
Presse und Politik müssen in Deutschland endlich getrennt werden. (1) Dass eine Partei Presseorgane unterhält und mit “Nachrichten” versorgt ist ein Unding. Jedenfalls müsste zwingend Transparenz hergestellt werden: Warnhinweis deutlich abgesetzt auf der Titelseite, wenn eine Unternehmensbeteiligung (auch mittelbar) besteht; hinter jedem Beitrag, der (teilweise) auf Meldungen solcher Unternehmen zurückgreift, hinter jedem Nachrichtenbeitrag/Nachrichtensendung im Rundfunk, der (auch mittelbar) auf solchen (gekennzeichneten) Presseerzeugnissen beruht oder sogar eine Unternehmensbeteiligung einer Partei besteht. Wie wäre es bei Druck- und Internetprodukten mit einer Ampel aus rot (nur eine Quelle mit SPD-Hintergrund), gelb (mehrere Quellen, teilweise mit SPD-Hintergrund) und grün (eigene Recherche, keine Mischung mit Parteiquellen)? (2) Die stark eingedampften öffentlichen Rundfunkanstalten erhalten gewählte Organe (ähnlich der Sozialversicherung), die auch die Intendanten und Programmdirektoren wählen (nur mit großer Mehrheit) und über die Arbeit der Redakteure Aufsicht führen (und natürlich öffentlich tagen und diskutieren).
@Richard Schwarz—“das Fenster zur Welt, die F I L T E R der Wahrheit”—Die Qualitätsmedien leisten, was allzu oft vergessen wird, eine wahre Sisyphosarbeit!—lassen sich dafür aber auch mehr als anständig (um nicht zu sagen: unanständig) bezahlen. Ist es denn nicht so, dass (um noch einmal in den locus amoenus von Döpfners Begriffswelt einzutauchen) das “Fenster zur Welt” so lange justiert wird, bis justament der Hosenstall eines AfD-Politikers ins Bild gerückt und die Atmosphäre entsprechend geschwängert ist, um dann naserümpfend durch den “Filter der Wahrheit” hindurchrotzen zu können, dass dieser elende Lump ein Nazi sei, dem recht geschehe?—Am Tagesende ist der Stein—auch ohne fremde Einwirkung—längst in die Ausgangsposition zurückgekullert, und Sisyphos fängt von neuem an: der klimabedingte Menschenwandel erledigt sich nicht von selbst, und das mit Kratzfüßen herbeigewinselte Konkordat wird es auch für die gedruckte Medienqualität (wo von Quantität ja kaum noch die Rede sein kann) möglich machen…
Man sollte nicht müde werden, zu schreiben, dass Deutschland mit einer Journaille, die ihrem eindeutigen Auftrag gerecht würde, die Politik kritisch und objektiv zu begleiten, zu hinterfragen, zu recherchieren, Kommentar von Bericht zu unterscheiden etc. niemals in eine solche politische Situation wie die aktuelle gekommen wäre. Es begann im Grunde genommen schon mit dem Ausstieg aus der Atomenergie nach der Tsunami-Katastrophe, setzte sich fort mit der Finanzpolitik der EU und ihrer Griechenland-Förderung, in der Merkel Feder führend war, und erreichte ihren Höhepunkt mit der Öffnung der Grenzen 2015. Seitdem bestehen die MSM fast ausschließlich aus Claqueuren der Kanzlerin und ihrer Entourage und haben mit ihrer Pro-Merkel-Propaganda dieses Land in einer Weise verändert, dass man es nicht mehr wieder erkennt, Ende nicht abzusehen.
Sorry, aber die einzigen für Deutschland systemrelevanten Medien sind derzeit die NZZ und einige Blogs wie z.B. Achgut und Tichy.
