Nachdem am 7. Mai im Evangelischen Schulzentrum der sog. “ISRAEL-TAG” der Deutsch-Israelischen Gesellschaft” und der “Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft” mit Humus und Falafel, einem Lichtbildervortrag über “Das Heilige Land” sowie zahlreichen gut gemeinten Ansprachen und dem Absingen´der “Hatikvah” feierlich begangen wurde, kommt die ehemalige Heldenstadt an der Pleiße aus dem Feiern gar nicht mehr heraus, denn nur eine Woche später soll jetzt nach fast siebenjähriger Verzögerung durch zahlreiche Klagen mißgünstiger Anrainer nun endlich das neue “Jüdische Kultur- und Begegnungszentrum” in der Hinrichsenstraße im ehemals vorwiegend jüdischen Leipziger Waldstraßenviertel eingeweiht werden.
Und nachdem es in der vergangenen Woche beim “Israel-Tag” noch hieß: “Ein tolles Land feiert Geburtstag!” lautet das Motto nunmehr offenbar “Leipzig kocht!”, denn die besondere Attraktion des neuen jüdischen Kultur- und Begegnungszentrums, das nach guter Leipziger Tradition “offen für alle” sein soll, ist ganz eindeutig die erste koschere Küche Leipzigs seit dem Zweiten Weltkrieg.
“Zukünftig sollen dort Workshops stattfinden, in denen Menschen verschiedener Kulturen gemeinsam nach jüdischer Tradition kochen. Damit möchte das Begegnungszentrum zur Verständigung zwischen den Kulturen beitragen”, schreibt die “Leipziger Volszeitung” in ihrer Ausgabe vom 12. Mai 2009.
“Wie ginge das besser, als gemeinsam koschere Gerichte zuzubereiten, an einem Tisch bei einem guten Essen zu sitzen und ein schönes Glas koscheren Weins zu genießen?” so der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde Leipzig”, Küf Kaufmann.
Das Haus lädt interessierte künftig zu diversen Koch-Workshops ein. Dann soll gemeinsam nach Rezepten von “jiddischen Mamas” gekocht werden,” so die “LVZ”, ehemaliges Organ der Bezirksleitung Leipzig der SED.
Na endlich ist sie wieder da, die vielbeschworene “deutsch-jüdische Symbiose”, die wir so lange entbehren mußten! Nun endlich, nach fast sieben Jahren, darf sogar der mißgünstige Nachbar “Adolf Stinkfuß” am reich gedeckten Schabbattisch der “Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig” Platz nehmen, sich über die nach langen Jahren des Streits wiederhergestellte deutsch-jüdische Eintracht freuen und nicht nur eine koschere Schabbatmahlzeit genießen, sondern auch einen echten russischen Wodka dazu trinken, denn, so Küf Kaufmann: “Da werden wir sicher keine strengen Regeln verletzen - Wodka ist immer koscher!”
Schließlich muß man nur ein paar Vorurteile gegenüber der jüdischen Kultur durch die konkrete Begegnung mit Menschen jüdischen Glaubens abbauen und siehe da, schon löst sich der gute alte Antisemitismus der mißgünstigen Nachbarn, den wir so lange beklagen mußten und der fast zum Scheitern des Projekts geführt hätte, quasi von heute auf morgen in Luft auf!
“A jiddische Mamme, es gibt nichts Bessres auf der Welt ...”. Dies wäre die angemessene Begleitmusik zur Einweihung des neuen jüdischen Kultur- und Begegnungszentrums in der Hinrichsenstraße zu Leipzig am kommenden Donnerstag.
Und das Beste daran:
Um “a jiddische Mamme” zu werden, brauchst heuer net a mal mehr konvertieren. Es genügt schon sich für einen Kochkurs und ein Wodkaseminar bei Küf Kaufmann, dem Vorsitzenden der “Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig” einzuschreiben.
In diesem Sinne:
“Alle Menschen werden Juden!”
Darauf ein kräftiges:
“Le Chaim!”