Die linksgrünen Klima‑Ideologen und diejenigen in den konservativen Parteien (CEN, Klima-Union der CDU) – die sich davon nicht unterscheiden –, haben nicht die geringste Absicht, den Rückzug anzutreten. Im Gegenteil: Sie marschieren weltweit unbeirrt, aber auch öffentlich kaum wahrnehmbar weiter. Verlass ist auf die Deutschen: 80 Prozent der Deutschen unterstützen laut Eurobarometer das Ziel der EU, bis 2050 klimaneutral zu werden.
Kein Wunder bei der täglichen Indoktrination durch die Mainstream-Medien querbeet. Flugs wird der neue Begriff „Informationsintegrität“ inhaltlich manipuliert. Gemeint ist aber gerade nicht, dass Informationen während ihres gesamten Lebenszyklus konsistent, genau und zuverlässig bleiben. Deutschland hat im November brav die „Globale Initiative für Informationsintegrität im Klimawandel“ unterschrieben. Zusammen mit 12 weiteren Staaten. (Brasilien, Kanada, Chile, Costa Rica, Finnland, Frankreich, Niederlande, Nigeria, Spanien, Vereinigtes Königreich, Vanuatu.)
Offiziell geht es darum, Desinformation zu bekämpfen. In Wahrheit geht es darum, eine „offizielle Wahrheit“ zu etablieren. Wer widerspricht, wird nicht mehr als Diskussionspartner behandelt, sondern als Störenfried, bestenfalls als „Desinformant“. Brasilien hatte zusammen mit den Vereinten Nationen und der UNESCO die Initiative ins Leben gerufen. Einer der Partner der Initiative ist die globale Koalition Climate Action Against Disinformation (CAAD), in der „90 führende Klima- und Anti-Desinformationsorganisationen“ zusammengeschlossen sind.
Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth verkündet auf der Webseite des Bundesumweltministeriums pflichtschuldigst, Desinformation sei ein „reales Klimarisiko“. Übersetzung: Kritik ist gefährlich, Zweifel sind unerwünscht, und wer wagt, Fragen zu stellen, bekommt den Stempel „Feind der Wissenschaft“.
„Welle der Wahrheit“
Eine offizielle Übersetzung der Deklaration gibt es bisher nicht. Solche Erklärungen werden im Rahmen der UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) koordiniert. Der Originaltext liegt zunächst bei den Vereinten Nationen und wird dort offiziell freigegeben. Nationale Regierungen verweisen meist auf diese zentrale Veröffentlichung, statt schnell eigene, amtsprachlich und juristisch eindeutig verfasste Versionen herauszugeben. Wie praktisch! Regierungen geben gerne nur Zusammenfassungen oder Pressemitteilungen heraus, um die Kernbotschaften zu betonen, statt den kompletten Wortlaut sofort zu teilen. Diese Kommunikationsstrategie vermeidet geschickt, etwaige unwillkommene Sensibilität in der Wählerschaft anzuregen.
Die mediale Resonanz? Nun ja – eher ein laues Lüftchen in den Mainstream-Medien. FAZ, Welt, Spiegel: Schweigen im Walde. Die Süddeutsche: ein Kurznotizchen. Die ARD hingegen beauftragte ihren „Faktenfinder“ Pascal Siggelkow und Janina Schreiber vom SWR, sich redlich zu bemühen, auch nicht den kleinsten Hauch von Kritik zuzulassen. Man könnte meinen, die Redaktion habe die Deklaration gleich selbst verfasst.
Auch in den alternativen Medien kommt das globalistische Machwerk wenig vor. Anders jedoch auf den einschlägigen Webseiten der Klimaapokalyptischen Organisationen. Da ist auf englischsprachigen Webseiten von „Meilensteinen“ und einer „Welle der Wahrheit“ die Rede, die sich den „Lawinen der Desinformationen“ entgegenwerfen sollen. Auf deutschen Seiten ist bei dem „wegweisenden Abkommen“ nur Zustimmung aufzuspüren. Schon die Eingabe des Titels der Deklaration in eine Suchmaschine bietet einen Überblick über die weltweite Szene der Klimareligion.
