Jesko Matthes / 06.01.2021 / 15:30 / Foto: kremlin.ru / 9 / Seite ausdrucken

Kriech Du und der Teufel

Nun, da die Notverordnungsregierung aus Bund und Ländern beschlossen hat: 

Die Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden verschärft. Künftig sind private Zusammenkünfte nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet,

und zwar völlig unabhängig von dem angeblich alles entscheidenden „Inzidenzwert“ Ihres Kreises oder Ihrer Stadt, weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass der Dichter des Deutschland-Lieds, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, dessen dritte Strophe („Einigkeit und Recht und Freiheit…“) derzeit noch der Text unserer Nationalhymne ist, auch eine spätere, alternative Version zur gleichen Melodie geschrieben hat. Sie lautet (Link: ):

Kriech Du und der Teufel

Ja, verzeihlich ist der Großen 
Übermut und Tyrannei, 
Denn zu groß und niederträchtig 
Ist des Deutschen Kriecherei. 
Sieht ein Deutscher seines Fürsten 
Höchsterbärmlich schlechten Hund, 
|: Tut er gleich in schönen Worten 
Seine Viehbewundrung kund. :| 

Sieht ein Deutscher seines Fürsten 
Altersschwaches steifes Pferd, 
Ist er freudig doch ergriffen 
Von des Gaules früherm Wert. 
Sieht ein Deutscher seines Fürsten 
Allerältstes Hoffräulein, 
|: Denkt er eine Bürgerstochter 
Könne doch so schön nicht sein. :| 

Sieht ein Deutscher seines Fürsten 
Jämmerlichsten Kammerherrn, 
Steht er still und grüßt in Ehrfurcht, 
Und er sieht ihm nach von fern. 
Sieht er nun den Fürsten selber, 
O, wie ist er dann entzückt! 
|: Wenn Durchlauchet ihn wieder grüßet, 
Nun, dann ist er fast verrückt. :| 

Er erzählt es allen Menschen, 
Welche Gnad ihm widerfuhr, 
Daß Durchlaucht ihn hat gewürdigt 
Mehr als eines Blickes nur. 
Er erzählet Kindeskindern: 
Ja, ich habe ihn gesehen! 
|: Und bei Gott! nun kann ich ruhig, 
Ruhig in die Grube gehn. :| 

Ich frage mich: Welche speziellen Erfahrungen hatte der Dichter eventuell inzwischen mit den Deutschen gemacht?

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Leserpost

netiquette:

A. Ostrovsky / 06.01.2021

@Johannes Schuster / 06.01.2021 Das kann man Ihnen wirklich nicht vorwerfen, dass Sie die Deutschen lieben. Woher kommt dann Ihre “Erfahrung”, was dann passiert? Hörensagen? Oder Fieber-Phobie? Woher kommt das Fieber? Kontaktschuld? Was machen Sie nun?

giesemann gerhard / 06.01.2021

@Gabriele H. Schulze: Haben die den da nicht gleich gesperrt? Und ich Dummbeutel sage seit geraumer Zeit, man solle den ÖPNV unbedingt meiden, wegen der Triefnasen dort - und dann das. Aber gute Idee: Picknickkorb mitnehmen, eine Tageskarte kaufen und den ganzen Tag gut versorgt rumfahren. Kömmt die Polente, sind wir schon längst umgestiegen ... . Mir persönlich reicht der offizielle Text schon: Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang - sollen in der Welt behalten, ihren guten alten Klang: Fremde Männer, Teddybären, werfen was das Ärmchen kann - denn es geht so gut wie alles, ist es nur ein Muselmann ... . Was das mit Corona zu tun hat? Nix. Aber das eine schließt das andere nicht aus.

Johannes Schuster / 06.01.2021

Liebt man die Deutschen und umarmt sie, dann kommen ihre beim kalten Gretchen erworbenen Phobien auf die Zuwendung und dann wird es mutantisch, dann wähnt man sich bei einer Geburt auf Area 51. Liebe ist bei Deutschen ein Trigger, schreibe ihnen eine Hymne, die verbrennen Dich glatt, weil ihr kindliches Defizit angesteuert wurde. Sag einer deutschen Frau, wie schön sie ist, in dem dritten Jahr der Ehe wird man es büßen. Liebe ist für den, der sie nicht fühlen kann - unerträglich, das muß man wissen und wenn man nur lieben kann und will und Freude trägt, es reicht wohl eine Hymne, dann ist man unter Deutschen so gut als tot. l

Oliver Günthner / 06.01.2021

Ja, das Volk der (aussterbenden) Klempner (äh, Dichter) und Denker ... *lol*

M.-A-. Schneider / 06.01.2021

Wunderbar! Genau das spielt sich bei uns ab, man kann es nicht begreifen! Unsere “Kaiserin” sitzt Woche für Woche und grübelt darüber nach, wie sie dem verhassten Volk noch weiter die Lebensfreude,  Lebensqualität und die Lebensgrundlage nehmen kann, und die Mehrheit klatscht Beifall.

Dieter Kief / 06.01.2021

Ist lustig, danke! - Weil ich nigglich bin: Was wir vor uns haben, ist kein deutsches, sondern ein weltweites Problem. In Europa gibt nur zwei große Ausnahmen in , wo man CO-19 vernünftig begegnet: Schweden und die Schweiz. Überall sonst kriechen die Bürger bei der Politik unter den Rock und die Politiker bei den Bürgern, weil sie alle so - verwwirrt und kleinmütig sind.  Big Pharma riecht diesen Kleinmut und steht zur Ablasszahlung bereit. Es war beliebt zu behaupten, Ablasszahlungen bzw. Opfergaben gebe es nur wegen der Religion. Dieser Irrglaube wird derzeit - wie so oft schon… - - - - - ad absurdum geführt.

Gabriele H. Schulze / 06.01.2021

Wie cool ist das denn?!! Danke! @Frances Johnson: ein Kommentator auf welt online schlägt vor, Familien könnten sich doch z.B. in S-Bahn-Waggons treffen….

A. Iehsenhain / 06.01.2021

Verblüffend! War mir gar nicht bekannt, vielen Dank für den Hinweis, Herr Dr. Matthes! Könnte beinah ein Zeitreisender sein, der Meister Fallersleben. Allerdings sticht mir bei dem Text irgendwie ins Auge, dass er bei dessen Formulierung eine diebische Schadenfreude empfunden haben dürfte. Wer kann es ihm verdenken…

Frances Johnson / 06.01.2021

Phantastisches Fundstück. Danke. Kannte ich nicht. Tipp: Wenn Ihr Euch mit einem Freundespaar trefft, lasst die getrennt kommen und gehen, denn “Denn zu groß und niederträchtig/Ist des Deutschen Kriecherei” Und verpfeifen tut er auch gern, dieser Bockwust-Allerlei. Und seid nett zu Polizisten - die meisten werden das total überzogen finden.

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