Emmanuel Macron weiß offenbar mit Donald Trump umzugehen und bei ihm den richtigen Knopf zu drücken – im Gegensatz zu deutschen Statisten. Trump erscheint zur Wiederöffnung von Notre-Dame. Über das Programm kursieren spektakuläre Gerüchte.
Zur Einweihung der Notre-Dame am Wochenende wird auch der kommende US-Präsident Trump in Paris erwartet. „Es ist mir eine Ehre“, sagte er zu der persönlichen Einladung von Präsident Macron. Inzwischen wird von der Teilnahme von 50 Staatschefs gesprochen. Fast 170 Bischöfe aus Frankreich und anderen Ländern werden an der Feier teilnehmen sowie Priester aus den 106 Pfarreien der Diözese Paris, wie auf der Website der Kathedrale zu lesen ist. Im Anschluss an die Messe findet ein "brüderliches Buffet" statt.
40.000 Besucher und Touristen werden am Seineufer das Ereignis auf Großbildschirmen verfolgen können. Aber keiner sollte sich Illusionen machen, auf die Ile de la Cité – die Insel, wo die Notre-Dame steht – kommen gewöhnliche Sterbliche an diesen Tagen nicht. Es drängen sich außerhalb der Bannmeile also Krethi, Plethi, Hinz und Kunz. Doch die Pariser bewegt seit gestern eine ganz andere Frage: „kommt auch Sir Paul McCartney?“ Die Gerüchteküche in Paris kocht.
Stéphane Berne, ein bekannter französischer Fernsehmoderator, der den „maître de cérémonie du concert“ geben wird, hat sich nämlich im Überschwang der Begeisterung im Fernsehen verplappert. Gefragt, ob zu dem Konzert in der Kirche vor der Zeremonie auch der Ex-Beatle kommen würde, sagte er „Ja“, worauf die Runde in ein einhelliges Oaahhh! ausbrach. „Er wird den Song Imagine im inneren der Kathedrale vortragen“. Oaahhh! Nein, doch, ohh!
Ein paar Stunden später kam prompt das Dementi von McCartneys französischer Showproduzentin: „Er hat eine Einladung bekommen. Es ist eine große Ehre für ihn. Die Produktion dementiert eine direkte Teilnahme. Es ist auch keine Aufzeichnung geplant. Paul McCartney wird sich am 7. Dezember in Spanien aufhalten“.
Stéphane Berne paddelte auf X zurück: „Ich habe mich von meiner Begeisterung mitreißen lassen und wurde von @melanietaravants Charme verzaubert! Für Sir McCartney ist noch nichts bestätigt, aber ich bete jeden Tag dafür! Positives Denken ist kreativ! Bis Samstag mit @Electron_Prod auf @FranceTV“.
Imagine Paul would sing
F Culture berichtet: „Während das Geheimnis um McCartney weiter besteht, wurde das Plakat des Konzerts am 7. 12. 2024 weitgehend bekannt. Ab 21.05 Uhr stehen klassische Musik, lyrische Gesänge und Varieté im Stil des jährlichen Konzerts am 14. Juli auf dem Programm. Der chinesische Pianist Lang Lang, der bei der Krönung von Karl III. gespielt hatte, wird neben der südafrikanischen Sopranistin Pretty Yende auftreten. Der französisch-schweizerische Tenor Benjamin Bernheim, der auf der Bühne der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele in Paris stand, wird sie begleiten. Das Philharmonische Orchester von Radio France wird von dem kurzzeitigen Chef der Pariser Oper, Gustavo Dudamel, geleitet. Clara Luciani, Vianney, Garou und Pharell Williams werden ebenfalls auf dem Programm erwartet. Ebenso wie die libanesische Sängerin Hiba Tawaji, Darstellerin der Esmeralda im Musical Notre-Dame de Paris. Das Konzert wird mit einer zehnminütigen Ton- und Lichtshow des DJs Michael Canitrot enden“.
