Die Fotos, die Setsuko Kida ins “Fukushima View Hotel” in der Provinzhauptstadt Fukushima, 60 Kilometer vom gleichnamigen Unglücksreaktor entfernt, für eine Gesprächsrunde mit Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann mitgebracht hat, zeigen eine andere Welt: Berge schwarzer Müllsäcke mit kontaminiertem Laub. Kahle Landschaften. Es ist das Fukushima der Atomkatastrophe, das in keine Werbebroschüre passt.
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Kretschmann-wirbt-fuer-japanische-Energiewende;art4306,2017261
“Das Bewusstsein, dass hier eine der größten Katastrophen der Nachkriegszeit passierte, die tiefe Spuren in dieser Region hinterlassen hat, ist sehr bewegend”, sagte der Ministerpräsident Baden-Württembergs am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Fukushima. Den Unglücksmeiler selbst hat Kretschmann zwar nicht besucht, doch er traf in der japanischen Region unter anderem mit Zuständigen für den Wiederaufbau sowie mit unmittelbar Betroffenen des Unglücks zusammen, um sich einen Eindruck von den Folgen des Atomunfalls zu verschaffen. http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=11455256/lyosgt/
In seinem als “Grundsatzrede” angekündigten Plädoyer für den Atomausstieg hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gestern vor japanischen Studenten, Wissenschaftlern und Politikern an der Universität Kyoto die Energiewende als nachhaltigen Wachstumsmotor gepriesen. “Wir erleben nichts weniger als den Beginn einer grünen industriellen Revolution”, sagte der 65-Jährige, der in seiner Funktion als Bundesratspräsident derzeit Japan bereist. Weltweit wachse der Umweltsektor nach Prognosen bis 2020 jährlich um fünf Prozent, in Deutschland sogar um acht Prozent, sagte Kretschmann. Damit sei die Energiewende nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein ökonomisches Erfolgsmodell. Dank einer umfassenden Beteiligung der Bürger - sei es im Planungsprozess oder als Stromproduzenten - sei die Energiewende in Deutschland zudem breit akzeptiert. http://www.neckar-chronik.de/Home/nachrichten/ueberregional/baden-wuerttemberg_artikel,-Kretschmann-in-Japan-Gruene-industrielle-Revolution-statt-Atomkraft-_arid,215437.html
Derweil im Ländle:
Über 70 Vertreter von Bürgerinitiativen aus ganz Baden-Württemberg trafen sich am vergangenen Wochenende in Karlsruhe, um über das gemeinsame Vorgehen gegen den ansteigenden Ausbau von Windkraftindustrieanlagen im Land zu beraten. In diesem Rahmen wurde ein Dachverband gegründet, der zu mehr politischer Schlagkraft verhelfen und den Belangen der Initiativen vor Ort politisches Gehör verschaffen solle. Scharf kritisieren die Bürgerinitiativen in einer Pressemitteilung den Beschluss der Landesregierung Baden-Württemberg, der erlaubt, dass Windenergieanlagen in den kommenden Jahren überall im Ländle errichtet werden können. Immer mehr Widerstand richte sich seitdem gegen Windkraftanlagen, so heißt es in der Pressemitteilung. Dabei bezieht sich die Bürgerinitiative proNaturRaum insbesondere auf neue Bauarten, die ihren Angaben nach Windkraftwerke in der Größe des Stuttgarter Fernsehturms vorsehen.
http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Windraeder-verhindern-Buergerinitiativen-gruenden-Dachverband-in-Karlsruhe;art6066,1124370
Seit Monaten kämpft der Verein “Schützt die Buocher Höhe” energisch gegen die geplanten Windräder auf der Anhöhe über Waiblingen. Dabei erhalten sie auch prominente Unterstützung: VfB-Altstar Hansi Müller engagiert sich ebenfalls gegen die Windräder.
http://www.stadtanzeiger-im-netz.de/lokales/verein-kaempft-energisch-gegen-windraeder
Nach Börtlingen, Wäschenbeuren und Lorch stellt sich nun auch Adelberg gegen den geplanten Verlauf einer 380-KilovoltLeitung von Bünzwangen nach Goldshöfe. Einstimmig lehnte der Adelberger Gemeinderat das von der ENBW-Tochter Transnet BW geplante Projekt ab. Zudem soll gemeinsam mit den Bürgern Einfluss auf den Trassenverlauf genommen werden. Die Hochspannungsleitung soll nach den derzeitigen Plänen über die Gemarkung der Gemeinde führen. Bürgermeisterin Carmen Marquardt, die Gemeinderäte und die Bürger befürchten durch die Trasse unter anderem einen Wertverlust von Gebäuden und Grundstücken. Zudem hat sich jetzt auch eine Bürgerinitiative in Adelberg gegen die Stromtrasse gegründet, die nach der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend Unterschriften gegen das geplante Projekt sammelte. http://www.swp.de/goeppingen/lokales/schurwald/Stromtrasse-Rat-lehnt-Plaene-ab;art5787,2011229