Im Februar war Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu Gast in China. Seine Gastgeber zeigten ihm Roboter, die boxen und Kung-Fu kämpfen. Als hätten sie ihm sagen wollen: „Unsere auf höchste Effizienz und absoluten Gehorsam getrimmte Wirtschaft wird euch k.o. schlagen.“ Als Merz darum bat, China möge im Wettbewerb doch bitte „fair“ sein, wird ihm Xi Jinping vielleicht geantwortet haben: „Sag das den Robotern.“
Vor dem Kanzler waren schon Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) im November und Außenminister Johann Wadephul (CDU) im Dezember nach China gereist. Und vor wenigen Tagen war auch noch Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) dort. Wie man in China zu sagen pflegt: „Dú wàn juǎn shū, bùrú xíng wàn lǐ lù.“ („Zehntausend Bücher zu lesen ist nicht so wertvoll wie zehntausend Meilen zu reisen.“) In dieser Häufung wirken die Reisen deutscher Regierungspolitiker nach Peking allmählich ein wenig verzweifelt.
Dazu gibt es Anlass. Der Think-Tank Center for European Reform (CER) hat letzten Monat eine Denkschrift veröffentlicht, die davor warnt, dass Deutschlands Wirtschaft im Begriff ist, von China zerstört zu werden. Es herrsche zunehmend Einigkeit darüber, dass ein neuer „China-Schock“ die globalen Gütermärkte erschüttere.
„Nirgendwo sind die Auswirkungen dieses Schocks gravierender als in Deutschland. Die Hersteller in den Schlüsselbranchen – Automobilbau, Maschinenbau, Chemie und Luftfahrt – geraten gleichzeitig unter Druck: Sie werden sowohl aus China und anderen ausländischen Märkten als auch auf dem Heimatmarkt zunehmend verdrängt.“
Keine Branche oder Region ist sicher. Die chinesischen Exporte wachsen, von der Regierung begünstigt, immer schneller. Sowohl in Deutschland als auch in China müssen Prognosen über die wirtschaftliche Entwicklung rasch revidiert werden. Während sie aber in Deutschland meist nach unten angepasst werden, zeigt der Trend in China stets in die andere Richtung. Noch im September 2025 hatte die regierungsnahe South China Morning Post berichtet, China werde „im Jahr 2030“ zehn Millionen Autos exportieren. Im vergangenen Monat erklärte He Yi, stellvertretender Generalsekretär von Chinas Verband der Automobilhersteller (CAAM), dieses Ziel werde bereits dieses Jahr erreicht. China überschwemmt die Welt mit Elektroautos und das einzige, was den Deutschen einfällt, ist, die Chinesen zu fragen, ob sie nicht vielleicht gleich in den Werken von VW produzieren wollen, weil diese ja ansonsten sowieso nicht mehr benötigt würden.
Der deutsche Rust Belt
Drogensucht, zerbrechende Familien, Suizide — das waren einige der sozialen Folgen des „China-Schocks“ in den USA nach dem WTO-Beitritt Chinas im Jahr 2001. Besonders betroffen waren Industrieregionen im sogenannten Rust Belt. In vielen Städten Ohios etwa gingen Fabrikarbeitsplätze in der Stahl-, Möbel-, Elektronik- und Maschinenbauindustrie verloren. Die Folgen gingen weit über Arbeitslosigkeit hinaus: niedrigere Einkommen, sinkende Erwerbsquoten, Wertverluste von Immobilien und steigende Armutsraten. Ohio entwickelte sich zu einem der Epizentren der Opioidkrise.
Der „China-Schock 2.0“ wird vor allem Deutschland hart treffen. Der Begriff meint: Die Chinesen kommen schon seit einiger Zeit nicht mehr länger nur mit Möbeln, Textilien und Elektronik, sondern mit: E-Autos, Industrietechnik, Clean Tech, Chemie, Pharmazeutika etc. Sie stellen die gleichen Güter her wie Deutschland, aber billiger. Im Jahr 2010 war die chinesische Produktion von Photovoltaik-Modulen auf importierte deutsche Ausrüstung angewiesen. Heute stützt sich die weltweite Photovoltaik-Produktion auf Ausrüstung, die aus China importiert wird.