Was für die Teilnahme von McCartney spricht, ist die Erinnerung an eine der schönsten Szenen der Eröffnung der Olympischen Spiele in diesem Sommer in Paris. Da bewegte sich eine kleine „Insel“ auf der Seine. Ein „brennender“ Konzertflügel begleitete die Sängerin Juliette Armanet, die das Lied „Imagine“ intonierte. Vielleicht wollen die Franzosen ja noch ein „Imagine“ draufsetzen. Es bleibt also spannend, ob Paul McCartney an diesem Abend in der Notre-Dame singt. Schön wär’s ja.
Manfred Haferburg wurde 1948 in Querfurt geboren. Er studierte an der TU Dresden Kernenergetik und machte eine Blitzkarriere im damalig größten AKW der DDR in Greifswald. Wegen des frechen Absingens von Biermannliedern sowie einiger unbedachter Äußerungen beim Karneval wurde er zum feindlich-negativen Element der DDR ernannt und verbrachte folgerichtig einige Zeit unter der Obhut der Stasi in Hohenschönhausen. Nach der Wende kümmerte er sich für eine internationale Organisation um die Sicherheitskultur von Atomkraftwerken weltweit und hat so viele AKWs von innen gesehen wie kaum ein anderer. Im KUUUK-Verlag veröffentlichte er seinen auf Tatsachen beruhenden Roman „Wohn-Haft“ mit einem Vorwort von Wolf Biermann.Zum Thema Atomkraft und deutsche Energiepolitik ist kürzlich von Manfred Haferburg und Klaus Humpich auf Achgut das Buch Atomenergie – jetzt aber richtig erschienen.

Vielleicht könnte die bunte Regierung Präsident Trump ja ad hoc zu der ein oder anderen Kraftwerkssprengung einladen? Da wird sich vielleicht noch was finden lassen, der Stellenwert in unserem Lande ist ja vergleichbar mit der französischen Veranstaltung.
@ Gerhard. Ist Brigitte krank und Michelle nicht eingeladen? ;)
Meine Meinung: Macron ist eben anders als die deutsche Bundesregierung praktisch veranlagt … was haben denn unsere deutschen Politiker da aufzubieten: Insbesondere fallen mir ein (1) Selbsternannte und -definierte sowie -gerechte [nicht unbedingt lebensnahe] Moral; (2) fachliche Inkompetenz (sprichwörtlich: Schulsaal, Hörsaal [erfolgreicher Abschluß nicht zwingend], Plenarsaal; (3) beispielhaft feministische Außenpolitik [gerne in den arabischen Staaten]).
Die Wiedereröffnung könnte ein echtes Statement des Abendlandes werden.
Christlich. Sonst nichts. Machtvoll. Und nicht verspielt. Kraftvoll. Und nicht peinlich. Und dabei mit der nötigen Bescheidenheit und Demut.
Ein Zeichen setzend. Wie man so schön sagt. Make Abendland great again.
Bei aller Liebe, McCartney kann seine Hymne an den Atheismus singen, wann immer er will, aber bei der Wiedereröffnung einer Kirche muss das nun echt nicht sein.
Sind unsere Verlierer auch eingeladen worden? Oder müssen die durch den Hintereingang und kriegen nur einen Klappstuhl?
Frankreich ist ein zutiefst monarchisches Land, seiner jahrhundertelangen Tradition verpflichtet, Revolution hin, Revolution her, Republik hin, Republik her, Europa hin, Europa her, Diversität hin, Diversität her. Und eine Regierungskrise haben sie, glaube ich, gerade auch noch. Ist aber egal. Erst mal wird gefeiert. Ludwig XIV. hätte seine Freude daran. Ein wenig neidisch blickt er auf König Emmanuel und betet zugleich, daß der nicht noch das Geschick seines Nachfolgers Ludwigs XVI. teilt.