Henryk M. Broder / 29.11.2014 / 02:56 / 6 / Seite ausdrucken

Kopflos im Vatikan

Ausgerechnet der Papst, die höchste moralische Instanz von über einer Milliarde Katholiken, hält Gespräche mit einer Bande amoklaufender, mordender, vergewaltigender Sklavenhändler für angebracht, “wenn dadurch größeres Leid vermieden werden kann”.

Das ist gute, alte, bewährte Vatikanpolitik. Um größeres Leid zu vermeiden, hat der Statthalter Gottes auf Erden ein Abkommen mit dem Dritten Reich geschlossen, das bis heute in Kraft ist, und dafür weggeschaut und weggehört, als es den Juden an den Kragen ging. Natürlich nur, um noch größeres Leid zu vermeiden. Wer weiß, was sich die Nazis außer der Endlösung noch alles ausgedacht hätten.

Jemand aus der Mannschaft des Pontifex sollte dem Chef vielleicht diesen Link schicken und ihn bitten, sich das Foto des Gekreuzigten mal in aller Ruhe anzusehen. Okay, diesmal waren es nicht die Juden, aber das muss nicht heißen, das man so etwas tun darf.

Übrigens, das Foto ist noch relativ harmlos. Auf einem anderen, das etwas später aufgenommen wurde, liegt der Kopf des Mannes in seinem Schoß. Aber vielleicht hat er sich nur geopfert, um größeres Leid zu vermeiden.

Siehe auch:
If you were one of the 3% minority Christians of Pakistan, you would fear for your life every moment among the majority Muslims; any one of them could shout and point at you as the Nazi collaborators did during the Second World War against the Jews. You inevitably would be beaten to death by your fellow countrymen. This month in Pakistan, a Christian couple and their unborn child were burned to death, because of a false accusation of burning pages of a Quran. http://www.gatestoneinstitute.org/4904/pakistan-killing-christians

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Leserpost

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Ottorino Piotti / 01.12.2014

Ich weiß nicht, aus welchem Zusammenhang dieser Satz der Papstes herausgerissen ist - aber es gab gerade im Rahmen dieser Reise etliche deutliche Äußerungen von ihm gegen den IS, so z.B. hier: ZEIT ONLINE - Franziskus fordert von Muslimen Verurteilung des IS Und in diesem Zusammenhang wieder die Nazi-Keule rauszuholen (völlig ahistorisch, den auch das Konkordat hatte damals seine besondere Geschichte) finde ich, höflich formuliert, nicht korrekt.

Martin Lahnstein / 30.11.2014

Die Frontlinie zwischen IS- und Nicht-IS-Gebiet ist so gewunden wie auch sonst die Linie zwischen Gut und Böse. Mit wem auch immer der Papst reden will, soll es ihn kümmern, ob derjenige eventuell gestern noch bei der IS war, es heute ist,  oder morgen sein wird? Mir ist ein Papst, der sich unbedingt in die Nesseln setzen will, lieber als einer, der auf gepolsterten Sesseln sich räkelt.

Maria Leuschner / 29.11.2014

Soll doch der Papst mit IS reden -  mal sehen, was dabei rauskommt.

Peter Schaefer / 29.11.2014

Was erwarten Sie vom Papst? Einen Aufruf zum 8. Kreuzzug?

Karl Krähling / 29.11.2014

Es wäre an den USA und England gewesen, nach der Errichtung der osteuropäischen Vernichtungslager wenigstens deren Zufahrtswege zu zerstören, nicht die des Vatikan. Nichts geschah! Bis die Russen die Lager befreiten.

Max Wedell / 29.11.2014

“Traditionell schickt der Papst Grußtelegramme an die Oberhäupter aller Staaten, deren Luftraum er durchquert.” Gut, dann gibt es ja vielleicht auch morgen folgendes Grußtelegramm: “Da ich mich bei der Rückreise aus der Türkei ein wenig verflogen habe und den Luftraum des Islamischen Staats betrete, sende ich Ihrer Exzellenz Kalif Abu Bakr al Bagdadi und Ihren Landsleuten herzliche Grüße.”

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