Kind ist. Das hat zum interessanten Phänomen geführt, dass die Kinder auf Kuba immer jünger werden. Galten sie noch vor einigen Jahren bis 8 als Kind, so wurden daraus dann 7 Jahre, und bei genauerer Betrachtung ist ein junger Kubaner auch mit 6 schon kein Kind mehr. Und ist er das nicht, hat er auch kein Anrecht auf einen Liter irgendwas.

Selbst die Versorgung mit Speiseöl oder Fett, unbedingter Bestandteil jeder kubanischen Mahlzeit, wird immer schwieriger. Butter hat sich schon vor vielen Jahren aus dem Speisezettel der Kubaner verabschiedet. Schweineschmalz ebenfalls. Da bleibt noch – natürlich importiertes – Sonnenblumenöl. Und die gnadenlose Verfolgung von Überlebenskünstlern, die Produkte abzweigen, um sie auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. So wurde vor Kurzem in Palma Soriano, eine Kleinstadt im Süden der Insel, ein Lastwagen beschlagnahmt, mit dem 3000 Liter Speiseöl illegal abtransportiert wurden.

Natürlich gibt es auch, das ist dem Sozialismus, wenn er aus dem letzten Loch pfeift, immer eigen, großartige neue Erfindungen, die solche Probleme lösen sollen. So verkündete die Staatsfirma Gydema, die sich mit Maisderivaten die Zeit vertreibt, dass es ihr gelungen sei, aus Maiskeimen immerhin 200 Liter Speiseöl zu extrahieren. Erste Experimente, damit Eier oder Kartoffeln zu frittieren, seien vielversprechend ausgefallen. Schon im Juli könne die Bevölkerung mit der Versorgung rechnen.

Die fragt sich allerdings, wo sie denn die zur Wiederholung des Experiments nötigen Eier oder Kartoffeln kriegen kann. Zudem wird nicht darauf hingewiesen, dass Kuba sowieso schon Hunderttausende von Tonnen Mais als Tierfutter importiert. Wenn davon etwas zur Ölproduktion abgezweigt wird, sehen die Tiere auf Staatsfarmen noch hungriger und abgemagert aus als jetzt schon.

Durchhalteparolen aus straff gespannten Hemden

Man kann mit Fug und Recht über Errungenschaften und Niederlagen, selbstverschuldet oder von außen zugefügt, im Fall Kubas diskutieren. Keine Diskussion ist allerdings über einen Punkt möglich, der nun auch zu den Grundbedürfnissen jedes Menschen gehört: eine anständige Mahlzeit.

Ein Regime, das 60 Jahre lang versucht hat, eine karibische Insel wieder zum Nettoexporteur oder zumindest Selbstversorger mit Nahrungsmitteln zu machen, und daran krachend gescheitert ist, ein Regime, das immer größere Mühe hat, die nötigen Devisen zusammenzukratzen, um sagenhafte 89 Prozent aller Lebensmittel zu importieren, ein solches Regime hat wirklich seine Existenzberechtigung verwirkt.

Nicht zuletzt auch deswegen, weil immer mehr revolutionäre Würdenträger eine dicke Wampe vor sich hertragen, angefangen beim Staatspräsidenten Miguel Díaz-Canel, der aus straff gespannten Hemden heraus Durchhalteparolen ausgibt, damit auch die neueste und natürlich nicht selbstverschuldete Nahrungskrise mit revolutionärem Elan besiegt werden könne.

Foto: Pixabay

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Leserpost

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giesemann gerhard / 17.06.2020