Das Debakel, das die deutsche Solarindustrie erlitt, droht auch den Auto- und Maschinenbauern und dem deutschen Mittelstand. Im Jahr 2025 importierte Deutschland chinesische Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro, während die Exporte nach China sich auf nur 81,3 Milliarden Euro beliefen. Daraus resultierte ein Handelsdefizit von rund 89,3 Milliarden Euro. Noch im Jahr 2019 hatte es lediglich 14 Milliarden betragen. Bedrohlich ist nicht, dass wir immer mehr chinesische Waren kaufen, sondern dass die Exporte im Abwärtstrend sind. Zwischen 2022 und 2025 gingen sie von 107 auf 81 Milliarden zurück.
Das ist nicht nur auf die Schwäche des privaten Konsums in China zurückzuführen, sondern von der Regierung in Peking so gewollt und geplant. Ziel ist es, mehr und mehr Importe durch „Made in China“ zu ersetzen. Mittel dazu sind massive Subventionen für chinesische Produktion und ein künstlich niedrig gehaltener Wechselkurs. Dieser verzerrt den Handel, indem er chinesische Exporte de facto ein zweites Mal subventioniert, Importe aber künstlich teuer macht. Und wenn es politisches Ziel ist, Importe zu verringern, dann hat ein autoritärer Staat viele weitere Möglichkeiten – etwa bürokratische –, um ausländischen Herstellern Steine in den Weg zu legen.
Im Innern wird die Produktion von der Kommunistischen Partei gelenkt
Das, was deutsche Unternehmen für den chinesischen Markt produzieren, wird zu einem immer größeren Teil in China selbst hergestellt. Es taucht also in der Handelsbilanz nicht auf und nützt auch den deutschen Arbeitern in der Firma und bei den Zulieferern nicht. Die deutsche Bundesregierung scheint zu glauben, Peking sei nur aus Unachtsamkeit „unfair“ und Appelle würden das ändern können. Ebenso gut könnte man an den palästinensischen Diktator Mahmud Abbas appellieren, die Förderung des Terrorismus einzustellen. Was einst mit Teilen von Amerikas Industrie im Mittleren Westen passierte, stelle, so das CER, „einen unheimlichen Warnschuss für Deutschlands Auto- und Maschinenbaustädte wie Wolfsburg und Stuttgart“ dar.
China agiert zwar nach außen als Anbieter auf dem Weltmarkt, der mit günstigen Preisen – also scheinbar marktwirtschaftlich – konkurriert, aber im Innern wird die Produktion von der Kommunistischen Partei gelenkt. Dass vieles, was aus China kommt, so billig ist, dass sich damit kaum Gewinn erzielen lässt, ist für sie kein Problem, sondern ein politischer Bonus im Weltmachtstreben: Es verdrängt ausländische Produzenten vom Markt und sichert China ein Monopol auf vielen Gebieten.
So erlangte es auch die Kontrolle über einen großen Teil der weltweiten Metallraffination. Bei vielen kritischen Metallen liegt der Anteil Chinas an der globalen Raffinations- beziehungsweise Verarbeitungskapazität bei über 50 Prozent, teilweise sogar über 80 bis 90 Prozent. Der Grund dafür ist, dass China über Jahrzehnte gezielt in Schmelzwerke, Raffinerien, Chemieanlagen und Lieferketten investiert hat. Die Raffination ist oft umweltintensiv, energieaufwendig und erfordert großes technisches Know-how. Viele andere Länder haben zwar Rohstoffvorkommen, aber nicht genügend Verarbeitungskapazitäten aufgebaut.
In Sektoren, denen Peking besondere Priorität einräumt, so der Bericht des CER – wie Halbleitern, Maschinenbau, Automobilen und Flugzeugen – haben die Bereitstellung direkter Subventionen, kostenloser Grundstücke, kostengünstiger Maschinen sowie staatlich gestützter Kredite durch die Regierung das Angebot massiv ausgeweitet – „ein Angebot, das die schwache Binnennachfrage nicht aufnehmen kann“.
