
Wenn es denn so einfach wäre, wie Herr Nicolay hier suggeriert. Moralisch und völkerrechtlich sind die Rollen verteilt. Die Ukraine wurde angegriffen und hat jedes Recht, sich zu verteidigen. Dabei muss man sich gar nicht auf die ach so hehren westlichen Werte berufen. Täten wir dies immer und überall, Herr Nicolay, ständen die wenigen Rechtsstaaten ziemlich schnell sehr allein da. “Was mich stört ist nicht der moralische Anspruch. Es ist die Doppelmoral”, wird Danisch nicht müde zu wiederholen. Wo bleiben denn die harten Sanktionen gegen China wegen der andauernden völkerrechtswidrigen Besatzung Tibets? Millionen an Hilfsgeldern werden von der moralisch ach so hochstehenden westlichen Wertegemeinschaft an die übelsten Unrechtsregime auf der ganzen Welt verteilt. Da russisches Gas plötzlich so böse geworden ist, scheut sich Robert, der Bestrumpfte, nicht sich in tiefster Devotion vor den Machthabern Katars zu verneigen. Plötzlich ist bei den Grünen auch Fraking-Gas gutes Gas, so lange es andernorts die Uwelt zerstört. Wer immer auch Moral zum Maßstab seines außenpolitischen Handles erklärt, wird sehr schnell gegen die sehr harte Mauer der politischen Realität laufen. “Staaten haben keine Freunde. Sie haben Interessen.” hat der wohl größte deutsche Staatsmann einmal gesagt. Es liegt im ureigensten Interesse Deutschlands, den Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich zu beenden. Wer glaubt, dies könne ohne Zugeständnisse gegenüber Putin zu erreichen sein, begeht den nächsten fatalen Irrtum in einer langen Reihe von Fehlern, die im Umgang mit Russland gemacht worden sind. Nur wie kommt man von dem moralischen Ross herunter, auf dem man es sich so bequem eingerichtet hat?
Umweltzerstörung, Bankencrash, Rettungspakete, illegale Morde und Kriege, Volksverhetzung als politische Flanke, illegale Grenzöffnungen, Corona und Spritzorgie - den Ukraine-Krieg davon abzukoppeln, das kann schon auf der Sachebene nicht funktionieren. Man kann sich natürlich hinter Platitüden wie Antiamerikanismus verstecken, aber daran merkt der Leser auch, daß die eigentliche Bruchlinie die amerikanische Arroganz ist, die sich überall beliebt wähnt und die aus jedem Land Oklahoma machen will. Im Grunde ist das aber ehrlich, nun wissen die Leser, daß es sich um ein Baerbock-Forum handelt. Die hat auch keinen Stil und keine Kultur. Was haben die USA in Deutschland zu suchen? - Das ist so typisch amerikanische Peacemaker-Diplomatie, verehrter Autor. Das wird dieses Mal nicht funktioniern.
“Auch wenn die Ukraine vor dem Krieg kein Musterfall für Demokratie war und auf dem Korruptionsindex ziemlich weit oben stand, auch wenn Ultranationalisten im Land ihr Unwesen treiben – es ändert nichts am Unrecht, das diesem Land und seiner Bevölkerung von Russland zugefügt wird.” Und wenn das Land mit dem hohen Korruptionsindex auch noch mit Biowaffen (Viren) den Nachbarstaat terrorisiert?
Klingt ein bisschen nach Rechtfertigung und ein wenig nach Rückzugsgefecht. Ich bin irritiert, das Sie publizistische Gegner haben und Freundschaft zu Israel ein Wert sein soll, mal abgesehen davon, dass man Freundschaft nur zu Menschen haben kann und nie zu einem Staat. Wer US-Politik kritisiert, ist auch kein Antiamerikaner. Also ich habe keine publizistischen Gegener, ich unterscheide zwischen ehrliche Wahrheitssuche oder eben nicht. Außerdem argumentieren Sie schon wieder mehrfach an der Sache vorbei. Informationen können sehr richtig, aber trotzdem unvollständig sein. Es gibt unzählige Fälle von ukrainischen Verbrechen an den eigenen Soldaten, an den Zivilisten und andere Kriege, wo es keine Aufrufe zur Solidarität gibt. Wo bleiben die Berichte? Waffenlieferungen an das Selenskyregime sind Landesverrat und keine Solidarität mit „der Ukraine“ Reitschuster, hadert ähnlich, kennt das verbrecherische Regime in Moskau sehr persönlich. Aber eben nicht so gut die Verbrecher des Westens (Die wahren Machthaber der USA sind Antiamerikaner und haben 9/11 mit Absicht geschehen lassen und ausgenutzt- das sollten auch Sie inzwischen gemerkt haben). Gerade die Achse sollte sich zB mit den offensichtlichen Butcha Lügen (fragen Sie mal US-Intelligence danach, die kennen die echte Geschichte genau!) beschäftigen. Der Krieg in der Ukraine ist Jahre, nicht Monate alt. Ich glaube nicht, dass Putin eine moralische Rechtfertigung für den Krieg hat, aber nicht mal das ist bewiesen. Ja, es fallen Leute auf russische Propaganda rein und das ist schlecht. aber viel mehr fallen auf westliche Propaganda rein und das ist wesentlich bedrohlicher für uns. Ich bin auf keiner Seite. Wer für eine Seite ist, ist für Krieg. Und das sage ich als Nicht-Pazifist. Anständige Menschen merken einfach, dass Putinversteher aus der selben totalitären Geisteskloake stammt, wie Coronaleugner. Die sind ja auch nicht Pro-Corona. Tja, Leser können wie Wähler lästig sein, nicht wahr?