E viva el socialismo tropical. Gibs halt nix zu Fressen. Vielleicht besser so, denn sonst wären die inzwischen dreimal so viele - und dann gäbe es halt deswegen nix zu Fressen. Und Castro hat die Höchststrafe: Du kannst nicht einmal abhauen aus dem Paradies. Früher wurde man daraus vertrieben, heute musste da bleiben. Hat der gelernt von der DDRä. Brauchte noch nicht mal ‘ne Mauer bauen - das spart Ressourcen. Ich denke, der Commandante en Jeffe hat sich das so ausgedacht, um die Zahl der Kubaner klein zu halten - ein eleganter Schachzug. Sollten wir auch draus lernen, kein Futter für die Hyperfertilen. Und Schotten dicht, wenn wir schon keine Insel sind. Haben die Brits wohl verstanden ... . Und wer an “den” Sozialismus glaubt, der will genau das. Frei nach Josef Stalin: “Ein Mensch, ein Problem - kein Mensch, kein Problem”. Und ab in den GULAG zur Restverwertung. Gut, der war krass drauf, der Jussuf, aber es gab und gibt Nachahmer, die auch nicht von schlechten Eltern sind. Pol Pot vielleicht? Oder Ruanda 1.0? Es werden noch viele Ruandas kommen, wohl dem, der das von Weitem angucken kann. Wir sollten vorbereitet sein - besser als bei Corona, allez. Man bedenke: Alles ist menschengemacht, vor allem aber Menschen - billig, schnell, und es gab noch nie so viele Sklaven - und so billige (Benjaminn Skinner (2008), gucksdu im ww-net).

F. Auerbacher / 17.06.2020

Von Klonovsky habe ich das überzeugende Analogon des Sozialismus als Parasit des Kapitalismus (bzw. der Marktwirtschaft). Ein Parasit kann alleine nicht überleben, siehe SU, DDR und der gesamte Warschauer Pakt, sogar China prosperiert erst, seit es kapitalistisch geworden ist. Kuba zeigt das nur besonders deutlich, weil seine Insellage die Problematik wie unter einem Brennglas fokussiert. Was Lula in der Aufzählung soll, erschließt sich mir nicht. Ich lebe seit 10 Jahren viele Monate des Jahres in Brasilien und kann gewiss sagen: Lula ist ein Kapitalistenknecht und hat mit Sozialismus gar nichts am Hut.

S. Marek / 17.06.2020

Absolut wichtiges Watson Video: Kulturrevolution “Watson Video: Cultural Revolution | Frontpagemag”      ***************************************************************************************************************** In der kommunistischen Utopie von CHAZ laufen die Dinge ganz wie erwartet. 17. Juni 2020 Paul Joseph Watson In diesem neuen Video zeigt & spricht Paul Watson die utopische, so genannte “autonome Zone” an, die in Seattle von den Kommunisten der neuen Kulturrevolution eingerichtet wurde. Die Dinge laufen ganz wie erwartet. Verpassen Sie nicht das Video unten:  “Watson Video: Cultural Revolution | Frontpagemag”

Albert von der Schwale / 17.06.2020

Wieso fällt mir bei den genannten unfähigen Konsorten des Sozialismus von Fidel über Che Machado und Raul immer wieder Merkel ein? Die brauchte keine sechzig Jahre um ein klimatisches Paradies (nicht zu kalt und überhaupt nicht zu warm) an die sozialistische Wand zu fahren. Davon ab, wenn man sich keine gefälschten Zigarren andrehen läßt und keinen Sack mit minderwertigen Kaffeebohnenresten sind diese Exportartikel nach wie vor die Besten der Welt. Mir fallen hierzulande keine besten Exportartikel mehr ein mit zerstörter Autoindustrie und Maschinenbauindustrie. Widerliche verseuchte Schweinehälften können es ja wohl nicht werden.

Volker Kleinophorst / 17.06.2020

@ P. Munk An Religionen wird ja schon deutlich länger geglaubt. Der Blutzoll auch da stattlich. Ideologien sind ja letztlich auch nichts anderes als säkulare Religionen. Glauben musste immer. Das ist der Punkt. Man kann ja glauben,was man will. Wenn man mit Glauben also Nichtwissen Handlungen begründet, kann das nur Scheitern. Ob Gottesstaat oder Sozialismus.

Andreas Rochow / 17.06.2020

@ Peer Munk - An irgendetwas muss ein jeder glauben. Bei den Marxisten/Leninisten ist es die irrige Gewissheit, wissenschaftlich im Recht zu sein. Die ziehen das nochmal durch. Die Dekonstruktion: Nation, Individuum, Freiheit und Selbstbestimmung, Identität, Kultur, das GG - alles schon bei Restle und Co. Es läuft bestens. Keiner stellt sich Ihnen in den Weg. Die schaffen das!