China ist keine Marktwirtschaft
Eine andere Art, das Problem zu beleuchten, ist, den Wettbewerb mit den Annahmen der klassischen Ökonomie zu vergleichen. Nach der Theorie des komparativen Vorteils von David Ricardo (1772-1823) profitieren alle am internationalen Handel beteiligten Länder, wenn sie sich auf die Güter spezialisieren, die sie relativ effizient herstellen können, und diese miteinander tauschen. Dadurch steigt die Gesamtproduktion, Ressourcen werden effizienter genutzt und der Wohlstand aller Handelspartner nimmt zu. China will auf allen Gebieten konkurrieren. Es hat das Know-how von in China tätigen deutschen Unternehmen gestohlen und erwirbt auch auf legalem Weg tausende von deutschen Patenten.
Eine andere Prämisse der klassischen Ökonomie ist: Wachsende Exporte führen zu wachsenden Importen. In seinem Essay „Petition der Kerzenmacher“ verspottete Fréderic Bastiat (1801-1850) die Logik des Protektionismus, indem er die Kerzenhersteller fordern ließ, man solle das Sonnenlicht verbieten, weil es eine zu starke Konkurrenz darstelle. Seine Botschaft war: Billige Konkurrenz – egal ob von der Sonne oder aus dem Ausland – nützt den Verbrauchern. In einer anderen Schrift sagte er (korrekt) vorher, dass die wachsenden Exporte der USA aufgrund des dadurch zunehmenden Wohlstands zu immer mehr Importen führen werden.
Die Quintessenz: Europa müsse sich vor der amerikanischen Konkurrenz nicht fürchten. „Der Reichtum der Menschheit liegt in der Fülle der Dinge“, so Bastiat. Handel war daher für beide Seiten vorteilhaft, weil Exporte und Importe zwei Seiten desselben Austauschs sind. Der Wohlstand der Exportnationen wächst, steigende Exporte gehen darum mit steigenden Importen einher.
China aber schafft immer größere Exportkapazitäten, die von der Regierung subventioniert werden. Regionen wie Südostasien, die einst von der Integration in den Welthandel profitierten, laufen nun Gefahr, deindustrialisiert zu werden, da ihre Exportgüter durch chinesische Waren preislich unterboten werden. Deutschland, Südkorea und Japan sind gefährdet, da China mehr und mehr die gleichen Exportgüter produziert wie sie.
Peking folgt einer Strategie
Peking folgt einer Strategie, durch den Einsatz staatlicher Mittel Schlüsselsektoren der Weltwirtschaft zu erobern. Welche Rolle Subventionen spielen, ist bekannt. Die OECD schreibt in einem Bericht zur Stahlindustrie:
„Chinas Subventionsquote ist zehnmal so hoch wie die der OECD-Länder. Zu den Maßnahmen zählen – neben Krediten zu unter Marktniveau liegenden Konditionen – subventionierte Energiepreise, direkte Zuschüsse sowie steuerliche Vorzugsbehandlungen. Diese Fördermaßnahmen verzerren den Wettbewerb.“
Wie sehr die Industriepolitik im Dienst der „nationalen Interessen“ steht, zeigt der Schiffbau. Ab etwa Mitte des letzten Jahrzehnts – nachdem sich europäische Banken weitgehend aus dem Geschäft zurückgezogen hatten – stieß China in diesen Bereich vor. Chinas größte Schiffsfinanzierer sind staatliche Banken. Die China Export-Import Bank (China Exim) und die Bank of China waren im Jahr 2018 – dem jüngsten Jahr, für das Daten vorlagen – weltweit der größte beziehungsweise viertgrößte Schiffsfinanzierer, mit Kreditportfolios im Gesamtwert von 33,5 Milliarden US-Dollar.