Andreas Belmega / 28.05.2022 Genauso, und nicht anders. Seit 2015 und Corona habe sich viele Kritiker zusammengefunden, die nun, Gott sei Dank, wieder auseinandergehen: Auf der einen Seite Xenophobie, Russlandphilie, Esoterik, Nationalismus, Antisemitismus, Verschwörungsglaube; auf der anderen Seite (echter) Konservativismus, Christentum, Patriotismus, Freiheitlichkeit, Minimalstaatlichkeit. Die AfD war eine Partei der letztgenannten Gruppe, und wurde zu einer der erstgenannten. Auch viele alternative Medien nahmen eine ähnliche Entwicklung. Der Ukrainekrieg trennt hier scharf zwischen beiden Gruppen, und das ist auch gut so. Lieber Herr Belmega, sie stilisieren, genau wie der Autor, diejenigen, die die Umtriebe der amerikanischen Demokraten und der NATO in der Ukraine seit 2008, offenbar billigen, zu echten Konservativen. Würden die Amerikaner und die NATO wirklich diese Werte verteidigen, wäre ich die erste, die hinter ihnen stünde. Tun sie aber nicht, was wie der Autor schön beschrieb, sich in den Folgen von 9/11 schön nachvollziehen lässt. Stört das keinen von der “aufrechten Konservativen”? Heiligt der Zweck (Ausräuberung aller rohstoffreichen Länder) alle Mittel? Ist es das, was Sie unter westlichen Werten verstehen?
Guten Morgen und vielen Dank Herr Nicolay für diesen Artikel in dem ich, für meine Person, jedes Wort unterschreiben kann!
“Wenn Henry Kissinger, der große Amerikaner, nun der Ukraine empfiehlt, im Zweifel Territorien an die Russen abzugeben, spricht er mehr wie ein Deutscher (als der er geboren wurde).” Selbst ein Deutscher muss nicht stets im Unrecht sein, nicht wahr? Und wer allen Ernstes “eine Ausweitung des Krieges mit Nuklearwaffen ” nicht(!) fürchtet, der dürfte nicht zurechnungsfähig sein. Insbesondere Deutschland hat weder eine “Bringschuld” (Zitat Welt-Online) gegenüber der Ukraine noch steht es im Krieg mit Russland. Deutschlands kriegerische Erfahrungen mit Russland dürften hinlänglich bekannt sein, beide Länder leiden bis heute darunter, da braucht es keine Neuauflage. Was am meisten abschreckt: wie schnell in Deutschland aus vermeintlichen Pazifisten Kriegstreiber wurden, wie vorbehaltslos Partei ergriffen wird, wie irrational die Vorgehensweise ist. Im Krieg gibt es weder die angesprochene “Wahrheit” noch gibt es “Gut und Böse”. You need two to tango - dies gilt auch im Ukraine-Konflikt. Die Ukraine als unschuldiges Opferlamm darzustellen, als Musterdemokratie, als Verteidiger westlicher Werte, als “unser” Bollwerk gegen “den Russen”, das könnte fadenscheiniger und falscher nicht sein. Es handelt sich hier nicht um “David gegen Goliath”, es handelt sich um einen verdeckten Kampf zwischen West und Ost. Hillary Clinton hatte dies schon für den Fall ihrer Präsidentschaft sehr konkret vohergesagt, nach Trumps Wahlverlust hat Biden diesen Kurs (der versuchten NATO- und EU-Expansion auf Russlands Kosten) fortgesetzt. Dies rechtfertigt keine kriegerischen Mittel, aber es könnte zur Klärung der Positionen und Vorbereitung von Waffenstillstand beitragen. Falls dies denn beidseits gewünscht wäre… Und Deutschland (das sage ich als Deutscher) sollte endlich lernen, einmal beizeiten den Mund zu halten.
Wem die westlichen Werte nicht gefallen, dem empfehle ich, sich anderweitig um zu sehen. Moslem, China, Russland? Gerne doch - und kommt nicht wieder zurück.
Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.