Rolf Lindner / 17.06.2020

Schon 1980 bei meinem letzten Pflichtbesuch bei der Nationalen Volksarmee musste ich feststellen, dass diese Armee gegen den bösen Klassenfeind nicht mehr einsetzbar war. Nicht weil es etwa an entsprechender Technik gemangelt hätte, sondern an dem mangelnden Willen der Soldaten und auch eines Teils der Offiziere, sich für ein gescheitertes System aufzuopfern. Noch weniger wäre die Armee gegen das eigene Volk einsetzbar gewesen. Mir war damals schon klar, fallen die sowjetischen Maschinenpistolen und Panzer weg, fällt die DDR. Ich gehe davon aus, dass sich Krenz und Schabowski der Situation bewusst waren, dass es ihnen selbst an den Kragen gegangen wäre, wenn sie versucht hätten, das Rollen des Rads der Geschichte militärisch aufzuhalten. Die Situation auf Kuba ist offensichtlich um einiges krasser, weshalb ich mit jedem wette, dass die Wende dort nicht mehr lange auf sich warten lassen wird und sie wird auch krasser, d.h., nicht ganz so friedlich verlaufen. Für die mildeste Variante könnte das Ende der Ceausescu-Diktatur in Rumänien Modell stehen. Für Deutschland sehe ich die Abkehr von realsozialistischen Experimenten in sehr weiter Ferne. Der real existierende Kapitalismus hat zu lange vorgesorgt. Wenn man bedenkt, dass die DDR 40 Jahre lang trotz Deindustrialisierung durch Krieg und Sowjets weitgehend vom Durchgebrachten existieren konnte, dann habe ich für das jetzt schon partiell sozialistisch transformierte Deutschland wenig bis keine Hoffnung.

Rainer Berg / 17.06.2020

Die armen Teufel dort in Cuba tun mir ehrlich leid, aber uns wird es in absehbarer Zeit auch nicht besser gehen. Unsere jungen “Aktivisten” sorgen schon dafür.  Bei der gegenwärtigen Energiepolitik und den wirtschaftshemmenden Vorschriften (wie Umweltauflagen) wird die Wirtschaft weiter und immer schneller abbauen. Die Landwirtschaft wird mit immer neuen Auflagen und Gesetzen geschädigt und durch Billigimporte aus Ländern, die diese Bedingungen nicht entfernt haben, teilweise in ihrer Existenz bedroht. Wenn die Kapazitäten der heimischen Landwirtschaft nicht mehr reichen, die Bevölkerung zu ernähren, werden auch wir einen Großteil der Nahrungsmittel importieren müssen. Aus dem jetzigen Netto-Exportland wird mit Sicherheit ein Netto-Importland werden, damit werden künftige Generationen ihre Probleme haben. Die dann führenden Politiker werden natürlich keine Probleme haben; Politiker haben immer gut gelebt und werden auch in Zukunft auskömmlich leben.

Werner Geiselhart / 17.06.2020

Ich denke, nicht nur ich entdecke da gewisse Ähnlichkeiten mit neusozialistischen Projekten bei uns. Der Ablauf der Energiewende gleicht der kubanischen Landreform aufs Haar: Effiziente, zuverlässige große Kraftwerke, betrieben von ausbeuterischen Energiekonzernen, werden abgewickelt und in die Luft gesprengt. Diese werden ersetzt durch ab und zu mal stromproduzierende, unzuverlässige, teure Kleinkraftwerke, die der dauernden Subvention bedürfen. Der ehemalige Stromexporteur entwickelt sich immer mehr zum abhängigen Importeur, jeden Tag muss der Stromcrash durch gewaltige Stabilitätsmaßnahmen abgewendet werden. Dasselbe bei der planwirtschaftlichen Verkehrs- und Agrarwende, die jeweils erfolgreiche Produktionsmodelle ideologiebedingt in den Orkus kicken. Deutschland entwickelt sich nach der Übergangsphase DDR 2.0 zielstrebig zum Zustand Cuba 2.0

Peer Munk / 17.06.2020

Es bleibt ein Rätsel, wieso es immer noch Menschen gibt, die an den Sozialismus glauben.

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