Zu den erklärten Zielen dieser Banken gehören die Unterstützung von Chinas Außenhandel und Investitionen sowie der Beitrag zur „Verwirklichung des chinesischen Traums von der nationalen Wiederauferstehung“ – ein zentraler Slogan des chinesischen Staatschefs Xi Jinping. Sie stellen zwar auch ausländischen Reedereien Finanzierungen zur Verfügung – aber nur, wenn sie in China gebaute Schiffe kaufen. Das stützt Chinas weitgehend staatlichen heimischen Schiffbausektor.
Laut einer Studie wurden allein der chinesischen Schifffahrts- und Schiffbauindustrie zwischen 2010 und 2018 rund 132 Milliarden Dollar staatliche Unterstützung gewährt – überwiegend über Staatsbanken und günstige Finanzierung. Der Bericht beschreibt explizit weiterlaufende Produktion trotz schwacher Nachfrage. Staatlich betriebener Dumping-Wettbewerb.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete kürzlich, dass selbst die chinesische Regierung inzwischen lokale Industriesubventionen einschränken wolle, weil Provinzen sich gegenseitig mit Förderungen für Hightech-Fabriken überböten: „Diese Praxis hat Überkapazitäten geschürt und Unternehmen dazu gezwungen, ihre Preise zu senken, um Marktanteile zu verteidigen – wodurch der Preiswettbewerb weiter verschärft wurde.“
Auch der IWF kritisiert inzwischen offen Chinas industriepolitisches Modell. Er schätzt die Industriesubventionen auf etwa 4 Prozent des BIP.
„China nimmt eine zunehmend dominierende Stellung in jenen Sektoren ein, die den produktiven Kern der deutschen Wirtschaft bilden“, warnen die Autoren des CER, „Automobilbau, Maschinenbau, Spezialchemie, Elektrotechnik, Flugzeugbau sowie Investitionsgüter im Bereich der sauberen Technologien.“
Chinas Plan „Made in China 2025“
Diese Ambitionen skizzierte die Kommunistische Partei bereits 2016 in dem Plan „Made in China 2025“. Damit strebe Peking „Marktführerschaft in Bereichen an, auf denen heute das Wachstum vieler Industrieländer beruht“, warnten deutsche Experten des Mercator Institute for China Studies damals. Informationstechnologie, computergesteuerte Maschinen, Roboter, energiesparende Fahrzeuge und medizinische Geräte gehörten ebenso dazu wie Hightech-Ausrüstung für Raumfahrt, See- und Schienenverkehr. Industriestaaten wie Deutschland müssten „dringend eine Antwort darauf formulieren“.
Doch das einzige, was den deutschen Bundesregierungen einfiel, war, der Wirtschaft immer neue regulatorische Pflichten aufzuerlegen: Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, CO2-Preis, Verpackungsgesetz, Gebäudeenergiegesetz, Energieeffizienzgesetz etc. Deutschlands Industrie ist nicht schlechter als Chinas. Aber sie bekommt jeden Tat von der Regierung Gegenwind. Das Problem ist also zum Teil selbstverschuldet. Eine neue Prämie für E-Autos, die vor allem chinesischen Herstellern nützen wird, wurde nahtlos eingeführt, als China seine Förderung beendete.
„Ein Großteil der Nachfrage, die durch die deutsche Fiskalexpansion nach der Lockerung der Schuldenbremse entsteht, könnte direkt in chinesische Importe abfließen und die deutsche Erholung bremsen“, warnen die Autoren des CER. „Die weltweite Produktion von Autos, Maschinen und Chemikalien könnte sich noch stärker auf China konzentrieren; dies würde die Innovationskraft in traditionellen Fertigungszentren schwächen und Chinas Fähigkeit erhöhen, Berlin unter Druck zu setzen – etwa durch die Drohung, Lieferungen zu drosseln, wie es bereits bei Seltenen Erden geschehen ist.“
Ein weiteres industriepolitisches Vorzeigeprojekt Chinas – treffend als „10.000 kleine Giganten“ bezeichnet – ziele gezielt auf den deutschen Mittelstand ab. Doch Berlin habe der chinesischen Strategie „kaum etwas entgegengesetzt“ und bekomme nun die „Konsequenzen zu spüren“.
