Kriminalitäts-Statistik: In Hamburg sagt man Tschüss

Vor wenigen Tagen zitierten einige Medien den Vorsitzenden vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz. Der zweifelt an der Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS): Es müsse jährlich von bis zu 25 Millionen Straftaten in Deutschland ausgegangen werden. Viele Straftaten würden gar nicht erst angezeigt und kämen damit auch nicht in der Polizeistatistik vor. „Die tatsächlichen Fallzahlen liegen weit über den in 2017 registrierten Straftaten." 

Wegen Ermittlungen gegen ihn - Vorwurf: unrechtmäßiger Erhalt von Bezügen - tritt er nun zurück. Unter der Überschrift "In Hamburg sagt man Tschüss" sein Statement im Web:

"Obwohl ich eine schriftlich geregelte Teilzeitvereinbarung mit der Polizei Hamburg habe und meinen vereinbarten Pflichten stets im vollen Umfang nachgekommen bin, sah sich bekanntermaßen die Staatsanwaltschaft im Rahmen der Ermittlungen zur 'Causa Wendt' in der Pflicht, auch gegen mich tätig werden zu müssen. Glaubten damals der Bundesvorstand sowie mein Rechtsanwalt und auch ich, dass die Ermittlungen innerhalb kürzester Zeit eingestellt werden müssten, da die Vorwürfe haltlos sind, ist auch heute, über ein Jahr danach, nicht abzusehen, wann die Staatsanwaltschaft Hamburg das Verfahren endlich zu einem Ende bringen wird. Auf dieser Basis ist es mir nicht mehr möglich, weiterhin mein Amt als Bundesvorsitzender unbefangen ausüben zu können."

Um Schaden vom BDK abzuwenden, legt Schulz sein Amt zum 31. Mai 2018 nieder. Mundtot ist er damit nicht.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Susanne Baumstarks Blog Luftwurzel

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Christoph Kaiser / 10.05.2018

@ Michael Lorenz “Sie besorgt - vermutlich als Hauptaufgabe - die Verbreitung der Erkenntnis: Mach’s Maul auf, und es gibt richtig Ärger!”  Ja anscheinend lernt man vom eigentlichen Gegner, so wird’s doch im mafiösen Milieu auch gemacht!

Marc Stark / 10.05.2018

Warum hat er nicht erst Beweise gesammelt? Wenn getrickst werden soll, müssen doch Dienstanweisungen und andere vertrauliche Interna irgendwo zu finden sein. Das lässt sich ja kaum per Telepathie in die letzten Amtsstuben dirigieren.

Hubert Bauer / 10.05.2018

Wie hat Eduard Zimmermann seinerzeit in Aktenzeichen XY immer gesagt: “Dies ist leider kein Einzelfall”. Genauso interessant ist der Fall von Josefa Schmid. Sie hat im Januar kommissarisch die Leistung des BAMF in Bremen übernommen. Sie wollte die Korruptionsvorwürfe gegen ihre Vorgängerin aufklären. Sie hat dazu einen umfangreichen Bericht erfasst, in dem sie auch der BAMF-Zentrale in Nürnberg Vorwürfe gemacht hat. Außerdem hat sie diesbezüglich die Staatsanwaltschaft Bremen informiert. Kurz danach wurde sie zu ihrer ehemaligen Dienststelle in Deggendorf strafversetzt. Um das Bild abzurunden: Vor einigen Jahren hat sie die CSU im Streit verlassen und ist jetzt FDP-Mitglied. Vielleicht kann die Achse auch diesen Fall ein wenig in den Focus rücken. Der Bayrische Rundfunk hat schon darüber berichtet, aber ansonsten ist Fall noch nicht in die breite Öffentlichkeit gerückt worden.

Dietmar Fleischhauer / 10.05.2018

Lustig, ist das derselbe André Schulz, der jahrelang durch sämtliche Zeitungen und Talkshows ziehend alles als rechte Hetzer diffamiert hat, was nicht der großen Erzählung folgte und bei Drei auf den Bäumen war? Dem Mann quillt sein Ego aus jeder Pore, da mag man an einen freiwilligen Rückzug gar nicht recht glauben. Womöglich eine Sicherheitsmaßnahme, falls die juristische Resterampe Hamburgs am Ende doch noch Peinliches zutage fördert. Auf jeden Fall amüsant, wie er den Vorgang dabei seinem (ebenfalls etwas kuriosen) Erzrivalen Wendt ans Bein bindet.

Frank Stricker / 10.05.2018

Komisch , irgendwer scheint die deutsche Öffentlichkeit nun vollends “verarschen” zu wollen. Vor der letzten Bundestagswahl lieferten sich die Kontrahenten einen Wettlauf darüber , wer die Planstellen bei der Polizei am schnellsten erhöht. Und nun ?  Völlig überrascht , wie Kai aus der Kiste , werden uns die neuen “Wunderzahlen” ( -10%) von “Heimat-Horst” präsentiert ! O.k , die Kriminalitätsstatistik ist in etwa so aussagekräftig wie Wahlergebnisse in totalitären Regimen. Laut Anfrage eines FDP-Abgeordneten wissen wir , dass allein in den letzten 10 Jahren ca. 250 Änderungen an der Statistik vorgenommen wurden. Polizeibeamte versuchen z.B. in einigen Kriminalitätsbereichen verzweifelt die Betroffenen bei Fahrrad - u. Taschendiebstählen von einer Anzeige abzuhalten , weil es eh hoffnungslos ist. Und die inflationären Messerattacken werden auch vorsichtshalber nicht statistisch erfaßt , man möchte halt keinen Bürger unnötig verunsichern…............

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