Vielzeilige Bürokraten-Sprechblasen
Triggerwarnung: Das Ganze versteckt sich nachfolgend in vielzeiligen Bürokraten-Sprechblasen, die es aber in sich haben und hier zu finden sind: Die Deklaration klingt wie ein Handbuch für Informationskontrolle. Die Unterzeichner betonen ihre Verpflichtung zur:
a) Förderung der Informationsintegrität: „Die Integrität von Informationen zum Klimawandel auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene (zu fördern), im Einklang mit dem internationalen Menschenrechtsrecht, einschließlich der Standards für die Freiheit der Meinungsäußerung;“ Mit dem Internationalen Menschenrechtsrecht ist vermutlich gemeint, für ein universal akzeptiertes Verständnis von zu schützenden Menschenrechtsgütern zu sorgen.
Konkret bedeutet dies, die in den internationalen Verträgen und Pakten errichteten Menschenrechts -Standards im nationalen Recht umzusetzen und mit Leben zu füllen. Das in der Sache dramatisch ahnungslose Bundesverfassungsgericht liegt hier beim Klima bereits voll auf Linie. Nur genehmigte Narrative sind künftig „integer“. Integrität ist die fortwährend aufrecht zu erhaltende Übereinstimmung von eigenem Wertesystem und Idealen mit eigenem Reden und Handeln. Es gilt fortan nur der Wertekanon der Klimareligion.
b) Stärkung „unabhängiger“ Medien; „Fördern und unterstützen der Nachhaltigkeit eines vielfältigen und widerstandsfähigen Medienökosystems durch angemessene Regeln (policies), um eine genaue und zuverlässige Berichterstattung zu ermöglichen und sicherzustellen, insbesondere im Kontext zu Klima- und Umweltfragen sowie von Regeln für Transparenz und Rechenschaftspflicht in der Werbung;“ – was bedeutet: nur noch brav auf durch undurchsichtig alimentierter Regierungslinie segelnde Medien.
c) Integration in UN‑Prozesse: „Unterstütz(ung) und (Stärkung der) internationalen Zusammenarbeit zur Förderung der Integrität von Informationen zum Klimawandel, insbesondere durch die Globale Initiative für Informationsintegrität im Klimawandel und im Einklang mit dem internationalen Recht, Prinzip 10 der Rio-Erklärung sowie den Prinzipien und Zielen des UNFCCC und des Pariser Abkommens, die im Rahmen des UNFCCC in FCCC/CP/2015/10/Add.1, Entscheidung 1/CP.21 angenommen wurden;“ – also nichts anderes als die institutionelle Verankerung von weltweiter Zensur.
d) Verbesserung des Zugangs zu evidenzbasierten Informationen: „Die Einbeziehung von Verpflichtungen und Maßnahmen zur Förderung der Integrität von Informationen zum Klimawandel in die Agenda des Aktionsprogramms für Klima-Empowerment, im Rahmen des UNFCCC, sowie in andere relevante internationale Instrumente und Arbeitsströme, und (Anerkennung) der entscheidende(n) Rolle, welche die Integrität von Informationen zum Klimawandel bei der Verbesserung von Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Schulung, Öffentlichkeitsarbeit, öffentliche Teilnahme, Zugang zu Informationen und internationale Zusammenarbeit spielt, die darauf abzielen, Bürger und Gesellschaften zu befähigen, auf die Dringlichkeit des Klimawandels zu reagieren;“ – sprich: nur die „richtigen“ Quellen zählen und sollen zur Indoktrination in allen Lebensbereichen bereitgestellt werden. Da wird dem Beutelsbacher Konsens schon in in Uterus, Wiege, Kita und Schule der Garaus gemacht!