Gute Klarstellung Herr Röhl, einige Formulierungen habe ich mal wieder genossen. Seitdem ich diese ganzen Verfehlungen unserer Lückenpresse wahrnehme, hat sich mein Medienkonsum und meine Informationsaufnahme ganz stark selektiert. Der autarke Bürger kann ja noch auf diese Medienlandschaft reagieren. Das geht bei der NZZ los und führt flankiert von vielen anderen Quellen schlussendlich zur “Achse”. Die Tatsache, daß sogenannte Journalisten die Anerkennung ihrer “Systemrelevanz” sogar öffentlich einfordern zeigt ja ihr schlechtes Gewissen und ihre Dummdreistheit. Ich weiß, die Jungs und Mädels können natürlich nicht alle gleichzeitig Pressesprecher der Bundesregierung sein mit üppiger Besoldung, die pünktlich, zuverlässig und regelmäßig auf dem Konto erscheint. Aber die meisten dieser Journos sind für die Öffentlichkeitsarbeit diverser Unternehmen auch nicht gut genug und da könnten sie zumindest ihren Konformismus und ihre uneingeschränkte Loyalität unter Beweis stellen. Aber selbst moderne Unternehmen fordern heute mehr Reflektion und kritisches Bewußtsein ein, nur so können sich alle – auch Unternehmen – weiterentwickeln.
Tja nun - wie schon andere schrieben: Die Welt will belogen werden. Seit ich mitbekommen habe, dass ein durchaus intelligenter (alter weißer) Mensch weiterhin dem “Spiegel” treu bleibt, die “Welt” (allerdings wegen Broder und eines anderen Journalisten) gut findet und ihr ebenfalls treu bleibt - aber von “Achgut” und TE weiterhin nichts wissen will, habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass der liebe Gott noch Hirn regnen lässt. Ich habe mir bis vor wenigen Jahren ein Leben ohne Tageszeitung nicht vorstellen können. Dann kam der wochenlange Postbotenstreik, so dass ich meine Leib-und Magenzeitung nicht und danach nur sehr unzuverlässig am Spätnachmittag bekam. Schade. Sodann die eher örtlichen Blätter abonniert und/oder regelmäßig gekauft - bis ich dann von diesem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem noch das letzte Provinzblatt angehört, so bedient war - linke Indoktrination ohne Ende, pausenloses AfD- und Trump-Bashing, einseitige, gleichgeschaltete Berichterstattung bei gleichzeitigem Qualitätsverlust in nahezu jeder Hinsicht, dass ich nur noch in Ausnahmefällen eine Zeitung kaufe. Aber die Verlage/Redaktionen wollen einfach nicht begreifen, dass der dramatische Rückgang der Verkaufszahlen nicht unbedingt etwas damit zu tun hat, dass die Leser sich über das Internet informieren, sondern dass sie es satt haben, für stramm auf links getrimmte Propagandablätter, die inhaltlich, stilistisch und auch von der Rechtschreibung her zudem noch oft viel zu wünschen übrig lassen, auch noch Geld zu bezahlen.
Von den Jungs in den Redaktionstuben darf und kann man nichts erwarten…außer Destillaten. Ob im Druck oder bei den öffentlich Gerechten, die sind letztlich alles andere als frei - die sind weisungsgebunden und damit Gefangene in einer hamletinen Falle: Sein oder Nichtsein. Gar keine Frage. Bei Stalin war’s ähnlich, wer zu früh mit dem Klatschen aufhörte, war des Todes. Gut, das ist jetzt etwas überzogen, war auch nur als Metapher gemeint, BILDlich gesprochen, sozusagen. Um aber das Wichtigste nicht zu vergessen (last but…), Ihren Artikel, lieber Herr Röhl. Der ist eine glatte Zumutung…wie man (ich) sie sich wünscht.
Wenn wir dann alle infiziert und mit dem Tode ringend daliegen sollten, können wir uns zumindest auf die Mainstream-Journos verlassen, die, geframt und in ihrer Haltung voreingenommen darüber berichten werden. Wie beruhigend. Da stirbt es sich doch gleich viel leichter…
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