„Deutschland zögert weiterhin, obwohl China der deutschen Industrie bereits das Mittagessen weggeschnappt hat und sich nun anschickt, sich auch noch das Abendessen zu holen.“
Wenn Berlin und Brüssel sich nichts einfallen ließen, um Chinas Offensive etwas entgegenzusetzen, dann bleibe nichts anderes mehr, als „die sozialen und wirtschaftlichen Kosten der durch China verursachten Deindustrialisierung aufzufangen“.
Deutschland ohne Produktion
Der Bericht des CER ist aber nicht rein pessimistisch. Zerstörung könne, wie der Ökonom Joseph Schumpeter es beschrieben habe, auch schöpferisch sein. Dafür, so das CER, gebe es in Europa Beispiele: Airbus sei aus nationalen Champions der Luft- und Raumfahrtindustrie hervorgegangen, während Siemens am Aufbau der deutschen Industriebasis für saubere Technologien mitwirkte. ASML, Europas führendes Halbleiterunternehmen, sei aus dem allmählichen Niedergang von Philips entstanden, dessen Belegschaft von rund 400.000 auf weniger als 100.000 Mitarbeiter schrumpfte.
„Entscheidend war, dass die wesentlichen Bestandteile des zugrundeliegenden Ökosystems – darunter Optik, Maschinenbau und Halbleitertechnik – räumlich eng beieinander blieben. Diese Kompetenzen gingen nicht verloren, sondern hatten Zeit, sich neu zu verknüpfen, was zur Entstehung eines weltweit führenden Clusters für Halbleiterausrüstung führte.“
Gingen hingegen bestehende Wirtschaftsbereiche zu rasch verloren, werde es keine „schöpferische Zerstörung“ geben, sondern „schlichte Deindustrialisierung“: „Fabriken schließen, Kompetenzen gehen verloren und der Ersatz durch hochproduktive Strukturen bleibt aus.“ Es sei ein Missverständnis, dass „Innovation“ ohne produktive Basis möglich sei. Das muss man jenen Politikern sagen, die glauben, Industrie sei verzichtbar, wenn wir nur genug „progressive“ Ideen zur Weltrettung im Kopf hätten.
Dem „China-Schock“ tatenlos zuzusehen, ist aus Sicht der Autoren „höchst unverantwortlich in einer Welt, in der China gezeigt hat, dass es seine Kontrolle über zentrale globale Lieferketten als Druckmittel einzusetzen bereit ist“. Doch bei der deutschen Bundesregierung ist kein Kurswechsel zu erwarten. Sie wird weiterhin nach Kräften Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung durch Bürokratie und Steuern ersticken und dann beim Kaiser von China darüber jammern.
Der chinesische Militärstratege Sun-Tzu rät in seiner „Kunst des Krieges“: „Sei formlos wie Wasser.“ Schaut man sich das Gesicht von Friedrich Merz an, erhält man den Eindruck, er habe den Rat zu wörtlich aufgefasst. Und von Sun-Tzus Satz „Der beste Sieg ist der ohne Kampf“ beherzigt die Bundesregierung nur den zweiten Teil. Während China seine Exporte immer billiger macht, lautet die Maxime des Kanzlers bekanntlich: „Das wird teurer. Ja, es wird teurer.“ Warum, kann man fragen, sollten Chinesen – oder irgendjemand – bei diesem Mann ein Auto kaufen wollen?

Man hätte noch erwähnen können, daß „interessante“ deutsche Firmen ggf. von China einfach aufgekauft wurden und auf dem Wege die letzten Jahre auch 1000e Patente gen China gelangten. Erst wurde von hiesigen Firmen / Konzernen alles mögliche gen China „outgesourct“, um dort billiger produzieren zu können, dann wunderte man sich, daß „China“ munter kopiert (und dabei lernt) , um sich erneut zu wundern, daß man dort inzwischen besser und zudem billiger genau „dieses Zeug“ produziert. Hätte man allerdings wissen können, weil die sog. „Tigerstaaten“ genau so Anfang der 1990er ihren wirtschaftlichen Aufstieg gründeten. Und China hat auch das kopiert, kommt nun entsprechend seiner Größe mit erheblich mehr „Power“ auf die Märkte. So schlägt wieder mal eine Art Kolonialismus unerwartet zurück. Und „man“ wundert sich darüber hierzulande ? Ernsthaft?