e und f) Maßloses Fördern ohne Ende: „Förder(ung) von informierten und inklusiven Klimamaßnahmen durch den Zugang zu genauen, konsistenten, evidenzbasierten und verständlichen Informationen zum Klimawandel für alle Interessengruppen. Fördern (der) Zusammenarbeit und den Kapazitätsaufbau auf nationaler Ebene, zwischen Staaten, multilateralen Organisationen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und dem Privatsektor, um Bedrohungen für die Integrität von Informationen zum Klimawandel anzugehen, im Einklang mit internationalen Meinungsfreiheits-Standards, die Entwicklung widerstandsfähiger und pluralistischer Informationen über Klimawandel-Ökosysteme (zu) unterstützen, diejenigen (zu) schützen, die über Klimafragen berichten und forschen, das öffentliche Bewusstsein für den Klimawandel (zu)erhöhen und das Vertrauen in die Klimawissenschaft und wissenschaftlich fundierte Strategien (zu) stärken.“ – mit noch mehr Sondervermögen reichlich Arbeitsplätze schaffen für Leute mit naturwissenschaftlichem Sonder-Unvermögen
Besonders kurios: „Der Privatsektor soll sich zu „menschenrechtskonformer Kommunikation“ verpflichten. Und die Tech‑Plattformen sollen überprüfen, ob und wie die Plattformarchitekturen zur Untergrabung der Integrität des Klimainformationsökosystems beiträgt, und Forschern Zugang zu Daten gewähren, um Transparenz zu gewährleisten und eine Evidenzbasis zu schaffen;“ Übersetzung: Unternehmen sollen ihre Werbung so gestalten, dass sie die Klimapolitik bejubeln. Und ein klarer Auftrag: Bitte einmal die Zensur‑Software hochfahren. Ganz im Sinne von Ursula und ihrer Kommission.
Das Wahrheitsmonopol ante portas
Ein Horror-Klima-Informationsregime, inszeniert sich als alleiniger und allwissender Hüter der Wahrheit, während es die freie Debatte stranguliert. Kritische Stimmen – ob Forscher, Journalisten oder Bürger – werden nicht mehr als legitime Gegenpositionen behandelt, sondern als Gefahr für die „Stabilität“. Kritische Forschung oder alternative Ansätze im Klimadiskurs sollen marginalisiert, ja eliminiert werden.
Normale Bürger, welche die Komplexität der Klimawissenschaft ohnehin nicht durchschauen können (ähnlich wie während Covid), sollen sich gefälligst den „Experten“ fügen. Und wir wissen alle, welche Experten gemeint sind – sicher nicht jene, die unbequem nachfragen. Eher solche, die in der Tageszeitung den armen Eisbären am abgetauten Nordpol immer noch auf der einsamen Eisscholle verhungern und Tuvalu absaufen lassen.
Und dann das Klima‑Industrie‑Ökosystem: Regierungsbürokratien, NGOs, linke Stiftungen, Universitäten, Umweltgruppen, Klimaklage‑Anwälte – alle mit den Rüsseln tief im Klimafinanz‑Trog. Wie viele hunderte Milliarden fließen jährlich weltweit schon jetzt in diese fragwürdige Maschinerie? Und Deutschland immer stracks voraus! Die ewigen Bemühungen – nicht nur der ideologischen und ökologischen Linken – abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen, gehen unvermindert weiter. Deutschland und EU-Kaiserin Ursula vorne dran. Es ist sträflicher Leichtsinn anzunehmen, dass dies bald der Vergangenheit angehören könnte.
Redaktionelle Korrektur:
In diesem Beitrag wurde zunächst in der Liste der Unterzeichner der "Declaration on Information Integrity on Climate Change" die USA versehentlich aufgeführt. Das ist unzutreffend. Die Vereinigten Staaten haben die Erklärung selbstverständlich nicht unterzeichnet.
Carlheinz Swaczyna veröffentlicht in Fachzeitschriften und beschäftigt sich mit Verkehrs- und Infrastrukturthemen. Er lebt in Krefeld.
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay
@A. Ostrovsky, „Club Of Rome“, „Bretton-Woods“, „Öl“: Interessant, dass Sie den Club Of Rome in diesen Zusammenhang bringen (Fiat, „nur ein Wortspiel“). Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Politik damals so schnell auf „neue“ Informationen reagiert hat.
M.E. waren die Ursachen des Zusammenbruchs von Bretton-Woods 1973 (1971 musste Nixon die Goldpreisbindung aufheben) neben der Goldpreisbindung (oder daraus bedingt) weitere Konstruktionsschwächen: die festen Währungskurse in Verbindung mit dem Dollar als Weltleitwährung. Während in Europa nach dem Krieg das sog. „Wirtschaftwunder“ für Aufschwung sorgte, hatte die USA mit dem Vietnamkrieg zwar ein Wirtschaftswachstum aber auch ein Finanzierungsproblem (Waffen und Munition werden vom Ausland „konsumiert“ aber nicht von diesem bezahlt). Ein System mit festen Währungskursen scheint mir in dieser Schieflage ungeeignet zu sein. Die Leistungsbilanzdefizite der USA könnten das Vertrauen in den Dollar womöglich geschwächt haben.
Exporte: M.E. ist Deutschland (vielleicht nicht damals, aber) heute auf Exportüberschüsse angewiesen. In der Sektorbetrachtung sparen (geben weniger aus, als sie einnehmen) der Privatsektor und der Unternehmenssektor seit ca. 2010 durchgehend, der Staat macht (im internationalen Vergleich moderat) Schulden (gibt mehr aus, als er einnimmt), und den Fehlbetrag schießt bislang das Ausland zu. Fragt sich, wie lange noch.
Laut Artikel haben die USA die „Globale Initiative für Informationsintegrität im Klimawandel“ auch unterschrieben!? Das hätte ich nicht erwartet.
Das ist in etwa so, wie, wenn sich die Deutschen für Bio-Produkte aussprechen. In der Umfrage findet man sie gut, aber für mehr Geld kaufen, gewiß nicht. Die Klima-Faschos haben global mit ihrer Klima-Lüge verloren. Dieser linke Kampf gegen echten Naturschutz ist gelaufen.
Zum Glück gefährden weder unsere Kriegswirtschaft noch der tobende Krieg im Osten unsere Klimaneutralität AD 2050!
@ M.-A. Schneider – „Dass immer noch angeblich 80% der Bevölkerung an diesen einseitigen Klimawahn glauben, der unsere Freiheit immer mehr durch die medial und politisch geschürte Dauerpanik einschränken wird,“ – Vermutlich genauso getürkt wie die „Daten“ der Abzock-Religion „Co2-Menschen-Verursachter-Klimawandel“, denn rechne ich mal AfD-Wähler raus, dazu Flugtouristen, Kreuzfahrtfans, aktuell „Böllerfreunde“, so bleibt eigentlich als Rest nur noch etwa der Bestand der grünwählenden „Klimasektierer“, also 10 – 15 % der „Biogermanen“. Die Masse der zuwandernden AMG-Fans dürfte eher auch nicht der Grünreligion folgen. Die „80 %“ sind vermutlich so falsch wie die von Herrn Klapproth im Vortrag präsentierte Studie zu „modRNA-Spritze senkt allgemein die Sterberate“.
Angeblich soll ja Vanuatu vom Untergang bedroht sein. So stand es jedenfalls in unserer Tageszeitung vor ein paar Monaten. Mein Verdacht warum die in Vanuatu nicht mehr so gut Platz haben ist ein anderer. Vanuatu hatte um 1900 ca 15000 Einwohner. Heute hat diese Inselgruppe stolze 300000 Einwohner.
Wer zahlt den Zirkus? Ich habe einen Verdacht, welches Land sich dabei wieder besonders exponiert.