Na bitte, geht doch. Anstatt die Russen durch maximale Konfrontation, andauernde Provokation und Bedrängung unnötig wieder in die hochmilitarisierte Sowjetzeit reindrücken zu wollen die auch Europa gefährden würde, sitzt für die Amerikaner der echte Gegenpol ganz woanders. Nämlich in China. Die Chinesen sind als Volk mittlerweile extrem gut organisiert, sie sind mit ihrem bewusst forcierten Staatskapitalismus (vergleichbar mit den von Pentagon und CIA befütterten Wirtschaftssegmenten in den USA wie Rüstung, IT, Medien) in der internationalen Schlagkraft potentiell extrem leistungsstark. Man merkt es sofort an der enormen Marktdurchdringung chinesischer Produkte nicht nur in Europa, sondern auch in den USA. Überall sind Bauteile aus China drin. Selbst in den US IT Produkten. Und wenn man jetzt weiß, dass die USA ihre IT Produkte gerne zur Aushorchung von alles und jedem auf dieser Welt nutzen, die Chinesen machen das bei sich ja auch, hat das mit den chinesischen Bauteilen natürlich eine enorme Brisanz. Darum auch das Heckmeck zwischen den USA und China um Tawain, wo die Massenproduktion von US Computerchips läuft. Die Chinesen haben zudem deutlich mehr Soldaten als die USA und ein dreimal so großes Volk bei vergleichbarer atomarer Abschreckung. China ist zwar ideologisch nicht derart verpeilt wie damals die Sowjets, ganz im Gegenteil: die Chinesen sind schlau und besonnen, aber das macht sie für die USA mit Abstand zur härtesten globalen Konkurrenz. Wir Deutschen spiele da gar nicht mit in der Balance und sollten dabei geschickt eine neutrale Rolle einnehmen, die eher dem Zünglein an der Waage gleichkommt. Es sei denn, man kann Europa zur Dritten Macht aufbauen, wo wir Europäer dann selbst zum geopolitischen Pol werden. Ab da kann man dann mitspielen.
Was heißt hier „China-Schock“? – Beispiel: China hat im Jahr 2025 52 neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleisung von 78 Gigawatt in Betrieb genommen. Bei uns werden moderne Kohlekraftwerke unter großem Jubel in die Luft gesprengt.
@Ben Salomon / Ohne Merkel sind wir verloren. Wenn doch wenigstens die Esken oder der Bärbeck noch da wären ! (Tippfehler berichtigt)
Vorsicht! Man sollte nie leichtsinnig im Spaß Wünsche äußern, wenn man nicht sicher ist, daß sie sich nicht doch überraschend erfüllen!
Wie sangen die Affen im TOYOTA Werbeclip?
Vorige Woche bekam ich meinen Barttrimmer von BRAUN geliefert. Mit einem großen Aufkleber: Made in China.
Es ist gelaufen.
Da die Deutschen alle 100 Jahre eins am Deckel brauchen, damit sie sich wieder normal verhalten, ist das vielleicht gut so. Die Arroganz der Weltrettung ist für Außerdeutsche unerträglich.
Diesmal kein verlorener Krieg sondern nur Verarmung.
@ Frau antalic, ja, so einfach und so wahr…
Die, sorry, ignoranten China – Schwärmer hier auf dem Blog sollten doch am besten auswandern – nach China vielleicht… falls sie die Sprache beherrschen
und – wichtiger – sich ideologisch anzupassen in der Lage sind. Hier kann man gut beobachten, wie einseitig Wahrnehmungen sind ….